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Sonntag, 12. August 2012

Heute vor einem JAhr


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Heute vor einem JAhr erleben wir Vorbereitungen zum O-bon (jap. お盆) oder nur Bon (das „O“ ist ein japanisches Honorativpräfix), einem japanischer buddhistischer Feiertag zur Errettung der Geister der verstorbenen Ahnen.
Wikipedia:
Die Ursprünge gehen auf das hinduistische Dīvalī-Fest (= Dīpāvalī; Lichterfest), verschmolzen mit Avalambana, der Preta-Speisung (hungriger Geister) und den am selben Tag abgehaltenen taoistischen Chung-yuen-Riten zurück. Obon ist eine verkürzte Form des Sanskrit-Wortes avalambana oder ullambana für kopfüber in der Hölle hängen und leiden, was den hungrigen Geistern (Preta) geschieht, die jedoch einmal jährlich aus der Unterwelt zurückkehren dürfen. Durch ihre symbolische Speisung soll deren Leiden in der Hölle gelindert werden.
Es gibt ein entsprechendes Avalambana-Sutra (chinesisch 孟蘭盆經 Yúlánpénjīng, jap. Urabon-kyō), das durch die chinesische Übersetzung Dharmarakshas d. Ä. (chinesisch 竺 法護 Zhú Fǎhù, jap. Jiku Hōgo; der westlichen Jin) nach Japan gelangt ist. In ihm wird das vielseitige Zeremoniell des Allerseelenfestes (15. des 7. Mondmonats, später dann 13.-16.) mit Allerseelen-Opfer urabon-kuyō, - besonders für Vater und Mutter der jetzigen und von sieben früheren Generationen - als von Shakyamuni herrührend dargestellt. Eine Abschrift japanischerseits aus 15. Jahr Tempyō (743) 1 Faszikel ist erhalten.
Die Einführung der „Lichtkomponente“ des O-Bon (von Basil Chamberlain als „Laternenfest“ bezeichnet) fand in Japan erst 1230 auf Anordnung Go-Horikawa-tennōs statt. Das Abbrennen von Scheiterhaufen (oft in Form des Zeichens Dai, deshalb Daimonji no hi) am Abend des 16. soll auf Kōbō Daishi zurückgehen. Jedenfalls hat es seinen Ursprung in Shingon- oder Tendai-Riten. Die tantrische Schule hat auch eine Vielzahl von Pretaspeisungs-Opferriten (u.a. Segaki-ho, Ikitama-e) geschaffen.
Am letzten Abend werden beim Tōrōnagashi (灯籠流し) Laternen schwimmen gelassen, um die Seelen der Verstorbenen zu führen.
Bon Odori-Tänzerinnen in Ōsaka, 2004
Dieses ursprünglich religiöse buddhistische Fest ist inzwischen auch zu einem Familien-Wiedervereinigungs-Feiertag geworden, zu dem die Menschen aus den großen Städten in ihre Heimatstädte zurückkommen und die Gräber ihrer Vorfahren besuchen und säubern.
Traditionsgemäß mit einem Tanz-Festival verbunden, besteht das Obon in Japan bereits seit mehr als 500 Jahren. Es wird im östlichen Teil Japans (Kanto) vom 13. Juli (Willkommens-Obon) bis zum 16. Juli (Abschieds-Obon) und im westlichen Teil Japans im August gefeiert. In den letzten Jahren legten die meisten Teile Tokios den Obon in die Sommerferienzeit im August.
Die mit dem Obon verbundenen Tänze werden von der Geschichte eines Jüngers Buddhas, Maudgalyāyana (jap. Mokuren), abgeleitet, der in einer Vision seine verstorbene Mutter im „Königreich der hungrigen Geister“ sah, wo sie sich der Selbstsucht hingab. Entsetzt ging er zu Buddha und fragte, wie er seine Mutter aus diesem Geisterreich befreien könne. Buddha antwortete, er solle am 15. Juli ein großes Fest für die letzten sieben Generationen der Verstorbenen ausrichten. Der Jünger tat dies und erreichte so die Befreiung seiner Mutter. Zugleich erkannte er dabei ihre Selbstlosigkeit und die vielen Opfer, die sie für ihn gebracht hatte. Der Jünger tanzte vor Freude, glücklich wegen der Freigabe seiner Mutter und dankbar für ihre Freundlichkeit.
Von diesem Tanz der Freude abgeleitet ist „Bon Odori“ oder „Bon-Tanz“, mit dem beim O-bon an die Vorfahren und ihre Opfer erinnert wird.
Obon entspricht dem chinesischen Geisterfest und ähnelt dem mexikanischen Día de Los Muertos, in einigen Aspekten auch dem christlichen Totensonntag.

Sonntag, 21. August 2011

12.8.2011, 377

12. August, Sakaiminato (jap. 境港市, -shi) bis Tottori (jap. 鳥取市, -shi), 89,6km, 14101,69 Gesamtkm

Datum: 12.8.11
Tag: 377
TagesunterstützerIn:
von: Sakaiminato m NN 2
nach: Ketaka m NN 6
km 89,6
Gesamt km 14101,6954
km/h: 14,7
Fahrzeit 06:04
gesamte Fahrzeit: 1120:23:00
Anstieg in m pro h 48,63
Anstieg in m 295
Abfahrt in m: 291
höchster Punkt in m NN 59
Steigung/Gefälle 0,65
 
Die ersten 1,5 Stunden sind immer die schönsten, es ist kühl und es sind wenige Autos auf der Straße.   

 
Dann kommt die Sonne und der Verkehr und es wird eher unbequem. Zum Glück können wir nach einiger Zeit auf die kleine Straße wechseln und kommen an einem riesigen Friedhof vorbei, der in einem Film ein wichtiger Ort war.   

 
Es ist kurz vor dem O-bon (jap. お盆) oder nur Bon (das „O“ ist ein japanisches Honorativpräfix) und eine Menge Menschen sind auf dem Friedhof. Es geht weiter an der kleinen Straße, die leider irgendwann endet und wir sind wieder auf der großen. Bei einer Pause werden wir von einem Herrn auf Englisch angesprochen, das ist für uns ganz ungewohnt geworden. Ein weiterer Stop ist bei einem der Tourist-Infos, die sich hier aber immer mehr in Läden verwandeln mit einem riesigen Bildschirm zum Stauinfo auf der Autobahn (Filme der Autobahn) und einigen chaotischen, rein japanischen Flyern. Wir erstehen dort eine erstaunlich billige Melone und der Kauf löst an der Kasse ein Chaos aus. Es ist etwas mit der Melone nicht in Ordnung, das wissen wir: sie ist billig und der Klopftest war nicht gut. Sie ist viel zu reif und wird nicht viel Geschmack haben. Sie kostest aber auch nur umgerechnet einen Euro, nicht wie sonst in der Größe sieben. Also nehmen wir das mit dem Geschmack in Kauf. Aber dennoch, die Verkäufern will sie nicht verkaufen und es reden viele Frauen und Männer auf Japanisch auf Gunda ein. Irgendwann kommt eine Frau, die Englisch kann und erklärt die Aufregung: die Melone ist nicht gut – das wissen wir – und sie wird nur deswegen verkauft, weil sie auf den Altar für die Götter kommt. Nachdem geklärt ist, dass wir sie aber essen können und auch dürfen, erstehen wir sie. Es geht weiter, diesmal auf einem Feldweg, vorbei an vielen Feldern, die bewässert werden. Die Gegend hier ist erstaunlich trocken, alles ist reiner Sandboden und hier etwas anzubauen, bedeutet, Bewässerung durchgehend. So bekommen wir eine regelmäßige Dusche ab und staunen, was alles angebaut wird in einer Gegend, in der sonst nur Pinien wachsen. Kein Reis ist mehr zu sehen. Auf der Suche nach einem Mittagessen kommen wir zum Strand und sehen dort zwei überdachte Orte, die auch Essbares verkaufen. Es stellst sich als Badestrand heraus und das Essen ist gut. Wir bleiben unterm Dach während sich ein Gewitter zusammenschiebt, das aber nur mit Donner bei uns ankommt.   

 
Interessanterweise sind hier also die Leute, die sonst ihr klimatisiertes Auto kaum verlassen, in der prallesten Mittagshitze am Strand, viele davon im Wasser oder unter knappen Sonnenschirmen und gehen alle zwischen drei und vier. Das Lokal schließt um vier, da geht auch der Bademeister. Um 16:30 ist kein Mensch mehr da,   

 
dabei würde es jetzt doch erst angenehm. Jetzt sind alle im klimatisierten Auto auf dem Weg nach Hause. Was für ein seltsames Land, was diese Fragen angeht. Uns führt der Weg an einem Surf-Strand nach dem anderen vorbei, einer ist auch mit Musik, wenngleich auch da alles eingepackt wird. Kaum sind wir auf der großen Straße, geht die Huperei los und wir sind froh, als wir einen Laden und kurz darauf eine Tankstelle sehen. Als deutlich wird, dass die Straße sechsspurig den Hügel wieder hinaufgeht,   

 
bleiben wir kurentschlossen hinter der Tankstelle oben. Die Tankstellt macht um 20:00 zu. Der Nacht-Fern-Bus fährt kurz vorher ab und nun sind wir sozusagen alleine, abgesehen von den vielen Autos. Drei Männer laufen zum Strand und durch die frisch angepflanzte Dünenschonung wieder hoch. Immer wieder erstaunt uns, wie wenig Ahnung die Menschen hier von ihrer Umwelt zu haben scheinen. Die Sonne geht unter und wir sitzen eine Weile auf der Düne bis es dunkel genug ist zum Aufbauen.   

 
Das Wetter ändert sich, der Wind ist viel weniger und es gibt Tiefdruckgebiete, die um uns herum lungern, sagt die Zeitung.