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Heute vor zwei Jahren gedenken wir
Andrea, die in diesen Bergen gekämpft hat.

Heute setzen wir uns mit dem
Völkermord an den Aramäern (
aramäisch: ܩܛܠܥܡܐ ܐܪܡܝܐ;
Seyfo Abkürzung von
Schato d'Seyfo für "Jahr des Schwertes") auseinander, weil wir in einer assyrischen Stadt übernachtet haben.
Wikipedia:
Harir is an Assyrian village and a sub-district located in the district of Shaqlawa, Iraq. Today, many homes are being built for Assyrians, by Sarkis Aghajan Mamendo, who are willing to move back to the villages. Both the village and the sub-district of Harir were established by displaced Assyrian families from the Nochiya Region. They moved to Harir, the village and the sub-district, because of the Assyrian genocide committed against Assyrian Christians within the Ottoman Empire. The village and sub-district of Harir is home to the famous Matran Family (family of Saint Mar Yosip Khnanishu X) which is from Nochiya.
Der Völkermord an den Aramäern (aramäisch: ܩܛܠܥܡܐ ܐܪܡܝܐ; Seyfo Abkürzung von Schato d'Seyfo für "Jahr des Schwertes") erfolgte in den Jahren 1915 bis 1917 im damaligen Osmanischen Reich zeitgleich mit dem wesentlich bekannteren Völkermord an den Armeniern und den Griechen. Es waren alle den Aramäern gleichgestellte Personenkreise gemeint, die als Assyrer, auch als Chaldo-Assyrer, einer aramäischsprachigen christlichen Volksgruppe in der Türkei angehörten und innerhalb des Territoriums des damaligen Osmanischen Reiches sowie im Iran lebten.
Erster Weltkrieg und Nachkriegszeit
Das Jahr 1915 ging bei den Suryoye, einem hauptsächlich in den Regionen Tur Abdin, Hakkâri und Urmia lebenden christlichen Volk, als „Jahr des Schwertes“ (aram.: Sayfo) in die Geschichte ein. Nach dem Scheitern ihres Angriffs auf Kaukasien und Nordpersien ermordeten Türken und Kurden damals Armenier, Aramäer und andere Christen, die sich der russischen Gegenoffensive angeschlossen hatten. In Urmia beispielsweise töteten sie 1915 mehrere tausend Gläubige. Im gesamten Gebiet fielen ihnen die meisten Nestorianer zum Opfer, insgesamt rund 47.000. Kurz vor Kriegsende töteten türkische Truppen in Baku und Umgebung noch bis zu 30.000 Armenier. Zusammengenommen haben die Jungtürken
allein während der zwischen Mai und September 1918 laufenden Invasion
in Kaukasien 50.000 bis 100.000 Armenier und andere orientalische
Christen getötet. Insgesamt starben etwa zwei Millionen Christen,
darunter 500.000 bis 750.000 Aramäer.[1]
Nicht unerwähnt sollten auch die Christen aus der damaligen türkischen Provinz Syrien und dem Libanon
bleiben. Die Jungtürken zeigten sich unempfindlich gegenüber dem Leid
der vermeintlich illoyalen christlichen Untertanen und leisteten einer
Hungersnot, die den Tod von zuletzt 100.000 Menschen nach sich zog,
vermutlich sogar Vorschub.[1]
Einige aramäische Christen in den großen Städten entkamen dem Tod nur durch die Hilfe US-amerikanischer Missionare und des Apostolischen Nuntius.
Andere wurden in den Dörfern durch das mutige Eingreifen einiger
türkischer Beamter gerettet oder konnten bei türkischen oder kurdischen
Freunden versteckt werden. Gleichzeitig versuchten US-amerikanische anglikanische und lutherische
Missionare, die alten Christengemeinden im Orient zum Protestantismus
zu bekehren. Diese Bemühungen sind bis vor kurzem noch nicht eingestellt
worden.
Die vom Lausanner Vertrag (1923) garantierten Kollektivrechte, die Armeniern, Griechen und Juden die Ausübung ihrer Religion ermöglichen sollen, wurden den west- und ostsyrischen Christen nicht gewährt. Mittlerweile übt die EU in dieser Angelegenheit Druck aus.
Nachgeschichte
Nach mehreren Berichten, so der Gesellschaft für bedrohte Völker durch Tessa Hofmann, wurden die west- und ostsyrischen Christen Opfer grausamer Verfolgung und Vertreibung. Die Aramäer
verloren in den nördlichsten Gebieten Obermesopotamiens und im Iran
über 50 Prozent ihrer Gesamtbevölkerung. Bis auf spärliche Reste wurden
sie aus ihren alten Siedlungsgebieten vertrieben und mussten unter
schwierigsten Bedingungen jahrelang in Lagern zubringen, die unter
Aufsicht des Völkerbundes standen.
Heutige Situation
Das Nationalbewusstsein der Suryoye wurde vom Genozid geprägt, denn
die Leiden, Massaker und Verschleppungen sind tief in der Erinnerung
dieses Volkes gegenwärtig. Der Genozid und die ständigen Leiden gaben
diesem Volk eine von diesen Erfahrungen bestimmte eigene Identität. Die
ethnisch-demographischen Veränderungen durch den Genozid, die
gleichzeitige und nachhaltig wirksame Islamisierung
durch Araber, Türken und Kurden sowie die Auswanderung aus den
Ursiedlungsgebieten, bedingt durch Verfolgung und Massaker, haben die
Identität der späteren Bewohner der Region stark verändert.
Wenngleich sich die geflohenen und vertriebenen Christen aus dem Tur Abdin und Hakkâri
in Europa und Übersee eine neue Existenz aufgebaut haben, bestehen
viele Verbindungen in die alte Heimat. Da die Suryoye keinen eigenen
Nationalstaat, wie die Armenier besitzen, kämpfen sie in den
Aufnahmeländern um ihre Anerkennung als ethnische Minderheit. Die
historische Auseinandersetzung mit diesen Ereignissen ist schwierig, da
Teilaspekte des Geschehens aufgrund der Unauffindbarkeit eines Teils der
osmanischen Archive und weiterer wichtiger Quellen nicht restlos
aufgeklärt sind. Eine differenzierte Bewertung wird durch die offizielle
Leugnungspolitik der Türkei und vieler Türken erschwert.