Dienstag, 5. April 2011

3.-4. April, Dushanbe, 246, 247

 Link
Der Regen ist vorbei, aber es ist empfindlich kalt geworden. Wir marschieren los und kommen an der chinesischen Botschaft vorbei. Sie hat tatsächlich geschlossen. Das hatte Alip schon angedeutet. Wir laufen weiter und suchen das Reisebüro, das bei der Verlängerung sehr hilfreich sein soll. Wir finden das Gebäude und werden in den Hinterhof zum letzten Gebäude geführt. Dort stehen Autos ohne Nummernschilder rum. An der Tür des Reisebüros klopfen wir und auf die Antwort stehen wir im Raum und zwei Kinder schauen uns groß an. Wir sie auch. Es tut sich auf dem Flur auch sonst nichts weiter und so gehen wir wieder und suchen die zweite Agentur, die in einem schicken Haus sein könnte, wenn die Hausnummer immer noch stimmt. Dort ist ein Caterings-Service, sie schicken uns zurück zum anderen Haus. Das kennen wir und so gehen wir direkt zum Office. Dort ist der Zuständige sehr freundlich und wir müssen nun einen Brief schreiben, in dem wir erklären, warum wir 30 weitere Tage brauchen und den mit den Kopien morgen abgeben.
Danach laufen wir noch eine Weile die Prachstraße runter und wieder hoch und schauen uns die monumentale Statue in der Mitte der Stadt an




und halten einige Impressionen fest.













Es ist wieder richtig kalt geworden und so sind wir froh, nach vielen Stunden des Laufens wieder im Norden angekommen zu sein und eine Heizung zu haben.

Übrigens: Vor 200 Tagen waren wir in Veterska!

3. April

Alip aus Kaxgar (in der Antike chinesisch 疏勒 Shūlè, altgriechisch möglicherweise Kasia[1]) kann uns eine Einladung nach China [ˈçiːna] (oberdt.: [ˈkiːna]) besorgen. Dafür braucht er?Sie? Wir bleiben bei Alip, dafür braucht Alip den genauen Zeitplan der 90 Tage. Inzwischen sind wir ganz routiniert, Strecken zu berechnen. Draußen regnet es in Strömen. Es scheint ein Land der Sonntagsregen zu sein, letzten Sonntag hat es ja auch so geregnet. Gegen Mittag haben wir alles für Alip errechnet und schicken es nach Kashgar. Danach bleiben wir beim Thema „China“ und gehen erneut zum chinesischen Restaurant. Wir wählen eine scharfe Fischsuppe. Diese kommt als ca. 30 l Topf, bestehend aus recht viel nicht so richtig hochwertigem Fisch und schätzungsweise 300 Chillischoten und zehn Nudeln. Wir schrecken ja vor Chilli nicht zurück und es schmeckt in der Tat gut. Leider ist aber auch schwarzer Pfeffer, nur ganz grob gemahlen da drin, und den kann Gunda nicht essen, weil sie darauf total allergisch reagiert. Also bestellt sie ein anderes Essen und Wolfgang arbeitet sich durch die festen Inhalte dieser riesen Schüssel.
Danach sind wir so fertig, dass wir schlafen und dann einen der von Rieke und Thorsten kopierten Filme anschauen: München. Er begeistert uns gar nicht. Morgen müssen wir unser Visum verlängern. Eigentlich wollte der Visums-Verlängerungs-Hilfe-Mensch vorbei kommen, aber das scheint nicht zu klappen. Wir haben immerhin rausbekommen, dass es die Möglichkeit einer 30 Tage Verlängerung gibt.

31. März - 2. April, Dushanbe, 243, 244, 245

2. April
 
Wolfgang bekommt die Pumpe des Kochers wieder in Gang! Das ist eine Sorge gewesen, denn ohne die Pumpe wären wir ziemlich aufgeschmissen gewesen. Ansonsten sitzen wir wieder hier und rechnen die Strecke durch China [ˈçiːna] (oberdt.: [ˈkiːna]) ganz genau durch, denn wir haben Kontakt zu einem Reisebüro in China.
Wir entdecken, dass es ein Reisebüro in Duschanbe (tadschikisch/russisch Душанбе, persisch ‏دوشنبه‎ (wörtlich ‚Montag‘)) gibt, das eine Verlängerung des Visums für 30 Tage macht. Wir erreichen sie nicht. Unser Kontaktmensch bestätigt, dass es nur für 15 Tage geht. Die Sache mit den Visa ist und bleibt eine nervenaufreibende Sache. Er will morgen vorbei kommen. Wir müssen ihm klarmachen, dass wir die 30 Tage brauchen. Selbst wenn wir durch den Pamir (womöglich aus Sanskrit upa-meru, „Nahe dem (Berg) Meru“, oder aus Persisch pāye mihr, „Zu Füßen Mithras“) bei gutem Wetter sausen würden, müssen wir ja auf das chinesische Visum warten.
Auffallend ist, dass sich die meisten Reiseberichte mit den Wochen in Hotels nicht beschäftigen. Sie erzählen von der Reise, der Natur, den Begegnungen und Erlebnissen unterwegs. Die Zeit in den Hauptstädten wird auch erwähnt. Aber dass eine solche Reise so viel Zeit im Warten bedeutet, das ist so wenig reflektiert. In der Regel wartet man ja nicht in Städten, in denen man auf der Reise bewusst hinfährt. Dushanbe ist schön, aber es ist eben nicht Buxoro, im deutschen Sprachraum zumeist als Buchara bekannt, (usbekisch-kyrillisch und tadschikisch Бухоро; russisch Бухара; persisch ‏بُخارا‎, DMG Buḫārā) oder Samarqand (deutsch Samarkand[1]; usbekisch-kyrillisch und tadschikisch Самарқанд, persisch ‏سمرقند‎ ; Linkrussisch Самарканд/Samarkand; sogdisch für „steinerne Stadt“) oder Istanbul [ˈˀi.stan.buːl] (türkisch İstanbul [isˈtɑnbul])l. Die Aktivitätsmöglichkeiten erstrecken sich auf drei Museen. Wir vier vom Visa-Warten sind daher sehr viel einfach hier, lesen, quatschen, schreiben E-Mails, recherchieren. Ein wenig ist es ein Abhängen ebenso wie ein Reflektieren, Erzählen, Austauschen, aber auch Ausruhen. Das Wetter ist richtig April-mäßig. Mit Sonne und Gewitter, Sturm und Wärme. Ganz unterschiedlich. Wir können hier die Waschmaschine benutzen und so können wir sogar die Schlafsäcke waschen. Alles in Stand setzen.
Übrigens: Vor 100 Tagen waren wir in Esfahan!
Und: Isabel und Uwe sind in Aleppo!
1. April

So etwas wie den 1. April als Scherztag gibt es hier nicht, nicht das wir wüssten. Wir sind ja eh aus allen Festlichkeiten und Feierlichkeiten der westlichen Welt raus. Neujahr ist hier am 20. März gewesen. Nun folgen wieder Feiertage des islamischen und des persischen Kalenders. Mit etwas Mühe können wir errechnen, wann Ostern ist. Da werden wir irgendwo im Pamir sein, inmitten der schiitischen Pamiris oder der sunnitischen Kirgisen (kirgisisch Kыргыз/Kyrgyz, Kыргыздар/Kyrgyzdar). So haben wir eine Weile gebraucht, um hinter den Aprilscherz zu kommen, dass ein brasilianischer Franziskaner zum Erzbischof von Berlin ernannt worden sei….
Überhaupt hat unser Tag heute nichts mit Scherzen zu tun. Die Konsularabteilung der chinesischen Botschaft hat dreimal die Woche auf, zu erkennen ist dies an einem Tisch vor der Tür. Einer dieser Tage ist heute. Wir bekommen einen Antrag, der immerhin auch auf Englisch ist. Nachdem wir ihn ausgeefüllt haben, dürfen wir in die Konsularabteilung selbst. Es ist immerhin drinnen. Wir kommen in ein regelrechtes Inferno von Empörung eines Chinesen, der die bearbeitenden Menschen wüst beschimpft. Das geht alles in einer anderen Lautstärke von statten wie wir sie seit dem Iran (Persien, persisch ‏ايران‎ Īrān Zum Anhören bitte klicken! [iːˈrɔːn]/, dt. Land der Arier) gewöhnt sind. Unser Versuch, uns parallel mit der englisch sprechenden Bearbeiterin über unseren Antrag zu unterhalten, scheitert beinahe an der Akustik. Der Antrag scheitert an einer fehlenden Einladung aus China [ˈçiːna] (oberdt.: [ˈkiːna]). Wir versuchen es dennoch, den Antrag an die Frau zu bringen, aber keine Chance. Ohne Einladung kein Visum. Geknickt gehen wir wieder und steuern die kirgisische Botschaft an. Wir müssen unser kirgisisches Visum verschieben. Nachdem das mit dem tadjikischen problemlos ging, haben wir uns darum keine Gedanken gemacht. Zwei Telefonate holen uns wieder auf die Erde: es geht nicht! Also müssen wir einen neuen Antrag stellen, es gibt den am selben Tag Antrag. Nun haben wir also ein neues kirgisisches Visum. Wolfgang rennt zur Bank, läuft an dieser vorbei, nachdem sie nur eine neue Fassade bekommen hat

, das alte sowjetische Gebäude 5 m dahinter steht und der Eingang an der Seite ist. Währenddessen kommt Gunda mit einem der „für andere Visa-Beschaffer“ ins Gespräch. Er spricht fließend deutsch. Er macht sie darauf aufmerksam, dass das tadjikische Visum nur für 15 Tage verlängert werden kann und will uns dabei helfen. Nur für 15 Tage! Die nächste Krise steht an. Er verspricht, sich auch für einen längeren Zeitraum zu erkundigen. Nach einem Essen beim Koreaner laufen wir zurück und versuchen nun, an die Einladung zu kommen. Am Abend machen wir einen heiteren Deutsche Welle Fernsehabend mit dem Iren.

31. März

Unser Hotel ist ein kleines Gasthaus eher am Rande der Stadt. Der kürzeste Weg geht am Basar vorbei

, entlang der Residenz des amerikanischen Botschafters und dann über eine kleine Brücke in


den Teil der Stadt, der so wenig mit dem Teil vor der Brücke gemeinsam hat. Ist der Teil vor der Brücke geprägt durch riesige Häuser und Villen, dicke Autos, ist der Teil hinter der Brücke ein Ort mit kleinen Straßen, kleinen Häusern, kleineren Autos und regelmäßigem Stromausfall.


Der Amerikanische Botschafter bekommt sein Trinkwasser in einem Wasser-Auto geliefert, das regelmäßig vor dem Haus steht. Wir trinken nur gekauftes Wasser, kochen aber den Kaffee mit Leitungswasser. Dennoch überlegen wir, ob wir das nicht doch filtern sollten, wir haben beide Durchfall.
Wir sind zu viert im Hotel, ein Ire, der in London lebt, ein Brite, der in Australien lebt und wir, die wir irgendwo im Zelt leben. Alle warten wir auf unsere Visa, beschäftigen uns mit Visa und tauschen Tips zu Visa und zum Essen aus. Heute gehen wir in eines der vielen Teehäuser und bekommen einen guten Plov mit leckerem Brot. Den Salat lassen wir stehen. Von wegen Wasser. Wir rechnen die Strecken in Tadschikistan (kyrillisch: Тоҷикистон, perso-arabisch: ‏تاجیکستان‎ tājikestān; amtlich Republik Tadschikistan, kyrillisch: Ҷумҳурии Тоҷикистон, russisch Республика Таджикистан, Respublika Tadschikistan) durch und beschäftigen uns mit China [ˈçiːna] (oberdt.: [ˈkiːna]). Unsere Tage sind ruhig und unspektakulär. Am Nachmittag schauen wir uns auf You Tube eine Dokumentation für den Drogenweg von Afghanistan nach Russland an. Ein Teil der Dokumentation ist in Dushanbe gedreht. An den Orten sind wir schon mehrfach vorbei gelaufen.

Montag, 4. April 2011

Tips für Ladies: Tampons in Asien

Liebe Frauen, auch wenn es immer wieder anders in Reiseführern beschrieben wird: es gibt Tampons in Asien und zwar:
In der Türkei mit viel Glück in großen Städten in den westlichen Supermarktketten wie Carrefour und Migros
In Teheran in DEM Supermarkt mit West-Zeugs. Habe den Namen nicht mehr parat, ist im Lonly Planet drin. Dort eine mir nicht bekannte Marke.
In Dushanbe im türkischen Supermarkt unweit des Café Merve: OB in Hülle und Fülle.
Dazwischen gibt es allerdings in der Tat nichts. Aber die Vorräte können immmer wieder mal aufgefüllt werden!

Freitag, 1. April 2011

Visum China


Wir beantragen das Visum für China in Dushanbe.
Wir benötigen eine Einladung eines chinesischen Reisebüros.

Wir haben Mailkontakt zu einem Reisebüro in Kashgar. Eine Einladung der Tourismusbehörde kostet 25 $, für 90 Tage 60 $. Dazu kommen die 18 € Gebühr für den Geldtransfer durch Western Union. Allerdings ist das Reisebüro nicht sicher, ob ein Visum für 90 Tage ausgestellt wird.
Ein 30-Tage-Visum könne bei jeder psb verlängert werden. Dies benötigt wieder eine Bestätigung eines Reisebüros und kostet wieder.
Nachdem die chinesischen Behörden nach den Feiertagen wieder geöffnet hatten und wir die Gebühr an das Reisebüro überwiesen haben, kommt die Einladung prompt als jpg.
Die chinesische Botschaft stellt für 50 $ nach 4 Werktagen Bearbeitungszeit ein 30-Tage Visum aus.
Bei Abholung stellt sich heraus, dass das Visum für Einreise innerhalb eines Monats ab Ausstellung gültig ist (entgegen unsrem Antrag). Nach Reklamation wird die Einreisefrist auf 3 Monate geändert.
Tip: Vor Abgabe Visa-Anträge kopieren, um das beantragte Einreisedatum für einen solchen Fall zu dokumentieren!
Bei Einreise an der Grenze Gebühr 2 US$.

Visumverlängerung:
In Kashgar nur möglich für eine Verlängerung zur Grenze nach Pakistan kurz vor Ablauf des Visums. Wir sollen nach Urumqui.
Da dies für unseren Zeitplan mit Fahrrad nicht möglich ist, fahren wir mit dem Zug direkt nach Shanghai und dann mit der Fähre nach Osaka ohne Visumverlängerung in China.

Donnerstag, 31. März 2011

29.-30. März Dushanbe

30. März
 
Den heutigen Tag nutzen wir, um die Route durchzuplanen. Den Pamir können wir aufgrund der Höhe und der Straßenverhältnisse wenig einschätzen und zudem möchten wir gerne die lange Strecke (Wakan Tal) fahren. Also sitzen wir über Karten und rechnen die Strecke aus auf der Grundlage einer Verlängerung des Visums, was wir hoffentlich bekommen.
Zuvor stärken wir uns mit einem Mittagessen im chinesischen Restaurant um die Ecke. Anschließend geht Gunda endlich zum Frisör, was eine sehr heitere Angelegenheit wird. "Zunächst stehe ich eine Weile in dem Kellerraum und werde gar nicht beachtet. Dabei ist es schon klar, dass mir die Haare geschnitten werden und dass es dafür auch einen freien Platz gibt: es gibt viele, alle Stühle sind frei. Aber die Frauen sitzen auf der Couch und den Sesseln um den Tisch und sind ganz absorbiert von einer Kollektion von Damenunterwäsche, die eine der Damen verkauft. Also warte ich die Auswahl der eher knappen roten und schwarzen Unterhosen und der BHs in enormer Größe ab. Irgendwann erbarmt sich die Meisterin meiner. Ich bekomme ein DIN A 4 Blatt und kann mir dort meine Wunschfrisur aussuchen. Während des Schneidens entscheidet sie noch über ihre restlichen Unterhosenwünsche, wenn sie nicht gerade telefoniert. Aber sie macht ihren Job sehr gut und nun habe ich eine unspektakuläre Frisur."
Unsere Planung sieht nun so aus, dass wir am 10.4. hier wieder starten und dann am 1. Juni in China ankommen. Leider verpassen wir dadurch Rieke und Thorsten, die am 12.4. hier ankommen! Die chinesische Botschaft hat nur Montags, Mittwochs, Freitags auf. Es gibt hier ein Wahnsinnsangebot an Fernsehprogrammen, wir können neben der Deutschen Welle


sogar ARD und ZDF sehen! Gerade als wir die Nachrichten schauen und der Satz kommt, dass bei der Tagung des Atomausschusses keine Journalisten anwesend sein dürfen, weil wohl ein großer Energiekonzern mit am Tisch säße, geht der Strom aus und wir sitzen im Dunkeln. Aber es ist das erste Mail und es ist 23:00 Uhr.

Übrigens: Vor 200 Tagen waren wir in Qyrsac!

29.3. 2011 Duschanbe (tadschikisch/russisch Душанбе, persisch ‏دوشنبه‎, wörtlich ‚Montag‘)

Datum: 28.3.11
Tag: 240
TagesunterstützerIn: Alexandra Dauscher
von: Sachrinav m NN 846
nach: Dushanbe m NN 893
km 37,3
Gesamt km 10291,099
km/h: 12,5
Fahrzeit 02:58
gesamte Fahrzeit: 780:00:00
Anstieg in m pro h 40,11
Anstieg in m 119
Abfahrt in m: 72
höchster Punkt in m NN 893
Steigung/Gefälle 0,51

In den Tagen in Dushanbe müssen wir die Weichen für unsere Reise stellen.


War es noch bis Buchara klar, dass es nach Japan geht und hatten wir schon Idee, Alex zu fragen, ob sie uns nicht in Japan anstelle von Tibet besuchen möchte, ist nun alles anders. Nach der Reisewarnung heute entscheiden wir, dass wir „nur“ bis Korea fahren und dort die Fähre nach Wladiwostok nehmen. Auch wenn es immer wieder heißt, dass es sich alles bessern könne, haben wir wenig Interesse, uns diesen Strahlungen auszusetzen, denn wir hätten ja wenn nach Tokyo gewollt.
Den Tag verbringen wir in unserem netten „Hotel“, wo wir Wäsche waschen können, das Zelt und alle Isomatten reparieren können. Das Zelt macht uns ja Sorgen, weil die Reißverschlüsse nicht mehr wollen. Zum Glück ist es aber ansonsten ohne Löcher oder sonstigen Verschleiß. Die alte Isomatte ist doch in Ordnung, sie war wohl nur nicht richtig zugedreht. Die nächste Schicht, unsere Alu-Matten fransen fürchterlich, aber Gaffa kann alles! Auch unsere Klamotten sind in einem guten Zustand, bis auf das eine oder andere kleine Loch ist alles gut.
Nachdem das Zelt und alles andere wieder trocken ist, gehen wir in einem der vielen Fastfood-Läden essen, es lohnt sich nicht. Dushanbe ist heute sommerlich warm und wir können uns kaum vorstellen, dass es in den Bergen so kalt ist, hier auf 800 m………..

Japan: Reise- und Sicherheitshinweise (Teilreisewarnung)
Stand 29.03.2011
(Unverändert gültig seit: 29.03.2011)

Teilreisewarnung

Das Auswärtige Amt warnt aufgrund der weiterhin instabilen Lage in den Kernkraftwerken in Fukishima vor Aufenthalten im Krisengebiet im Nordosten der Insel Honshu (Teilreisewarnung). Von nicht erforderlichen Aufenthalten im Großraum Tokyo/Yokohama wird abgeraten. Jeder Aufenthalt sollte sorgfältig abgewogen werden und erfolgt auf eigenes Risiko.
Aktueller Hinweis:
Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass die deutsche Botschaft in Tokyo ihren Dienstbetrieb vorübergehend nach Osaka-Kobe verlagert.
Die Botschaft ist in Osaka-Kobe unter der Telefonnummer+81-6-6440-5070
und folgender Anschrift
Umeda Sky Building, Tower East, 35th Fl.
1-1-88-3501 Oyodonaka, Kita-ku, Osaka 531-6035,Japan

erreichbar.
Sollten Sie im Großraum Tokyo/Yokohama oder den Präfekturen Chiba, Fukushima, Gunma, Ibaraki, Miyagi, Niigata, Tochigi, Yamagata wohnen oder sich gegenwärtig dort aufhalten, empfiehlt das Auswärtige Amt unverändert, dieses Gebiet, sofern Ihr Aufenthalt dort nicht unbedingt erforderlich ist, vorübergehend zu verlassen, bis die stabile Arbeit der Kühlaggregate in dem Kraftwerk Fukushima I gewährleistet ist.
Bei Tagesreisen und vorübergehenden Aufenthalten von begrenzter Zeitdauer im Großraum Tokyo/Yokohama, die unbedingt erforderlich sind, sollte die Wetterprognose berücksichtigt werden und es sollten Vorkehrungen zu einem Verlassen Tokyos für den Fall einer Verschlechterung der Situation schon im Vorfeld getroffen werden (Rückfahrticket o. ä.). Von einem Aufenthalt von Familienangehörigen wird strikt abgeraten. Insbesondere sollten Kinder und Jugendliche wegen der verbleibenden Risiken und der höheren Strahlenempfindlichkeit einen Aufenthalt in Ostjapan vermeiden.
Die Handlungsempfehlungen der japanischen Behörden (Einschränkungen beim Verzehr von Nahrungsmitteln, Verbleiben in geschlossenen Räumen usw.) sollten unbedingt befolgt werden.
Es wird gebeten, laufend die aktuellen Hinweise auf der Webseite der Botschaft Tokyo zu beachten:
http://www.tokyo.diplo.de
Zur kerntechnischen Lage informiert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit:
http://www.bmu.de

Am 11. März gegen 14.45 Uhr Ortszeit (06.45 Uhr MEZ) ereignete sich im Nordosten Japans ca. 130 Kilometer östlich der Stadt Sendai und knapp 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokyo ein schweres Seebeben der Stärke 9,0 der Richterskala. In der Folge traf ein Tsunami weite Teile der Nordostküste Japans, verursachte schwere Schäden und forderte zahlreiche Opfer. In der Folge haben zahlreiche Nachbeben das Land erschüttert. Im gesamten pazifischen Raum wurden Tsunamiwarnungen herausgegeben.
Mehrere Blöcke des Atomkraftwerks Fukushima I (250 km nördlich von Tokyo an der Pazifikküste) wurden durch das Erdbeben, den Tsunami und nachfolgende Explosionen schwer beschädigt. Es ist davon auszugehen, dass Brennstäbe beschädigt wurden. In der Umgebung des Kraftwerks werden signifikant erhöhte Radioaktivitätswerte gemessen. Die Bemühungen der japanischen Regierung um die Beseitigung der Gefahren dauern an. Deutschen wird dringend empfohlen, den Anweisungen der japanischen Behörden Folge zu leisten.

Kilometer- und Höhenangaben Usbekistan


Die Graphik gibt es hier.























Tagesziel
/Ort
Zielort
über NN
Tages
km
Gesamt km KmH Tages
höhenmeter
max. Höhe
Bukhara 225 81,18 9457 10,8 0 186
Rabat i-Malik 263 81,87 9538,9 13,5 5 263
Oqtosh 261 92,25 9631,1 13,7 0 263
Loyish 299 84,04 9715,2 12,8 112 308
Samarqand 713 31,73 9644 12,3 99 713
Amanqotan 1462 53,2 9665 9,8 857 1465
Qamashi 569 96,9 9762 13,8 300 1789
Karashina 1164 72,3 9834 11,6 861 1164
Sayrab 875 67,4 9901 10,9 920 1674
Termiz 382 99,9 10001 15,1 146 860
Qumqorghan 426 82,39 10080 14,4 132 432
Sharghun 589 88,7 10.169 14 243 618
Sachrinav 846 49 10218 10,1 361 853
Dushanbe 893 37,3 10255 12,5 119 893







































































Kilometer- und Höhenangaben Turkmenistan


zur Graphik geht es hier!

Tagesziel
/Ort
Zielort
über NN
Tages
km
Gesamt kmKmHTages
höhenmeter
max. Höhe
Ata20855,988957,912,22223
Hauz-Han19695,439053,412,30208
Mollanepes19685,39138,7
0196
Uch-Adzhl18696,779235,512,233207
Repetek17472,729308,2120186
Alat17267,619375,813
175

















































Amudarja > Aralsee / Sarygamyş köli


Die Flüsse des Pamir ereichen den Aralsee über den Amudarja heute nicht mehr. Dafür entsteht der Sarygamyş köli.

Kabir-Wüste ^ Amudarja > Aralsee


Wasserscheide zwischen Kabir-Wüste und Amudarja > Aralsee

Dasht-e Kavir ^ Aralsee

Dasht-e Kavir ^ Aralsee

Dienstag, 29. März 2011

23.-28. März Termiz bis Dushanbe - 235, 236, 237, 238, 239, 240

28. März Sachrinav bis Duschanbe (tadschikisch/russisch Душанбе, persisch ‏دوشنبه‎, wörtlich ‚Montag‘)

Datum: 28.3.11

Tag: 240
TagesunterstützerIn: Alexandra Dauscher
von: Sachrinav m NN 846
nach: Dushanbe m NN 893
km 37,3
Gesamt km 10291,099
km/h: 12,5
Fahrzeit 02:58
gesamte Fahrzeit: 780:00:00
Anstieg in m pro h 40,11
Anstieg in m 119
Abfahrt in m: 72
höchster Punkt in m NN 893
Steigung/Gefälle 0,51

geplant: 234. Tag
Aktuell: 240. Tag

In der Tat ist die Nacht trocken und der Morgen begrüsst uns mit dichtem Nebel, aber es ist trocken. Wir schaffen es, alles trocken in die Taschen zu packen und unser Zelt einzusammeln. Wir brauchen geschlagene zwei Stunden, um aus unserer Kiesgruben-Position über den Weg an die Straßen zu kommen.



Schieben geht nicht, der Schlamm setzt sich sofort an den Rädern fest




und die drehen sich nicht mehr. Also müssen wir alle Taschen wieder abbauen und tragen, ebenso die Räder. Dann versuchen wir, den meisten Schlamm von den Reifen zu kriegen.




In diesem Zustand




stehen wir kurz danach vor einem Kiosk und kaufen Wasser. Wir haben ziemlichen Hunger, denn das Frühstück war nicht üppig. Der Restaurant-Besitzer von nebenan – auch er als Soldat in Magdeburg stationiert – lädt uns zum Tee ein und als wir über die Brotreste am Tisch herfallen, fragt er uns, ob wir etwas essen möchten. So bekommen wir eine wunderbare Suppe und noch ein Brot. Wir sind hier wieder in der persischen Kultur gelandet!




Gestärkt fahren wir weiter, bald reist der Nebel auf und wir sehen die grüne Landschaft um uns. Es ist immer noch unvorstellbar, dass es so viel grün gibt! Wir erreichen Duschanbe (tadschikisch/russisch Душанбе, persisch ‏دوشنبه‎ (wörtlich ‚Montag‘)) schnell und sind überrascht von dieser entspannten und modernen Stadt. Wir finden schnell unser Hotel und es ist ein Glückgriff: es hat Strom, ein elektrisches Heizöfchen. Internet, Frühstück, ein recht großes Zimmer, das Badezimmer ist schön und wir dürfen die Waschmaschine benutzen. Außerdem ist es zugleich ein Reiseveranstalter und kann uns bei weiteren Organisationen helfen. Am Abend gehen wir mit einem irischen Gast indisch essen und genießen das scharfe Essen.

27. März Sachrinav

Noch am Abend fängt es an zu regnen und in der Nacht zieht ein Gewitter über uns her. Wir sitzen in einem Weinberg, zum Glück auf Kies, wenngleich auch in einer Kuhle, und bis zum Morgen hat sich alles um uns herum in Schlamm verwandelt. Es gießt ohne Ende und wir beschließen, bis zum Mittag abzuwarten. Es wird nicht besser, also bleiben wir für den Tag auf unserem Feld sitzen




, mit dem Wasser und dem Essen kommen wir genau hin. Zum Glück ist es nicht so kalt. Immer wieder mal schliddern wir durch den Matsch nach draußen, der Regen kommt und geht und wir verbringen den Tag mit Spielen, Schlafen und Reden. Einmal kommt der Bauer vorbei, aber auch er ist klitschnass. Unser Kies hält den Regen gut ab, auch wenn es die blödeste Position ist, im Regenwetter in der Kuhle zu sitzen. Aber immer noch besser als der Schlamm. Zum Abend lässt der Regen nach und wir haben die Hoffnung, dass es am Morgen trocken sein wird.


26. März, Sharghun nach Sachrinav, 49,0 km, 10218 Gesamtkm

Datum: 26.3.11
Tag: 238
TagesunterstützerIn:
von: Sharghun m NN 589
nach: Sachrinav m NN 846
km 49
Gesamt km 10253,7989
km/h: 10,1
Fahrzeit 04:49
gesamte Fahrzeit: 777:02:00
Anstieg in m pro h 74,95
Anstieg in m 361
Abfahrt in m: 104
höchster Punkt in m NN 853
Steigung/Gefälle 0,95



Heute Morgen stehen kurz nach sieben Uhr schon die ersten „Adkudas“ vorm Zelt und Wolfgang kann sie erfolgreich in die Flucht schlagen, in dem er aufs Klo geht. Im Sprint sind sie wieder auf der Straße. Wir können in Ruhe abbauen und das Außenzelt ein wenig trocknen lassen, nachdem es in der Nacht einmal geregnet hat. Wir fahren gemütlich bis zur Grenze, keine 15 km weit entfernt. Wir kommen wieder an unzählingen Arbeitseinsätzen vorbei. Ganze Hochschulen graben den Garten ihrer Hochschule um




und Unmenge von Frauen sind auf den Feldern.




Vor der Grenze überqueren wir erneut einen der vielen trockenen Flüsse.



Wir wissen jetzt, dass es seit November kaum Schnee und kaum Niederschläge gab und die Flüsse deswegen trocken sind und vor allem: das Gras viel zu kurz ist und das Vieh nicht genug Futter findet.
Wir fahren auch an Wasserrädern vorbei




, die Wasser aus dem Graben mit der Hilfe von alten Flaschen




in Tränken oder Leitungen heben, das dann ins Dorf geht.
Vor der ersten Passkontrolle können wir unser Geld tauschen. Dann kommt die zweite Kontrolle, der eigentliche Grenzübertritt. Es gibt beim Zoll einen getrennten Weg für Männer und für Frauen. Die meisten sind Frauen und haben viele, viele Taschen und Tüten. Wolfgangs Grenzer ist total nett und lässt sich unser Geld zeigen. Die Frau ist deutlich strenger, wird aber von ihrem Kollegen besänftigt. Nachdem Gunda auf das Zollformular (in russisch) geschrieben hat, dass sie es verstanden hat (in Turkmenistan gab es ja eine Übersetzung) dürfen wir zur eigentlichen Kontrolle. Wir sind einigermaßen gespannt, fehlen uns doch etliche Nächte der Registrierung. Aber der Grenzer will noch nicht einmal unsere Zettel sehen, die wir mit ein paar Kopien unserer Visa und der Zettel selbst etwas aufgefüllt hatten. Wir sind so erstaunt, dass wir ihn sogar fragen. Aber er sagt nur: Good bye. Na dann. Damit können wir Usbekistan verlassen und kommen an die tadjikische Kontrolle. Dort bekommen wir einen Tee angeboten und es geht alles sehr schnell und unkompliziert. Der Zoll schaut pro Forma in zwei Taschen und dann werden wir noch registriert und können fahren.
Auf den ersten 100 m ist es ruhig und wir können einfach so fahren. Bald hält ein Auto und schenkt uns eine Flasche Wasser. Zum Mittagessen




kehren wir in einem Dorf gegenüber einer schönen Moschee ein.




Am Nebentisch sitzt die Polizei und schenkt uns eine Flasche Cola. Wir sind wieder in der persischen Kultur




– leider auch in der „persischen“ Autofahrkultur. Hier gibt es zwei Gruppen von Autos: die kleinen Autos und die großen. Die großen sind alles Mercerdes oder BMW der obersten Klasse, mit getönten Scheiben und Männern mit Sonnenbrille. Sie hupen schon hunderte m vorher und fahren in der Mitte der Straße, egal aus welcher Fahrtrichtung. Daher ist das Fahren wieder anstrengender, die Menschen bisher aber sehr freundlich. Wir halten in einem Dorf und es fegt ein regelrechter Sturm von Männern über uns her. Sie bestehen darauf, dass wir zu einem Kaffee in ihr Lokal kommen, nachdem sie uns Kuchen geschenkt haben. Der Kaffe stellt sich als gegrillte Hähnchen, Brot, Soft-Drinks, Wodka und Kuchen heraus. Bis auf den Wodka nehmen wir die anderen Sachen an und erleben ein unglaubliches Spektakel, bei dem sich alles um einen Herrn dreht. Nach diesem wilden Gelage (sie trinken zu zweit fast eine Flasche Wodka) und dem Herbei-Schreien von immer mehr Männern, fahren wir weiter. Wir kommen an mehreren Sportplätzen vorbei. Der Test! Es passiert nichts. Die ganzen Jungs kommen angerannt und begrüßen uns. Das ist alles.
An einer Tankstelle können wir Wasser aus dem Kanister auffüllen, fahren an schönen Gärten vorbei




und finden einen Schlafplatz in einem Weingarten. Der Bauer sieht uns und schaut uns schweigend zu, bevor er sich verabschiedet, nicht ohne uns zu sich nach Hause eingeladen zu haben. Bisher habe wir ziemlich Gegensätze gesehen: die weltweit drittgrößte Aluminiumfabrik





, die ein Drittel des Stromverbrauchs von Tadjikistan hat, Läden, die nur über Generatoren Strom haben. Kleine Lehmhäuser und in der Nachbarschaft regelrechte Villen. Die Wasserversorgung auch hier nur über lange Wege des Wasserschleppens. In einem Ort sogar durch einen LKW mit Wasser. Männer, die ihre eine Kuh zum Weiden führen und Männer, die Autos fahren, die ein Vermögen kosten.

hier die graphische Aufarbeitung unserer Strecke in Usbekistan!

25. März nach Sharghun, 88,7km,, 10169 Gesamtkm

Datum: 25.3.11
Tag: 237
TagesunterstützerIn:
von: Qumqorghan m NN 426
nach: Sharghun m NN 589
km 88,7
Gesamt km 10204,7989
km/h: 14
Fahrzeit 06:19
gesamte Fahrzeit: 772:13:00
Anstieg in m pro h 38,47
Anstieg in m 243
Abfahrt in m: 80
höchster Punkt in m NN 618
Steigung/Gefälle 0,36

Panne: eine Schraube löst sich aus Wolfgangs Rahmenschloss.

Nachdem gestern unser Hausherr mit den Pässen wieder da war, wurden wir mit einem Gebet und der schönsten zentralasiatischen Geste verabschiedet: dazu halten die Männer zuerst die Hände offen vor sich, um sie dann über das Gesicht zu streichen.
Wir starten und arbeiten uns durch unzählige „Adkudas“ gen Norden. Es ist bewölkt




, aber warm und der angekündigte Regen bleibt aus. Jedes Stehen-Bleiben bedeutet eine Versammlung von im Nu acht bis zwölf Männern, die einem keine Ruhe lassen. Es ist längst nicht so schlimm wie in der Türkei, es ist nicht gefährlich, aber nervig. Zwischendurch löst sich eine Schraube von Wolfgangs Rahmenschloss und das Schloss hängt in den Speichen. Wir haben zum Glück eine Schraube und sie passt. Während der ganzen Prozedur sind wir umringt von fünf Männern. Zum Mittagessen kehren wir in eine kleine Lokalität ein, wo sich direkt ein Gast mit an unseren „Tisch“ setzt und will mit uns ein Bier trinken, was wir aber nicht wollen. Als er dennoch eine Tasse einschenkt, schüttet Wolfgang diese auf den Boden. Daraufhin wird er von der Wirtin rausgeworfen (also der Gast). Wir essen und haben die Räder im Blick. Als derselbe dann anfängt, unsere Taschen zu beschreiben, rastet Wolfgang aus. Um die Räder stehen diesmal eher 20 Männer. Wir haben zum Glück unser Essen beendet und gehen unter lautem Schimpfen ohne zu zahlen. Dass man das so macht in Usbekistan, haben wir oft genug beobachtet. Wir fahren weiter und finden zwei wunderschöne Bäume, unter denen wir Rast machen. Adkudas: zehn. Wir fahren weiter, diesmal gegen den Wind auf die schneebedeckten Berge zu, die hier schon eine Höhe von über 4.000 m erreichen. Da wir erfahren, dass die Grenze so nah ist, essen wir in einem Restaurant. Dort entwickeln die Jungs des Restaurants ihre ganze Kreativität im Beschriften von Wolfgangs Fahne.




Wir fahren weiter und finden hinter einem Erdhaufen zwischen Bewässerungsgräben einen Ort für die Nacht. Morgen geht es über die Grenze!

24. März, Termiz (usbekisch Termiz, ehemalige kyrillische Schreibweise Термиз; russisch Термез/Termes, auch als Termez transkribiert) nach Qumqorghan 82,39km, 10080 Gesamtkm

Datum: 24.3.11

Tag: 236
TagesunterstützerIn:
von: Termiz m NN 382
nach: Qumqorghan m NN 426
km 82,39
Gesamt km 10116,0989
km/h: 14,4
Fahrzeit 05:43
gesamte Fahrzeit: 765:54:00
Anstieg in m pro h 23,09
Anstieg in m 132
Abfahrt in m: 88
höchster Punkt in m NN 432
Steigung/Gefälle 0,27

Nach einem reichhaltigen Frühstück müssen wir zunächst unsere Räder wieder fit bekommen, da das Hinterrad von Gunda eine Acht hat. Nach einigen Mühen läuft das Rad wieder ganz gut.
Wir verlassen Termiz bei Sonnenschein und 30 Grad im Schatten. Die Straße ist in einem relativ guten Zustand, aber die Menschen um uns, vor allem die Männer, sind in einem Maße aufdringlich, dass wir Mühe haben, höflich zu bleiben. Zum Mittagessen kehren wir in einer richtigen Raststätte ein und bekommen gutes Essen für einen fairen Preis. Am meisten sind wir jedoch über die Toiletten erstaunt: es sind Toiletten im iranischen Niveau: gefließt, sauber, mit Wasser und einem Wasserhahn mit Seife. Wir bleiben dort über die Mittagshitze und hoppeln dann weiter nach Norden. Die Männer werden immer aufdringlicher. Als wir eine Pinkelpause am Straßenrand machen, hat Wolfgang auf Anhieb an die acht Männer um sich, die interessiert zuschauen und Fotos machen. Es ist schwül und wir haben schlecht geschlafen und uns platzt der Kragen und wir werden laut in unseren Beschimpfungen. Es bleibt noch eine Weile nervig und dann hört das auch wieder auf. Jetzt sind immer noch innerhalb weniger Minuten bis zu 20 Männer um uns, aber sie sind freundlich und respektvoll. In einem Kiosk wird uns sogar unser Wasser geschenkt. Als wir bis zum Abend keinen freien Platz irgendwo gefunden haben und sehr nah an der Stadt sind, entscheiden wir, bei Bauern zu fragen. Dort werden wir auch selbstverständlich aufgenommen




, bekommen ein wunderbares Essen und der Hausherr telefoniert jemanden herbei, der Englisch spricht.



Dann kommt der Polizist und es geht eine stundenlange Telefoniererei los, weil wir ja nun nicht registriert sind für die Nacht und das bei Privatpersonen eher schwierig ist. Es sind aber auch die anderen drei Männer auf unserer Seite, der Polizist auch, und es ist zu spüren, dass die Anwesenden es irgendwie auch seltsam finden. Sie protestieren, als es darum geht, dass wir in ein Hotel fahren sollen. Nach langem Hin und Her wird unser Pass kopiert und wir können bleiben.

23. März, Termiz (usbekisch Termiz, ehemalige kyrillische Schreibweise Термиз; russisch Термез/Termes, auch als Termez transkribiert)

Die Möglichkeit des Ausschlafens endet um 7:30, wir sind beide wach. Es ist warm, auch das ein ungewohntes Gefühl. So suchen wir Bilder für den Blog, arbeiten am Computer (Wolfgang), waschen Wäsche (Gunda), bis es Zeit fürs Frühstück ist (was wir für alle Fälle auf 10:00 gelegt hatten). Heute ist ein „Heimattag“. Zunächst treffen wir beim Frühstück einen Deutschen, der hier als Berater arbeitet. Dann kommt die deutsche Familie, mit der er verabredet ist. Anschließend suchen wir ein Internetcafé, das zwar ein super schnelles Internet hat, aber sich weigert, dass wir mit unseren Sticks arbeiten können. Also gehen wir wieder und entscheiden, ins teure Hotel zu gehen. Auf dem Weg dahin kommen wir an einem deutschen Soldaten vorbei, der mit einem Dolmetscher unterwegs ist. Wir kommen ins Gespräch. Von ihnen erfahren wir, dass die Spedition „Willi Betz“ auch den Essensnachschub für die Bundeswehr liefert. Wir fragen scherzhaft, ob es denn dann auch Weißbier gibt. In der Tat, es gibt Weißbier und der Dolmetscher meint, er kann das organisieren. Wir wandern weiter zum Hotel, wo es in der Tat Internet gibt und wir auch ein Lan-Kabel bekommen. Nachdem wir fertig sind, laufen wir zurück. Der Hotel-Rezeptionist kommt hinter uns hergelaufen und fragt, ob wir die Deutschen seien, da gäbe es einen Anruf von der Luftwaffenbasis. Wir sagen mal ja und in der Tat, es ist die Bundeswehr, die das Weißbier an unserem Hotel abgeben wollte, wo wir aber noch nicht waren. So kommen sie zum anderen Hotel und bringen uns noch ins Hotel. Wir kommen ins Gespräch




und erfahren ein wenig mehr vom Einsatz hier und den Rotationsprinzipien. Wir erfahren nun auch, dass es bald eine Sportolympiade gibt und deswegen die Familien alle die Beete und Straßen reinigen. So kommen wir zu einem Paulaner-Weißbier!




Nun werden wir noch versuchen, die Wäsche trocken zu bekommen und am Abend irgendwo etwas essen zu gehen.

Übrigens: Vor 100 Tagen waren wir in Malaya.