Samstag, 10. September 2011

8. September 2011, 404

8. September, Futami (二見町 Futami-chō?) bis Linan, 71,6km, 15222,6 Gesamtkm

Datum: 8.9.11
Tag: 404
TagesunterstützerIn:
von: Toba m NN
nach: Linan m NN 178
km 71,6
Gesamt km 15222,6564
km/h: 12,6
Fahrzeit 05:39
gesamte Fahrzeit: 1210:23:00
Anstieg in m pro h #DIV/0!
Anstieg in m 497
Abfahrt in m: 338
höchster Punkt in m NN 182
Steigung/Gefälle 1,17

Noch ein Nachtrag zu gestern: der Blog ist im Internet, folglich haben wir Internet gefunden. Wir sind wieder zu dem Hotel gegangen, das über einen FREE Spot verfügt. So saßen wir da fröhlich vor uns hin, der Strom ging nicht, also war die Zeit eh begrenzt. Es kommt eine große Gruppe Jugendlicher, zuvor würden mindestens zehn Bedienstete an den Eingang gestellt, die dann das Dirigieren übernehmen. Wir wissen nun, dass wir schon mal den falschen Eingang und die falschen Schuhe genommen haben. Die Jugendlichen, an die 50, sind ganz still. Wir fragen nach Strom (die Klimaanalage läuft, die Musikanlage und eine Menge Beleuchtung, es ist kein Öko-Haus). Der Strom ist aus. Ok. Dann kommt eine Dame und möchte umgerechnet zehn Euro von uns für das Internet. Die bekommt sie natürlich nicht. Das Gute in Japan: es gibt überhaupt keine lauten Auseinandersetzungen, sondern es wird höflich immer wieder auf die tausend Yen gezeigt, wir schütteln höflich den Kopf und gehen ja eh, weil der Strom leer ist. Es geht alles höflich und ruhig, aber es ist nicht so, dass es irgendetwas einfach so gibt.
Wir laufen weiter durch den Ort, der eine richtige Promenade hat. Auf dem Weg zu den berühmten zwei Steinen beobachten wir das Reinigungsritual im Angesicht von zwei Fröschen.   


Auf der anderen Seite des Felsens ist es ein Drache. Die beiden Felsen sollen übrigens Mann und Frau darstellen, die durch das Band der Ehe miteinander verbunden sind. Interessantes Männer- und Frauenbild….  





Wir wandern zurück auf unseren Berg.

Der Morgen ist klar und mit einem tiefblauen Himmel. Bei der Verabschiedung erkundigt sich ein englisch sprechender Mönch (was Gunda aber erst nach der ungefähr fünften Antwort wahrnimmt, nachdem sie immer nur ein Wort Englisch und sonst Pantomime gemacht hat) nach Wolfgang und seinem Stich. Er freut sich, dass wir wiederkommen möchten.
Der erste Teil der Strecke führt uns durch besiedeltes Gebiet und erst nach einer Weile übernehmen die Reisfelder wieder die ästhetische Figur der Landschaft. Hier ist Reisernte.   

Zugleich befinden wir uns in einem Teeanbaugebiet. Es dauert eine Weile, bis wir verstehen, dass die grünen Sträucher, die aussehen wir Buchsbäume, Teesträucher sind. Der Fluss ist inzwischen wieder in sein Bett zurückgekehrt, aber das Hochwasser ist noch zu erkennen.   

Die Gegend ist wieder sehr schön, der Verkehr in Maßen. Mit Tee scheint man mehr Geld zu machen als mit Reis, auf jeden Fall gibt es eine Menge stattlicher Häuser. Ein Reisfeld wird exemplarisch mit einer Schule geerntet, ein nettes Bild, denn das Feld ist sehr klein und es sind viele Kinder. Manchmal werden die Reisähren – wie das heißt, wissen wir nicht – zum Trocknen über die Leitplanke gelegt,   

manchmal auf das Feld oder an die Mauern. Als wir an unserer Abzweigung zur Passstraße sind, fällt uns ein Schild auf, das so aussieht, als sei die Straße gesperrt. Schließlich halten wir ein Auto an. Unmissverständlich: Straße ist gesperrt. Wir kehren um, fahren 3 km und 50 Höhenmeter wieder hinauf und befinden uns nun auf einer der japanischen Luxusstraßen, die zudem immer am Fluss entlang zu gehen scheint. An der Tourist-Info (diesmal durchaus schön und zu gebrauchen) werden wir von einer Frau angesprochen, die uns bereits irgendwo gesehen hat und ganz erstaunt war, dass wir immer noch fahren. So etwas ist immer nett.
Wir suchen den Campingplatz, finden das Schild und fahren durch ein kleines Dorf. Die Bevölkerung schaut uns interessiert nach. Die Straße ist eine Sackgasse und führt nur zum Campingplatz. Der ist geschlossen, der Weg dahin ungefähr 1,5 km. Kein Mensch macht uns darauf aufmerksam. Das ist doch seltsam. Uns ist es recht, wir haben hier eine schöne Wiese und beim Friedhof nebenan gibt es Wasser. Der Fluss rauscht um uns herum, aber die Gegend ist nicht überspült worden, weder vom Bach noch von den Hängen.