Heute ein mail von guten Freunden aus Teheran: "Es geht uns gut." Wir sind froh.
Frankreich und England kriegen kein Öl mehr aus dem Iran.

Heute vor einem Jahr brechen wir endlich in die Wüste auf.
Wir finden eine Meldung, wonach hier genau vor 40 Jahren der schlimmste Schneesturm der Wetteraufzeichnungen mit 4.000 Toten und bis zu 8 m Neuschnee stattfand:
The Iran Blizzard of February 1972 resulted in the deaths of approximately 4,000 people.[1] A week-long period of low temperatures and winter storms, lasting from February 3 to February 9, 1972, dumped more than ten feet (3 metres) of snow across rural areas in northwestern, central and southern Iran.
Southern Iran sustained as much as 26 feet (8 metres) of snow, burying at least 4,000 villagers. According to contemporary reports by the newspaper Ettela'at, the city of Ardakan and outlying villages were hardest hit, with no survivors in Kakkan or Kumar. In the northwest, near the border with Turkey, the village of Sheklab and its 100 inhabitants were buried.[2]
This blizzard remains the deadliest in history.
Außerdem ist in Japan Frühlingsanfang 節分 .
Und Gerüchte sagen, daß Kurdistan sich zum Neujahrsbeginn als eigener Staat ausrufen wird: Artikel .
Auch dieses Jahr treffen sich Extremradler und Abenteurer auf der CYCOLONIA und bringen spannende Geschichten von unglaublichen Reisen mit. 6 Globe-Biker präsentieren ihre Original-Ausrüstung. In Vorträgen, Interviews und natürlich Gesprächen von Reisebiker zu Reisebiker teilen sie ihre weltweiten Erfahrungen mit interessierten Messebesuchern. Aus den sechs Kandidaten wird am Ende der CYCOLONIA der Long Distance Biker des Jahres 2012 gewählt.
Zwei Jahre umrundete der Berliner Künstler Jens Hübner mit dem Fahrrad die Welt. Fast 25.000 Kilometer standen nach der Durchquerung von 42 Ländern und fünf Kontinenten im Sommer 2008 auf seinem Tacho. Sein wichtigstes Gepäckstück während seiner gesamten Reise: Ein Zeichenblock und Aquarellfarben. In mehr als 200 Scherenschnitten, Aquarellen und Zeichnungen auf Ziegenhaut und gefundenen Nummernschildern hat er so seine Eindrücke und Erlebnisse festgehalten. In Skizzenbüchern,
die er unterwegs selbst nähte, notierte er Gedanken, Bildideen und Motive, die später zu Aquarellen und Reiseberichten verarbeitet wurden.
Jens Hübner
Wie kann man Afrika am besten mit allen Sinnen erleben und bereisen? Für Ingo Ehret steht schnell fest: Nur mit dem Fahrrad! Auf seinen beiden großen Afrika-Reisen by bike lernt er intensiv Land und Leute kennen. Die erste Biketour zieht sich über sechs Monate von Kenia bis nach Ägypten und führt ihn durch das bergige Äthiopien und den flachen Sudan. Auf seiner Reise lernt er ethnische Stämme kennen, die an ihren alten Traditionen festhalten und sich erbitterte Kämpfe um Weideland für ihre Rinder liefern. Eine farbenfrohe, gegensätzliche Kultur beobachtet er in Addis Abeba bei einem der größten Reggaefestivals in Afrika.
Im Februar 2010 bricht er ein zweites Mal auf. Diesmal geht es von Kenia bis nach Kapstadt. Über 15.000 Kilometer pedalt er quer durch Afrika, bis er nach zehn Monaten das Kap der Guten Hoffnung erreicht. Seine größte physische Herausforderung fand er auf den tiefen Sand- und Schotterpisten in Namibia am Rande der Wüste Namib…
Ingo Ehret
Der Kölner Markus Schorn liebt die Herausforderung: 18.000 Kilometer fährt er mit seinem Rad quer durch Europa, Kanada, die USA, Mittel- und Südamerika. Eine Weltreise, die nicht immer von positiven Momenten geprägt ist. Die Besucher der CYCOLONIA begleiten Markus Schorn hautnah auf seiner Reise durch 36 Länder auf drei Kontinenten und verfolgen seine Reifenspuren über 18.000 Fahrradkilometer quer über den Globus. Schorn lädt die Besucher ein, einzusteigen zu einem 25.000 Kilometer-„Roadtrip“ durch die USA und auf dem Sozius für eine 7.500 km Motorradtour durch Mittelamerika Platz zu nehmen…
Markus Schorn
Die größte Wüste unserer Erde ist kein Radreiseparadies. Nur wer sich aus eigener Kraft in ihr fortbewegt, kann ihre Dimensionen hautnah erleben. Die unendliche Weite und Stille ist es, die Martl Jung immer wieder in die Sahara zieht. Die größte Wüste unserer Erde mit dem Fahrrad zu erzwingen, ist für Jung eine besondere Herausforderung und gleichzeitig ein großes Erlebnis. Die Vorteile für das Durchqueren der Wüste mit dem Rad: Das Bike kommt auch ohne Sprit aus, allenfalls eine gerissene Kette oder ein platter Reifen kann seinem Fortbewegungsmittel schaden. Wenn der Abenteurer aber plötzlich vor Geröllpisten oder Weichsand steht, weiß er, dass er einen harten Kampf vor sich hat. Seit 2003 bricht der Long Distance Biker immer wieder auf zu langen Reisen entlang des Nils. Beeindruckend, aber auch gefährlich wird es 2003 in Algerien: Während er ahnungslos die Weite genießt, werden wenige Kilometer entfernt 32 Touristen entführt… Martl Jung berichtet den CYCOLONIA-Besuchern von Menschen und Abenteuern und erzählt Geschichten aus uns oft so fremden Kulturen.
Martl Jung
Den Rädern sieht man es an, den Fahnen auch: 16.000 Kilometer durch Wind und Wetter von Bonn nach Japan. In 14 Monaten hat sich die Route mehrmals geändert, Kriegswirren, politische Verwicklungen, die Atomkatastrophe ermöglichten nicht immer das Weiterreisen wie geplant. Ihr Ziel: Menschen treffen und Da-sein. Unterwegs-sein. Mit einem Anhänger, insgesamt 12 Taschen, vielen Ersatzmänteln, Schläuchen, Ersatzteilen, wenigen Klamotten für Sommer wie Winter machen sich die leidenschaftlichen Biker auf den Weg quer durch Europa und Asien. Es ziehen sich drei Themen durch ihre Reise: Krieg, Gastfreundschaft und schlechtes Wetter. Und auch ihre Ausrüstung musste alles zeigen: 30 Prozent Regen, tiefste Temperaturen, Hitze, schlechte Straßen, großes Gewicht, Transporte im Zug, auf LKWs und im Schiff. Die Bilanz nach 14 Monaten Reise entlang der Seidenstraße: 30 Platten, zwei kaputte Kugellager und sieben neue Reißverschlüsse am Zelt.
Gunda&Wolfgang Burggraf
Sibirien! Allein der Klang dieses Wortes lässt uns frösteln und an Kälte, Eis und Schnee denken. Die unendlich erscheinende Wildnis Sibiriens zieht die Extrembiker Andreas von Heßberg und Waltraud Schulze schon seit Jahren immer wieder in ihren Bann. In den eisigen Gebieten warten unbefahrene Pisten in einer einzigartigen, wilden Naturlandschaft auf die Rad-Abenteurer. Im harten, sibirischen Winter erschließen sich neue Möglichkeiten: Zugefrorene Flüsse und Seen bilden ein nur im Winter zugängliches Netz an Pisten und Winterstraßen. In fünf Wochen fahren die Extrem-Biker auf dem gigantischen zugefrorenen Baikal-See bis an die Südspitze. Wie vertragen Radfahrer diese eisigen Temperaturen? Welche Kleidung, welche Zelte braucht man bei Temperaturen von minus 40 °C? Waltraud Schulze und Andreas von Heßberg erzählen von ihren Erlebnissen und geben auf der CYCOLONIA Antwort auf diese und viele Fragen.
Waltraud Schulze & Andreas von Heßberg


Farah Diba von 1967 zu lesen.
Bisher unveröffentlichte Notizen:
Wir sprechen immer wieder mit jungen Menschen, die im Grunde weg wollen, aber eher wegen der Familie da bleiben. Immer die Frage nach dem Ausland und die Frage danach wie wir den Iran wahrnehmen. Oft wirkliches Interesse
Die Abwesenheit des allzeit Anwesenden – Erfahrungen
mit der
Internetzensur und theologische Impulse daraus
Ich klicke auf Twitter, es erscheint eine Seite mit vielen
bunten Zahlen und
nicht lesbaren Zeichen. Ich versuche einen Artikel im
Spiegel zu lesen,
dasselbe. Beim Wetterbericht ist die Seite ein „Ups, the
page is broken“ und
Informationen zur politischen Lage im Land bekomme ich nur
noch in kleinen
Provinzzeitungen aus Österreich. Nicht zu denken an
Facebook und auch die
Seite der chinesischen Eisenbahn scheint verdächtig. Die
Blogseiten sind
ebenso gesperrt wie Youtube. Der Klick im Netz ist so
selbstverständlich und
so normal und würde gezählt werden wie oft im Alltag das
Internet aufgerufen
wird, wären das enorme Zahlen. Seit drei Monaten ist das
Internet eine Quelle
der Überraschungen. Die Seite unserer Fotos ist gesperrt,
der direkte Zugang
zum Blog auch – manchmal. Manchmal geht es gut, manchmal
geht das
Internet gar nicht.
Ich bin seit drei Monaten im Iran, einem Land, das in der
Internetzensur mit
China und Turkmenistan auf dem Podest steht. Die
Emotionen, die ein
dauernder Filter hervorruft, sind vielfältig. Zunächst
kann ich es nicht glauben.
Das bleibt als Reaktion auch erhalten. Dann suche ich
Umwege, zunächst
legale: wer könnte aus Deutschland Bilder ins Netz
stellen? Dann bekomme
ich eine der vielen Proxy-Adressen. Das erste Nutzen ist
noch mit Sorge und
Angst verbunden. Irgendwann wird es zur Gewohnheit. Es
kommt die
Filterseite, ok dann eben mit Proxy. Aber auch der Proxy-
Zugang ist nicht der
Himmel, twitter geht immer noch nicht und auch die Bilder
können nicht
bearbeiten werden. Ich bleibe also zwischen Himmel und
Erde?
Was ist das Internet? In die Veränderungen der letzten
Jahre, eher noch als
Jahrzehnte, dient das Internet in seinen Entwicklungen als
ein doppelter Ort
für die Benutzenden: es ist ein Ort der eigenen
Entwicklung, die Hand in Hand
mit der Entwicklung des Netzes selbst geht und der eigenen
Verortung in der
sich ausbreitenden Landschaft des Internets. Welches Thema
auch immer
aktuell ist, sei es die Entwicklungshilfe oder Politik,
Religion oder Wirtschaft,
es muss immer mit den virtuellen Welten im Netz rechnen.
Manche
Entwicklung wird beinahe überholt von der Entwicklung der
Entwicklung im
Netz. In Ägypten ist mitten im Aufruhr das Internet
runtergefahren worden, im
Iran sind die Sozialen Netzwerke gesperrt. Die Macht und
die Manipulation
dieser Netze sind gerade für diktatorische oder
umstrittene Regierungen
ebenso wie religiöse Gemeinschaften extrem gefährdend und
zugleich auch
entlastend. Um die Manipulation durch Geheimdienste
wissend kann alles
eben auch als von außen gesteuert betrachtet werden. Der
Iran ist für diesen
Mechanismus das beste Beispiel. Bleibt die Frage nach der
Wahrheit. Ist am
Ende das Internet mit seinen rasanten Kommunikationen
nicht doch
unberechenbarer weil das Zeugnis der Menschen vor Ort
zählt und nicht die
Theorie? Ist es möglich, in den Aussagen zu unterscheiden
zwischen
tatsächlicher Angst und Freude und der manipulierenden
Aussage? Das
Internet ist vielleicht letztlich ein Ort der Wahrheit in
dem die Frage danach,
wem kann ich trauen, radikal gestellt werden muss und wo
es bisher keine
Maßstäbe dafür gibt.
Was bedeutet das für das Ich, das Subjekt, die Identität,
die wir sind? Gerade
im Blick auf die Identität erscheint das Netz als ein Ort
des Darstellens, des
Vernetzens, aber auch des Lernen und Agierens. Zugleich
ist es ein
spielerischer Ort, eine Ort der verschiedenen Realitäten
und darin ein
verführerischer, auch ein gefährlicher-gefährdender Ort.
Wird die
Aufmerksamkeit auf das Individuum gelegt, verlaufen die
meisten Reflexionen
ebenfalls individualisiert. Dies trifft sowohl auf die
Frage zu, was es für einen
Menschen bedeutet, im Netz aktiv zu sein, als auch auf die
Frage, wie es
dazu kommt, dass ein Mensch aktiv – zu aktiv im Netz ist.
Die
gesellschaftliche Dimension sieht die Gefährdung, hier
auch der eigenen
Person und des direkten Umfeld. In der Betrachtung des
Individuum sind
folgende Themen präsent: die Spiele, die Communities, die
Foren und
Chatrooms, Twitter und Skype und die darin liegenden
Fragen der
Persönlichkeitsrechte, der Beeinflussung, der Gefährdung
und Entwicklung
des Menschen zur reifen, erwachsenen Persönlichkeit. Wird
bei dieser
Betrachtung, die, je länger ich in Asien unterwegs bin,
sich als in der
Hermeneutik westlicher Philosophie bewegend herausstellt,
einer Philosophie,
die den einzelnen vor der Gruppe reflektiert, nicht das
Phänomen der
Gemeinschaft, des Wir, der Zugehörigkeit ausgeklammert?
Als Individuum
mag das Netz für einzelne gefährdend sein und auch
lebensbedrohlich für
andere, in Gesellschaften, die als Wir leben, ist das
Internet eine regelrechte
Zeitbombe, die, wenn sie explodiert, enorme Folgen für die
Mächtigen hat.
Über die Ereignisse in Ägypten und die Reaktionen im Iran
ist mir ein
Gedanke durch den Kopf gegangen. In den iranischen
Zeitungen werden die
Proteste als Zusammensturz der arabischen Welt betrachtet
und zeitgleich
werden die Bilder der Islamischen Revolution im
Staatsfernsehen gezeigt. Als
lesend verstehende, fernsehende nicht verstehende und
daher nur sehende
verstehe ich die Botschaft: die arabische Welt bricht
zusammen (das ist gut)
und im Iran wird nicht passieren, denn der Sturz des
Regimes hat ja schon
stattgefunden. Ägypten und die anderen Länder führen die
Islamische
Revolution nun endlich fort. Angesichts der Internetzensur
im Iran und des
Hinunterfahrens des Internets in Ägypten habe ich mich
gefragt, ob es
dieselbe Angst ist, die in den 80zigern in Lateinamerika
herrschende Politiker
veranlasst hat, das Magnifikat zu verbieten. Vielleicht
ist die Kommunikation
über die Netzwerke, dass die Herrschenden gestürzt werden
sollen, genau so
etwas wie das öffentliche Beten des Magnifikat. Jedes
Instrument zum
Stürzen der Mächtigen muss verhindert werden, konkret ist
es hier das
Internet. Ich erlebe mich hier nicht mehr als das aktive
Ich, das in
verschiedenen Identitäten sich darstellt und mit
Identitäten kommuniziert. Ich
erlebe mich hier als Teil einer großen Gruppe, die – um
überhaupt
kommunizieren zu können – die herrschenden Strukturen
umgehen muss. Bei
dem Aufwand und der Gefährdung kommuniziere ich bestimmt
nicht mehr,
dass ich gerade einkaufen gehe. Da geht es dann um andere
Themen.
Die Abwesenheit des Allzeit Anwesenden hat mein Verhältnis
zum Internet
radikal verändert. Es ist keine Selbstverständlichkeit
mehr, es ist beobachtet,
reglementiert und gefährdend. Es wird nachgeforscht und
die Tracks
aufgezeichnet, es kann von jetzt auf gleich ausgeschaltet
werden. Es sind für
normal gehaltene Kommunikationswege gesperrt. Es sind
Bilder
weggeschlossen. Es bleibt übrig, was übrig sein darf und
der Rest geht nur
über Umwegen. Was wäre, wenn der Umgang mit dem Internet
theologisch
reflektiert würde? Wenn er in seiner Sprengkraft
verstanden würde? Wenn die
soziale Frage und die Frage nach den Menschenrechten dort
verortet würde,
so dass die Mächtigen zittern müssen und zugleich wissen,
sie können
Wissen nicht verbieten ebenso wenig wie Gedanken? Meine
Lehre aus fast
vier Monaten Asien und drei Monaten Iran: dieser Artikel
darf frühestens im
März veröffentlich werden (da bin ich nicht mehr im Iran
und daher nicht
gefährdet) und die individualistische Perspektive auf das
Internet des Westens
ist eine Sackgasse. Es ist eine Sackgasse in doppelter
Hinsicht: es verstellt
den Blick auf die politische Dimension und es verstellt
den Blick auf
Internetzensur praktizierende Länder, die darauf reduziert
zu werden. Auf der
Meta-Ebene reflektiert dieser Zugang weder die subtile
Zensur des Westens
noch die Kultur Asien die aus mehr besteht als aus
menschenrechtlich
bedenklichen Momenten. Theologisch könnte es einen Weg
daraus geben,
wenn die Einbindung eines jeglichen persönlichen
Engagements im Internet
zugleich als Teil eines Wirs verstanden würde, eines Wirs,
das – gleich dem
öffentlichen Beten des Magnifikats – die Herrschenden
stürzen kann weil es
das Ich aus seiner „Internetecke“ auf die Straße holt.
Theologisch sehe ich die
Verantwortung derer, die den Luxus eines freien und
ungefährdeten
Internetzugangs haben, darin,
-Kriterien zu entwickeln, vielleicht auch Schlüsselwörter
und Bilder, mit denen
die echten Aussagen von den manipulativen unterschieden
werden können.
-Eine Ethik zu denken, mit der wenigstens einige sich des
individualistischen
Dauer-Selbstausdrucks enthalten und solidarisch die
unterstützen, die um ihr
Leben kämpfen
-Eine Pädagogik zu entwickeln, die Einspruch gegen jede
menschenrechtsverachtende Äußerung im Netz erhebt
-Eine Theologie des Widerstands zu entwickeln, die
Gerechtigkeit sucht auf
neuen den Wegen des Internet.
2011, Gunda
Bisher unveröffentlichte Notizen:
Legal und illegal geht Hand in Hand: privat ist das Leben diametral zum öffentlichen Leben. Alkohol, Satelit, Proxy-Programme, kein Kopftuch etc. Auf der Straße dann die Grenzen testen, aber immer im Rahmen der Gesetze. Jeden Tag werden 10 Leute hingerichtet.
Bisher geheime Notizen zum 21.12.2010:
In اصفهان sind wiederum Atomanlagen. Nach unseren Recherchen auch unterhalb der Stadt. An einer hochgesicherten Anlage sind wir wiedertum vorbeigekommen, ebenso an der Abzweigung nach Natanz. Wir fühlen uns in Esfahan nicht wohl obwohl es so eine schöne stadt ist.
Der Iran gestand die Existenz der geheimen Anlage in Fordo erstmals im September 2009 ein, nachdem westliche Geheimdienste sie entdeckt hatten. Damals waren die Labors, die sich in ehemaligen Munitionsdepots befinden, die in einen Berg hineingegraben wurden, noch im Bau. Die Gegend wird von der Republikanischen Garde streng bewacht, eine angrenzende Militäranlage soll mögliche Angreifer abwehren." (AUDASPACE Blog -advanced-)

Heute vor einem Jahr fahren wir durch endlose Luftabwehrstellungen. Darüber schreiben wir im blog natürlich nichts, außerdem haben wir nicht fotografiert. Wir wollen uns nicht gefährden, wollen aber auch nicht ungewollt Zielinformationen liefern. Nach einem Jahr ergänzen wir unseren blog durch "geheime Notizen", aber wir veröffentlichen noch immer nicht alles.
Foto in WikipediaTeheran (dpa) – Iran droht mit einer Blockade von Öltransporten im Persischen Golf, sollten die wegen des Atomstreits verhängten Sanktionen gegen das Land ausgeweitet werden. Man habe kein Interesse an Animositäten und Feindschaft. «Aber der Westen wird mit seinen Intrigen nicht aufhören», hieß es vom Außenministerium in Teheran. Deshalb sei eine harte Antwort nötig. Vergangene Woche hatte das iranische Außenministerium bestritten, eine Blockade der Straße von Hormus in Betracht zu ziehen. Sollte es in der Region jedoch zu kriegsähnlichen Zuständen kommen, werde alles kriegsähnlich werden.
Außerdem sollte man auch diese beiden Meldungen im Zusammenhang lesen:
Neue Eisenbahnstrecke besteht Test
Afghanistans Güter kommen auf die Schiene
Afghanistans neue Eisenbahnstrecke hat ihren ersten Belastungstest bestanden: Gemächlich verließ eine Lok die Provinzhauptstadt Masar-i-Sharif. Mit Hilfe der neuen Route soll die Wirtschaft angekurbelt werden - sie könnte aber auch für den geplanten Abzug der internationalen Kampftruppen eine wichtige Rolle spielen.
und:
Nach dem Angriff hatte die pakistanische Regierung bereits die wichtige Nachschubroute der NATO durch das Land gekappt. Sie hatte die USA außerdem aufgefordert, eine Luftwaffenbasis im Südwesten des Landes binnen 15 Tagen zu räumen. Alle Übereinkünfte mit den USA und der NATO würden überprüft werden.
Offensichtlich ist die nun fertige Eisenbahn von Afghanistan über Usbekistan und Kasachstan nach Russland eine Voraussetzung gewesen, warum die NATO die Kooperation mit Pakistan auf das Spiel setzen konnte. Und: Die neue Eisenbahn führt über Turkmenistan direkt in den Iran...
Uns machen jedoch mehr Sorgen Berichte über Sozialkürzungen, die zu sozialen Unruhen führen könnten. Außrdem geht uns der Besuch im Martyrerfriedhof sehr nahe. In Wikipedia lesen wir heute:Bahman Nirumand[9] zitiert eine Ausgabe der Zeitung Ettelā'āt aus dem Jahre 1984:
Den Eltern der Kinder, die als „Märtyrer“ starben, wurden Prämien versprochen. Den Kindern hatte man dabei Plastikschlüssel um den Hals gehängt, die die Pforte zum Paradies aufschließen sollten. Eine halbe Million Plastikschlüssel habe man aus Taiwan importiert.[10] Bevor man Kinder dazu benutzte, soll man Esel und Maultiere verwendet haben, diese flüchteten jedoch in Panik, sobald die ersten Tiere von den Explosionen auseinandergerissen wurden.
Mohsen Rezai der damalige Kommandeur der Pasdaran und somit auch der Basidsch wurde von der „Vereinigung der Mütter der Kindersoldaten“ beschuldigt, für den Tod Tausender verantwortlich zu sein. Eine Anklage vor Gericht wurde abgewiesen, der heutige Revolutionsführer Ali Chamenei war damals Oberkommandierender der Streitkräfte.
In einem Interview mit Ali Sadrzadeh beschrieb der Pasdar Ahmad seine Sichtweise für den Einsatz militärisch unerfahrener Jugendlicher:
Am 19. August 1983 wurden mehr als 200 Kinder und Jugendliche von irakischen Truppen gefangen genommen. Das Hilfswerk Terre des Hommes nahm die Kinder auf. Am 9. September 1983 richtete der UN-Ausschuss für Menschenrechte den dringenden Appell an den Iran, auf die Rekrutierung und den Einsatz von Kindersoldaten zu verzichten.