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Dienstag, 18. September 2012

Heute vor zwei Jahren


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Heute vor zwei Jahren brauchen wir noch einen Genesungstag unter der Brücke.


Heute lesen wir die Nachricht des Auswärtigen Amtes zum Iran:

  • Reisenden wird besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse um den umstrittenen islamfeindlichen Film zur Vorsicht geraten und dringend empfohlen, jegliche Kundgebungen, Menschenansammlungen oder Demonstrationen weiträumig zu meiden. Insbesondere sollten Film- oder Tonaufnahmen von Demonstrationen, ihres Umfeldes oder von Polizisten/ Sicherheitskräften und öffentlichen Gebäuden unter allen Umständen vermieden werden, da dies als Spionagetätigkeit gewertet werden kann.
  • Nach den Massenprotesten gegen die Präsidentschaftswahlen im Juni 2009, die vielfach unter Anwendung von Gewalt aufgelöst wurden und auch Tote gefordert haben, und den schweren Übergriffen auf die britische Botschaft in Teheran (29.11.2011) ist die Lage in der Hauptstadt Teheran ruhig, aber weiterhin angespannt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Proteste und Demonstrationen zu politisch sensiblen Daten immer wieder aufflammen können. Reisende sollten während des Aufenthalts in Iran die aktuelle politische Lage aufmerksam verfolgen und unter anderem an folgenden Daten besondere Vorsicht walten lassen: 11. Februar – Revolutionstag; 14. Februar – Jahrestag von Anti-Regierungsdemonstrationen; 4. November - Besetzung der US-Botschaft; 24. November 2012 – Ashura Fest; 29. November – Übergriffe auf die britischen Botschaft; 7. Dezember - sog. Studententag
  • Fotografieren und Filmen (auch mit Mobiltelefon) sollte insgesamt restriktiv und mit der gebotenen Sensibilität gehandhabt werden. Dem Auswärtigen Amt sind Fälle bekannt geworden, in denen Touristen Kameras abgenommen und sie vorübergehend festgenommen wurden, da sie verdächtigt wurden, öffentliche Gebäude oder Demonstrationen fotografiert zu haben. Ebenfalls abzusehen ist vom Versenden von Fotos oder Reiseberichten, die in irgendeiner Weise Bezug zu aktuellen politischen Entwicklungen haben. Gleiches gilt für SMS und Telefonate. Die entsprechende Kommunikation wird überwacht und es sind Fälle bekannt, bei denen ausländische Staatsangehörige aufgrund derartiger Kommunikation mit ihrem Heimatland angeklagt und verurteilt worden sind. Die Kommunikation im Inland und mit dem Ausland ist phasenweise sehr schwierig und nicht immer möglich.
  • Iranischen Bürgern ist seit 4. Januar 2010 der Kontakt zu zahlreichen westlichen Organisationen und Medien verboten ist. Iraner wurden zudem aufgefordert, keine Kontakte mit Ausländern, ausländischen Botschaften und mit ihnen zusammenarbeitenden Organisationen „über das normale Maß“ hinaus zu pflegen. In Einzelfällen wurden deutsche Staatsangehörige, die ihre Unterkunft in Iran über soziale Netzwerke im Internet organisiert hatten, von den iranischen Behörden überprüft und um sofortige Ausreise gebeten. Reisende sollten dies bei der Wahl einer Unterkunft insbesondere bei ihnen persönlich unbekannten Gastgebern bedenken.
  • Seit Mitte September 2011 ist bereits vor der Beantragung eines iranischen Visums die Vorlage einer für Iran gültigen iranischen oder deutschen Unfall- und Reisekrankenversicherung notwendig. Der Versicherungsschutz muss bei Antragstellung gegenüber der iranischen Auslandsvertretung nachgewiesen werden.
  • Reisende, die neben der deutschen auch die iranische Staatsangehörigkeit besitzen, werden vermehrt nach Einreise von den iranischen Sicherheitsbehörden über den Grund ihres Auslandsaufenthaltes verhört. Möglich sind auch Passentzug und Verhängung einer Ausreisesperre, sowie Überprüfung von Handys, Kamera und PC. Auch eine strafrechtliche Verfolgung von politischen Aktivitäten in Deutschland (z.B. Teilnahme an anti-iranischen Demonstrationen in Deutschland), bis hin zu Inhaftierung und Verurteilung in Iran, kann nicht ausgeschlossen werden.
  • Reisende haben in Iran keinerlei Möglichkeiten Geld abzuheben oder sich anderweitig zu beschaffen. Eine Zahlung mit Kreditkarte ist nur in sehr seltenen Ausnahmefällen möglich. Traveller Schecks können nicht umgetauscht werden. Es gibt auch keine offiziellen Überweisungswege, die ausländische Touristen kurzfristig nutzen könnten. Reisende sollten bei ihrer Urlaubsplanung deshalb unbedingt beachten, dass sie für ihren Aufenthalt in Iran genügend Bargeld bei sich führen.
  • Alle Deutschen, die sich auch nur vorübergehend in Iran aufhalten, können in eine Krisenvorsorgeliste aufgenommen werden. Die Botschaft rät dazu, auch für kurze Aufenthalte von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen damit sie - falls erforderlich - in Krisen- und sonstigen Ausnahmesituationen mit Deutschen schnell Verbindung aufnehmen kann. Die Deutschenlisten haben sich auch bei den Unruhen der vergangenen Monate in anderen Ländern der Region als sehr hilfreich erwiesen. Die Liste wird ausschließlich elektronisch geführt, eine Registrierung kann unter folgendem Link erfolgen: https://service.diplo.de/elefandextern/registration.do. Eine gesonderte Übersendung der Personen- und Aufenthaltsdaten an die Botschaft ist nicht notwendig. 
  •  Terrorismus
Iran war in den letzten Jahren unregelmäßig Ziel terroristischer Anschläge, zuletzt zunehmend in Minderheitenregionen. Die Anschläge richteten sich bisher nicht gegen Ausländer oder Touristen. Reisende in Grenzregionen Irans zu Irak und zu Pakistan sollten grundsätzlich immer auch die jeweils aktuelle Lage in den Nachbarländern in Betracht ziehen.
Seit Anfang 2009 haben iranische Sicherheitskräfte ihr Vorgehen gegen bewaffnete Gruppierungen in der Provinz Sistan-Belutschistan (Südosten, Grenze zu Pakistan/Afghanistan) stark ausgeweitet. Sicherheits- und Personenkontrollen wurden verstärkt, die Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Die iranische Regierung hat die Provinz im November 2007 für ausländische Staatsangehörige zur „no-go-area“ erklärt. Wiederholt wurden Ausländer in der Region festgehalten und längeren Verhören unterzogen. Eine Weiterreise war in manchen Fällen nur noch mit iranischer Polizeieskorte möglich. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer zunehmenden Zahl bewaffneter Angriffe auf die Sicherheitskräfte in den letzten Monaten. Die Situation in unmittelbarer Grenznähe und in der Provinzhauptstadt Zahedan gilt als gefährlich. Zuletzt wurden am 15. Dezember 2010 bei einem Anschlag in einer Moschee der Stadt Chabahar mindestens 38 Menschen getötet und me hr als 50 verletzt. Zuvor waren bei einem Doppelanschlag nahe einer schiitischen Moschee in Zahedan am 15. Juli 2010 mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 300 Personen wurden verletzt. Bei einem weiteren Selbstmordanschlag waren am 18. Oktober 2009 mindestens 42 Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden. Der Anschlag richtete sich gegen die Iranischen Revolutionsgarden, es gab allerdings auch zivile Opfer. Im September 2010 wurden bei einer Geiselnahme in dieser Region vier Menschen getötet.
In der Provinz Kurdistan und der ebenfalls von Kurden bewohnten Provinz West Azerbaijan gibt es immer wieder Anschlagserien gegen lokale Repräsentanten aus Justiz, Sicherheitskräften und sunnitischem Klerus. In diesem Zusammenhang haben Sicherheitskräfte ihr bereits seit Frühjahr 2009 intensiviertes Vorgehen gegen kurdische Separatistengruppen noch einmal verstärkt, bei Auseinandersetzung z.B. in der Stadt Sanandaj gibt es immer wieder Todesopfer. z.B. am 7.Oktober 2010 und 25. März 2011 als nach Medienberichten insgesamt sechs Polizisten und ein Passant ums Leben gekommen sowie zwölf weitere Personen verletzt wurden. Am 1. April 2011 wurden vier weitere Personen bei einem Bombenanschlag nahe der Stadt Marivan getötet. Seit Mitte Juli 2011 gibt es in der Region wieder verstärkt Kampfhandlungen zwischen Militär und der kurdischen Separatistenorganisation PEJAK, mit mehreren Todesopfern auf beiden Seiten. Insbesondere die Grenzregio nen zum Irak und die Region um die Stadt Sardasht waren betroffen.
Terrorismus in anderen Landesteilen: Bei zwei Bombenanschlägen in Teheran, die sich offenbar gegen zwei iranische Nuklearwissenschaftler richteten, wurden am 29. November 2010 eine Person getötet und mehrere verletzt. Zu einer Bombenexplosion kam es am 12. April 2008 in einer Moschee in der südiranischen Stadt Shiraz. Es wird empfohlen, bei Reisen in die Provinz Khuzestan die Entwicklung der Sicherheitslage aufmerksam zu verfolgen. Am 15. April 2011 kam es anlässlich des sechsten Jahrestages der Niederschlagung der Proteste der arabischstämmigen Bevölkerung gegen eine Politik der Iranisierung in der Provinz im Jahre 2005 zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und der arabischen Minderheit in Ahwaz und mehreren anderen Städten der Provinz (u.a. Hamidiyeh, Abadan, Khorramshahr). Dabei wurden mindestens 12 Menschen getötet und 20 verletzt. Jegliche Menschenansammlungen sollten weiträumig gemieden werden.
Reisen über Land
Bei Individualreisen sollten Sie grundsätzlich vermeiden, allein nachts oder in einsamen Gebieten zu reisen.
Von nicht notwendigen Individual- oder Trekkingreisen in die Kurdengebiete im Nordwesten Irans, insbesondere entlang der türkischen und irakischen Grenze, wird grundsätzlich abgeraten.
Bei Reisen - insbesondere bei Individual- oder Trekkingreisen - in den Provinzen Kerman und Sistan-Belutschistan sowie in den Grenzgebieten Irans mit Pakistan und Afghanistan besteht ein erhebliches Entführungsrisiko. Des Weiteren  gibt es Berichte über sexuelle Belästigungen weiblicher Individualreisender.
Auf der Strecke Zabul-Zahedan besteht ein Überfall- und Entführungsrisiko, auf der Strecke Kerman-Bam wurden nach Errichtung einer Straßensperre Reisende von Mitgliedern einer terroristischen Gruppierung erschossen. Es wird daher dringend davon abgeraten, auf dem Landweg, insbesondere mit dem Fahrrad oder Motorrad, nach Pakistan oder Afghanistan zu reisen.
Für Afghanistan, Irak und die an Iran grenzende pakistanische Provinz Belutschistan bestehen Reisewarnungen.
Die Deutsche Botschaft in Teheran kann bei der Beantragung von Visa für die Länder Afghanistan und Irak sowie für Reisen nach Pakistan oder Indien auf dem Landweg durch die oben genannten Regionen keine Unterstützung gewähren. Nach Auskunft der pakistanischen Botschaft in Teheran können nur noch Visa an deutsche Staatsangehörige erteilt werden, die ihren Wohnsitz in Iran haben und im Besitz einer iranischen Aufenthaltserlaubnis sind. Weitere Informationen können Sie auf der Webseite der Botschaft unter: http://www.teheran.diplo.de/Vertretung/teheran/de/04__rk/Bescheinigungen/__bescheinigungen.html nachlesen
Bootsexkursionen
Besonderheiten in der „Straße von Hormuz
Bei Bootsexkursionen vor der Westküste der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und in die „Straße von Hormuz“ wird dringend empfohlen, die Gewässer um die Inseln Abu Moussa, Greater Tumb und Lesser Tumb zu meiden. Die drei Inseln werden sowohl von den VAE als auch von Iran beansprucht und in Seekarten als zum jeweiligen Territorium gehörend ausgewiesen. Ausländische Bootsbesatzungen, die sich den Inseln von VAE-Seite genähert haben, sind von iranischer Seite unter dem Vorwurf der "Verletzung der iranischen Hoheitsgewässer und illegaler Einwanderung" festgenommen und zu Haftstrafen verurteilt worden.
Kriminalität
In Teheran kommt es gelegentlich zu Personenkontrollen durch vermeintliche Sicherheitsbeamte. Die Kontrolleure erweisen sich anschließend als Trickbetrüger, welche z.B. nach erfolgter "Kontrolle" die Geldbörse oder deren Inhalt einbehalten. Es wird geraten, darauf zu bestehen, entsprechende Kontrollen lediglich im Hotel oder der nächstgelegenen Polizeistation durchführen zu lassen. Die Zahl der Diebstähle von Pässen, Geld und Taschen in Geschäften und auf der Straße (auch durch Motorradfahrer) ist steigend. Besondere Umsicht ist hier geboten. Vorsicht ist auch bei von Fremden angebotenen Süßigkeiten/Keksen und (offenen) Getränken geboten, da sich Diebe k.o.-Tropfen bedienen, mit denen Touristen betäubt und komplett ausgeraubt werden. Im Sommer 2009 ist in Nordteheran ein Entführungsfall bekannt geworden, bei dem ein Doppelstaater in seiner Wohnung von einer Gruppe Männern abgeholt wurde, die sich als Polizisten ausgaben, Polizeiuniformen tr ugen und gefälschte Dienstausweise vorzeigten. Die Entführer versuchten, eine Lösegeldsumme zu erpressen. Er wurde über mehrere Wochen festgehalten, ehe der Polizei die Befreiung gelang.
Die in Iran geltenden Gesetze und moralischen Wertvorstellungen sind unbedingt zu respektieren (siehe auch "Besondere strafrechtliche Vorschriften").
Naturkatastrophen
Mit Erdbeben unterschiedlichen Ausmaßes muss in allen Teilen des Landes gerechnet werden.

Militärische Sperrgebiete
Obwohl bestimmte Straßen auf Karten unter Umständen als befahrbar ausgewiesen sind, sollten Hinweisschilder auf militärische Sperrgebiete unbedingt beachtet werden. Dies gilt insbesondere für die Strecke SEMNAN - MO'ALLEMAN - JANDAQ durch die Wüste DASHT-E KAVIR. Auch in der Grenzregion zum Irak und insbesondere in der Provinz Kurdestan gibt es zahlreiche Sperrgebiete, die in jedem Falle gemieden werden sollten.

Montag, 20. September 2010

15.-20. September 2010 - 046, 047, 048, 049, 050, 051

20. September Štip [ʃtip] (mazedonisch Штип; bulgarisch Щип; türkisch İştip)

Datum: 20.9.2010
Tag: 51
TagesunterstützerIn: Thomas Pröpper
von: Stip m NN 336
nach: Dolani m NN 307
km 11,84
Gesamt km 2943,2911
km/h: 10,52
Fahrzeit 01:07
gesamte Fahrzeit: 227:29:00
Anstieg in m pro h 25,97
Anstieg in m 29
Abfahrt in m: 58
höchster Punkt in m NN 337
Steigung/Gefälle 0,73
 
Aufgrund anhaltender Durchfälle, erhöhter Temperatur und dem dämlichen Sonnenbrand wollten wir ursprünglich hier in ein Hotel gehen. Das einzige Hotel vor Ort teilt uns ausgesprochen unfreundlich mit, dass es komplett ausgebucht ist. Vorstellen können wir uns das nicht (Es hat ca. 10 Stockwerke), kennen aber solche Reaktionen auf uns Radfahrende. Ironischerweise landen wir im Restaurant des Hotels auf der anderen Seite des Flusses, wo wir dann den Tag verbringen und um 17:00 weiterfahren um möglichst wenig Sonne abzukriegen. Hoffentlich wird es morgen mal besser!

19. September Vetersko (en macédonien Ветерско) – Štip [ʃtip] (mazedonisch Штип; bulgarisch Щип; türkisch İştip) 60,76km, 2970,7 Gesamt km

Datum: 19.9.10
Tag: 50
TagesunterstützerIn:
von: Veterska m NN 475
nach: Stip m NN 336
km 60,76
Gesamt km 2931,4511
km/h: 11,66
Fahrzeit 05:12
gesamte Fahrzeit: 226:22:00
Anstieg in m pro h 81,15
Anstieg in m 422
Abfahrt in m: 561
höchster Punkt in m NN 510 Steigung/Gefälle 1,62

In der Nacht ist das Fieber wieder da, auch der Durchfall bleibt, dennoch fahren wir am nächsten Morgen los, da wir Nahrungsvorräte brauchen. Die Straße ist in einem unglaublichen Zustand. Auf dem Weg treffen wir die einzelne Kuh wieder, ansonsten werden wir nur von zwei Autos überholt und holen bald die Autobahn ein. Irgendwann gibt es wieder Teer, oder jedenfalls die meiste Zeit, so dass wir unser Tempo ein wenig steigern können. Fahren geht für mich (Gunda) auf dieser Straße noch nicht, dafür fehlen die Kräfte, daher schiebe ich. Wolfgang fährt wacker. Aus dem Nichts landen wir dann plötzlich in einer Hotelansammlung an einem Stausee, es ist grün, die Felder werden aufwendig bewässert. Wir erfragen den Weg in die Stadt, da die Straße sich gabelt. Wir folgen dem Weg, den uns zwei Männer zeigen und landen auf der Autobahn. Zurückfahren wollen wir jetzt auch nicht mehr und so bleiben wir die letzten 6 km vor Veles (kyrillisch Велес; türkisch Köprülü; griech. Βελεσά Velesa; früher auch Keuprulu) auf der Autobahn, was auch keinen weiter stört. Dort decken wir uns wieder mit Vorräten ein und verlassen die Stadt und werden direkt mit 7% begrüßt. Eine weitere Stunde fahren wir, dann ist die Sonne und die Erschöpfung zu groß und wir suchen einen Baum. Die Gegend hier ist noch trockener als „unser“ Platz, nur die Flussauen und die Umgebung der Flüsse ist grün. So sind diese von weitem zu sehen. Wir müssen weitere zwei Flusstäler durchqueren bis wir zum dritten kommen, wo das Ziel für heute ist. Plötzlich wird die Straße als Kraftfahrstraße definiert und wir müssen wieder auf eine Nebenstraße, die zunächst einen sehr schlechten Zustand hat. Der bessert sich bald in einen halbwegs erträglichen Asphaltbelag mit begrenzten umfahrbaren Schlaglöchern. Das Interessante an dem Verkehrskonzept ist, dass sämtliche Dörfer vom Beginn der Schnellstraße bis zur Stadt von der Schnellstraße abgeschnitten sind. Sie liegen direkt an der Straße, dürfen da aber nicht drauf und von der Schnellstraße darf man auch nicht runter.
Am Abend suchen wir Wasser und finden mit etwas Mühe einen Ort zum Schlafen.


In der Nacht und am Morgen geht der Virus richtig los und so verbringe ich (Gunda), die Zeit mit  Fieber (aus mittelhochdeutsch vieber, dies von althochdeutsch fiebar, nachweisbar seit dem 9. Jahrhundert und entlehnt aus lateinisch febris, eigentlich „Hitze“[1]; auch die Pyrexie von altgriechisch πύρεξ(ις), pýrex(is), „Fieber haben“, von griechisch πυρετός, pyretós, „Fieber“[2]; vergleiche pyr, „Feuer“) und Durchfall (medizinisch Diarrhö oder Diarrhoe, von griechisch diárrhoia διάρροια ‚Durchfall‘, aus diá διά ‚durch‘ und rhéō ῥέω ‚fließen‘). Es ist klar, dass wir nicht weiterfahren können und wir sind froh, einen so idealen Platz gefunden zu haben. Die Quelle ist nah (und tatsächlich die einzige in der Gegend), unser Platz von der Straße nicht einsehbar, die Sonne erreicht das Zelt erst um 9:00 und ist bis 11:00 erträglich, ab dann gibt es Schatten unter den Bäumen, wo auch unsere Dusche hängt und die Räder stehen. Der Ausblick ist auf die hohen Berge Mazedoniens.


Nur die Autobahn über uns stört. Es kommen pro Tag zwischen 2 - 5 Autos und je eine Herde vorbei. Den Hirten lernen wir am Nachmittag kennen.


Ansonsten sehen wir einige voll bewaffnete Militärhubschrauber und manche andere Flugzeuge, einen Adler, eine einzelne Kuh.
Als in der Nacht das Fieber wieder steigt, bleiben wir auch einen zweiten Tag dort. Diesmal gibt es vier Mountainbiker, die aber weder uns noch die Quelle sehen, weil sie so auf die Straße konzentriert sind. Der Hirte wählt diesmal einen anderen Weg und es fahren mehr Autos. Wir sehen eine Eidechse mit rotem Hals kurz vor Sonnenuntergang. Mazedonien hat westeuropäische Zeit, daher geht die Sonne bereits um kurz vor 18:00 Uhr unter! Um um 19:00 ist es stockfinster. Ab ca 17:30 ist die Temperatur im Zelt wieder erträglich, so dass der Sonnenuntergang zu betrachten ist. Am Nachmittag steigen meistens Wolken auf, die aber nicht abregnen. Es ist eine so trockene Gegend, selbst die Quelle ist ganz schwach. Die Straße ist in einem katastrophalen Zustand, vermutlich durch die schweren Maschinen für den Autonbahnbau kaputt gegangen, denn Restteer-Belag ist noch zu sehen, ebenso Teile einer sehr alt wirkenden Straße. Wir überlegen, was der Hirte wohl gemacht hat, als seine (einzige) Quelle beim Bau nicht zugänglich war. Aus der Perspektive, wie wir reisen, sind Autobahnen etwas ganz unnatürliches in die Landschaft gebautes Etwas.

Uebrigens: Rieke und Torsten sind schon in der Tuerkei.

16. September Blace (kyrillisch Блаце)Vetersko (en macédonien Ветерско) 61,90 km, 2909,0 Gesamt km 

Datum: 16.9.10
Tag: 47
TagesunterstützerIn:
Axel Bernd Kunze
von: Blace m NN 385
nach: Veterska m NN 475
km 61,9
Gesamt km 2870,6909
km/h: 12,37
Fahrzeit 05:00
gesamte Fahrzeit: 221:10:00
Anstieg in m pro h 46,40
Anstieg in m 232
Abfahrt in m: 142
höchster Punkt in m NN 515
Steigung/Gefälle 0,60

Am Morgen können wir begutachten, was als Alternative zur Straße vorgesehen ist.


Zum Zelten ist es ok, mehr nicht. Auch wenn die Schilder in großer Hartnäckigkeit sich wiederholen, bleiben wir auf der Straße und kommen irgendwann nach Skopje. Die Stadt ist 1963 komplett durch ein Erdbeben zerstört worden und völlig neu aufgebaut. Wir finden keine Postkarten und auch sonst wenig Sehenswertes und suchen uns den Weg nach Süden, da wir auf der Autobahn leider nicht fahren dürfen. Die Straße ist gut und führt uns durch die vielen Straßendörfer, die ihren ganz eigenen Charme im Chaos haben. Es ist plötzlich heiß, Mittelmehrklima, nachdem es am Morgen knapp zehn Grad waren. Da wir beide angeschlagen sind, machen wir eine Mittagsrast im Schatten, bevor wir weiter fahren, immer Bergab, wie wir denken. Der Weg führt bald bergauf und es ist klar, dass es einen kleiner Pass ist.


Einerseits ist es total angenehm, aus dem Tal raus zu sein, andererseits ist es immer noch heiß und die Straße steil. (eine persönliche Anmerkung von mir = Gunda: heute ist ein regelrechter Tieftag, da mich ein Virus erwischt hat und ich mit klappernden Zähnen den Berg hochgefahren bin und immer nur gehofft habe, dass es hinter dem Pass Wasser gibt, weil ich nicht mehr wusste, wie fahren da alles wehtut). Hinter dem Pass ist die Autobahn hoch über uns und es geht bergab, Unsere Idee, in den nächsten Ort zu fahren zerschlägt sich direkt, als der Zustand der Straße von Teer auf Sand, Schotter, Schlaglöcher, Steine wechselt, Zum Glück gibt es eine Quelle


und wir finden einen romantischen Ort, nur getrübt durch die Autobahn.
Im Balkan ist nichts so, wie man es kennt!

15. September Prizren (albanisch auch Prizreni, serbisch Призрен/Prizren) – Blace (kyrillisch Блаце) 84,77 km, 2846,0km

Datum: 15.9.10
Tag: 46
TagesunterstützerIn:
von: Prizren m NN 465
nach: Blace m NN 385
km 84,77
Gesamt km 2808,7909
km/h: 11,36
Fahrzeit 07:27
gesamte Fahrzeit: 216:10:00
Anstieg in m pro h 179,46
Anstieg in m 1337
Abfahrt in m: 1417
höchster Punkt in m NN 1553
Steigung/Gefälle 3,25

Wir starten in Prizren (albanisch auch Prizreni, serbisch Призрен/Prizren) und versorgen uns mit viel Wasser, da wir fast 1.200 Höhenmeter vor uns haben. Es geht zunächst gemächlich nach oben, immer am Fluss entlang. Wir kommen am zerstörten Erzengelkloster (serbisch Манастир Свети Арханђели/Manastir Sveti Arhanđeli) vorbei, dass von der Kosovo-Truppe, kurz KFOR (englisch Kosovo Force) bewacht wird und gesichert ist. Auch passieren wir zerstörte Gebäude, die von der KfW (zuvor: KfW Bankengruppe; vollständiger Name gemäß § 1 Abs. 1 S. 1 KfW-Gesetz: Kreditanstalt für Wiederaufbau) wieder aufgebaut werden. Je höher wir kommen, desto weniger wirkt auf den ersten Blick zerstört, immer wieder fallen aber abgebrannte Häuser in den Blick. Unser Anblick ruft Erstaunen und Zurufe aus, es ist wieder die Bergsituation. Wir kaufen in einem kleinen Laden Saft und trinken den Ayran und essen das Sesambrot, beides haben uns die Pensionsbesitzer mit auf die Reise gegeben. Sofort werden wir gebeten, auf einer Bank vor dem Friseur Platz zu nehmen und bekommen noch einen Tisch dazu gestellt. Es ist zur Abwechslung ein ganz normaler Pass, der bald immer steiler wird. Erstaunlich ist, dass ca. 10 km von Prizren entfernt riesige Villen und Hotelanlagen gebaut werden. Immer wieder überholt uns eines der internationalen Autos und hält an einem der Restaurants. Wir denken, das sei alles, bis wir zum Pass kommen. Dort entsteht ein ganz neues Dorf – ein Feriendorf für Scheiche und Kanadier. Das erfahren wir im Restaurant, wo wir für das Mittagessen einkehren. Der Wirt hat lange in Duisburg gelebt und erzählt einiges. In der Gegend vor dem Pass leben fast nur  Albaner (albanisch Shqiptarët), muslimische Albaner. Es ist eine Gegend, die an die Alpen erinnert und dort wird für die muslimische Gesellschaft mit Geld gebaut. Nun ahnen wir immer mehr, dass der Flughafen in Kukes, den ein Scheich dorthin gebaut hat im Krieg damit die Hilfsgüter ankommen, weil die Straße so schlecht war und der im Augenblick eingemottet ist, da Hochtief Airport GmbH (HTA) einen Vertrag für 20 Jahre auf Monopol-Rechte für den internationalen Flugverkehr in Tirana hat, auch andere Hintergründe haben könnte.
Hinter dem Pass ändert sich plötzlich die Bevölkerung und die Landschaft.   

 
Es sind vor allem serbische Dörfer. Immer wieder sind EU-Schilder zu sehen, die für Rekonstruktions- und Rückkehrer Projekte Geld geben. Wir stellen fest, dass mit jeder Kurve und jedem Dorf die Sympathien sich ändern. Es gibt zwei große Denkmäler für die UÇK [ˌuː.ʧeːˈkaː] (Kurzform für Ushtria Çlirimtare e Kosovës, dt.: „Befreiungsarmee des Kosovo“).   

Wir kommen fast in der Dunkelheit an der Grenze an und kommen in der Dunkelheit über die Grenze. Es gibt dort eine riesige Güterabfertigung und extra Hinweise für die KFOR. Der Nachschub scheint vor allem über Mazedonien, auch Makedonien, (mazedonisch Makedonija Македонија, albanisch Maqedonia), amtlich Republik Mazedonien bzw. Republik Makedonien (maz. Republika Makedonija Република Македонија, alb. Republika e Maqedonisë) zu kommen. Mazedonien begrüßt und damit, dass das Radfahren auf der Straße nach Skopje verboten ist. Es ist stockfinster, wir haben kein Wasser gefunden und suchen uns auf der alten Straße einen Platz zum Schlafen.