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Mittwoch, 11. April 2012

Heute vor einem Jahr



Heute vor einem Jahr will uns die Deutsche Botschaft davon abbringen, durch den Pamir zu fahren.

Bei Frank Keusgen lesen wir, daß er durch das Wachschtal (tadschikisch Вахш bzw. ‏وخش‎; auch Vachs, Vakhsh und Vachsch, sein Oberlauf wird Kyzyl-Suu genannt) diekt nach Kirgisien fuhr. Und über den für Ausländer geschlossenen Grenzübergang kam.

Das Auswärtige Amt meint zu Tadschikistan:

Die Sicherheitslage war seit August 2010 angespannt. Nach dem Ausbruch von 25 Häftlingen mit islamistischem Hintergrund aus einem Gefängnis in der Hauptstadt Duschanbe wurden bei einem Selbstmordattentat auf eine Polizeistation im Norden des Landes mehrere Menschen getötet oder verletzt. Auch an der Grenze zu Afghanistan kam es seitdem zu Gefechten mit Schusswechseln zwischen tadschikischen Grenztruppen und islamistischen Splittergruppen, jedoch auch zu Übergriffen auf zivile Fahrzeuge. Am 19.September 2010 wurden mehr als 40 tadschikische Soldaten von bisher unbekannten Angreifern unter Einsatz auch schwerer Waffen im Rasht-Tal getötet. Die tadschikischen Sicherheitsbehörden und das Verteidigungsministerium führen aktuell umfangreiche Maßnahmen im Bereich des Rasht-Tales und in nahe gelegenen Gebieten durch. Bereits im Jahr 2009 gab es in Duschanbe auch in unmittelbarer Nähe zu Regierungs- und offiziellen Gebäuden drei Bombenanschläge, bei denen vorwiegend Sachschaden entstand. Die Gesamtlage hat sich entspannt, jedoch kann es punktuell immer wieder zu Vorfällen kommen

Das Risiko terroristischer Anschläge auch auf westliche Einrichtungen erscheint derzeit weiterhin gering, kann aber nicht ausgeschlossen werden. Es wird daher weiterhin zur Vorsicht und Wachsamkeit aufgerufen.

In den östlichen Teilen des Landes kommt es bisweilen zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Regierungsgegnern.Fahrten nahe der Grenze zu Afghanistan sollten nur nach vorheriger Information über die aktuelle Sicherheitslage und unter größtmöglicher Umsicht durchgeführt werden.

In den Grenzgebieten zu Usbekistan und Kirgisistan gibt es islamische Gruppierungen mit potenziell terroristischer Ausrichtung.

Reisen über Land

Bei Reisen muss in jedem Fall beachtet werden, dass es an der Hauptverbindungsstrecke von Duschanbe nach Khorog zwischen Kalaikum und Khorog beiderseits der Straße Minenfelder gibt, die nicht immer gut markiert sind. Auch in den Grenzgebieten zu Usbekistan und Kirgisistan und in der Grenzregion zu Afghanistan befinden sich Minenfelder. Auch gab es vereinzelt Berichte über Raub-Übergriffe auf unter anderem zivile Fahrzeuge, die Strecken nahe der afghanischen Grenze befahren haben. Derartige Fahrten sollten, wenn überhaupt, nur mit größtmöglicher Vor- und Umsicht durchgeführt werden. Auf den im nachstehenden Abschnitt befindlichen Hinweis betreffend die Vermeidung von Fahrten nach Einbruch der Dunkelheit wird hingewiesen.

Bei Wintereinbruch sind viele Pässe nicht mehr befahrbar und daher gesperrt. Reisende über Land sind angehalten, sich tagesaktuell über die jeweilige Verkehrssituation auf vorgesehenen Strecken zu informieren.

Mittwoch, 13. April 2011

11. und 12. April 2011, 254, 255

12. April, Duschanbe (tadschikisch/russisch Душанбе, persischدوشنبه‎, wörtlich ‚Montag‘)
 
Nachdem wir wieder ausschlafen konnten, gibt es ein ausgiebiges Frühstück in der Sonne.


Die Bäume blühen immer noch um die Wette und die Vögel werden immer mehr. Die Rosen haben die ersten Knospen, hier geht der Übergang vom Frühling zum Sommer in riesen Schritten.
Wir quatschen, schauen auf Karten, überlegen Routen. Wolfgang und Thorsten versuchen Wolfgangs Schaltung zu reparieren.



Es wird deutlich, dass es ein ganz bestimmtes Kabel braucht. Das müssen wir nun finden. Ehe wir uns versehen, vergeht der Tag.
Wir marschieren am Abend los, um mit der Seilbahn in den Victory Park zu fahren. Wir finden die Seilbahn und es sieht alles renoviert und intakt aus, leider aber zu. Wir folgen einer alten Trolleyspur in eine Richtung, in der wir den Bahnhof vermuten. Es gibt ganz viele Bäume und es ist ein so lauer Sommerabend, dass wir einen Biergarten suchen. Neben der Oper ist ein W-Lan-Park mit kleinen Restaurants, dort sitzen wir eine Weile.


Auch hier ist es friedlich und heiter In einem der Pavillons ist eine Mädchenparty, am Tisch neben uns ist „Raubtierfütterung“: Ein Vater mit seinem Sohn und zwei Töchter auf Rollerblades, die sich auf die Schüsseln stürzen, bevor sie wieder in den Park absausen. Diese Mit- und Nebeneinander von Frauen und Männern, Mädchen und Jungs, in den unterschiedlichen Kleidern, ist für uns immer noch ein wohltuender Anblick. An der Oper finden wir dann auch eines der fünf Restaurants.


Direkt daneben steht eine alte Linde.


Auch sie blüht schon. Trotz der vielen, vielen Blüten hält sich unser Heuschnupfen noch in Grenzen.
Wieder zurück sitzen Rieke und Thorsten vor dem Fernseher und wir haben viel Spaß, die unsäglichen Vorabendsoaps im ARD-Programm anzuschauen bevor wir uns einen Blog durchlesen von zwei Radlern, die gerade in der Türkei sind. Wir müssen immer wieder so lachen, weil wir alles nachempfinden können, was die beiden erleben. Das Licht geht jeden Abend früher aus. Heute schon um 22:30.

11. April  Duschanbe (tadschikisch/russisch Душанбе, persischدوشنبه‎, wörtlich ‚Montag‘)

Ein weiterer Sonnentag des Wartens. Heute sind wir auf einen Plausch in der Deutschen Botschaft eingeladen und kehren vorher im Segafredo ein. Dort essen wir einen super leckeren Apfelstrudel. Ein wenig dekadent ist das schon, zumal die Preise für Tadjikistan echt hoch sind. Es sind halt die Preise für die vielen Ausländer hier. Aber einen Kaffee mit Apfelstrudel ist nach acht Monaten einfach klasse. Mittlerweile kennen wir vom Sehen her um die 30-70% der in diesen Lokalen verkehrenden Ausländer. Montags ist es aber noch recht ruhig und leer. Nachdem wir eine Wegbeschreibung bekommen haben, machen wir uns auf den Weg zur Botschaft, diesmal mit dem Trolley.


Dort empfängt uns ein Mitarbeiter aus der Konsularabteilung. Es ist kein Besprechungsraum frei, so sitzen wir im Besucherzimmer. Als wir die Einladung bekommen haben, haben wir uns sehr auf das Wort „Kaffee“ in der Mail gefreut. Den gab es nicht, aber mittlerweile haben wir ja auch guten Kaffee gefunden…..Jenseits des Interesses an unserer Reise war sein Bedürfnis vor allem, uns die Gefährlichkeit des Weges nahezubringen und am liebsten von unserer Idee, durch den Pamir zu fahren, abzubringen. Wir sind davon natürlich nicht abzubringen. Er ist im Urlaub, wenn wir da oben sind, bekommt aber nochmal unseren Reiseplan.
Es ist ein interessantes Gespräch. Denn für uns ist Duschanbe (tadschikisch/russisch Душанбе, persischدوشنبه‎ (wörtlich ‚Montag‘)) nun wirklich eine Luxusstadt mit vielen Essenmöglichkeiten, Kaffee, guten Läden, vielen Bäumen, es gibt Geldautomaten, Bäcker und einen öffentlichen Nahverkehr. Vor allem können wir als Fremde herumlaufen, auch am Abend, ohne angesprochen zu werden oder uns gefährdet zu fühlen. Aus seiner Perspektive gibt es aber nur fünf Restaurants, in denen man essen könne, eines davon sei das Hayatt. Die Perspektive auf ein Land oder eine Stadt ist doch eine deutlich andere. Es zeigt, wie sehr Dushanbe in eine Stadt für die Ausländer, die hier gute Geschäfte und auch gute humanitäre Arbeit machen und eine Stadt für die Menschen, die vom Gehalt her auf der anderen Seite der Skala leben.
Wir gehen in den „Botschaftsupermarkt“ gegenüber einkaufen, dort gibt es auch wieder alles. Anschließend fahren wir zurück und als wir das Tor unserer Bleibe öffnen, sehen wir direkt:





Das ist eine schöne Überraschung und wir quatschen und essen uns von Kaffee zu Nudeln zu Snacks.


Sie haben die ganze Rennerei noch vor sich und sind froh, unsere Tips zu haben. Inzwischen ist das Hostel voll. Es ist ein Koreaner da, Rieke und Thorsten im Zelt, eine Amerikanerin mit ihren zwei Enkelkindern und wir. So langsam werden zwei Bäder knapp und für eine warme Dusche müssen wir gut planen.