Dienstag, 24. August 2010

18.-22. August 2010 - 018, 019, 020, 021, 022

22. August Touriska Vas – Rimske Toplice (deutsch: Römerbad)   64,96 km, Gesamt: 1338,6

Datum: 22.8.10
Tag: 22
TagesunterstützerIn:
von: Touriska Vas m NN 521
nach: Rimske Toplice m NN 241
km 64,96
Gesamt km 1322,3804
km/h: 14,14
Fahrzeit 04:35
gesamte Fahrzeit: 98:26:00
Anstieg in m pro h 68,07
Anstieg in m 312
Abfahrt in m: 592
höchster Punkt in m NN 673
Steigung/Gefälle 1,39

 
Problem: Wolfgangs Flaschenhalter – seit Schweden mit einem Kabelbinder gehalten, hält jetzt nicht mehr. Lösung: weiterhin mit Kabelbinder stabilisieren, dann neuen suchen. 
Am Morgen werden wir von den ersten Radfahrern mit Erstaunen, Begeisterung und Entgeisterung angeschaut und / oder begrüßt. Mangels Wasser fällt der Kaffee aus und es gibt Tee, den wir zum Glück noch von vor zwei Tagen haben. Da wir auch kein Trinkwasser mehr haben, es aber bereits um 7.00 sehr warm ist, brauchen wir also bald Wasser und ein Frühstück. 















Wir fahren los, immer weiter den Fluss hinauf und finden eine Tankstelle. Dort kommen wir ins Gespräch mit einem alten Herrn, der dort Luft in die Reifen seines Käfers von 1967 pumpt. Er hat in Esslingen am Neckar [ˈɛslɪŋən, in der lokalen Mundart wird die Stadt ˈeslẽŋə ausgesprochen] (bis 16. Oktober 1964 amtlich Eßlingen am Neckar) gearbeitet. Ein schönes Gespräch. Es gibt zwar keinen Kaffee, aber dafür aber fertig Milchkaffee und Croissants und vor allem Wasser. Bei der Stärkung an der Picknickecke sehen wir den Bus der slowenischen Nationalmannschaft.













 In solcher prominenter Nachbarschaft und gestärkt fahren wir den Fluss weiter hinauf und entscheiden uns dann für die Bergstrecke nach Celje (deutsch Cilli, lateinisch Celeia). Es geht bald immer weiter und weiter den Berg hinauf, mittlerweile ist es brütend heiß, das Thermometer zeigt 38 Grad und drüber. Die Straße ist aber gut gebaut, erst zum Ende wird es richtig steil, aber auch ein wenig bewölkt. Es ist eine schöne Gegend, hügelig, die hohen Berge sind nur zu erahnen. An der Wasserscheide angekommen halten wir an und inne und müssen erst wieder Luft bekommen nach fast 12% zum Ende des Anstiegs. Auf der anderen Seite geht es rapide bergab, wir habend die bessere Seite gewählt.













Vorbei an alten Fabriken, zum Teil Abschnitten von neu geteerten Straßen geht es schnell hinab nach Celje (deutsch Cilli, lateinisch Celeia), wie auch schon am Abend wird hier sehr viel Hopfen angebaut, aber auch Wein. In manchen Gärten stehen Bananenstauden. Die Autofahrer sind sehr freundlich, es sind auch eine Menge Mountain- und Rennradfahrende unterwegs.
Celje (deutsch Cilli, lateinisch Celeia) begrüßt uns mit einem riesigen Stadtteil, der nur aus Markenläden besteht. Unvorstellbar. Über Kilometer fahren wir an Geschäften vorbei. In der Innenstadt müssen wir zunächst das Problem lösen, dass alle Geldautomaten kein Geld geben, dann einen Ort zum Essen zu finden.













Beides gestaltet sich als schwierig, war aber lösbar.
Am Abend sind wir dann nur bis  Rimske Toplice (deutsch: Römerbad) gefahren und haben uns dort in ein Hotel mit integriertem Außen Thermalbad und Halbpension eingemietet. Wir sind von der Kilometerleistung her gut in der Zeit und so können wir uns diese Auszeit nehmen und fahren heute Nachmittag bis kurz vor Kroatien (kroatisch Hrvatska anhören?/i), amtlich Republik Kroatien (kroatisch Republika Hrvatska anhören?/i).
Das Thermalbad ist der Magnet der Umgebung und ab 10.00 total bevölkert. Bemerkenswert hier ebenso wie an anderen öffentlichen Orten ist die Zentralbeschallung durch das Radio. Das hat zur Folge, dass keiner eine eigene Musik dabei hat, aber auch, dass es keine Wahl gibt. Die Atmosphäre ist nett hier, sehr erholsam und tut sehr gut.











 














21. August  St. Stefan (Gemeinde Wolfsberg) – Touriska Vas, 58,85 km, 1272,6 ges. km

Datum: 21.8.10
Tag: 21
TagesunterstützerIn:
von: St. Stefan m NN 463
nach: Touriska Vas m NN 521
km 58,85
Gesamt km 1257,4204
km/h: 14,16
Fahrzeit 04:09
gesamte Fahrzeit: 93:51:00
Anstieg in m pro h 62,17
Anstieg in m 258
Abfahrt in m: 200
höchster Punkt in m NN 521
Steigung/Gefälle 0,78

Den Tag dürfen wir schon ausgecheckt am Pool verbringen, warten auf das Trocknen unserer Wäsche und das Verklingen der Mittagshitze.
Um 17.00 fahren wir den uns bekannten Weg nach Sankt Paul im Lavanttal und von dort weiter zur slovenischen Grenze. Auch dieser Grenzübertritt ist ohne weiteres Aufsehen, immer noch haben wir keinen Stempel im Pass.
In Dravograd (deutsch Unterdrauburg) gibt es keinen Campingplatz, dafür wird uns ein Hotelzimmer für ziemlich viel Geld angeboten, was wir – auch bei 10% Rabbat – ablehnen. Uns wird prophezeit, dass innerhalb von 50 km nichts mehr kommt. Dennoch fahren wir getrost los und finden am Stadtausgang einen Supermarktdiskounter. An sich ist er bereits geschlossen und wird schon geputzt. Wo geputzt, gibt es Wasser, so fahren wir hin. Die Türen sind noch offen. Unser Versuch, mit Englisch, Deutsch und Pantomime Zugang zum Wasserhahn zu bekommen, scheitert kläglich. Der Hinweis: die nächste Tankstelle sei ca 50 km entfernt. Da wir die 50 km Angaben ja schon gehört hatten, konsultieren wir am Straßenrand unsere Karte. Diese verspricht nach 12 km einen Campingplatz. Ein Auto hält an, eine Frau springt raus, öffnet den Kofferraum und möchte uns eine Flasche Wasser schenken – sie hatte die Darstellung mitbekommen. Das überrascht uns sehr, wir lehnen aber dankend ab da wir ja Wasser zum Waschen gesucht haben. So fahren wir Flussaufwärts zum nächsten Ort, der eine sehr schöne verkehrsberuhigt Innenstadt hat, viele Kirchen auf dem Weg sind ganz oben auf den Bergen, es sind viele Bars offen, aber kein Campingplatz in Sicht. Bei der nächsten Tankstelle (nur 12 km entfernt) fragen wir nach dem Campingplatz. Er ist bekannt und in 5 km. Inzwischen dämmert es, die Temperatur ist sehr angenehm geworden, die Fahrradwege neben der Straße und in einem besseren Zustand. So fahren wir weiter, machen irgendwann unsere ganzen Lampen an und erahnen die Schönheit des Flusstals, beschienen vom Mond. Als nach den 5 km, inzwischen ist es 22 Uhr, immer noch kein Campingplatz kommt, ist klar, dass wir nicht bis in die nächste Stadt fahren können. Wir biegen in die nächste Straße ab, finden dort einen sehr guten Fahrradweg und einen Seitenstreifen und schlagen da unser Zelt auf.
20. 8 Weissenburg –Sankt Paul im Lavanttal, zurück nach St. Stefan (Gemeinde Wolfsberg), 87,87km, 1212,6

Datum: 20.8.10
Tag: 20
TagesunterstützerIn: Natascha und Frank Kraus
von: Weissenburg m NN 716
nach: St. Stefan m NN 463
km 87,87
Gesamt km 1198,5704
km/h: 16,05
Fahrzeit 05:28
gesamte Fahrzeit: 89:42:00
Anstieg in m pro h 70,98
Anstieg in m 388
Abfahrt in m: 641
höchster Punkt in m NN 962
Steigung/Gefälle 1,17

Pannen keine, wenn mal von fehlenden Campingplätzen absieht
Von Weissenburg sind wir früh gestartet, auch in der Nacht hat es nicht geregnet und die Sonne ist ab 8 Uhr bereits warm. Vor uns liegt der Obdacher Sattel mit einem Höhenunterschied von knapp 300 Metern. Die Straße geht gemächlich bergan in den Ort selbst. Oben im Ort gibt es einen kleinen Naturkostladen, in dem wir unsere Nudel- und Teevorräte auffüllen können. Nach einer Stärkung mit Kaffee und Kuchen geht es die letzten 100 Meter bergan, diesmal schon mit einer deutlichen Steigung und einem Platz, um die Schneeketten anzulegen. Oben angekommen fahren wir die fast 30 Kilometer nach Wolfsberg (slow.: Volšperk, Volčji breg[1])  fast in einem Rutsch bergab, immer an der  Lavant (slowenisch Laboška dolina) entlang. Nach wie vor gibt es viele Holz- und Papierfabriken, zum Teil ist die Luft ganz staubig. Dem Fluss sieht man noch an, dass vor kurzem erst ein Hochwasser da gewesen sein muss. Je tiefer wir kommen, desto hektischer wird der Straßenverkehr und in Wolfsburg haben wir das klassische „Autofahrer im Tal Phänomen“ mit viel Gehupe. Es ist heiß und stickig, die Stadt wirkt voll und bei der Hitze und Lautstärke wenig einladend. Wir verbringen die Mittagshitze beim empfohlenen Italiener mit Essen und Besorgungen. Da der Campingplatz im Nachbarort sein soll, fahren wir früher los. Den Campingplatz gibt es seit 20 Jahren nicht mehr, einen anderen gibt es auch nicht. Wir folgen dem Tipp eines Herrn und suchen einen Badesee am Radweg mit Duschen, den wir aber nicht finden. Dafür finden wir einen anderen, der aber viel zu öffentlich ist. Der Radweg ist bis auf die Straßenübergänge schön gebaut und bewahrt uns vor 14% Steigung auf der Hauptstraße. Wir fahren an Sankt Andrä, amtlich St. Andrä, auch St. Andrä im Lavanttal, mit zwei beeindruckenden Stiftskirchen vorbei, landen in Sankt Paul, das vor allem von einem riesigen Stift geprägt ist. Dort finden wir keine Unterkunft, bekommen dafür aber eine Reservierung telefonisch in St. Stefan, dem Ort des fiktiven Campingplatzes. Wir fahren wacker die 17 Kilometer zurück und landen in einem sehr schönen Gasthaus mit einem begeisterten Rennradfahrer als Hausherrn.


19.8. 2010  Murau – Weissenburg, 60,23 km, 1123,5 Gesamt km

Datum: 19.8.10
Tag: 19
TagesunterstützerIn:
von: Murau m NN 851
nach: Weissenburg m NN 716
km 60,23
Gesamt km 1110,7004
km/h: 15,65
Fahrzeit 03:50
gesamte Fahrzeit: 84:14:00
Anstieg in m pro h 81,91
Anstieg in m 314
Abfahrt in m: 449
höchster Punkt in m NN 861
Steigung/Gefälle 1,27

Pannen: keine
Der Weg von  Murau nach Judenburg geht entlang der Mur (slowenisch, kroatisch und ungarisch Mura), es geht bergab und entlang sehr vieler Holzfabriken. Es ist der erste trockene Tag, an dem es weder in der Nacht noch am Tag geregnet hat. Nach der Mittagspause müssen wir einige Kilometer nach Jugendburg auf einer gut ausgebauten, am Berg zweispurigen Bundestraße, die parallel zur einige Kilometer südlich gelegenen Autobahn verläuft. Von jetzt auf gleich ist das beschauliche Tal in eine Fernverkehrsstraße verwandelt, auf der Lastwagen an Lastwagen fährt. Dank der zwei Spuren ist das Fahren am Berg aber gut zu schaffen. Südlich von Judenburg finden wir einen Campingplatz, der diesmal wieder besonders ist: ein 50+ Campingplatz (und ich = Gunda musste uns anmelden!), der für Zelte eher nur auf dem Papier ausgerichtet war. So haben wir auf einem kleinen Stück Rasen unter der Wäschespinne, aber in der Nähe des unglaublich gut ausgebauten Sanitärgebäudes genächtigt. Ein freundlicher Ort, an dem wir Exoten waren.












18. 8. Tamsweg nach Murau, 41, 38 km, 1062 Gesamt km

Datum: 18.8.10
Tag: 18
TagesunterstützerIn:
von: Tamsweg m NN 1065
nach: Murau m NN 851
km 41,38
Gesamt km 1050,4704
km/h: 16,76
Fahrzeit 02:28
gesamte Fahrzeit: 80:24:00
Anstieg in m pro h 24,32
Anstieg in m 60
Abfahrt in m: 274
höchster Punkt in m NN 1065
Steigung/Gefälle 0,81

Pannen: keine

 











Wir haben viel Zeit bis zu slovenischen Grenze am Sonntag und dementsprechend nehmen wir uns die Zeit, um an der Mur (slowenisch, kroatisch und ungarisch Mura) entlang zufahren. Es ist ein schönes Tal, wir fahren entlang der Holzstraße und es gibt immer wieder große Symbole für Holzverarbeitung. Neben der Werbung für Holz werben die Dörfer dafür, familienfreundlich zu sein. 

 











Es ist ein schöner Weg, den wir sehr schnell nehmen und am Abend auf einem sehr schön geführten Campingplatz landen mit steirischer Animation im Gasthaus. Für unsere Tourenplanung ist dies eine Herausforderung in der Lautstärke, aber ansonsten ganz entspannt gemacht.

Dienstag, 17. August 2010

11.-17. August 2010 - 011, 012, 013, 014, 015, 016, 017

17. August Tamsweg

Heute ist Ausruhen in Tamsweg. Es ist trocken und die Zelte haben die Chance, richtig zu trocknen. Ob es wohl ein Internetcafé in Tamsweg gibt? Wir haben Internet im Gasthaus gefunden, inzwischen gießt es auch wieder und das, nachdem wir unser Zelt imprägniert haben!
Uebrigens: Rieke und Torsten sind in Basel.












16. August Radstadt – Radstädter Tauernpass 1739 – Tamsweg 56,24 km, Gesamt 1021km

Datum: 16.8.10
Tag: 16
TagesunterstützerIn:
von: Radstadt m NN 826
nach: Tamsweg m NN 1065
km 56,24
Gesamt km 1009,0903
km/h: 13
Fahrzeit 06:00
gesamte Fahrzeit: 77:56:00
Anstieg in m pro h #DIV/0!
Anstieg in m 400
Abfahrt in m:
höchster Punkt in m NN 1739
Steigung/Gefälle 0,71

Wir brechen relativ früh auf, um in der Kühle zum Pass hinauf zu fahren. Im Grunde ist es aber gar nicht so nötig gewesen, da es grau und regnerisch ist. Da die Straße zum Pass aber fast durchgehend 12% hat, haben wir uns trotz Regen für die frühe Abfahrt entschieden. Bis Untertauern geht die Straße auf netten 5-7% hinauf. In Untertauern fängt es an zu nieseln, die Wolken hängen in den Bergen und es ist nichts weiter zu 














sehen. In Untertauern geht die Steigung rauf auf 12% und so fahren wir langsam im Regen hinauf, alle 100 Höhenmeter gibt es eine Trinkpause, alle 200 einen Riegel dazu. Das Nieseln steigert sich bald auf Regen und wir erreichen recht zügig die Stellen mit den 15%, die nicht nur an sich kaum fahrbar sind, sondern auch noch durch eine Baustelle verschlammte Straßen hervorrufen und mit einem Gewitter begleitet werden. 15% sind fast nicht mehr fahrbar, wir sind nicht die einzigen, die an der Stelle kaum noch voran kommen, allerdings die einzigen mit ernstzunehmendem Gepäck. Die Straße an sich ist aber sehr schön, immer am Bach entlang, der klar und sprudelnd den Berg hinunter schießt. Dass Radfahren in Österreich viel angenehmer als in Deutschland ist, zeigt sich auch da wieder: an den Tunneln sind entweder gute Radwege rechts oder ein Hinweisschild, dass Radfahrer im Tunnel sind. Unsere Hoffnung, dass wir so hoch fahren, dass wir über den Wolken sind, bewahrheitet sich auf 1.440 m: der Himmel reißt auf, die Sonne kommt raus und verwandelt für einige Zeit die gesamte Umgebung in ein einziges Dampfbad.

























Alles dampft und trocknet doch irre schnell. Mit der Sonne fahren wir nach Obertauern, essen dort und erreichen den Radstädter Tauernpass mühelos nach ca 100 m, er liegt mitten im Ort und hat noch nicht einmal ein Passschild.













Bergab geht es schnell durch malerischen Landschaften, die eine andere Architektur haben: es ist nicht mehr ganz so bollwerkmäßig gebaut. Wir hören sogar ein Murmeltier. Auf dem Weg zum Campingplatz werden wir durch eine Gegend geleitet, die ein wenig aussieht wie ein Freilichtmuseum. Wir haben Zeit und entscheiden uns für einen Rasttag auf dem sehr schönen Campingplatz in  Tamsweg. 


15. August Hallein – Radstadt 64,97km, gesamt: 964, Pass Lueg 553

Datum: 15.8.10

Tag: 15

TagesunterstützerIn:

von: Hallein m NN 398

nach: Radstadt m NN 826

km 64,97

Gesamt km 952,8503

km/h: 12,06

Fahrzeit 05:23

gesamte Fahrzeit: 71:56:00

Anstieg in m pro h 129,10

Anstieg in m 695

Abfahrt in m: 267

höchster Punkt in m NN 852

Steigung/Gefälle 1,48

Pannen: keine
Von Hallein fahren wir immer mehr auf die Alpen zu. Schon am Morgen zeichnete sich ein faszinierendes 














Wetterschauspiel ab: der Föhn kämpfte gegen das schlechte Wetter im Norden. Die Wolken waren regelrecht dramatisch und immer wieder kam ein richtig warmer Windstoß von den Bergen. Auf diese Weise konnten wir ohne Regenzeugs in den Tag starten und sind im stürmischen Gegenwind auf die Alpen zugefahren. Der Gegenwind blieb uns fast den ganzen Tag treu, aber auch das trockene Wetter. Den ersten Pass konnten wir














 

















mühelos nehmen und sind dann hinter Werfen in die Berge abgebogen. Eine wunderschöne Alpenstraße,














immer entlang der Eisenbahn. Begleitet vom Glockengelaut zum 15. August fahren wir an vielen Holzverarbeitenden Betrieben vorbei, die alle geschlossen haben. Zum Mittagessen finden wir eine Wirtschaft, in der sich das Festessen zum Festtag gerade auflöst. Wir erfahren, dass am 15. August Fronleichnam gefeiert wird mit Messe, Prozession und dann Festessen mit Musik. Wir erfahren nicht, ob denn an Fronleichnam auch Fronleichnam gefeiert wird. Auf diese Weise kommen wir in den Genuss des Essens für alle, können die vielen Musiker bewundern und eine Weile in der kühlen Laube sitzen, während das Thermometer bei 44 Grad an seine Kapazitätsgrenze kommt.













Nach einer Mittagsrast im Schatten an einem Bach, von dem richtig kalte Luft her aufweht, fahren wir auf über 800 m nach Radstadt, bewundern die historische Altstadt und nächtigen in einem sehr schönen Campingplatz. Der Regen ist uns auf leisen Sohlen gefolgt und zum Abendessen regnet es wieder. Den Tag über konnten wir die Berge sehen.

 












14. August Prien am Chiemsee (amtlich: Prien a.Chiemsee, hochdeutsch [priːn], bairisch [breˑɐ̯̃n]) – Hallein 92,40 km Gesamt Km 898,3

Datum: 14.8.10

Tag: 14

TagesunterstützerIn: "Magura

z. hf. Herrn Michael Schäfers"

von: Prien am Chiemsee m NN 465

nach: Hallein m NN 398

km 92,4

Gesamt km 887,8803

km/h: 14,83

Fahrzeit 06:13

gesamte Fahrzeit: 66:33:00

Anstieg in m pro h 56,94

Anstieg in m 354

Abfahrt in m: 421

höchster Punkt in m NN 571

Steigung/Gefälle 0,84

1. Problem: Wolfgangs Uhr hat in der Nacht endgültig den Geist aufgegeben. Lösung: Peter wird die Uhr mit den anderen Dingen nach Bonn schicken. Es gibt ja die neue Uhr in der Hoffnung, dass sie nicht das Zeitlich segnet.
2. Problem: das mit dem Schwitzwasser ist gelöst: Lösung: es gibt von Ortlieb nämlich wasserdichte Innensäcke……
Im Trockenen loszufahren ist einfach angenehm. Die Landschaft in Richtung Traunstein ist wirklich schön. Die Berge sind in den Wolken immer wieder mal zu sehen, ihre Schönheit zu erahnen. Es ist eher flach und wir kommen gut voran. In einem kleinen Ort genehmigen wir uns einen Kaffee mit super leckeren Teilchen und fahren dann nach Traunstein hinein. In jedem Dorf und jeder Stadt sind an diesem Wochenende lauter Feiern und Feste. In Traunstein ist es auch so, dort werden wir mit den Rädern bestaunt. Nach Traunstein ging es richtig kräftig den Berg hinauf und die Umgebung ist von einer ganz eigenen auch architektonischen Schönheit. Besonders die Kuhställe sind irre, sie sind mit großen Fenstern und fast ganz aus Holz gebaut. Es ist eine ganz harmonische Zusammenstellung aus großen Stallungen und durchaus auch neueren Häusern. Die Zwiebelkirchentürme hingegen sind ganz verschwunden.
Kurz vor Salzburg fahren wir an einem Triathlon vorbei und auf der anderen Seite an einem riesen Supermarkt. Wir vermuten, dass dies der einzige noch offene ist und kaufen dort ein und fragen uns, ob wir irgendetwas verpasst haben – alle Regale sind leer gekauft! Anschließend fahren wir über die Grenze und suchen einen Grenzer, der uns unsere Pässe stempelt. Da ist Samstags gar keine Chance, also fahren wir ohne Stempel weiter. Nun haben wir ganz ohne großes Aufsehen Deutschland verlassen!
In Salzburg landen wir wiederrum in einer ganz anderen Welt. Die halbe Stadt ist auf dem Weg zu den Festspielen, überall sind Festkleider und Fräcke, alle sind herausgeputzt und schick gemacht. Die Stadt wirkt so, als würde sie überall mitspielen – ein wenig wie Spiel ohne Grenzen.,
Da wir unsere Abendgarderobe nicht griffbereit hatten, haben wir doch eher profan einen Campingplatz gesucht. Dieses Unterfangen jedoch war beinahe unerreichbar – es gab Campingplätze im Norden und im Osten, aber auf unsere Karte gab es zwei andere, die es aber nicht gab. Dafür gab es eine Jugendherberge, die aber auch nicht alle kannten. Dann sind wir weiter gefahren und haben nach mehrmaliger intensiver Beratung mit Taxi-Fahrern, Polizei und Tankstellen-Menschen zu einem Kreisel gefunden, an dem immer noch kein Campingplatz war, dafür waren wir ziemlich viele Kilometer gefahren und trafen zwei weitere Radler, die ebenfalls an diesen Kreisel geschickt wurden. An dem Kreisel gab es immerhin ein Schild zum nächsten Campingplatz – in fünf Kilometern. Es war fast neun. Also sind wir zu fünft zum Campingplatz gesaust, eine schöne Strecke und gelandet sind wir auf einem Luxuscampingplatz. Die beiden werden dieselbe Strecke fahren, die wir auch fahren.

13. August München?/i [ˈmʏnçn̩] (bairisch Minga) – Prien am Chiemsee (amtlich: Prien a.Chiemsee, hochdeutsch [priːn], bairisch [breˑɐ̯̃n]) 96,78 km

Datum: 13.8.10

Tag: 13

TagesunterstützerIn:

von: München m NN

nach: Prien am Chiemsee m NN 465

km 96,78

Gesamt km 795,4803

km/h: 15,27

Fahrzeit 06:20

gesamte Fahrzeit: 60:20:00

Anstieg in m pro h 44,68

Anstieg in m 283

Abfahrt in m:

höchster Punkt in m NN 573

Steigung/Gefälle 0,29

In München fahren wir noch ohne Regen los, aber schon mit dem Regenzeugs griffbereit. Schon in München?/i [ˈmʏnçn̩] (bairisch Minga) beginnt der Regen und bleibt uns bis zum Abend treu. Zuerst fahren wir nach Taufkirchen zum Grab von Wolfgangs Eltern, dann zum Burggraf´schen Schmied-Hof in Aschbach. Peter fährt mit uns und das auch im Regen.

































Die Landschaft ändert sich schnell vom städtischen Bereich zur bäurischen Landschaft. Zunächst geht es eher gerade aus und ohne Steigungen, die kommen erst am Ende und wir vermuten, dass sie den Chiemsee einfach weiter weg geschoben haben. Die letzten Steigungen vor  Prien am Chiemsee (amtlich: Prien a.Chiemsee, hochdeutsch [priːn], bairisch [breˑɐ̯̃n]) haben es in sich. Es ist so nebelig und grau, dass die Alpen nur zu erahnen sind und ab und an sich ein dunkler grauer Schatten vom grauen Himmel abhebt. Auch den See sieht man nur als graues Etwas am Horizont. Es ist schade, dass der Regen doch vieles von der Landschaft schluckt.
Auf dem Campingplatz suchen wir einen Platz, der nicht unter Wasser steht – kein leichtes Unterfangen. Immerhin regnet es für den Moment nicht. Pünktlich nach dem Aufbau des Zeltes fängt es wieder an zu regnen und wir speisen am geschlossenen Kiosk unterm Dach. Anschließend stellen wir fest, dass unser vermeintlich trockener Platz von schnell wachsenden Seen umlagert wird, die aus dem Nichts vom dem wenigen neuen Regen entstanden sind. Für eine Drainage entscheiden wir uns nicht, sondern vertrauen auf unser Zelt. In der Nacht hört der Regen auf.

11. und 12. August München?/i [ˈmʏnçn̩] (bairisch Minga)

Wir sind in  München und reformieren unsere Technik mit Peters Hilfe – jetzt haben wir einen E-Mail-Stick, 

 











um unsere Mails abzuholen. Ansonsten besorgen wir uns noch Winterkleidung und sind jetzt im Besitz von zwei netten Möchte-Gern-Daunen-Jacken, die für einen Zwiebellook ideal sind.
Darüber hinaus konnten wir alles sortieren und uns sortieren, München genießen, einen Tag in der Sonne und einen Tag im Regen.

Mittwoch, 11. August 2010

7.-10. August 2010 - 007, 008, 009, 010

10. August Dachau – Minga (amtli: München) 43,82km

Datum: 10.8.10
Tag: 10
TagesunterstützerIn:
von: bei Dachau m NN
nach: München m NN
km 43,82
Gesamt km 698,7001
km/h: 13
Fahrzeit 06:00
gesamte Fahrzeit: 54:00:00
Anstieg in m pro h 66,67
Anstieg in m 400
Abfahrt in m:
höchster Punkt in m NN
Steigung/Gefälle 0,91


1. Problem: die Fahnenstange an Gundas Rad ist angebrochen. Lösung: Gaffa kann alles (und einen besonderen Gruß an Hanno!)

2. Problem: Klemmverschluss an Gundas Hinterlicht ist abgebrochen. Lösung: Diesmal kann Gaffa nicht alles, aber zum Glück gibt es Kabelbinder.

3. Problem: Ortliebtaschen sind zwar wasserdicht, aber bei dem ständig wechselnden Wetter zwischen Schauern, Dauerregen und Hitze und Feuchtigkeit entwickeln auch sie Schwitzflüssigkeit innen. Lösung: wir haben eh alle Klamotten des Sortierens und Überblicks wegen in den importierten Zip-Säcken gehabt, ansonsten regelmäßig ausräumen, austrocknen lassen in der Sonne, wenn sie denn scheint.

Die Ursache für diese Schäden rekonstruieren wir an einem noch zu lösenden Problem: Wie transportieren wir 23 Liter Wasser in drei Wassersäcken zusätzlich? Der eine 10 Liter-Sack hat nämlich gestern ein Salto-Mortale der Quertasche auf Gundas Rad verursacht, daher die folgenden Schäden. Lösung: der Sack wird vor die Quertasche auf den Gepäckträger gelegt und mit einem weiteren Spanngurt gesichert.


























Unser Nachtquartier in Dachau war wunderbar! Nachdem es auch dort keinen Campingplatz gab, fanden wir eine Wiese direkt am Ortsausgang mit Duschraum im Wald und keinen Menschen sogar bis recht spät in den Vormittag.

So konnten wir ausschlafen, Pannen beheben und ganz gemütlich zur Gedenkstätte radeln. Im Karmel konnten wir noch ein Fläschchen Karmelitergeist erstehen, das Zeugs hilft in allen Lebenslagen. Das Kloster mit der zentralen katholischen Gedenkkirche und dem Kloster in direkter Achse hinterlässt gemischte Gefühle, zumal genau in dem Moment, in dem wir uns die (an sich schöne) Klosterkirche anschauen, drei Priester ihre Messe für sich zelebrieren. Das mutet sehr seltsam an an diesem Ort.
Die Gedenkstätte selbst war voll, in der Mittagshitze wird die Brutalität besonders deutlich.

Danach haben wir das Kontrastprogramm gemacht: vom guten griechischen Mittagstisch in den Biergarten am Chinesischen Turm.
Obwohl wir unterm Turm lagerten, Taschen ausräumend und Ketten ölend, sind wir wenig beachtet worden. Das ist auch angenehm an einer Großstadt, dass man nicht immer sofort unter Verdacht gerät. Ganz privat quer durch Minga (amtli: München) zu fahren ist toll und am Abend gab es Gemüsepfanne bei Peter, die einfach eine Wucht war. Jetzt sind wir zwei Tage hier, eine Mischung aus Logistik, Problemlösung und Freizeit. Wir müssen das Uhrenproblem lösen, Kartenmaterial sichten und noch einen Gürtel kaufen. Außerdem haben wir Internet ganz ohne Probleme.

Uebrigens: Rieke und Torsten sind in Koblenz.








































9. August Donauwörth – Dachau 91,52 km

Datum: 9.8.10

Tag: 9

TagesunterstützerIn:

von: Donauwörth m NN

nach: bei Dachau m NN

km 91,52

Gesamt km 654,8801

km/h: 13

Fahrzeit 06:00

gesamte Fahrzeit: 48:00:00

Anstieg in m pro h 66,67

Anstieg in m 400

Abfahrt in m:

höchster Punkt in m NN

Steigung/Gefälle 0,44


Der Ausdruck des Tages heute war die Dame am Nebentisch, die mit kritischem Blick auf ihr Mittagessen verkündete: dieser Knödel ist nicht auf meinem Niveau! Die Besonderheit heute auf jeden Fall, dass der Regen sich verzogen hat und je mehr wir nach Süden kamen, desto sonniger wurde es. Nach einer Schnecken- und Mückenreichen Nacht an der Donau begrüßten uns zum Mittag bereits die Moränen (französisch: moraine „Geröll“) der Alpen. In einem ständigen Auf und Ab ging es durch Landschaften mit einem blauen Himmel, die der bayrischen Werbung entsprungen sind. In Pfaffenhausen konnten wir die Alpen sehen. Bemerkenswert auch, dass es ganz wenige Campingplätze gibt. Dementsprechend lagern wir gerade auch wieder auf einer Wiese vor Dachau.
Auffallend ist, dass Autofahrer im Tal und oder in der Stadt deutlich angstrengender sind. Da wir ja keine Radwege fahren, erfahren wir die unterschiedlichsten Reaktionen auf unsere Präsenz auf der Fahrbahn. Während die LKW-Fahrer heute sehr geduldig hinter uns die Moränen hochgeschlichen sind, wurden die Autofahrer schon bei einem guten Tempo ungeduldig. Der Dachauer Autofahrer an sich neigt zum Schimpfen und Gestikulieren. Straßen ohne Radwege sind deutlich leichter.
Heute Mittag haben wir am Rande eines Feldes unsere Mittagspause gemacht und sehen nun aus als kämen wir direkt aus der Schlammgrube. Es war so etwas von nass und lehmig, dass wir bis zu den Knöcheln mit Schlamm versunken sind und Gundas Rad ganz alleine stand da es so tief eingesunken war.
Morgen geht es nach München, einen Tag früher als gedacht. Der erste Meilenstein!

8. August Maihingen – Donauwörth 53,09 km

Datum: 8.8.10

Tag: 8

TagesunterstützerIn:

von: Maihingen m NN

nach: Donauwörth m NN

km 53,05

Gesamt km 563,3601

km/h: 13

Fahrzeit 06:00

gesamte Fahrzeit: 42:00:00

Anstieg in m pro h 66,67

Anstieg in m 400

Abfahrt in m:

höchster Punkt in m NN

Steigung/Gefälle 0,75


Wir fahren im Trockenen los, werden aber auf den ersten Kilometern bereits vom Regen eingeholt, der uns treu bleibt. Es regnet und regnet und hört erst zum Abend auf. Wir haben einfach ein Gewitter an uns vorbei ziehen lassen, so dass es uns nicht zweimal erwischt. Daher konnten wir im Trockenen aufbauen. Es gab keinen Campingplatz, obwohl wir am Donauradweg waren.


7. August Rothenburg ob der Tauber – Maihingen 77,93km

 Datum: 7.8.10

Tag: 7

TagesunterstützerIn:

von: Rothenburg o. d. Tauber m NN

nach: Maihingen m NN

km 77,93

Gesamt km 510,3101

km/h: 13

Fahrzeit 06:00

gesamte Fahrzeit: 36:00:00

Anstieg in m pro h 66,67

Anstieg in m 400

Abfahrt in m:

höchster Punkt in m NN

Steigung/Gefälle 0,51

Neues von der Uhr: die Tropfen sind weg, der Nebel auch, als Uhr geht sie, ist aber bei -57 Grad Celsius stehengeblieben. Braucht wohl doch einen Reset.

Am Morgen war der Himmel blau, es ist beinahe ein wenig unvorstellbar gewesen nach dem Regen. Aber es war trocken, die Sonne schien. Das Zusammenlegen und Abbauen der ganzen nassen Sachen hat fast eine Stunde länger gedauert als sonst, aber es hat sich gelohnt, alles aufzubauen. Im Grunde waren nur die














Socken nass. Der Zeltboden auch, aber das ist ok. Wir sind eine ganze Weile an der Tauber entlang gefahren, dann immer der romantischen Straße folgend – das Schild zweisprachig (deutsch/japanisch) – zum














Nördlinger Ries. Die Gegend ist unglaublich sauber und ordentlich, eine Unmenge von Solar auf den Dächern und Mais (Zea mays), in Österreich auch Kukuruz genannt, so weit das Auge reicht. Dies steigert sich im Ries noch einmal um ein Vielfaches. Dort besuchen wir Barbara und Karl















und landen auf dem Abschlussabend eines Jugendcamps der charismatischen Gemeindeerneuerung. Aber auch die feiern wenn die Teilnehmenden weg sind mit Bier und lauter Musik. In Maihingen besteht das Dorf zum großen Teil aus der charismatischen Erneuerung. Dort erfahren wir auch, dass der Mais für die „Bio-Gas-Anlagen“ angebaut wird, deren Dichte im Ries die Höchste ist. Das erklärt den vielen Mais ohne ein einziges Vieh.

Keine Probleme


6. August Rothenburg ob der Tauber

Ein Nachtrag: Rothenburg ist sehr schön! Es ist gar nicht so furchtbar museal, sondern wirkt alltäglich und belebt. Es gibt in der Tat eine Menge Japaner, aber wir sind dennoch nicht mit unseren Rädern (und der Japan-Fahne) durch die Stadt gefahren….