Mittwoch, 1. September 2010

1. September - 030, 031, 032

1. September Doroslovo (Serbian: Дорослово or Doroslovo, Hungarian: Doroszló, Croatian: Doroslovo) – Novi Sad (kyrillisch Нови Сад, [ˈnɔ̂viː ˈsâːd], anhören?/i; deutsch, inzwischen selten, Neusatz; ungarisch Újvidék; slowakisch Nový Sad) (mittags), bisher 75,23 km

Datum: 01. Sep
Tag: 32
TagesunterstützerIn: Haus Damiano
von: Doroslovo m NN 139
nach: Srem. Kamenica m NN 216
km 90,58
Gesamt km 1911,9206
km/h: 15,86
Fahrzeit 05:42
gesamte Fahrzeit: 140:18:00
Anstieg in m pro h 24,91
Anstieg in m 142
Abfahrt in m: 65
höchster Punkt in m NN 224
Steigung/Gefälle 0,23
 
Am Morgen ist es kalt, aber der Regen hat aufgehört, nur der Wind ist noch zu hören. Als ich (=Gunda) um 6:00 aus dem Zelt krabbel, bekomme ich einen gehörigen Schrecken, als mein erster Blick auf eine grell-blaue Maria (hebr./aram. מרים Mariam) fällt. Langsam dämmert es mir, dass wir ja neben einem Ort einer Marienerscheinung zelten und die Statue Mittelpunkt der Anlage ist. Wir kommen nur langsam in die Gänge, es ist einfach zu kalt. Die Schwalben fliegen auf Bodenhöhe und wir bewundern ihre Flugkünste.
Zum Glück haben wir Rückenwind, denn den Wind als Gegenwind zu haben, wäre krass gewesen. So fahren wir sehr schnell über recht gute Straßen nach Novi Sad (kyrillisch Нови Сад, [ˈnɔ̂viː ˈsâːd], anhören?/i; deutsch, inzwischen selten, Neusatz; ungarisch Újvidék; slowakisch Nový Sad), der Verkehr ist deutlich mehr als gestern, aber nach wie vor freundlich und angenehm. Wir entdecken, dass es in der Dörfern Stellen gibt, die als Trinkwasserbrunnen gebaut sind. So können wir unsere Flaschen auffüllen und jeweils ein wenig das Dorftreiben beobachten. Es kommen fast alle mit dem Fahrrad an die Trinkwasserstellen und vielen Plastikflaschen oder Containern und füllen ihr Wasser auf. Es ist aber keine Atmosphäre des Redens und Quatschens, es füllt eher jede/r für sich ab. An manchen Orten stehen zudem große Behälter für die Plastikflaschen. In den Orten und an der Straße wird Säckeweise Paprika, Zwiebeln und Kartoffeln und natürlich Melonen verkauft. Manchmal auch Pfirsiche. Nach zwei Pausen sind wir um 13:30 in Novi Sad, die Stadt, in der eine der Donaubrücken im letzten Krieg um den Kososvo von der NATO gesprengt wurde. Inzwischen ist sie wieder aufgebaut, auch sonst ist die Stadt im Aufbruch, viele Renovierungen, die eine oder andere (westlich) internationale Marke, viele neue Autos. Und uns begrüßt an der Donau wieder das Radschild. Wir finden ein Restaurant mit Blick auf die Donau und die Burg und offenem Netz und beschließen, einen Teil der Internet-Arbeit hier zu machen.













 
31. August Mohács [ˈmohaːʧ] (deutsch: Mohatsch, kroatisch: Mohač) – Doroslovo (Serbian: Дорослово or Doroslovo, Hungarian: Doroszló, Croatian: Doroslovo), 87,15 km, 1843,2 Gesamt Km

Datum: 31.8.10
Tag: 31
TagesunterstützerIn: Thomas Pröpper
von: Mohacs m NN 143
nach: Doroslovo m NN 139
km 87,15
Gesamt km 1821,3406
km/h: 15,06
Fahrzeit 05:47
gesamte Fahrzeit: 134:36:00
Anstieg in m pro h 0,00
Anstieg in m 0
Abfahrt in m: 4
höchster Punkt in m NN 151
Steigung/Gefälle 0,00 
1. Problem: Der Flaschenhalter von Wolfgangs Rad hält zwar super am Rahmen, ist aber an sich gebrochen. Lösung: In Mohacs finden wir einen super Fahrradladen und es gibt einen neuen.
2. Problem: das wir in Pécs verdrängt hatten: der Reißverschluss der „Sonnenseite“, also des Ausgangs, vom Überzelt hat den Geist aufgegeben. Er schließt nicht mehr. Bisher kein Problem, da es vor allem gegen Kälte schützt und bei Regen geht er auch in dem Zustand recht gut. Bei Kälte und starkem Regen wird es vor allem wegen der Kälte schwierig. Bei 8 Grad nach Sonnenaufgang Außentemperatur wird das bemerkbar…. . Lösung: Wir stellen uns eine Klettverschluss-Lösung vor, so dass Innen und Außen Klettverschluss ist. Hoffentlich finden wir jemanden in Sarajevo (kyrillisch Сарајево; dt. auch Sarajewo; türkisch: Saraybosna), der uns das nähen kann.

Nach dem Regen gestern wachen wir ganz begeistert auf: die Sonne scheint und das Barometer ist gestiegen! Es ist zwar immer noch super kalt, aber die Sonne wärmt doch schon ein wenig. So fahren wir motiviert und interessiert begutachtet von den ersten Einlaufenden aus unserer Wiese los, lösen das Problem des Flaschenhalters, besorgen neue Sonnencreme Stärke 50 (wir sind Optimisten bei dem Barometer) und machen uns auf den Weg zur Donaufähre. Die Donau ist schon recht breit. Auf der anderen Seite ist ein großes Naturschutzgebiet. Wir fahren die verbleibenden Kilometer bis zur Grenze beinahe alleine durch Fruchtbares Land und immer wieder kleine, gepflegte Dörfer. Im letzten Ort vor der Grenze kaufen wir noch ein für die letzten Forint die wir haben. Darüber entspinnt ein pantomimisches Gespräch mit der Dame im Laden, woher wir kommen und wo wir hinfahren. Die Grenze ist völlig unkompliziert und wir bekommen unseren ersten Stempel.
Direkt hinter der Grenze bleiben wir beindruckt stehen: das erste Schild, das uns in Serbien begrüßt, sind zwei Tafeln hintereinander in Serbisch und Englisch, die den Donauradweg in Serbien erläutern. Dieser ist in der Tat sehr gut ausgeschildert. Auch wenn wir ihn nicht fahren, treffen wir auf den ersten Kilometern immer wieder auf die Schilder. Wir werden unmittelbar hinter der Grenze bereits von den ersten Autofahrern freundlich begrüßt und das bleibt den ganzen Tag so. Die Dörfer und auch die Städte sind größtenteils renoviert und schön, auch die Außenbezirke sehen gut aus. Die Autofahrer sind rücksichtsvoll und fahren langsam an uns vorbei, die meisten winken oder grüßen. Es macht Spaß, hier Rad zu fahren obwohl die am Morgen zu erahnenden Wolken sich bis zum Mittag zusammengeschoben haben und es anfängt zu regnen. Es ist kalt und sehr windig. Auch wenn der Regen kein Vergleich zu gestern ist und bis zum Abend sogar ab und an ein blauer Streifen am Himmel ist und die Sonne wenigstens zu erahnen ist ebenso wie der Himmel unterschiedliche Schattierungen aufweist (am Abend ist es einfach nur noch grau), ist das Fahren im Regen doch auf die Dauer nervend und vor allem kalt. Es geht bereits am Nachmittag runter auf 8 Grad. Und das Ende August!
Da es früh dunkel wird, suchen wir um 19:00 Uhr Wasser und ein Nachtquatier. Wir sind in einem Ort gelandet, der ungarisch ist – insgesamt fahren wir ja durch den Teil Serbiens, der durch ungemein viele Ethnien geprägt ist, die Vojvodina [ˈvɔjvɔdina] (kyrillisch Војводина; deutsch auch Wojwodina oder Woiwodina; ungarisch: Vajdaság) – und finden den Hinweis auf eine heilige Quelle. Ob heilig oder nicht, Quelle brauchen wir, also biegen wir in den Feldweg zur Kirche ein. Dort finden wir ein Bauarbeiter Trio vor, die an einem überdachten Open-Air-Bereich hinter der eigentlichen, auch schon großen Kirche, arbeiten, dort stehen schon Bänke bereit und ein Altar. Das Ganze ist ein Marienort. Auf jeden Fall bekommen wir Wasser und beschließen, gleich dort zu bleiben und hinter dem Kirchhügel uns einen Ort zu suchen. Den finden wir am Rande eines Ackers vor dem Deich eines der vielen kleinen Flüsse hier. Inzwischen sind wir geübt, im Regen das Zelt aufzubauen, aber vorher lassen wir eine Schafherde passieren. Bei der Kälte und Nässe kostet es sehr viel Überwindung, noch unter die Freilanddusche zu gehen. Aber immerhin regnet es nicht ganz so stark wie gestern.
Morgen geht es nach Novi Sad (kyrillisch Нови Сад, [ˈnɔ̂viː ˈsâːd], anhören?/i; deutsch, inzwischen selten, Neusatz; ungarisch Újvidék; slowakisch Nový Sad), die Hauptstadt der Voivodina. Heute sind wir durch endlose Mais- und Paprikafelder gefahren, die Landschaft flach und dadurch so weit, wie das Auge reicht. Kein Hügel, keine Erhöhung, immer nur die Bäume um die Dörfer oder die Auen. Es stehen manche Häuser leer, viele sind aber auch in einem sehr guten Zustand. Es gibt viel Vieh, auch an den Häusern selbst. Wir sehen, viele Schafe, Ziegen und auch ein paar Schweine, aber doch nur einen Pferdewagen. In den Dörfern gibt es überall kleine Läden und Bars, schwieriger ist es, etwas zum Essen am Mittag zu finden, viele der Grill-Restaurants an der Straße sind geschlossen und wirken seit Langem zu. Die Straßen sind in einem guten Zustand. 

30. August Pécs [ˈpeːʧ] (deutsch Fünfkirchen, lateinisch Quinque Ecclesiae, kroatisch Pečuh, serbisch Pečuj) Villány [ˈvilːaːɲ] (deutsch Wieland, kroatisch Vilanj, serbisch Вилањ)Mohács [ˈmohaːʧ] (deutsch: Mohatsch, kroatisch: Mohač), 78.38 km. 1754,8 Gesamt km

Datum: 30.8.10
Tag: 30
TagesunterstützerIn: Haus Damiano
von: Pecs m NN
nach: Mohacs m NN 143
km 78,38
Gesamt km 1734,1906
km/h: 13
Fahrzeit 06:00
gesamte Fahrzeit: 128:49:00
Anstieg in m pro h #DIV/0!
Anstieg in m 356
Abfahrt in m: 213
höchster Punkt in m NN 235
Steigung/Gefälle 0,73

Am Morgen frühstücken wir noch fürstlich mit Simon und seinen beiden Töchtern, bevor wir unsere Räder wieder bepacken und Pécs [ˈpeːʧ] (deutsch Fünfkirchen, lateinisch Quinque Ecclesiae, kroatisch Pečuh,
serbisch Pečuj) verlassen. Das Barometer ist mal wieder dramatisch gefallen. 


Es waren ereignisreiche 1,5 Tage in Pécs, die uns die Stadt in ihrer vielfältigen Geschichte nahegebracht haben. Wir fahren durch ein anderes Gesicht von Pécs ebenso wieder hinaus wie wir hineingefahren sind: Fabriken, kleine, wenig renovierte Häuser, dafür einen ganz neuen Zugbringer zur Autobahn. Da wir wenigstens sehen wollen, wo unser guter Wein herkommt, den wir zur Hochzeit hatten, fahren wir den Schlenker auf der jüngsten Wein-Straße Ungarns gen Süden und suchen den Ort, in dem Susann und Ralph leben. Zunächst fahren wir daran vorbei zum nächsten Dorf, das wir in beide Richtungen durchfahren und auch noch einen Fahrversuch auf einem Feldweg machen, der laut Karte eine Verbindungstraße sein könnte. Da dieser aber in die falsche Himmelsrichtung führt, beschließen wir, das Dorf davor anzuschauen. In der Tat ist dies das richtige Dorf.



Wir fahren bis zu einer Informationstafel, auf der einiges zur Geschichte der katholischen Kirche und ihrer Gemeinde in dem Dorf und der Umgebung erzählt wird, als neben uns zwei Autos mit deutschen Kennzeichen halten. Ein älteres Ehepaar mit Kindern und vermutlich Enkelkindern steigen aus und der zeigt auf das Gebäude neben der Kirche und erzählt, dass das die Schule gewesen ist, in die er gegangen ist. Da wir direkt daneben stehen, hören wir seinen Erzählungen zu und es berührt uns, dass jemand seit 1946 zum ersten Mal wieder dort ist. Wir fahren schließlich den Weg im Dorf weiter, immer noch auf der Suche nach dem Haus, da wir die Adresse nicht im Kopf haben. So kommen wir ins Gespräch mit einem älteren Herrn, der uns das Haus zeigt. Wir sind mitten im Gebiet der Donauschwaben gelandet und viele sprechen deutsch und manche Schilder sind zweisprachig. Gerade als wir fahren wollen, kommt der Besucher auf den Dorfbewohner zu, er kennt ihn noch von früher.
Neben dem Haus von Ralph und Suann kommen wir kurz mit dem Nachbarn ins Gespräch, bevor wir weiterfahren. Da das Barometer am Morgen dramatisch gefallen war, schauen wir immer wieder skeptisch zum Himmel. Noch kommt der Wind aus der entgegengesetzten Richtung der schwarzen Wolken. Wir folgen wieder der Weinstraße und damit dem Weg durch Donausschwaben und stellen fest, dass dort eine ganz eigene Architektur vorherrscht: es gibt entlang der Häuser Wintergärten, die gen Süden gerichtet sind. Viele Häuser stehen zum Verkauf an, viele sind aber auch sehr gut renoviert und gestrichen. Da wir wissen, dass sich viele aus anderen Ländern hier ansammeln, vermuten wir, dass die renovierten Häuser daher stammen. Nach einem mäßig guten Mittagessen mit lustiger Atmosphäre – wir sind die einzigen Gäste und sie machen extra Musik an für uns, eine Mischung aus irgendwie wie Karneval, Oberkrainer und was sich Touristen unter ungarischer Musik vorstellen – fängt es an zu regnen. Wir nehmen einen kurzen Mittagsschlaf in der luxuriösen Bushaltestelle, hinter der leider die Leergutcontainer stehen – und fahren dann im Regen los. Es regnet und regnet und regnet und seit unserem Schwedenurlaub heißt das nur noch „Schwedenwetter“. Auch die Temperatur ist eher Schweden als Südosteuropa. Überhaupt ist plötzlich Herbst geworden. Nach dem Regentag vor zwei Tagen ist die Temperatur hinunter gegangen und das Licht und die Luft ist plötzlich eine andere. Gerade wenn wir dann im strömenden Regen – zum Teil hätte es auch schon wieder „Schlagregen“ sein können – an abgeernteten Maisfeldern vorbeifahren, scheint der Sommer weit weg zu sein. Bald sind wir klitschnass und suchen für eine Pause Zuflucht in einer Kirche. Vor der Kirche spricht uns eine alte Dame ganz aufgeregt und empört an und wir verstehen so viel, dass sie sich über die Kirche aufregt. Als wir hineingehen, verstehen wir warum: der Kirchenraum ist abgeschlossen, nur der Vorraum ist auf und auch sonst scheint da nicht viel zu passieren. Für uns ist es dennoch genüg, für einen Augenblick aus dem Regen zu sein. Bevor wir zu kalt werden, fahren wir auf der Bundesstraße weiter und ignorieren die „Fahrrad-Verboten-Schilder“. Bald kommen wir in Mohács [ˈmohaːʧ] (deutsch: Mohatsch, kroatisch: Mohač) an. Es hat für einen Augenblick aufgehört zu regnen. Es ist 19:00 Uhr und schon ganz dämmrig. Wir sind wieder weiter im Osten und es ist bedeckt. Wir beschließen daher einzukaufen, Wasser zu suchen und einen Zeltplatz zu finden. So zelten wir dann zwischen einem großen deutschen Supermarktdiskounter und einem eher nach wenig genutzt aussehendem Sportplatz an der Einfahrtstraße nach Mohács [ˈmohaːʧ] (deutsch: Mohatsch, kroatisch: Mohač) und hoffen auf eine ruhige Nacht. Kaum steht das Zelt, fing der Regen wieder an und es schüttet wieder. Es gibt leckere Nudeln, mäßig guten Wein und das Barometer steigt.

Sonntag, 29. August 2010

29. August - 029




29. August  Pécs [ˈpeːʧ] (deutsch Fünfkirchen, lateinisch Quinque Ecclesiae, kroatisch Pečuh, serbisch Pečuj)

 





 










Wir werden nicht nur köstlichstes bekocht von unseren Gastgebern, es gibt auch am Morgen selbst gebackenes Brot und selbstgemachte Marmelade. Derart gestärkt erkunden wir die Stadt in ihren unterschiedlichen Zeitkorridoren und Themen. In Pécs [ˈpeːʧ] (deutsch Fünfkirchen, lateinisch Quinque Ecclesiae, kroatisch Pečuh, serbisch Pečuj) gibt es Ausgrabungen zu frühchristlichen Kapellen und













Gräbern, die wir ausführlich betrachten. In den neuromanischen Dom gehen wir nicht hinein, es ist eine Reisegruppe vorher und der Eintritt recht hoch. Wir gehen in die in eine Kirche umgewandelte große Moschee auf dem Hauptplatz.



















Die Grundform der Moschee ist erhalten, ebenso die Gebetsnische, in die das Taufbecken gestellt ist. Ansonsten ist es eine ausgemalte und mit vielen Heiligenfiguren bestückte Kirche geworden. An einer Stelle sind ursprüngliche Wandmalereien frei gelegt. Nach dem Essen gehen wir in die erhaltene Moschee hinein,













die eine beeindruckende Ausstellung zum Koran hat und als Raum sehr schön ist.













Pécs ist in der Innenstadt insgesamt sehr schön renoviert und wir erfahren, dass der Hauptplatz jetzt erst verkehrsberuhigt worden ist.



















Auf diese Weise ist er ein Ort, an dem viele Menschen einfach so sind und einiges an Kunst geschieht. Mittags sehen wir bereits vor dem Theater, dass ein Klavier mit begehbaren Tasten installiert wird und auf dem Hauptplatz ein anderes Klavier weiß bemalt wird. Vor der Moschee wird ein weiteres Klavier angemalt. Als wir am Nachmittag wieder an den Hauptplatz kommen, auf dem auch eine große Moschee steht, steht das Klavier im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit einer Gruppe von Menschen. Angezogen von der Aktivität,



















setzen wir uns unter eine Statue und schauen dem Treiben zu. Uns fällt auf, dass eine große Gasflasche herbeigetragen wird und eine Erdkugel als Ballon.  













Nun fragen wir uns: Wird das Klaviert fliegen? Werden die Tasten alleine spielen? Wird der spielende Mensch fliegen? Derlei Fragen wollen eine Antwort, also bleiben wir da, auch wenn es ziemlich kalt ist. Uns erstaunt es, dass eine große Gastflasche so ganz ohne Sicherung in der Innenstadt stehen darf, nachdem wir mit unseren Rädern wegen Explosionsgefahr nicht vor dem Mailänder Dom, Duomo di Santa Maria Nascente (im lombardischen Dialekt Dom de Milan) parken durften. Die Gruppe der Künstler diskutiert über die Möglichkeiten, den Ballon zu befestigen und misst die Schnüre aus. Wir überlegen, ob wir wohl bleiben, da das alles sehr nach Arbeit im Prozess aussieht. Da es dann aber doch entschlossen weitergeht und die technische Chefin entschieden mit einem Akkubohrer dem Klavier zu Leibe rückt, bleiben wir sitzen. Es werden Löcher gebohrt, Schrauben geschraubt und es kommen immer mehr Menschen dazu. Eine Frau scheint eine wichtige Rolle zu spielen und wir vermuten, sie könne tanzen. Wie das dann zum fliegenden Klavier passt, wissen wir nun gar nicht mehr. Die Gasflasche muss dann zur Erde transportiert werden, immer noch ist keine Feuerwehr oder Polizei in Sicht, dafür drei Leute, die sich mit der Flasche beschäftigen. Schließlich ist sie geöffnet und das Gas fließt in den Ballon. Nach einer Stunde ist er straff und kann sein eigenes Gewicht halten. Ein wenig sind wir enttäuscht – das Klavier kann unmöglich fliegen, der Ballon schafft es ja so gerade. Der Platz ist jetzt richtig voll und immer wieder spielen Zuschauer Klavier. Dann ist es soweit und der Ballon wird an das Klavier gehangen. Die Frage ist nun nicht mehr, ob das Klavier und wer alles noch fliegt, sondern ob die Erde in der Mitte des Klavieres hängt. Es ist eine schöne Installation, dennoch hätten wir ein fliegendes Klavier sehr nett gefunden. Wir trollen uns von dannen und werden schon













mit köstlichen Düften des Abendessens empfangen.
Der Besuch in der umgewandelten Moschee, der keinen Eintritt, aber den Kauf von mindestens zwei Postkarten bedeutete – daran war kein Vorbeikommen – hat unser Postkartenkonzept völlig durcheinander gebracht. Nun haben wir für Ungarn zwei Postkarten zu viel! Zum Glück war eh eine Geburtstagspostkarte an der Reihe und eine Postkarte muss jetzt halt früher abgeschickt werden. Wir lernen daraus: immer erst Kirchen anschauen und dann Postkarten kaufen! Man weiß nie, mit wie vielen Postkarten man aus einer Kirche herauskommt und wie freiwillig…..
Wir bekommen noch eine Menge Tipps von Simon für die Weiterreise und müssen uns an den Gedanken gewöhnen, dass es morgen wieder um 6.00 Uhr aus den Federn geht.

Samstag, 28. August 2010

26. - 28. August - 026, 027, 028

28. August DarányPécs [ˈpeːʧ] (deutsch Fünfkirchen, lateinisch Quinque Ecclesiae, kroatisch Pečuh, serbisch Pečuj) 59,50 km, 1676,50 Gesamt Km

Datum: 28.8.10
Tag: 28
TagesunterstützerIn: Wassmann Pince Bt.
von: Darany m NN 146
nach: Pecs m NN
km 59,5
Gesamt km 1655,8105
km/h: 13
Fahrzeit 06:00
gesamte Fahrzeit: 122:49:00
Anstieg in m pro h #DIV/0!
Anstieg in m 400
Abfahrt in m: 546
höchster Punkt in m NN
Steigung/Gefälle 1,59


Geschätzte Anzahl der Mückenstiche pro Person: mindestens 100. Es wird Zeit, dass wir aus den Flusstälern rauskommen.

Problem: Unsere Handys haben keinerlei Netzempfang. Wir können unseren Gastgeber für den Abend nicht kontaktieren .Lösung: Bis zum Abend haben wir kein Handy-Netz, haben aber ein offenes W-Lan in Pecs gefunden und konnten eine Mail schreiben. So haben wir uns gefunden.













Am Morgen hören wir Pferdegetrappel, dennoch ist die Straße für Radfahrer gesperrt. Es ist grau, der Himmel ist grau und beinahe bleiern. Im Norden ist der Himmel pechschwarz und der Wind kommt daher.

























Wir fahren langsam, da die Straßen zum Teil schlecht sind und wir Zeit haben. Zum Teil ist die Straße wieder gesperrt. Die Dörfer wirken in vielen Häusern verlassen, andere sind sehr schön. Wir werden eher ein wenig skeptisch betrachtet. Manche Dörfer sind sehr renoviert und haben eine auffallend andere Infrastruktur.
Wir fahren nach Pécs [ˈpeːʧ] (deutsch Fünfkirchen, lateinisch Quinque Ecclesiae, kroatisch Pečuh, serbisch Pečuj) rein, verbotenerweise auf einer gesperrten Straße, aber es gibt keine Alternative. Es bleibt grau und in Pécs fängt es an zu regnen. Wir picknicken vor einem Sportladen, der ein großes Dach vor dem Eingang hat. Wir fahren im Trockenen nach Pécs und finden ein Café und ein offenes Netz und können zu Simon Kontakt aufnehmen. Er ist in diesem Jahr von Essen (lateinisch Assindia) über Pécs [ˈpeːʧ] (deutsch Fünfkirchen, lateinisch Quinque Ecclesiae, kroatisch Pečuh, serbisch Pečuj) nach Istanbul [ˈˀi.stan.buːl] (türkisch İstanbul [isˈtɑnbuλ]) mit dem Rad gefahren. Das ist schön, weil er fast dieselbe Strecke gefahren ist die wir auch fahren werden. So haben wir den Luxus eines Dachs über dem Kopf und werden köstlich bekocht.


27. August Bjelovar [ˈbjɛlɔʋaːr] (ungarisch Belovár/Bélavár, deutsch auch Bellowar) Darány
, 83,06 km, 1616,2 Gesamt km

Datum: 27.8.
Tag: 27
TagesunterstützerIn: "Magura
z. hf. Herrn Michael Schäfers"
von: Markovac m NN 162
nach: Darany m NN 146
km 83,06
Gesamt km 1596,3105
km/h: 14,49
Fahrzeit 05:36
gesamte Fahrzeit: 116:49:00
Anstieg in m pro h 56,96
Anstieg in m 319
Abfahrt in m: 335
höchster Punkt in m NN 271
Steigung/Gefälle 0,79


Am Morgen sehen wir ein Reh, das die Lichtung betritt, es ist bereits früh sehr warm und wir sehen anhand der Wolken, dass das Wetter sich ändert wird. So fahren wir früh los und freuen uns sehr auf den ersten Kaffee. Wir müssen die Wasserscheide zwischen Save (auch Sau, Sawe; in den südslawischen Sprachen Sava, serbisch-kyrillisch Сава, antiker/lateinischer Name Savus) und Drau (seltener Drave; italienisch, slowenisch und kroatisch: Drava, ungarisch: Dráva) erfahren, es sind nur etwas über 200 m, aber es geht sehr steil bergan. Die Gasleitung begleitet uns weiter, es sieht alles aus wie ein Naturschutzgebiet, aber immer wieder sind die Gashähne zu sehen. Daher fahren viele Laster den schmalen Weg hinauf. Dennoch ist der Weg sehr schön und führt uns durch kleine Dörfer. Nach der Wasserscheide geht es steil bergab in ein Dorf, das uns mit der nächsten Steigung begrüßt. Dort genießen wir einen Kaffee, bevor wir den Berg zur Kirche hochfahren. Der Weg führt uns über ein Plateau von dem aus wir auf die anderen beiden Hügelketten













schauen können. Da wir auf diese Weise fahren, sind wir bald wieder parallel zu „unserer“ Kirche und „unserem“ Funkmasten, wir sind durch die Straßenführung parallel gefahren. Es ist ein sehr schöner Weg. Im













Tal angekommen wechseln sich (vermutlich) Gen-Mais-Felder mit Tabak- und Paprikafeldern. Wir sind auf der Paprika-Straße gelandet und überall am Straßenrand sind Paprikas zum Verkauf angeboten, ebenso Melonen. Wir sind auf der Suche nach einer Wirtschaft und finden keine. Vorher sind wir durch einen Ort gefahren, in dem ganz viele Häuser besprüht sind mit denselben Worten, die wir nicht verstehen. Je nähe wir zur Grenze kommen, desto weniger Verkehr gibt es und sehr viel Landwirtschaft. Wir kommen bei großer Hitze und Gewitterwolken am Horizont und knurrendem Magen und hängender Zunge um 14.00 an der Grenze an und entdecken dort ein Restaurant! Wir verbringen die heißteste Zeit im schattigen Restaurant und schauen den Grenzbetrieb an. Am Nachmittag fahren wir über die Grenze, die Grenze zur EU ist gesichert. In Barcs (deutsch: Bartsch, älter auch Draustadt) soll es einen Campingplatz geben, den wir nicht finden. Daher fahren wir weiter und finden uns auf einer Straße, die immer wieder gesperrt ist für Räder, Pferdewagen und Mofas. Es gibt einen Radweg, der uns nicht freut, aber den wir nehmen müssen. Wir bleiben in einem Dorf, wo es Wasser direkt am Sportplatz gibt, der ist gepflegt, aber sehr verlassen. Wir sind auch heute Nacht wieder im Wald in der zweiten Reihe und haben das Glück, dass der Wald dicht ist und der Regen kaum durchkommt. Wir hören den Sturm in den Baumwipfeln rauschen und am Morgen hören wir an der Straße, dass sie nass ist.













Wir selber sind trocken geblieben.


26. August Zagreb [ˈzaːgrɛb] (deutsch-österr. Agram; ungarisch Zágráb)
Bjelovar [ˈbjɛlɔʋaːr] (ungarisch Belovár/Bélavár, deutsch auch Bellowar) 87,12 km, Gesamt. 1532 km

Datum: 26.8.10

Tag: 26

TagesunterstützerIn: Thomas Pröpper

von: Zagreb m NN 143

nach: Markovac m NN 162

km 87,12

Gesamt km 1513,2505

km/h: 15,35

Fahrzeit 05:40

gesamte Fahrzeit: 111:13:00

Anstieg in m pro h 63,35

Anstieg in m 359

Abfahrt in m: 340

höchster Punkt in m NN 199

Steigung/Gefälle 0,80


Am Morgen ist es wieder strahlender Sonnenschein. Wir stehen früh auf, versuchen möglichst leise unser Zelt und unsere ganzen Sachen zu packen um nicht die anderen Zeltenden in der unmittelbaren Nachbarschaft aufzuwecken. Ab 7 Uhr fängt das Leben in der Jugendherberge an, die ersten sind wach und warten auf das

















Frühstück. Beim Frühstück haben wir Spaß an zwei jungen Katzen, die Wolfgang´s Rad in ihre Kletterkünste
























integrieren. Um 8.30 verlassen wir die Jugendherberge und fahren für fast 1,5 Stunden durch die Stadt hinaus. Es reihen sich auch hier wieder alte Häuser mit großen Neubeuten. Auf einmal fängt ein Teil der Stadt an, die durch Märkte und eher kleinere Häuser geprägt ist. Nach einer Weile hört die flache Landschaft auf und wird immer hügeliger und zugleich landwirtschaftlicher. Immer wieder stehen Häuser leer und manche sind besprüht.










 


Zur Mittagszeit finden wir eine LKW-Wirtschaft, die eine sehr schöne Terrasse hat. Kurz nach uns fällt eine englische Gruppe ein, die wir einigermaßen amüsiert beobachten. Die Gruppe wiederum beobachtet 














interessiert bis amüsiert unsere Räder. Anschließend schlafen wir neben einer Gasstation, von der wir nicht wissen, ob es eine Pipeline ist oder eigene Förderung. Diese Gasleitung bleibt uns treu für den Tag und den nächsten Tag. Wir fahren an der Pipeline weiter. Die Dörfer werden kleiner und es bleibt dicht besiedelt. Da wir keinen Campingplatz finden werden, suchen wir einen Platz zum Schlafen. Die Besiedelung ist so dicht, dass wir eine ganze Weile fahren bis wir einen sehr schönen Wald finden und so eben noch unser Zelt aufbauen konnten. Es wird früh dunkel.

Radstädter Tauernpaß

Alpenüberquerung Dachau - Zagreb

Mittwoch, 25. August 2010

23. - 25.8.2010 - 023, 024, 025


























Wir haben einen offiziellen Stadtführer in Englisch und wir nehmen uns die Zeit, die Stadt zu Fuß zu erkunden. Es ist eine schöne Stadt, der der Umbruch anzumerken ist. Wir wollen uns die orthodoxe Kirche


 











anschauen – sie ist zu und die Informationstafeln leer. Mit einem gemischten Gefühl gehen wir weiter.












Nach vielen Stunden des Laufens – eine ja doch eher ungewohnte Fortbewegung – fahren wir dann wieder raus ins Hostel, Internet zu haben, ist doch auch angenehm. Morgen geht es direkt nach dem Frühstück weiter.



























Uebrigens: Rike und Torsten sind in Italien.


24. August Krško (deutsch Gurkfeld) [ˈkrʃkɔ]  – Zagreb [ˈzaːgrɛb] (deutsch-österr. Agram; ungarisch Zágráb) 67,60km, 1443,7 gesamkm
Datum: 24.8.10
Tag: 24
TagesunterstützerIn:
von: Rozno m NN 195
nach: Zagreb m NN 143
km 67,6
Gesamt km 1426,1304
km/h: 14,54
Fahrzeit 04:38
gesamte Fahrzeit: 105:33:00
Anstieg in m pro h 22,45
Anstieg in m 104
Abfahrt in m: 156
höchster Punkt in m NN 209
Steigung/Gefälle 0,38

Wir stehen – wie wir es uns vorgenommen haben – um 6 auf und sitzen um kurz nach acht nach einem guten Frühstück, vielen Zügen in der Nacht, aber keinem Auto auf dem Feldweg auf den Rädern um dann festzustellen, dass wir einen Telestick nicht am Rad haben. Wir sind 40 m gefahren, es ist kühl… wir steigen ab und suchen. Er findet sich in einer Tasche, erleichtert steigen wir wieder auf die Räder, inzwischen ist es 9 Uhr und warm, denn das Gewitter ist nur mit ein wenig Regen in der Nacht bei uns angekommen und













entscheiden, dennoch die nächste Pause von 8 Uhr an zu rechnen. Es ist ein heißer Tag, der durch Schwüle gekennzeichnet ist. Als Radfahrende ist Wetter einfach wesentlich und in allen Nuancen bemerkbar.
Das Tal wird immer weiter, es gibt immer mehr Fabriken und Industrie, sogar ein Atomkraftwerk. Wir schauen uns eine sehr schöne Burg im vorbeifahren an und nähern uns der kroatischen Grenze. Ob wir da unseren Stempel bekommen?
Wir bekommen keinen Stempel und können ungehindert einreisen. Die Grenze selbst ist in einem kleinen Ort und mit der Grenze ändert sich tatsächlich der Baustil und auch der Zustand der Häuser. Gleichzeitig wird sehr viel gebaut und renoviert. Wir steuern direkt Zagreb [ˈzaːgrɛb] (deutsch-österr. Agram; ungarisch Zágráb) an und biegen auf die Straße nach Zagreb. Immer wieder verheißt ein Schild „Zentrum“, allein das Zentrum scheint sich nicht zu nähern. Es ist um 36 Grad im Schatten, schwül und die Straße nimmt kein Ende, dafür der Verkehr zu. Wir haben bald 20 km auf der Einfahrtsstraße entlang der Eisenbahn, vorbei an Fabriken, Hochhäusern, der S-Bahn, bis die Straßen sich endlich in Innenstadtstraßen verändern. Inzwischen ist es 1 Uhr und die Sonne knallt vom Himmel, eigentlich wollen wir ja nur in die Innenstadt, etwas essen und Wasser auffüllen und einen Campingplatz finden. Wir finden schließlich die Innenstadt, was sogar auf der Karte der direkte Weg gewesen ist, essen etwas und erfahren, dass es ein Hostel gibt, wo auch gezeltet werden kann. Wir beschließen, uns dort einzuquartieren und am nächsten Tag die Stadt anzuschauen. Das Hostel ist sehr schön geführt und der Garten als Campingplatz freigegeben. Dort ist nicht viel Platz, aber es reicht dicke und ist sehr nett. In der Nacht regnet es tatsächlich.

23. August Rimske TopliceKrško (deutsch Gurkfeld) [ˈkrʃkɔ] 36,15 km, 1375 Gesamkm

Datum: 23.8.10

Tag: 23

TagesunterstützerIn: "Magura

z. hf. Herrn Michael Schäfers"

von: Rimske Toplice m NN 241

nach: Rozno m NN 195

km 36,15

Gesamt km 1358,5304

km/h: 14,52

Fahrzeit 02:29

gesamte Fahrzeit: 100:55:00

Anstieg in m pro h 55,57

Anstieg in m 138

Abfahrt in m: 184

höchster Punkt in m NN 248

Steigung/Gefälle 0,89


Nachtrag zum Getränkehalter: mit dem Kabelbinder halt der wieder mindestens ein Jahr

Wir genießen den Tag im Thermalbad und können bis zum Mittag im Zimmer bleiben. Es ist ein wirklich netter Ort zum Abschalten, Taschen sortieren, schlafen, schwimmen und im Whirlpool liegen.
Am Nachmittag fahren wir weiter und haben aber keinen zeitlichen Druck. Es gibt zwar wieder einen Campingplatz auf der Karte, aber darauf verlassen wir uns nicht. Wir nehmen die Nebenstraße zur gut ausgebauten Bundesstraße und werden konstant die Hügel hoch und runter geführt, aber durch eine wirklich schöne Landschaft entschädigt. Die Bauern sind sehr damit beschäftigt, das Heu einzuholen, da die Wolken 

 











immer mehr werden. Da wir sehr regelmäßig sehr langsam fahren und auch die Wege den Hügel hinunter aufgrund der vielen Kurven und schlechten Straße langsam sind, haben wir die Zeit, uns der Umgebung zu widmen. Überall stehen Scheunen auf den Feldern, im Dorf und in der Nähe von Häusern, die aus zwei Etagen bestehen: die untere Etage nimmt die gesamte Größe der Scheune ein und ist nur durch Längsstreben als Wand gebaut, der obere Teil hat entweder ein Flechtsystem an Holz oder auch Längsstreben, der Boden selber geht aber nur über einen schmalen inneren Teil der Scheune. In der Scheune stehen entweder die großen Heuballen oder Geräte, an den Seiten ist Heu über die Balken gehangen zum Trocknen, manchmal auch Mais. Oben sind Strohballen. Manchmal sind die Scheuen auch mit Wein bewachsen.

 











Am Abend bekommen wir Wasser von einer Familie und richten uns neben der vielbefahrenen Bahnstrecke, aber auf einem nicht befahrenen Feldweg – und das ist ja das Entscheidene – ein. Es wird deutlich früher 

 











dunkel, um 8:30 ist es bereits stockfinster. Damit müssen wir in der Hitze unsere Zeiten – wenn wir dann wieder lange Strecken haben – ändern, da es ja früher hell wird. Bei uns Langschläfern eine Kleinigkeit....