Montag, 4. Juli 2011

30. Juni-3. Juli、334, 335, 336, 337

3. Juli, Tosashimizu (jap. 土佐清水市 -shi) bis Cape Ashizuri (足摺岬 Ashizuri-misaki), 16,1km, 12392 Gesamtkm

Datum: 3.7.11
Tag: 337
TagesunterstützerIn: Sabine Schwarz
von: Tosashimizu m NN 49
nach: Ashizuri-misaki m NN 71
km 16,1
Gesamt km 12407,7743
km/h: 9,9
Fahrzeit 01:37
gesamte Fahrzeit: 982:01:00
Anstieg in m pro h 47,01
Anstieg in m 76
Abfahrt in m: 54
höchster Punkt in m NN 107
Steigung/Gefälle 0,81
 
Die Schlangen sehen wir nicht, dafür gibt es dort so viele Mücken, dass wir das Zelt im Grunde gar nicht aufmachen können und es daher super heiß ist. In der Nacht wird es auch nicht kühler.
Am Morgen ist das Kaffeekochen schon der erste Saunagang und der Weg aus dem Zelt angenehm, denn draußen ist es doch deutlich kühler. Es ist grau und regnerisch.


Wir bauen ab und werden von einer der Damen, die morgens um 6 mit Sichel und Bambusstämmen auf dem Weg unterwegs ist, gefragt, ob wir gut geschlafen haben. Haben wir. Im Ort gibt es einen riesigen Supermarkt, durch den wollen wir eigentlich noch durch, aber der öffnet erst um 9:30. Also schauen wir in die Fischhalle hinein bevor wir losfahren. Es geht bergauf und bergab und regnet immer wieder einmal, aber nicht stark. Die Ausblicke auf den Pazifik sind traumhaft schön.


Es ist eine malerische Steilküste, auf die die dichten Bäume immer wieder den Blick freigeben.


Uns kommen regelmäßig Pilger entgegen, die Insel ist ein Pilgerweg durch 88 Tempel. Sie sind alleine oder in Gruppen unterwegs.
Bald sind wir am Kap, finden die Jugendherberge, wo wir einen japanischen Raum bekommen.


Nach einem exzellenten Mittagessen mit frischem Fisch, für den wir noch extra Soße bekommen und einem langen Mittagsschlaf schauen wir uns die Sehenswürdigkeiten an. Es gibt eine natürliche Brücke im Meer,


einen Steinstrand,



an dem all die Steine sind, die es für teuer Geld in Feng Shui, Feng-Shui oder Fēngshuǐ Zum Anhören bitte klicken! [fɤŋ ʂu̯eɪ̯] (chinesisch 風水 / 风水 ‚Wind und Wasser‘)-Läden gibt, einen großen Tempel,












zu dem ein Weg von „unserem“ Schrein führt








und natürlich das Kap selbst.


Die Zikaden machen einen unglaublichen Krach, es ist irre und wie in Wellen. Ab und an sind auch Vögel zu hören. Die Natur ist so üppig und grün, es macht Spaß mit Ruhe den Straßenrand anzuschauen.


Es kreucht und fleucht auch eine Menge, das macht weniger Spaß, wenngleich die Krebse auf die Entfernung auch hübsch sind. Wir sehen riesige Schmetterlinge, viele (tote) Schlangen, Frösche, viele Greifvögel. Das Meer ist wieder einmal wunderschön und die Tempel sind hoch genug gebaut.

2. Juli, Taishō (大正町 Taishō-chō?) bis Tosashimizu (jap. 土佐清水市 -shi), 74,32km, 12518 Gesamtkm

Datum: 2.7.11
Tag: 336
TagesunterstützerIn:
von: Taisho m NN 203
nach: Tosashimizu m NN 49
km 74,32
Gesamt km 12391,6743
km/h: 12,3
Fahrzeit 06:00
gesamte Fahrzeit: 980:24:00
Anstieg in m pro h 92,33
Anstieg in m 554
Abfahrt in m: 708
höchster Punkt in m NN 466
Steigung/Gefälle 1,70

Die Duschen funktionieren tatsächlich und sind sogar warm. Es regnet in der Nacht nicht und wir brechen gegen 6:45 zum Pass auf, der direkt hoch durch den Wald geht. Kurz vorm Pass gibt es schöne Blicke ins Tal mit seinen Reisfeldern und traditionellen Häusern.


Hinterm Pass geht es rapide bergab und bald sind wir dem Meer nahe, aber noch nicht seinem Wind. Der nächste Campingplatz ist eher einfach gestaltet; für uns, die wir eine Steckdose und Internet und eine Waschmaschine suchen, ist es nichts. Wir fahren weiter und sind bald darauf am Pazifischen Ozean!


Hier ist er in der Tat ruhig, es ist beinahe noch eine Bucht, dass er anders kann, ist an den vielen Tsunami (jap. 津波, wörtlich ‚Hafenwelle‘)-Schildern zu sehen. Wir fahren weiter und können uns nicht einigen, ob wir bis zum Kap und mit ihm bis zur Jugendherberge fahren und bleiben so im Hafen stecken. Auf der Suche nach einem sicheren Schlafplatz folgen wir den Tsunami-Schildern und landen am Steilhang ohne jegliche erkenntliche Evakuierungsfläche und nehmen den einzig freien Platz: eine Baustelle. Werden aber gleich von aufgeregten Damen auf die vorhandenen Schlangen hingewiesen. Nicht froh über diese bleiben wir dennoch da und müssen morgen sehen, wie wir weiterfahren und wann es endlich den freien Tag gibt. Das Meer ist wunderschön!
1. Juli, Higashitsuno (東津野村 Higashitsuno-mura?) bis Taishō (大正町 Taishō-chō?), 52,68km, 12443,7 Gesamtkm

Datum: 01. Jul.11
Tag: 335
TagesunterstützerIn:
von: Higashitsuno m NN 375
nach: Taisho m NN 203
km 52,68
Gesamt km 12317,3543
km/h: 14
Fahrzeit 03:46
gesamte Fahrzeit: 974:24:00
Anstieg in m pro h 52,83
Anstieg in m 199
Abfahrt in m: 371
höchster Punkt in m NN 375
Steigung/Gefälle 1,08

Es hat vom Abend an die ganze Nacht geregnet und um 4:30 schüttet es wie aus Eimern. Genug um zu beschließen, dass so abbauen keinen Sinn macht. Gegen 7:00 regnet es noch immer, gegen 8:00 Uhr es weniger und um 10:00 können wir abbauen ohne Regen. Das Tal dampft und der Blick aus dem Zelt ist der Fluss im Nebel.


Wir fahren am Fluss bergab, vor uns Nebel und hinter uns Nebel. Dafür, dass es bergab geht, geht es ganz schön bergauf, wir müssen erst zum Stausee. Überall sind Warnschilder wegen des Stausees, der über uns ist und nach dem Stausee wegen des Stausees, an dem wir gerade vorbei sind.


In Ermangelung eines Mittagessens verzehren wir Kekse und Chips zu Cola, das war das einzige für den direkten Verzehr und für uns erkennbar, was es im Laden einer alten Dame am Wegesrand gibt. Schon am Morgen haben wir einen Laden gefunden, dieser allerdings ist sehr gut ausgestattet und wir kaufen genug ein, um über das Wochenende zu kommen, denn Samstag und Sonntag ist es auf dem Land in Japan fast unmöglich, etwas einzukaufen. Auch die Supermärkte mit den Fertiggerichten haben uns verlassen. Nur in den größeren Orten sind sie anzutreffen.
Die Fahrt den Fluss entlang ist schön und oft von der Natur spektakulär, die kleine Straße in einem super guten Zustand. Wir wollen endlich wieder einen freien Tag einlegen und suchen dafür einen Campingplatz auf, einen von zweien auf dem Weg. Dieser ist am Waldesrand und sehr schön, aber unbewirtschaftet. Immerhin gehen die Duschen (hoffen wir), auf jeden Fall gibt es fließendes Wasser. So fahren wir morgen dennoch weiter und hoffen auf den nächsten Campingplatz mit Strom und Waschmaschine.

30. Juni, Gohoku (吾北村 Gohoku-son?) bis Higashitsuno (東津野村 Higashitsuno-mura?), 64km, 12391 Gesamtkm

Datum: 30.6.11
Tag: 334
TagesunterstützerIn:
von: Gohoku m NN 68
nach: Higashitsuno m NN 375
km 64
Gesamt km 12264,6743
km/h: 10,6
Fahrzeit 06:01
gesamte Fahrzeit: 970:38:00
Anstieg in m pro h 145,43
Anstieg in m 875
Abfahrt in m: 568
höchster Punkt in m NN 751
Steigung/Gefälle 2,25
Es regnet in der Nacht nicht und nur am Morgen gibt es einen leichten Schauer, den wir aber nicht als Regen zählen.   

 
Die Anzahl der Frösche in und an den Taschen hält sich in Grenzen, nur einer sitzt auf Gundas Taschen   

 
und findet den Weg nicht mehr hinunter. Mit einem Ast geht es dann und er macht einen Satz ins Gras. Der Nebel hängt im Tal     

 
und ein wenig kommt die Sonne heraus und lässt die Farben hervortreten.    

 
Um 6:00 geht die Sirene los, wir vermuten aber, dass es die Sechs-Uhr-Sirene ist, da es häufig um 6:00, 12:00 und am Abend irgendwelche Sirenen, Ansagen oder Musik gibt. Japan ist ein Land mit vielen Lautsprechern und vielen Ansagen. Wir fahren den Berg hinauf zum ersten Pass und sausen wieder hinab. Ab 11:00 Uhr wird es schlagartig heiß und wir suchen uns ab 11:45 einen Platz für die Mittagspause, nachdem wir vorher noch Nudeln gekauft haben. Wir finden einen schönen Schattenplatz     

 
neben einem Tempel, der eigentlich ein Schrein ist, kochen Nudeln und schlafen für eine Stunde.   

 
Die kleinen Straßen sind so, dass es nicht viele Läden und kaum Essensmöglichkeiten gibt. Selbst die Getränkeautomaten verlassen uns ein wenig. Nach dem Mittag starten wir in die Hitze und fahren weiter bergauf und bergauf. Wir sind immer wieder erstaunt, wie sehr es hier aussieht wie für eine Modeleisenbahn gebaut. Es ist alles ordentlich und adrett und die Altersstruktur ist sehr alt. Der vermeintliche Pizza-Blitz ist der Post-Mofafahrer und die Busse fahren meist leer. Wir fragen uns, wie es kommt, dass alle Kekse nochmals in Plastik eingepackt sind und dann in so einem Karton 14 Kekse sind, also sieben Packungen, obwohl auch 16 locker reinpassen. Ebenso haben wir leider vergessen, was Glühwürmchen für eine Bedeutung haben, denn es gibt hier enorm viele und Klara hatte uns davon erzählt.
Als wir dann doch einen Automaten und einen Tante Emma Laden finden, sind wir zum ersten Mal in einem Dorf, das nicht wie aus dem Ferienkatalog aussieht. Es ist ziemlich chaotisch und die Müllabfuhr hat hier schon länger nicht mehr funktioniert.    

 
Es gibt eine Post, auf ihr aber keine Briefmarken. Dafür gibt es Enten. Innerlich lästern wir ja immer wieder mal über die Ordentlichkeit hier (Klara, Michael, Henner und Mariko mögen es uns verzeihen) und dass es aussieht wie in der Eifel, wenn diese in Österreich wäre. Hier ist es dann doch mal anders. Direkt dahinter geht es steil den Berg hinauf und wir sind immer noch auf dem Weg nach Shinden, ein Ort, dessen Namen sehr gut passt zum Pass-Fahren bei über 40 Grad. Zum Glück ist es bewölkt und regnet nicht, so dass wir die steile Straße ganz gut nehmen können.  

 
Neben ihr wird bereits wieder eine neue gebaut, ein Phänomen, das uns genauso erstaunt. Es wird eine bestehende sowohl ausgebaut als auch neugebaut und das an vielen Stellen gleichzeitig. Die alte ist wunderschön und geht durch den Wald. Hier sind viele der Reisfelder aufgegeben. Es eröffnen sich zum ersten Mal Blicke auf die anderen Berge. Nach dem Passtunnel regnet es nicht, obwohl es im Tunnel noch so aussieht. Wir nähern uns Shinden, einem sehr ordentlichen Dorf, ebenso wie die Dörfer davor und danach. Also doch Österreich…
Wir finden Wasser bei einem Holz-Fabrik-Baron und einen Schlafplatz auf der kleinen Straße unter einem Baum.

27.-29. Juni、331, 332, 333

29. Juni, Ōtoyo (大豊町 Ōtoyo-chō?) bis Gohoku (吾北村 Gohoku-son?), 75,54km, 12327 Gesamtkm

Datum: 29.6.11
Tag: 333
TagesunterstützerIn:
von: Otoyo m NN 166
nach: Gohoku m NN 68
km 75,54
Gesamt km 12200,6743
km/h: 12,8
Fahrzeit 05:54
gesamte Fahrzeit: 964:37:00
Anstieg in m pro h 82,03
Anstieg in m 484
Abfahrt in m: 582
höchster Punkt in m NN 474
Steigung/Gefälle 1,41

Einen Tag und eine Nacht ohne Regen! Wir stehen in der Tat mit dem Wecker auf und verlassen bald unseren Märchenwald 


um dem Fluss weiter zu folgen. Es ist ein schönes Flusstal 


und wir fahren so vor uns hin. Selbst die kleinen Straßen sind im guten Zustand, wenngleich Japanisch Kenntnisse heute von Vorteil gewesen wären, denn unsere kleine Straße


endet bald in einer Baustelle, an der kein Vorbeikommen ist: der ganze Berghang ist weggespült und wird neu befestigt. Also fahren wir zurück und auf die Hauptstraße durch einen der vielen Tunnel. Bald kommt ein Supermarkt und wir nehmen uns vor, noch eine weitere Stunde bis zum Mittagessen zu fahren, um dann in einem der Supermärkte einzukaufen. Es geht immer höher, die Gegend wird immer einsamer, es kommen viele Reisfelder und viele Bauern und sonst nichts. 


Da es aber auch immer heißer wird, biegen wir ab und entscheiden, eine der beiden verbleibenden Notnahrungen zu kochen. Es soll Rührei geben. Nach einigem Hin und Her haben wir es geschafft, es schmeckt nicht nur gut, sondern macht auch sehr satt. Wir verbringen die ärgste Hitze im Schatten und mit Reparaturen und Schlafen. Es geht weiter bergauf und kaum fahren wir um die Kurve, kommen wir an einem der japanischen Phänomene vorbei, mit denen wir ja wirklich nichts anfangen können – also auf einer Meta-Ebene. Praktisch sind sie super bei 38 Grad im Schatten: die Getränkeautomaten, die gekühlte und erhitze Getränke in einem Automaten anbieten. Die stehen irgendwo in der Landschaft, gerne in der sengenden Sonne. Wir kaufen dort ebenso ein, wie die vorbeikommenden LKW- und Autofahrer, es gibt schlicht auch keine Alternative. 


Die Häuser sind verlassen, die Läden zu. Der nächste Supermarkt für uns weit entfernt und hinterm Pass.
Vorm Pass kommt wieder ein Tunnel und dann geht es bergab. Es ist herrlich, denn bergab können wir die Räder einfach laufen lassen, die Straßen sind so gut. Hier ist Radfahren wirklich wieder einfach Radfahren. Weder müssen wir uns mit irgendwelchen Menschen, die nerven oder gefährlich sind, rumschlagen, noch mit schlechten Straßen oder extremen Höhen. Nur mit schlechtem Wetter, denn hinterm Tunnel ist der Himmel schwarz


und ein Gewitter hängt im Berg, in den wir wieder einmal fahren wollen,  


auf der Straße, die wir im strömenden Regen verlassen haben. Wir kommen gerade ins nächste Dorf, als zunächst die Wolken noch romantisch im Tal hängen, um aber im nächsten Augenblick im Wolkenguss herab zugießen. Wir retten uns unter die Brücke, entscheiden aber, dass der unter der Brücke fließende Kanal und der neben der Brücke fließende Fluss nicht vertrauenserweckend bei dem Wetter sind, und trinken erst mal unser Bier, das eigentlich für den Abend war, und warten das Ende des Regens ab. Das kommt und mit Wasser ausgestattet sitzen wir nun in einem Wahnsinns-Konzert von Fröschen neben Reisfeldern, aufgefuttert von Mücken und interessiert angequackt von Fröschen, die auch zwischendurch auf unser Zelt hüpfen.

28. Juni, Higashimiyoshi (東みよし町 Higashimiyoshi-chō?) bis Ōtoyo (大豊町 Ōtoyo-chō?), 50,6km, 12124 Gesamtkm


Datum: 28.6.11
Tag: 332
TagesunterstützerIn:
von: Mino m NN 63
nach: Otoyo m NN 166
km 50,6
Gesamt km 12125,1343
km/h: 11,9
Fahrzeit 04:13
gesamte Fahrzeit: 958:43:00
Anstieg in m pro h 59,53
Anstieg in m 251
Abfahrt in m: 148
höchster Punkt in m NN 181
Steigung/Gefälle 0,79

Auch heute Morgen verschlafen wir den Wecker und nehmen erst den allgemeinen Zeltplatzwecker um sieben Uhr ernst. Es ist strahlend blauer Himmel und unser Zelt steht plötzlich in der sengenden Sonne. So ganz wach sind wir dann doch noch nicht, denn bei der Übergabe des frisch gekochten, Betonung auf kochen, Kaffees kollidieren Gunda und Wolfgang mit dem Netz im Zelt und der Kaffee läuft Gunda über die Hand und verbrüht ihre Hände ziemlich. Das Packen wäre wohl auch so langsam gewesen, aber wir schaffen es dann doch um 10:00 auszuchecken.   


Wir bekommen noch einen Kugelschreiber mit Taschenlampe geschenkt. Nun haben wir ein Feuerzeug mit Taschenlampe und einen Kugelschreiber mit Taschenlampe. Beim letzeren bauen wir sie in der Mittagspause, die wir ab 12:00 einlegen, aus, um die Batterie in der Lampe an Wolfgangs Hut wieder in Gang zu bekommen. Es ist irre heiß, 38 Grad im Schatten. Gegen 15.00 Uhr sind es nur noch 35 Grad und wir beschließen, weiterzufahren, zumal es leicht bewölkt ist (und ohne Regen!).


Unser Weg führt am Fluss weiter, der bald zu einer richtig schönen Schlucht wird. Die Straßen sind super gebaut und so kommen wir dann doch noch gut voran. Es gibt Wasser ohne Ende, alle paar Meter kommt ein Wasserfall herunter. Der Fluss wird auch zum Rafting genommen, so sind wir plötzlich in einer Freizeitsportgegend und sehen den ersten outdoor-Laden seit Teheran (persisch ‏تهران(Tehrān) /teɦˈrɔːn/). Es ist überhaupt alles das erste seit. Der erste Campingplatz seit Österreich zum Beispiel. Er ist wirklich eine Wucht gewesen. Vom Preis her geht das auch nur einmal die Woche, aber dann lohnt es sich mit Waschmaschine, japanischem Bad, schönen Duschen, Küchen etc. Dieser ist richtig energienachhaltig gebaut gewesen. Ansonsten wundern wir uns schon sehr über den Energieverbrauch. Die Häuser und auch die Läden sind nicht so gebaut, dass sie Schatten spenden. Fast alle Autofahrer lassen ihr Auto laufen, wenn sie einkaufen gehen, oder dann im Auto essen oder schlafen. Heute Mittag haben wir zehn Autos nebeneinander mit laufendem Motor zur selben Zeit gesehen. Ein schattenspendendes Dach und die Situation wäre eine andere. Aber es gibt auch die, die das nicht machen und dann mit Handtuch um den Hals herumlaufen, es ist wirklich irre heiß hier. Wir sind froh um die Bäume, die Schatten geben und auch die Schlucht, die noch so tief ist, dass die Sonne bald hinterm Berg verschwindet und die Temperaturen richtig angenehm werden. Wir kämpfen gegen Sonnenbrand (vor allem Wolfgang) und gegen Sonnenallergie (Gunda) und eh immer Sonnenbrand. Aber mit Sonnenschutz 50 und UV-Klamotten geht das ganz gut, es bleibt das Problem der Sonnenallergie, vor allem auf den Oberschenkeln. Die konstruierte Tuch-Lösung als Schattengeber ist ein wenig eine Lösung, aber nur bei Windstille (ist heute nicht gewesen).
Das Putzen hat immerhin das Lager wieder ein wenig beruhigt. Nun sind wir neben der Straße auf der alten Straße, neben einem Wasserfall unter vielen Bäumen und haben eine große Fangemeinde an Mücken und Spinnen um uns.

27. Juni, Waki (脇町, -chō) bis Higashimiyoshi (東みよし町 Higashimiyoshi-chō?), 23,2 km, 12200,1 Gesamtkm

Datum: 27.6.11
Tag: 331
TagesunterstützerIn:
von: Waki m NN 50
nach: Mino m NN 63
km 23,2
Gesamt km 12074,5343
km/h: 12,3
Fahrzeit 01:52
gesamte Fahrzeit: 954:30:00
Anstieg in m pro h 51,43
Anstieg in m 96
Abfahrt in m: 83
höchster Punkt in m NN 80
Steigung/Gefälle 0,77

Problem: da das Rad von Gunda sich immer noch schlimm anhört, bauen wir das Hinterrad aus um zu schauen, ob das Lager verdreckt ist und wie es sich anhört. Es ist Sand drin und das Schlagen ist deutlich zu hören. Da es aber gut läuft, lassen wir es so wie es ist, ebenso die vorderen Ritzeln an beiden Rädern. 

Sollte das mit dem Siebenschläfertag auch in Japan gelten, dann würde es weiterregnen. Aber hier soll es ja eine offizielle Regenzeit geben und die soll bald aufhören und hat ganz im Süden schon vor zwei Wochen aufgehört. Stand in der Zeitung, sogar dass sie fünf Tage zu früh aufgehört habe und nun das Aufhören gen Norden zieht. Da sind wir und es regnet.
Aber es hört auch immer wieder mal auf. Aber es regnet doch so stark, dass es keine Motivation bietet, um 4:30 aufzustehen, also bleiben wir in unserem Märchenwald bis 10:00 und fahren dann – ohne Regen für die ersten zwei Stunden los. Nach einer Pause zum Einkaufen und dem Philososphieren über Frauen in Japan, es ist ein Laden, in dem nur Frauen einkaufen, essen wir nach einem kräftigen Schauer zu Mittag auf einer Bank unterm Dach vor einem Getränkeladen und dort kaufen nur Männer ein. Die fahren auch andere Autos. Wir kommen an so vielen Reisfeldern vorbei, dass wir heute endlich das eine oder andere fotografieren.
Wir fahren im leichten Regen wieder los und sehen das Zeichen eines Campingplatzes und beschließen, dass der Tag des Campingplatzausprobierens heute ist. Es ist ein schöner Platz mit viel Platz, auf der Frei-Zelten-Wiese sind wir die einzigen. Es ist auch durchaus teuer, so dass wir uns das zwar noch eher leisten können als eine Jugendherberge, aber eben doch nur zum Wäsche-waschen und Baden, mit Platz Räder reparieren und alles Auspacken, Trocknen und wieder einpacken. Zum Glück regnet es den ganzen Nachmittag nicht, so dass wir in der Tat alles auspacken können und trocken bekommen, Die Wäsche hängt jetzt im Spülhaus und baden geht auch. Hier gäbe es sogar Gaskartuschen, wir verbrauchen ja gerade die, die wir noch aus Bonn mitgenommen haben! Sozusagen die eiserne Reserve, denn unser Kocher kann auch Benzin und ist damit sehr schnell, aber im Zelt zu kochen geht eben nur mit Gas und das ist sowohl in der Kälte super gewesen, als es jetzt wegen der Mücken ist. Allerdings bedeutet das jeden Morgen und jeden Abend ein Hamam-Besuch gratis, denn die Temperatur und Feuchtigkeit steigt dann im Zelt ins Unermeßliche, aber immer noch besser als sich von den Mücken auffuttern zu lassen.
Gen Westen sieht der Himmel gruselig aus und wir hoffen, dass das Ende der Regenzeit nun doch bald kommt, wenngleich die Wolken sogar gut tun, denn die Sonne ist irre stark. Wolken ohne Regen, das wäre doch was, liebes Japan (jap. 日本, Nihon/Nippon; anhören?/i)!

24.-26. 6.328, 329, 330

26. Juni,  Kamiyama  (神山町 Kamiyama-chō?) bis Mima (jap. 美馬市, -shi), 47,7km, 12051 Gesamtkm

Datum: 26.6.11
Tag: 330
TagesunterstützerIn: Petra Tuin
von: Kamiyama m NN 186
nach: Waki m NN 50
km 47,7
Gesamt km 12051,3343
km/h: 10,7
Fahrzeit 04:26
gesamte Fahrzeit: 952:38:00
Anstieg in m pro h 120,68
Anstieg in m 535
Abfahrt in m: 671
höchster Punkt in m NN 679
Steigung/Gefälle 2,53
 
Problem: auch das Ketten- und Ritzeltauschen hat das Knarren und beinahe wie Schlagen an Gundas Hinterrad nicht geändert. Wir vermuten nun, dass die vorderen Ritzel doch hinüber sind, vor allem aber dass das Lager des hinteren Laufrades nach bald 18.000 km mit Gepäck kaputt ist. Wir haben keines dabei, wissen auch nicht, wie eines eingebaut werden muss.
Gestern Abend haben wir es gerade geschafft, das Zelt aufzubauen, als der erste Regenguss über uns nieder geht. So geht es die Nacht durch und auch der Morgen ist ganz ähnlich. Daher ignorieren wir den Wecker um 4:30 und schlafen bis 7:00. Inzwischen regnet es beinahe gar nicht mehr. Als wir zur Straße zurückschieben, sehen wir, dass die Straße voller Sternenfestbäume ist.
    

Ein Baum ist umgekippt und wird nun vom zuständigen Senior an einen anderen Ort getragen.


Da dieser direkt neben unserem Ausgang ist, packt Gunda noch mit an, bis der Baum steht. Die gesamten nächsten Dörfer haben Bäume an der Straße.


Es geht gut bergauf, eine wunderschöne Passstraße, wir sind wieder erstaunt, wie viel Asphalt es geben kann. Und Wasser. Dennoch ist es gut anstrengend.


Am Pass gibt es wieder einen Tunnel und es fängt an zu gießen. Wir fahren im strömenden Regen in ein dampfendes Tal hinab, finden eine Tourist Information mitsamt Restaurant. Es gießt und gießt und gießt. Nach dem Mittagessen entscheiden wir, dass wir nicht weiter in die Berge und zum nächsten Pass fahren (immerhin fast auf 1.200 m), sondern ins nächste Tal hinab. Auf den Bergstraßen gibt es im Grunde keine Infrastruktur und für weitere zwei Tage ohne Laden und im strömenden Regen sind wir weder von den Vorräten noch von der Stimmung her aufgelegt. Das ist das gute am Urlaubsradeln: man kann die Richtung wechseln. Bald hört es auf zu regnen, wir füllen in einem der unendlich ordentlichen Dörfer Wasser auf, finden sogar einen offenen Laden für Brot und Bier und sind nun neben einem der vielen Bäche, umgeben von sehr interessierten Mücken und fragen uns, wieso wir eigentlich kein Zedan dabei haben und wieso wir das jetzt erst merken. Es regnet nur noch leicht ab und an.
25. Juni, Wakayama (jap. 和歌山市, -shi) bis Kamiyama (神山町 Kamiyama-chō?), 52,2 km, 12004 Gesamtkm

Datum: 25.6.11
Tag: 329
TagesunterstützerIn:
von: Wakayama m NN 82
nach: Kamiyama m NN 186
km 52,2
Gesamt km 12003,6343
km/h: 11
Fahrzeit 04:43
gesamte Fahrzeit: 948:12:00
Anstieg in m pro h 75,27
Anstieg in m 355
Abfahrt in m: 251
höchster Punkt in m NN 251
Steigung/Gefälle 1,16

Wir stehen um 4:30 auf und es ist bereits sehr warm. Unser Platz ist gut gewählt, die Sonne kommt erst gegen 6:00 über den Berg. Wir machen uns auf den Weg zur Fähre und finden sie recht schnell. Dort können wir die Räder selber ins Schiff fahren, es ist eine ganz normale Autofähre. Während Gunda einen Teil der nicht geschlafenen Nacht (auch an Wärme muss man sich gewöhnen) nachholt  


, schaut sich Wolfgang das Schiff, die Leute und das Meer an.


Einmal angekommen, müssen wir noch überlegen, welche Straße wir nehmen. Zum ersten Mal seit zehn Monaten „müssen“ wir nirgendswo hin oder lang, außer dass wir vielleicht nach Tokio (auch: Tokyo, jap. 東京, Tōkyō anhören?/i) wollen. So groß ist Japan (jap. 日本, Nihon/Nippon; anhören?/i) aber in dem zu befahrenen Teil nicht. Es ist ein eigenartiges Gefühl, plötzlich eher einen Radurlaub zu machen und erstaunlicherweise geht manches leichter und manches nicht. Zum Beispiel sind Anstrengungen eine ganz andere Wahrnehmung. Jetzt überlegen wir, ob wir die Passstraße nehmen oder den Tunnel, beides geht. Wir müssen nicht nach der Zeit schauen und nicht nach den Straßen (die sind hier eh gut). Wir nehmen die Passstraße.

Zugleich ist dann die Anstrengung als solches dann da, sie ist nicht mehr Teil eines großen Ganzen. Oder vielleicht doch, aber im Augenblick ist sie primär und präsent und zudem in Verbindung mit 37 Grad im Schatten. Die Straße ist dennoch wunderschön und windet sich an vielen Schreinen



vorbei in den Berg hinein. Nach einem Tunnel stehen wir in einem ganz dichten Wald, beinahe ein Regenwald.


Käme nicht um jede Kurve ein Haus und mit ihm die Gift-spritzenden Bauern, wäre das eine ländliche Idylle.
Heute Mittag sind wir nach langen Suchen eingekehrt in einer Halle, die zunächst aussah wie eine Gärtnerei, dann aber eine Mischung aus Gärtnerei, Café, Spätkauf und Verkauf und allem Möglichen ist. Geführt von sehr heiteren und fidelen Damen zwischen 50-80. Sie sind begeistert, dass wir da sind, wir bekommen auch unser Essen und als wir unsere zusammenschraubbaren Stäbchen auspacken, ist die Frauenbande restlos aus dem Häuschen. Wir verstehen eh kein Wort, aber aufgeregte japanische Damen hören sich sehr lustig an. Sie schauen auch, ob wir es denn können, zwei schon mit einer Plastikgabel bewehrt, aber anscheinend können wir sie überzeugen.
Wir werden frenetisch verabschiedet als wir nach einer Mittagspause unterm Baum nebenan an ihnen vorbei fahren. Das ist noch vor der Passstraße.
Wasser finden wir beim Panasonic-Laden


mit beneidenswerten Blumen vorm Geschäft
 

, während gegenüber die Bambusbäume für das Sternenfest Tanabata (jap. 七夕, wörtlich: siebenter Abend oder 棚機, dt. Wega) hochgezogen werden.


Es geht hier hoch und runter an diversen Flüssen entlang, immer begleitet von Reisfeldern und Ansagen, die wir nicht verstehen und hoffen, dass sie nicht so wichtig sind.


Unser Schlafplatz ist erneut eine Baustelle, diesmal wird es eine Brücke und es gibt einen kurzen Schauer zum Zeltaufbau. Es ist heiß und schwül und grün. Wir sind in einer ganz anderen Welt und müssen uns erst zurechtfinden. 

24. Juni, Ōsaka (jap. 大阪市, -shi, [oˌosaka] Audio?/i) bis Wakayama (jap. 和歌山市, -shi), 61,8km, 11951 Gesamktkm

Datum: 24.6.11
Tag: 328
TagesunterstützerIn:
von: Osaka m NN 16
nach: Wakayama m NN 82
km 61,8
Gesamt km 11951,4343
km/h: 11,4
Fahrzeit 05:25
gesamte Fahrzeit: 943:29:00
Anstieg in m pro h 24,92
Anstieg in m 135
Abfahrt in m: 69
höchster Punkt in m NN 101
Steigung/Gefälle 0,33
Der Morgen ist wiederum strahlend blau und das, obwohl Wetter.de vorausgesagt hatte, dass es regnet. Wir checken aus und fahren zur anderen Jugendherberge um dort für den September zu reservieren. Es geht zwar am ersten Tag nicht, dafür an den anderen Tagen und wir können unsere zweite „Polentasche“ mit den chinesischen Bahntaschen da lassen. Wir fahren in den Wind und die Sonne und müssen uns erst mal wieder an die Hitze gewöhnen. Der Weg ist der Weg zum Flughafen Kansai (jap. 関西国際空港, Kansai kokusai kūkō, engl. Kansai International Airport) und nun wissen wir, dass wir das letzte Stück nicht fahren dürfen. Also brauchen wir dafür eine Lösung.
Zur Mittagszeit fahren wir an einem LKW vorbei, der uns zuruft. Wir winken zurück und fahren zum nächsten Laden, um dort das Mittagessen zu kaufen. Er ist bereits vor uns da und hat schon zwei Cola für uns in der Hand und kauft uns dann noch das Mittagessen. Total nett! Wir essen und verbringen einen Teil der Mittagshitze im Schatten beim Laden. Kurz vorm Losfahren wollen wir uns noch einen Schokoriegel und einen der gekühlten Milchkaffee kaufen, als auch er wieder im Laden ist und das auch für uns bezahlt. Ein wenig fühlen wir uns eben doch wie im Iran!
Wir fahren weiter, immer wieder das im Blick, ebenso die Berge neben und vor uns. Die Struktur wird dörflicher und vermehrt sind Reisfelder am Rand zu sehen, aber auch kleine Gärten mit Gemüse. Bald biegt die Straße in die „Berge“ und wir fahren den ersten Pass mit ganzen 100 m Höhe. Vorher füllen wir noch Trinkwasser auf. Wir finden einen Platz zum Schlafen neben einer Kiesgrube und hören unter uns den Zug im Tunnel. Es ist warm und schwül und inzwischen ist der Himmel in der Tat bewölkt. Nun warten wir auf die Dunkelheit für eine Dusche und dann gibt es endlich wieder einmal Nudeln mit Thunfisch!

Donnerstag, 23. Juni 2011

20.-23. Juni, Osaka, 324, 325, 326

23. Juni, Ōsaka (jap. 大阪市, -shi, [oˌosaka] Audio?/i)

Heute ist der Tag der Tage: wir schleppen die – wie sich rausstellt doch „nur“ 14kg – zur Post (jap. 日本郵政公社, Nippon Yūsei Kōsha) . Unsere „Polentasche“ wird ohne jedes Nachfragen als Paket genommen und so sind wir nun unsere Daunenjacken und Thermohosen und ähnliches los. Wir fahren zurück, suchen einen weiteren Fahrradladen, den wir nicht finden, dafür aber einen Bäcker und einen Supermarkt. Hier ist das Essen zum Erwärmen in der Mikrowelle, das es in jedem kleinen und großen Supermarkt neben der großen Sushi-Auswahl als Auswahl gibt – im Supermarkt bezahlbar und zudem gibt es vor Ort Mikrowellen. Auf die Dauer fehlt dann vielleicht das Gefühl, dass Essen etwas anderes sein könnte als Nahrungszunahme, aber angesichts der Preise ist es doch eine gute Lösung. Denn eine Packung Nudeln kostet so viel wie zwei Essen aus dem Supermarkt… Vom Preisniveau her sind wir nun wirklich wieder im Westen angekommen.
Wir müssen nun packen und noch den Achter aus Gundas Hinterrad rausbekommen. Eine Idee unserer Route haben wir zwar, aber genau anschauen sollten wir sie trotzdem. Obwohl so viel weggeschickt ist, sind die Taschen immer noch schwer. Es ist zum Mäusemelken! Wir sind hier richtig im Hochsommer gelandet, es regnet nun schon den zweiten Tag nicht mehr, ist auch gar nicht so feucht, sondern heiß und windig. Ganz ungewohnt, alles ist grün und blüht, überall duftet es und es sind viele Menschen unterwegs. Hier ist es eine Selbstverständlichkeit, Sonnenschutz mit dem Schutzfaktor 50 zu kaufen. Wir freuen uns auf die Fahrt mit dem Wechsel zwischen Berg und Meer.
22. Juni, Ōsaka (jap. 大阪市, -shi, [oˌosaka] Audio?/i)
Heute scheint auch wieder die Sonne und der Tag steht erneut im Zeichen der Reparatur. Uns wird deutlich, dass wir das nicht alles schaffen und verlängern noch einen Tag. Wir haben vieles immer aufgeschoben „wenn wir in China [ˈçiːna] (oberdt.: [ˈkiːna]) sind“, das Austauschen der Ersatzteile stand eh erst jetzt auf dem Programm. Außerdem wollen wir nun endlich das Paket fertig bekommen, was wir schon in Kaxgar (in der Antike chinesisch 疏勒 Shūlè, altgriechisch möglicherweise Kasia[1]) wegschicken wollten, aber am Feiertag gescheitert waren. Am Nachmittag fahren wir dann die drei Fahrradläden, die es hier in der Straße gibt, ab um Schrauben zu suchen. Wir bekommen welche für den Ständer an Gundas Rad, so ist das Gewurschtel schon mal vorbei. Anschließend gehen wir zum Italiener, das ist in Japan (jap. 日本, Nihon/Nippon; anhören?/i) zwar sündhaft teuer (eigentlich nur die Getränke), aber es ist wirklich gut und ein anderer Geschmack. Insgesamt sind wir froh, überhaupt wieder essen zu können. Am Abend steht Baden in dem wunderbaren japanischen Bad auf dem Programm.

Reparaturen:
In der Küchentasche:
Die Olivenölflasche ist tatsächlich undicht, umgefüllt in eine andere Flasche. Sonst ist da alles in Ordnung
Sonstiges:
Die Uhr ist nach dem Batteriewechsel in Shanghai nicht mehr zusammenbaubar gewesen. Auch zwei Geschäfte in Osaka schaffen das nicht. Jetzt ist sie halbwegs geschraubt und zeigt wieder Zeit, Höhe und Barometer an (Letzeres fällt).
Klamotten:
Strümpfe ersetzt, da sie alle total viele Löcher haben, sonst ist alles in Ordnung.
Reparaturen:
Terraliner AlloyS von Wolfgang:
Neue Mäntel (4.712,45 km Laufleistung)
Original Schimano Schaltzughülse eingebaut (Schaltung funktioniert nach wie vor nicht)
Neuen Spiegel rechts angebaut für jap. Linksverkehr (alter Spiegel bei Bahnfahrt zerstört)
Kette und Kassette sowie Bremsklötze neu (4.712,45 km Laufleistung)
Neuer Schmutzfänger am hinteren Schutzblech (alter fehlte nach der Bahnfahrt)
Steigungsmesser nicht ersetzbar (fehlt nach Bahnfahrt)
Heute Morgen scheint die Sonne! Es gibt blauen Himmel! Wir verbringen den Tag mit dem Reparieren der Räder (Wolfgang) und der Suche nach Einzelteilen und der Post (Gunda). Am Abend haben wir viel geschafft und hoffen, morgen den Rest hinzukriegen und dann endlich wieder loszukönnen.
Ein kleiner Eindruck aus Ōsaka (jap. 大阪市, -shi, [oˌosaka] Audio?/i):


Anschauen tun wir uns nichts, da Alex ja hierhin kommt und wir dann mit ihr zusammen uns sowohl Ōsaka (jap. 大阪市, -shi, [oˌosaka] Audio?/i) als auch Kyōto (jap. 京都市, -shi, im Deutschen meist Kyoto, seltener auch Kioto geschrieben) und Tokio (auch: Tokyo, jap. 東京, Tōkyō anhören?/i) anschauen. Wir freuen uns sehr, dass sie kommt.
Vitelli-Camping Hänger:
Fahne und Rücklicht auf die rechte Seite für japanischen Linksverkehr montiert
Problem: eine der Arretierungskugeln einer der beiden Steckachsen fällt heraus. Es bleibt also nur noch die zweite Kugel.
Signature von Gunda: (17.351,45 km Gesamtlaufleistung)
Vorderer und hinterer Mantel miteinander getauscht (2.245,6 km Laufleistung)
Kette und Kassette sowie Bremsklötze neu (4.712,45 km Laufleistung)
Neuer Spiegel rechts montiert für jap. Linksverkehr (alter Spiegel bei Bahnfahrt zerstört)
Fahne rechts montiert für japanischen Linksverkehr
Kettenschutz repariert (bei Bahnfahrt durchgebrochen)
Zahnkranzschutz und Lenkerklingel nicht ersetzbar (beides fehlt nach Bahnfahrt)
Abgebrochene Schraubenteile von Ständer entfernt und mit neuen Schrauben wieder montiert.
Karabinerhaken für Trinkflasche ersetzt (fehlt nach Bahnfahrt)

20. Juni, Ōsaka (jap. 大阪市, -shi, [oˌosaka] Audio?/i)

Der Morgen begrüßt uns mit weiterem Regen. Dafür gibt es im Grunde keinen Wellengang mehr. Nach dem Frühstück legt das Schiff schon an und es kommt das japanische Ärzteteam zum Fiebermessen und alle Stellen sich in der Reihenfolge ihrer Nummernkärtchen, die es zum Einchecken gab, auf. Auf diese Weise muss der Name nicht erfragt werden. Wir haben unsere bestimmt verwechselt. Dann dauert es noch eine Stunde, bis wir von Bord dürfen. Es ist alles ganz ruhig. Unser Gepäck ist da, ebenso die Räder. Unsere Räder sind so unendlich dreckig durch die Schlammschlacht im Pamir (womöglich aus Sanskrit upa-meru, „Nahe dem (Berg) Meru“, oder aus Persisch pāye mihr, „Zu Füßen Mithras“)[1][2], dass sie erst gereinigt werden müssen und dann desinfiziert. Uns ist das alles fürchterlich peinlich, da zwei Angestellte nun um unsere Räder auf Knien rutschen und reinigen. Sie entschuldigen sich bei uns, dass wir warten müssen. Es ist alles ganz ruhig und freundlich. Als wir die Räder des Wagens auspacken, sowohl ein Lächeln als auch ein Schrecken über alle Gesichter, einschließlich unserer. Also werden die auch noch gereinigt. Dann kommen wir ohne jede Probleme durch den Zoll und können die Räder beladen. Es regnet immer noch in Strömen. Zum Glück gibt es eine ganz gute Karte vom Hafen, so dass wir das nächste Einkaufszentrum ansteuern und dort Geld bekommen und auch eine Karte. Wir fahren zur Jugendherberge im Süden, wunderschön gelegen. Sie ist voll. Das ist dem Jugendherbergsmenschen so peinlich, dass er uns zwei Getränke schenkt. Er ruft in der anderen Jugendherberge an, dort ist ein Zimmer frei. Sie ist 20 km entfernt in der Stadt. Also fahren wir zurück, inzwischen ohne Regen. Der Linksverkehr ist gar nicht so schlimm und es gibt eine Verkehrsregelung ganz ohne Hupen und Autos halten an und die Ampeln werden ernst genommen. Wir sind erstaunt über die Ruhe und Gelassenheit, mit der hier der Straßenverkehr geregelt ist und vor allem über die vielen, vielen Radfahrenden. Wir finden die Jugendherberge, auch sie ist sehr schön im Park in einem Teil des Sportstadions. Nach einigem Hin und Her bekommen wir ein Zimmer, in dem wir drei Nächte bleiben können ohne umzuziehen. Es ist im Japanischen Stil und sehr schön. Nach einem guten Essen, das preislich sogar geht, nur die Übernachtung ist teuer, genießt Gunda noch das Japanische Bad während Wolfgang schon anfängt, den Blog nachzuarbeiten. Hier geht das ja alles wieder.

Und: So ging´s bei Rieke und Torsten weiter: hier.