Samstag, 4. Dezember 2010

1.-4. Dezember - 122, 123, 124, 125

4. Dezember Tizhtizh nach Sanandadsch (persisch ‏سنندج‎; Sanandaj, auf kurdisch Sine), 48,97km, 6364,1 Gesamt km

Datum: 4.12.10
Tag: 126

TagesunterstützerIn:

von: Tizhtizh m NN 1662

nach: Sanandaj m NN 1558

km 48,97

Gesamt km 6289,1032

km/h: 9,26

Fahrzeit 05:17

gesamte Fahrzeit: 482:36:00

Anstieg in m pro h 186,06

Anstieg in m 983

Abfahrt in m: 1087

höchster Punkt in m NN 2160

Steigung/Gefälle 4,23

Der heutige Tag besteht aus einem Radfahren, das zwischenzeitlich den Titel Bergsteigen verdient. 


Zunächst geht es aber nach einem steilen Anstieg langsam den Pass hinauf auf einer schönen Straße. 


Wir denken, dass wir die knapp 40 km bis zur Stadt locker schaffen und planen ohne Mittagspause. Es geht bergauf und bergab und bald sind wir am ersten Pass, der auch schon beinahe 2.000 m hoch ist. Es geht nur 200 m bergab und dann geht es den nächsten Pass hoch. Schon von Weitem sehen wir, dass sich die Autos um eine Bergkuppe mühen. Dennoch ist die Straße schön und die Ausblicke toll. 


Wir erreichen den Pass mit der zusätzlichen Mühe einer Baustelle. Der Fahrstil an sich ist schon eher chaotisch, aber bei einer Baustelle bricht die Anarchie aus: aus ehemals zwei, jetzt eh nur einer Spur werden locker 4-5 Spuren, aus dem Rechtsverkehr etwas, das ermöglicht, möglichst ohne Bremsen voranzukommen. In alledem wir und auf schlechten Straßen. Zum Glück ist der Abschnitt eher kurz. Danach geht es rasant ins Tal und wir denken uns, jetzt ist es geschafft, noch 15 km im Tal und wir sind da, als wir sehen, dass die Straße nicht im Tal geht, sondern schön über zwei weitere Pässe geleitet wird. Wir kommen daher ziemlich k.o. und ein wenig genervt in der Stadt سنندج an, die aber nett und schön ist. Wir finden mit Hilfe eines netten Taxifahrers, der sogar noch hinter uns her fährt als er sieht, dass wir die Abbiegung nicht nehmen, ein Hotel und sind von der Hitze im Zimmer ganz überwältigt und von der Dusche begeistert. Es gibt sogar Internet, so dass wir Mails abschicken können. 



Tag: 125

TagesunterstützerIn:

von: Sarvabad m NN 1262

nach: Tizhtizh m NN 1662

km 51,94

Gesamt km 6240,1332

km/h: 9,94

Fahrzeit 05:13

gesamte Fahrzeit: 477:19:00

Anstieg in m pro h 159,30

Anstieg in m 831

Abfahrt in m: 431

höchster Punkt in m NN 1665

Steigung/Gefälle 2,43

Der Morgen ist so kalt, dass wir Hotel-Verwöhne warten, bis die Sonne aufgegangen ist und ein wenig wärmt. 


Dadurch kommen wir erst um 9:00 Uhr los. In der Nacht hatten wir noch Hundestreit vor unserem Zelt: plötzlich gab es ein wildes Knurren und Bellen und dann verzog sich ein Bellen und es war wieder ruhig. Wir vermuten, dass einer der Hunde uns „adoptiert“ hat und Krach mit einem anderen Hund, der sich genähert hat, angezettelt hat. Ansonsten haben wir es genossen, mal wieder so einfach draußen sein zu können.
Dank unserer Bekehrung fahren wir auf der guten Straßen an vielen Bächen entlang langsam aber stetig bergauf. Die Landschaft ist atemberaubend 


und heute ist Freitag, so dass viele Familien in Festkleidung unterwegs sind. Immer wenn wir eine Wasserpause am Rand machen, halten Autos für ein Foto mit uns. 


Wir werden von einem Auto angehalten, das in gutem Englisch sehr gezielt nach unseren Grenzübergängen fragt. Abgesehen davon, sind es alles kurze herzliche Begegnungen. Zum Mittagessen sind wir in „Negel“, einem kleinen Ort, der berühmt für den القرآن ist, der in einer extravaganten Moschee aufbewahrt wird. Es ist einer von nur dreien aus der Zeit direkt nach محمد. Da heute Freitag ist, können wir uns ihn leider nicht ansehen, wir kommen genau zum صلاة الجمعة‎ an. In einem kleinen Imbiss neben der Moschee essen wir in Brot gewickelte Nudeln mit Salat gemischt, sehr eigen, aber durchaus gut schmeckend. Eine Familie möchte uns anschließend noch zum Essen einladen, da wir aber gegessen haben, lehnen wir ab. Der Vater teilt aber dann doch noch einen Spieß mit uns, der ebenfalls sehr gut ist. Wir fahren weiter auf unserer Passstraße. Landschaftlich verändert sich wenig, nur die Bäume werden weniger und wir staunen, wie hoch und steil den Berg hinauf die Äcker gefurcht sind. 

Link 
Wir sehen, dass Feldarbeit hier sowohl Hand- als auch Maschinenarbeit ist. Wir kommen durch einen weiteren Ort und kaufen in einem kleinen Laden ein. Während Gunda einkauft und die ersten zwei Worte ‏فارسی lernt (نان‌/Brot und شير/Milch) unterhält sich Wolfgang mit einem Teheraner. Nach dreimaligen Fragen lehnt der Ladenbesitzer die Bezahlung immer noch ab, damit ist uns der Einkauf geschenkt worden. Mit dem neu gelernten Wort „نان/Brot“ geht es noch auf die Suche nach Brot, das es in Läden nicht gibt. Schließlich endet die Suche in einem Restaurant, wo Brot verkauft wird. Mit allem ausgestattet fahren wir weiter hinauf. Gerade erfreuen wir uns an der Klarheit der Bäche, als auffällt, das der Bach Ölschlieren hat. Kurz darauf sehen wir, dass unter einer Brücke Öl herausläuft. Kurz darauf sehen wir die Ursache: einer der unzähligen Öl-Laster, die auf der Bergstraße Richtung العراق fahren, ist auf der uns entgegenkommenden Straßenseite gegen den Berg gekracht und das Öl ist ausgelaufen. Er steht mit zwei anderen Lastern in der Außenkurve und ist über und über mit Öl verschmiert.
Als wir kurz vor Sonnenuntergang sehen, dass die Straße nun auf den eigentlichen Pass, der irgendwas mit 2000 plus ist, zugeht, entscheiden wir, dass das ein Projekt für den nächsten Morgen ist. Wir sehen einen Bach und Bäume und steuern mutig drauf zu. Beim Schieben durch den ersten Acker (ganz gegen unsere Prinzipien) fällt uns auf, dass das Wasser aus dem Berg nach unten läuft. Das finden wir ganz nett, lauter Quellen denken wir. Wir schieben durch den frisch gepflügten und total nassen Acker (gegen Prinzip Nummer zwei) auf die Obstwiese zu, der Boden ist auch nass. Wir sehen bald warum: es verläuft eine Bewässerungsgraben oberhalb des Feldes und die Quellen sind gezielte Bewässerungen. Nun vertrauen wir darauf, dass der Bauer schon nicht in der Nacht das Konzept ändert wird und fangen mit dem Aufbau an. In dem Moment kommt der Bauer und ist völlig erstaunt, als Wolfgang ihn anspricht. Es ist kein Problem, dass wir hier übernachten, er richtet die Bewässerungsgräben im Feld noch her und verändert die Bewässerung. Er bietet uns sogar an, im Haus oberhalb zu übernachten und zeigt uns den Weg zur eigentlichen Quelle. Zum Schluss lädt er uns zum Essen ein, was wir aber ablehnen, da er im Dorf wohnt. Wir richten uns auf eine kalte Nacht auf 1.662 m ein. 

2. Dezember Marivan (auf kurdisch: Merîwan, persisch ‏مریوان‎) nach Sarvabad, 62,29km, 6261,9 Gesamtkm

Datum: 2.12.10

Tag: 124

TagesunterstützerIn:

von: Marivan m NN 1383

nach: Sarvabad m NN 1262

km 62,29

Gesamt km 6188,1932

km/h: 11,35

Fahrzeit 05:29

gesamte Fahrzeit: 472:06:00

Anstieg in m pro h 154,65

Anstieg in m 848

Abfahrt in m: 969

höchster Punkt in m NN 1507

Steigung/Gefälle 2,92

Heute haben wir uns bekehrt: wir werden keine Straßen mehr fahren, die auf unser Karte nicht durchgezeichnet sind, auch wenn sie auf einer Tourismuskarte als durchgehend eingezeichnet sind….
Wir bekommen um kurz nach sieben das gute Frühstück und packen schweren Herzens alle Sachen und verabschieden uns von dem schönen Ort. Die Straße führt uns schnell in die Stadt ‏مریوان, wo wir Geld wechseln. Wir sprechen einen Herrn an und fragen nach einer Bank oder Post, gibt es beides nicht. Bei der Frage „Dollar – ریال????“ ruft er zwei Herren mit großen Plastiktüten herbei. Es sind die Geldwechsler vom Ort. Also wechseln wir auf der Straße das Geld und sind inzwischen von ungefähr 50 Männern umringt. Es ist aber gar nicht beunruhigend. Wir fahren anschließend auf der Straße, die uns zunächst an einem ersten Fluss „hinabführt“ bevor wir einem anderen Fluss flussaufwärts folgen. Es ist eine wunderschöne Gegend mit vielen Bäumen, kleinen Dörfern, viel Landwirtschaft und die einen oder anderen großen Hühnerfarmen. Mittags essen wir am Busbahnhof der nächst größeren Stadt einen ‏كَباب. Wir haben gerade die Räder abgestellt und abgeschlossen, als die Schule aus ist und eine Horde von Jugendlichen zum Busbahnhof zustürmt. Reflexartig schließen wir unsere Räder wieder auf und wollen fliehen, als uns klar wird, dass wir das gar nicht müssen. Sie schauen interessiert, ebenso die Erwachsenen und dann warten sie auf den Bus. Wir können ganz entspannt im ersten Stock essen und unseren Rädern geschieht nichts. Ein wenig müssen wir uns da wohl noch umgewöhnen. Überhaupt brauchen wir noch eine Weile, um eine Gefühl für das Land zu bekommen und ein wenig von dem Misstrauen, das uns begleitet – oder gesteigerte Aufmerksamkeit, das ist wohl eher eine Skala – zu verlieren. Kurz bevor wir die Stadt erreichen, fragt aus einem Auto heraus eine elegante Dame, woher wir sind und bietet uns ein Getränk an. So etwas nehmen wir gerne an und so hält Gunda, um es in Empfang zu nehmen: es ist Bier!!! Völlig irritiert lehnt sie ab, denn das ist hier ja nun strengstens verboten. Wir wissen nicht, ob die Dame einfach der Meinung war, dass wir Europäer uns sicherlich über ein Bier freuen würden oder ob das ein Test war, zumal etwas weiter vorne ein Auto stand, das uns beobachtet. Wir wissen es schlicht weg nicht und hoffen sehr, dass wir irgendwann in unserer Zeit eine Einladung in eine Familie erhalten, wo wir solche Fragen auch stellen können. Beim Mittagessen studieren wir erneut unsere beiden Karten und sehen auf der Karte dieser Region, dass es einen direkten Weg zu der Stadt geht, durch die wir müssen und der nicht über 2.000 m geht. Also entscheiden wir uns dafür und fragen an der Abzweigung einen Bauarbeiter, ob die Straße gut ist. Er bejaht und so fahren wir beherzt von der Hauptstraße ab. Die ersten 20 km sind auch gut, steil aber in einem guten Zustand. An einer besonders steilen Stelle hält uns ein Mann an und sagt uns – wir sehen das Dorf schon vor uns – dass ab dem Dorf der Asphalt für ungefähr 30-40 km aufhört. Er bietet uns an, uns mitzunehmen und bei ihm zu übernachten. Wir denken, das geht doch alles und lehnen ab. Wir fahren in das Dorf und halten beim ersten Laden und kaufen noch ein. Dort steht er wieder und lädt uns ein. Wir sagen wieder nein, inzwischen ist der Asphalt weg und fahren wieder los. Bald ist im Dorf bereits die Straße so steil, dass Wolfgang schieben muss. Am nächsten Laden holen wir ein wenig Wasser und beratschlagen, was zu tun ist. Er ist wieder da und fragt und ein drittes Mal. Wieder sagen wir nein und schieben ganz wacker den Berg hinauf. Er fährt an uns vorbei und wir müssen nach wenigen Metern einsehen, dass das keinen Sinn hat. Wir drehen um und fahren zurück. Wir haben bisher nur gelesen, dass die Höflichkeitsform im ايران vorsieht, dass dreimal ein Angebot gemacht wird und die Möglichkeit besteht zuzusagen oder abzulehnen. Dann dreimal Nein ist das Angebot abgelehnt.
Wir holen also wieder Wasser im Laden neben dem ersten Laden und sind umringt von Kindern, die alle sehr nett und respektvoll sind und fahren zurück zum Fluss. Mutig schlagen wir unser Zelt auf, es gibt ja wieder Bäume, so dass das geht. Uns gegenüber ist ein Dorf, das am Berghang glitzert. 


Wir sind gespannt, wie kalt die Nacht ist, heute Morgen war es sehr kalt als wir zum Frühstück gingen.

  1. Dezember, Marivan (auf kurdisch: Merîwan, persisch ‏مریوان‎)
Wir haben beschlossen, im Hotel an diesem herrlichen Bergsee (Lake Zarivar) einen Eingewöhnungstag für den ايران zu machen. 


Lesen im Lonely Planet, Kassensturz, detaillierte Routenplanung und vor allem ausschlafen… 


Wir sind tatsächlich im ايران! Und unsere Zeitplanung war realistisch, hatten wir doch in Ankara (früher Angora, antiker Name altgriechisch Ankyra Ἄγκυρα, lateinisch Ancyra) beim Visum-Antrag als Einreisetag den 1. Dezember angegeben. Und die Routenänderung, anstatt durch die kurdischen Gebiete der Türkiye Cumhuriyeti durch Heremê Kurdistanê zu fahren, hat sich doppelt bewährt: Einmal geht die mittelalterliche Winterroute der Seidenstraße über den العراق‎, um die Kälte in den höheren türkischen Bergen zu vermeiden. Und dann hörte der für uns in der Türkiye Cumhuriyeti sehr grenzwertige „Terror“ durch Kinder und Jugendliche an der Irakischen Grenze schlagartig auf: In Heremê Kurdistanê standen die Kinder staunend und respektvoll am Straßenrand, selbst in Städte kamen wir völlig unbehelligt hinein. Und das alles bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von tagsüber über 20°. Dafür mussten wir uns im كۆماری عێراق mit Militär, Geheimpolizei und Polizei arrangieren. Immer wieder Kontrollen, manchmal Durchwinken, manchmal Passkopien, seltener die wirklichen Pässe mit Einreisestempel. Alles in allem etwas zeitraubend, aber immer freundlich, hilfsbereit und höflich. Für uns auch eine gewisse Sicherheit, nicht durch Bombenanschläge wie im arabischen Teil des العراق gefährdet zu sein. Was bleibt, ist das Misstrauen, hinter mancher interessierten Privatperson könnte sich der Geheimdienst verstecken und manche zufällige Bitte um ein Foto mit uns und unseren Rädern könnte ein Vorwand sein, uns zu inspizieren. Aber wir werden diese Rätsel nicht lüften und sind als Radreisende durchfahrende ja nicht parteiergreifend für die eine oder andere Seite. Die versprochenen Fotos - die wohl genauesten seit der Handy-Video-Aufnahme - des englisch-sprechenden „nur Hobby-Fotografen“ sind bis heute nicht angekommen…..
Eigentlich war die Route von Bonn bis hierher ja schon eine Ausweichroute, wegen der geschlossenen Grenze zwischen Россия und საქართველო (Abchasien [ab'xa:ziən] (abchasisch Аҧсны/Aṗsny; georgisch აფხაზეთი/Apchaseti; russisch Абхазия/Abchasija)). Deswegen hatten wir die Route nicht nördlich, sondern südlich des Schwarzen Meeres (adygeisch: Хы ШIуцI, altgriechisch Πόντος Εὔξεινος/ Pontos Euxeinos, bulgarisch Черно море/Tscherno more, türkisch Karadeniz, lasisch/megrelisch Uça suğa/უჩა ზუღა/Utscha sugha, georgisch შავი ზღვა/Schawi sghwa, rumänisch Marea Neagră, russisch Чёрное море/Tschornoje morje, ukrainisch Чорне море/Tschorne more) wählen müssen. Jahreszeitlich haben wir es gut erwischt, eigentlich von Bonn bis heute immer im Herbst zu fahren. Bisher nur einmal Frost auf der anatolischen Hochebene (von altgriechisch anatolē ἀνατολή „Osten“); türk. Anadolu; osmanisch ‏اناطولی‎, İA Anaṭolı), ansonsten selten zu heiß (im Sommer muss es hier unerträglich sein) und schließlich seit dem Tuz Gölü (türkisch für „Salzsee“, in der Antike lat. als Lacus Tatta bekannt) bei Ankara (früher Angora, antiker Name altgriechisch Ankyra Ἄγκυρα, lateinisch Ancyra) regenfrei. (Bis dorthin hatte es eigentlich von Bonn ab durchgeregnet…) Die einzigen regenfreien durchreisten Länder sind България (weniger als 24 Stunden) und كۆماری عێراق!
Mittlerweile haben wir Teheraner Zeit, also Sonnenhöchststand ist um 9:30 Uhr nach MEZ. Nun werden bis Februar die Tagesetappen kürzer ausfallen als bisher (immer zwischen 6 und 7 Stunden Fahrzeit), denn die tageshellen Stunden sind doch zu wenige. Und schließlich können wir bis Februar bummeln, denn wenn es Richtung Pamir-Gebirge geht, soll der Schnee ja wieder getaut sein. Im Februar haben wir dann einen festen Termin in Usbekistan, wo uns Sigrid besucht. Für Sigrid schreiben wir nun schon unsere Mitbring-Wunschliste (Alex kann ein Lied von singen), von Fahrradmänteln, Ortlieb-Ersatzklemmen über Tampons bis Weißwurst J Beinahe wäre noch ein neues Zelt nötig gewesen nachdem nun auch der Reißverschluss des Innenzeltes streikte, aber wir haben ihn dank dem erinnerten Trick des Schneiders aus Sarajewo wieder in Ordnung bringen können. Für den ايران stehen dafür einige Visa-Prozeduren an (betreffend die folgenden Länder Turkmenistan, Oʻzbekiston Respublikasi, Ҷумҳурии Тоҷикистон und Кыргыз Республикасы).
Bisher haben wir tatsächlich geschafft, jeden Tag in unserem Blog zu beschreiben und den Tagessponsoren von jeweils „ihrem“ Tag einen Ansichtskartengruß zu schicken. Letzteres ist gar nicht so einfach, denn Ansichtskarten gibt es sehr selten zu kaufen und auch Postämter sind selten zu finden bzw. befinden sich in Innenstädten, die wir mit dem Fahrrad teilweise wegen der Kinderhorden nicht anfahren konnten. Also haben sich manchmal etliche Postkarten angesammelt, die aber schließlich dann doch alle aufgegeben sind… (Kamen sie auch an?)
Ansonsten ist die globalisierte Kommunikation bisher gut: Unsere SMS an die Nr. 00491717443434 können wir täglich abholen (nur in Magyarország funktionierte das Roaming einmal zwei Tage lang nicht), Email an Gunda-und-Wolfgang@t-online.de können wir vielleicht wöchentlich abholen. Im ايران funktioniert erstmals twitter nicht, so dass wir keine tweets einstellen können und auch nur Direktnachrichten bekommen. Dafür gibt´s nach wie vor Blog-Einträge, wobei die Bilder erst später nachgeliefert werden, weil Modem hier doch sehr langsam arbeiten. In der Türkiye Cumhuriyeti hatten wir übrigens festgestellt, dass unserer Video-Kanal bei YouTube gesperrt ist, unsere erste Erfahrung mit Internetzensur. Wir haben gehört, dass YouTube nun einige Videos gelöscht hat und die Türkei YouTube wieder zulässt.
Sehr bewährt hat sich übrigens der Email-Service von Tagesschau.de ! Wenn wir wöchentlich unsere Emails abholen, bekommen wir die täglichen Schlagzeilen seit dem letzten Abholen, so dass wir auch rückwirkend über Nachrichten informiert sind. Und im Fernsehen (gibt´s in Hotels ab Mittelklasse) gibt es (zumindest im كۆماری عێراق und der Türkiye Cumhuriyeti) ‏الجزيرة auf Englisch 


mit recht guten Reportagen.
Apropos Hotels: Für uns zum Wäschetrocknen ganz praktisch, aber ökologisch horrende Energiefresser: Fast immer gibt es Klimaanlagen (die sich auf 32° stellen lassen) oder Heizlüfter, alles elektrisch. In der zumindest nachts kalten Jahreszeit sind die Dinger dann überall an… 


Uebrigens: Rieke und Torsten sind im ايران.

Von der Homepage des Auswertigen Amtes:
Von nicht notwendigen Individual- oder Trekkingreisen in die Kurdengebiete im Nordwesten Irans, insbesondere entlang der türkischen und irakischen Grenze, wird grundsätzlich abgeraten. Bei Reisen - insbesondere bei Individual- oder Trekkingreisen - in den Provinzen Kerman und Sistan-Belutschistan sowie in den Grenzgebieten Irans mit Pakistan und Afghanistan besteht ein erhebliches Entführungsrisiko. Zudem gibt es Berichte über sexuelle Belästigungen weiblicher Individualreisender. Auf der Strecke Zabul-Zahedan besteht ein Überfall- und Entführungsrisiko, auf der Strecke Kerman-Bam wurden nach Errichtung einer Straßensperre Reisende von Mitgliedern einer terroristischen Gruppierung erschossen. Es wird daher dringend davon abgeraten, auf dem Landweg, insbesondere mit dem Fahrrad oder Motorrad, nach Pakistan oder Afghanistan zu reisen. Obwohl bestimmte Straßen auf Karten unter Umständen als befahrbar ausgewiesen sind, sollten Hinweisschilder auf militärische Sperrgebiete unbedingt beachtet werden. Dies gilt insbesondere für die Strecke SEMNAN - MO'ALLEMAN - JANDAQ durch die Wüste DASHT-E KAVIR. Auch in der Grenzregion zum Irak und insbesondere in der Provinz Kurdestan gibt es zahlreiche Sperrgebiete, die in jedem Falle gemieden werden sollten.

Dienstag, 30. November 2010

Sigrid besucht uns in Usbekistan im Februar!

Keine Twitter-Meldungen aus dem Iran moeglich!

Gerade stellen wir fest, dass twitter im Iran nicht erreichbar ist. Also nur ueber den blog demnaechst!

Grenzübergang Panjiwin – Marivan

Grenzübergang Panjiwin – Marivan
Die Strecke von Sulaimanya nach Arbat sehr schön, danach hatten wir bis Kaolog viele Baustellen und streckenweise schlechte Straße. Nach Kaolog noch ca 30-40km, aber von 700 auf 1500 auf 1300 in Panjiwin wieder runter, aber Höhenmeter fast 1000, da zwei Täler dazwischen. Krasse Steigungen, schlechte Straßen, viele Baustellen. (Wir sind die Strecke auf einem Pick-Up gefahren aufgrund gesundheitlicher Probleme – schlechtes Wasser und Folgen….).
In Panjiwin gibt es ein Hotel (25 Dollar, saubere Zimmer, Klo und Bad auf dem Flur, 3 Zimmer). Im Blog Bild dazu, ist nicht zu finden, da nicht mehr auf Englisch beschrieben: Sicherster Weg es zu finden: bewaffnete Polizei fragen, auch wenn das zur nächsten Passkontrolle führt.
Von Panjiwin bis zur Grenze etwas 10km auf ziemlich gleichbleibender Höhe, gute Straßen. Grenze chaotisch, da Großbaustelle. Uns fehlte die Visumsverlängerung (hatten wir aus unerklärlichen Gründen in Dohuk nicht bekommen), daher dauert es länger, sonst geht’s wohl schnell. Bei uns keine Gepäckkontrolle. Auf iranischer Seite bevorzugt behandelt, direkt Stempel in den Pass und dann gibt es eine zweite Kontrolle, durch die wir gewunken wurden. Gutes Restaurant im iranischen Sicherheitsbereich, auch gut zum Geld Wechseln.
Straßen sehr gut, bis Marivan ca 18km.
TIPP:
Bei der Ausreise Irak wurde unbedingt ein Nummernschild verlangt. Unsere Räder sind codiert, so haben wir die Nummer genommen. Daher: codiert die Räder beim ADFC oder Polizei, auf dem Balkan wird das auch gerne gefragt!

28. November-30. November - 120, 121, 122

30. November, Penjween nach Marivan (auf kurdisch: Merîwan, persisch ‏مریوان‎), 28,86 km, 6198,9 Gesamtkm

 Datum: 30.11.10
Tag: 122

TagesunterstützerIn:

von: Panjwin m NN 1312

nach: Marivan m NN 1383

km 28,86

Gesamt km 6125,9031

km/h: 11,36

Fahrzeit 02:32

gesamte Fahrzeit: 466:37:00

Anstieg in m pro h 108,55

Anstieg in m 275

Abfahrt in m: 204

höchster Punkt in m NN 1401

Steigung/Gefälle 1,66


Problem: Die Mutter am Schnellspanner vom Wagen ist weg, daher ist der Schnellspanner locker, ein weiteres Projekt für Sigrid, die uns in Usbekistan besucht.

Unser Nachbar führt noch bis spät in den Abend lange Telefonate, die wir dank der Sicht-Schutz-Wand und der Art und Weise, wie telefoniert wird, life mitbekommen. Wir verstehen nichts, aber es scheint kompliziert zu sein. Auf der anderen Seite läuft der Fernseher in nicht mehr ganz so starker Lautstärke. Aber wir schlafen darüber ein und sind die ersten, die am Morgen aufstehen. Wolfgang findet den Schalter, um am gefilterten Wasser den Heizer einzustellen und wir haben auf diese Weise heißes Wasser. Am Abend schon haben wir die Tischdecke für den Boden bekommen, so können wir in Ruhe frühstücken. Unser Telefonier-Nachbar ist bereits abgereist und die Hotelbesitzer noch nicht auf. Wir sind sehr gespannt, wie das mit der Grenze gehen wird. Wir beladen unsere Räder und bauen ein Provisorium für den Schnellspanner unter den interessierten Blicken der beiden Hotelmänner und weiteren Männern, die aus der Ferne zu schauen.
Der Weg in den ‏ايران ist für uns nicht erkennbar, so fahren wir zunächst zu weit und halten an, als die Straße immer schmaler wird und zwischen zwei Bergen in den Himmel zu führen scheint. Ein junger Mann auf dem Mofa bringt uns zu einer Abzweigung, wo etwas mit 26 steht. Etwas unsicher fragen wir die nächsten Männer, die der Richtung zustimmen. Dann sehen wir auch schon die LKWs, die auf einem großen Feld übernachtet haben. Mit den LKWs machen wir uns auf den Weg zur Grenze, der über das Hochplateau führt. Nach ca. acht Kilometern erreichen wir das Grenzdorf Bashmaq, wo kein Stein mehr auf dem anderen steht und das außer einer Tankstelle und einer Menge Säcke, die offen auf den Feldern liegen und einen grün-weißen pulvrigen Inhalt haben, nur aus einigen provisorischen Behausungen besteht. Die Grenze wird ganz neu gebaut, zu sehen sind die Grenzgebäude auf beiden Seiten, die im Rohbau sind, sowie die neue Grenzmauer. Die Straße ist eine Katastrophe und wir arbeiten uns mit den LKWs durch die Schlaglöcher. Die erste Kontrolle geht ohne Probleme, dann geht es vorbei an den LKWs, von denen einer auf einem Hügel steckengeblieben ist, weiter zur eigentlichen Kontrolle. Uns fehlt ja nun eindeutig die Verlängerung des Visums, das uns in دهۆك ja nicht gegeben worden war. Also werden wir in das Büro des Chefs gebeten, hier ist eine andere Uniform präsent. Ein Übersetzer, der eindeutig auf unserer Seite ist, versucht den Chef davon zu überzeugen, dass wir nicht die Gebühr von umgerechnet 50 Dollar pro Person für den Stempel zahlen müssen. Wir kommen nicht drum herum, also zahlen wir zähneknirschend den Betrag. Danach müssen noch Formulare ausgefüllt werden, es wird dringend ein Nummernschild gebraucht für unsere Fahrzeuge. Also geben wir die Codierungsnummer an. Nach Fotos und weiteren Formularen haben wir den Stempel und können weiter. An der Gepäckkontrolle werden wir durchgewunken und haben eine weitere Passkontrolle vor uns, die schon iranisch ist. Anschließend brauchen wir den iranischen Einreisestempel. Eine ewig lange Schlange weist uns den Weg. Wolfgang reiht sich ein und hat einen englisch-sprechenden an seiner Seite. Es geschieht nichts: der Computer ist abgestürzt. Als er wieder geht, wird Wolfgang sofort bevorzugt behandelt, bekommt direkt seinen Stempel- Nachdem dann auf unsere Fahne in ‏فارسی den Übergang in den ‏ايران‎ und auf کوردی noch den Übergang in den ‏كۆماری عێراق nachgetragen bekommen haben (je ein Mann schreibt und ca. 20 diskutieren) fahren wir zum Restaurant, wo wir essen und Geld wechseln können. Bei der letzten Passkontrolle werden wir durchgewunken und dann sind wir im ايران!



Wir werden begrüßt mit guten Straßen, Wald an den Bergen und Weg-Schilder auf Englisch. Wir beschließen, nur bis zur nächsten Stadt ‏مریوان zu fahren, und finden in einem Bungalow-Touristik-Dorf auf 1400m Höhe bei einem See (Lake Zarivar) einen wunderschönen Bungalow.



geheime Notizen:

Vor Panjiwin richtige Passkontrollen. Auch schon mit iranischem Visum, unser abgelaufenes Visum war da kein Problem. In der Stadt bei Fragen nach dem Hotel zweite Kontrolle im Hauptqaurtier. Kasernen vor Panjiwin mit Panzern und frischen Erdwällen, zum ersten Tal im Tarnanstrich, sonst eher gelb oder grün oder sonst wie. Panzer. Wir fragen uns, ob vor der Grenze Giftmüll abgeladen wird, da lauter offene Säcke mit einem Inhalt der wie Schwefel+?? aussieht. Dorf bis auf Tanksstelle zerstört, nur zwei provisorische Behausungen. Neue Mauer gebaut: ca 2,50m Betonteile mit Stacheldrahtkrone auf irakischer Seite. Iranische Seite keine Mauer, da nichts.Dort keinerlei Hinweis ersichtlich oder gehört oder gesagt bekommen, dass Ausländer nicht passieren dürfen. Unser Eindruck: sicherheitsgarantierende Präsenz von unifromierten und zivilen Polizisten und verschiedensten Militäreinheiten, zugleich die Frage, wer eigentlich nicht für den SIcherheitssektor arbeitet?

29. November Halabdscha (kurd. Helepçe, arabisch ‏حلبجة‎, DMG Ḥalabǧa) – Penjween 4,94 km 6169,1 km

 Datum: 29.11.10
Tag: 121

TagesunterstützerIn:

von: Kaolog m NN 717

nach: Panjwin m NN 1312

km 4,94

Gesamt km 6097,0431

km/h: 6,62

Fahrzeit 00:44

gesamte Fahrzeit: 464:05:00

Anstieg in m pro h 0,00

Anstieg in m Abfahrt in m:

höchster Punkt in m NN

Steigung/Gefälle 0,00

In der Nacht plagt Gunda mehrmals schlimmer Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Dafür ist die Nacht mild, aber ein Sturm aus Norden zerrt an unserem Zelt. Als um 5 Uhr der Wecker klingelt, verlängern wir um eine halbe Stunde, um dann „Ausschlafen“ zu beschließen.



So starten wir erst mittags, nachdem Wolfgang die Fahrräder geölt und alle Schrauben überprüft hatte. Die Höhenlinien auf der Karte offenbaren uns einen Pass über 1500 m, trotzdem beginnen wir die Steigung. Da Gunda noch zu schwach ist, halten wir an der ersten Tankstelle. Zwei Polizisten hatten uns von ihrem Unterstand aus bemerkt und kommen jetzt auf uns zu. Einer begrüßet uns auf deutsch: Er war 5 Jahre in Nürnberg und dann zwei in Skopje (mazedonisch Скопје, albanisch Shkupi/Shkup, türkisch Üsküp, serbisch Скопље/Skoplje, bulgarisch Скопие, lateinisch Scupi). Nachdem Wolfgang ihm erklärt, daß Gunda krank sei und wir einen sicheren Zeltplatz mit gutem Trinkwassser brauchen, organisiert er einen Pick-Up zum nächsten Ort: Panjwin. Dort gäbe es auch ein Hotel.
Die Fahrräder sind schnell auf der Ladefläche verladen und es beginnt eine Fahrt durch atemberaubende Berglandschaften – zwischen Containerbeladenen LKW und iranischen Reisebussen. Die Steigung ist oft 12%, der Straßenbelag teilweise Piste. Also wäre es auch bei bester Gesundheit eine volle anstrengende Tagesetappe mit dem Rad gewesen! An der Ortseinfahrt von Panjwin wieder ein Check-Point – diemal fast eine kleine Grenzstation. Das Ritual wie immer: Der Polizist bittet freundlich um unsere Pässe. (Übrigens: Polizist muß man sich wie immer vorstellen als Soldat in Kampfanzug und Schnellfeuergewehr.) Wir geben ihm die Farbkopien unserer Pässe. Er verschwindet im Büro; nach einigen Minuten werden wir auch dorthin gebeten. Der Polizist im Büro will unsere richtigen Pässe sehen mit dem Einreisestempel. O.k. Er führt einige Telefonate, will das Iranische Visum sehen. Also geben wir ihm die zweiten Pässe mit dem Visum. Wieder Telefonate, dazwischen erklären wir mit Händen und Füßen, dass wir mit dem Fahrrad von Deutschland nach Japan wollen, konkret im Hotel in Panjwin übernachten und am nächsten Tag über die Grenze in den ‏ايران. Schließlich kriegen wir die Pässe (2 x 2) und die Farbkopieen zurück. Wie immer alles sehr freundlich und höflich – auf beiden Seiten. Es geht weiter. Aber der Motor des PickUp springt nicht an. Nach einigen Start- und Anschieb-Versuchen, wo auch die Polizisten mithelfen, laden wir unsere Fahrräder mit Hilfe der Polizisten ab, zahlen die vereinbarten 6€ und verabschieden uns. Seit gestern Nachmittag sind die Wegweiser nicht mehr Kurdisch und Englisch, sondern nur noch Kurdisch – geschrieben in arabischen Buchstaben. Also für uns auch kein Hotel mehr am Schild zu erkennen. Wolfgang fragt einen Polizisten, dieser verlangt freundlich den Paß, wir geben ihm die Passkopien, er begleitet uns zur Polizeistation, der Vorgesetzte will die richtigen Pässe sehen, führt einige Telefonate, gibt uns alles wieder zurück und der Polizist, den wir gefragt hatten, begleitet uns zum Hotel. (Wir hätten diesen Kellereingang nie gefunden.)




Da alles zu ist, führt er einige Telefonate, es kommen nach und nach mehr oder weniger zuständige Leute, wir bekommen ein sauberes Zimmer für 25 $, verhandeln hart, dass wir die Räder in die Rezeption stellen dürfen und endlich kann sich Gunda hinlegen und ausruhen. Wolfgang kocht Reis auf dem Benzinkocher vor dem Eingang und liest die E-Mail-Version der Tagesschau von vor drei Tagen vor. Wir stellen die Uhren schon mal auf iranische Zeit, morgen dann zur Grenze. Wird es klappen?

28. November Sulaimaniyya (arabisch ‏السليمانية‎, DMG as-Sulaimāniyya; kurdisch ‏سلێمانی‎, Silêmanî) nach Halabdscha (kurd. Helepçe, arabisch ‏حلبجة‎, DMG Ḥalabǧa) 73,59 km, 6164,5 Gesamtkm

 Datum: 28.11.10
Tag: 120

TagesunterstützerIn: Regina und Matthias Metz

von: As Suleymaniyan m NN 886

nach: Kaolog m NN 717

km 73,59

Gesamt km 6092,1031

km/h: 13,67

Fahrzeit 05:22

gesamte Fahrzeit: 463:21:00

Anstieg in m pro h 74,35

Anstieg in m 399

Abfahrt in m: 568

höchster Punkt in m NN 889

Steigung/Gefälle 1,31


Heute ist ein eher ereignisloser, normaler Radtag gewesen. Wir schaffen es heute Morgen in der Tat, bei der Post unsere Postkarten abzugeben.



Ob sie ankommen bleibt spannend. Anschließend sind wir den Tag über zunächst in ein Tal hinunter gefahren, zusammen mit unendlichen vielen iranischen LKWs und den üblichen anderen Autos und Fahrzeugen. Die Straße war gut und es ging bergab. Nachdem wir etwa 30 km von Sulaimaniyya (arabisch ‏السليمانية‎, DMG as-Sulaimāniyya; kurdisch ‏سلێمانی‎, Silêmanî) entfernt sind, hört die englische Umschreibung auf, nur noch die Schilder zu den Dörfern sind in englisch. Also fragen wir uns durch und werden daher sicher zur iranischen Grenze gelotst. Im Grunde brauchen wir auch nur den LKWs hinterherzufahren. Zwischendurch verwandelt sich die Straße in eine katastrophale Piste aus Sand, Steinen, Schlaglöchern und was es sonst an Fiesheiten gibt. Dort wird die Straße neu gebaut. Nach solchen Kilometern empfinden wir Asphalt – selbst den mit Spurrillen – als Geschenk der Götter. Mit der Baustelle durchqueren wir das letzte Dorf vor der Grenze und finden einen Platz für die Nacht vor dem Pass hinter großen Steinen. Dahin führt ein befahrener Weg und auch der Platz ist benutzt, so wagen wir uns dahin.

Samstag, 27. November 2010

27. November - 119


27. November  Sulaimaniyya (arabisch ‏السليمانية‎, DMG as-Sulaimāniyya; kurdisch ‏سلێمانی‎, Silêmanî)

Unser Zimmer ist diesmal sehr speziell: es hat keine Fenster, dafür einen kleinen Flur, der zum Badezimmer und zum Lüftungsschaft mit Balkontür führt. Das Badezimmer ist ein Ballsalon in Schwarz-Weiß, ganz schick. In den Flur geht die Lüftung unseres Nachbarn, die ungeheuer laut ist und die wir nicht zugeklebt kriegen. Schließlich hat er ein Fenster! Also wachen wir von der Lüftung auf, denn wozu auch Licht-Ausmachen im Badezimmer? Selbst nach einem Stromausfall geht es wieder an…. Wir müssen zum Directorate of Residence und da es unterschiedliche Aussagen über Öffnungs- und Arbeitszeiten gibt, wollen wir es versuchen. Unser Hotelmanager ruft uns ein Taxi, das befördert uns dort auch hin. Wie immer sind viele Menschen im Büro, aber es hat zu. Es entspannt sich eine wilde Diskussion über unser Visum, das ja seit gestern abgelaufen ist, was aber egal sei laut Manager in Dohuk (arabisch ‏دهوك‎, DMG Dahūk; Kurdisch: ‏دهۆك‎, Duhok; Aramäisch:ܢܘܗܕܪܐ, Nohadra). Hier gibt es wieder ganz unterschiedliche Meinungen, ob es nötig sei oder nicht. Wir würden einen Stempel für drei Monate morgen bekommen, aber die Grenze sei wohl zu. Aber seine Grenze hatte einen ganz anderen Namen (also die geographische) als die, die wir ansteuern. Wir werden also einfach losfahren. Anschließend sind wir durch einen Supermarkt geschlendert, der lauter europäische Produkte hat. Das ist ja auch schön! So viele leckere Sachen, die wir alle nicht mitnehmen können. Es gibt dort eine französische Bäckerei, wo wie uns mit Brötchen (!!!!!) und Puddingteilchen (!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!) versorgen. Danach suchen wir ein Restaurant und finden ein chinesisches. Munter gehen wir die steilen Stufen hinauf und werden freundlich begrüßt. Unser Blick fällt auf zwei einsame Herren an je eigenen Tischen mit unterschiedlichen Mengen von Bierdosen vor sich. Wir bekommen eine Speisekarte und auch die Nudeln, die wir uns wünschen, in Brühe gekocht und rohen Möhren und Peperoni, aber ganz gut. Wir beobachten interessiert, was um uns passiert und sind uns nach einiger Zeit sicher, dass es kein Puff ist, sondern ein Ort, an dem gut aussehende chinesische Damen die Herren zum Trinken von überteuertem Bier animieren. Wir hingegen werden freundlich und zurückhaltend behandelt. Nach dieser kulturellen Erfahrung gehen wir doch nicht ins Museum, wenngleich das sicherlich ein Muss gewesen wäre. Aber unser Zimmer sieht aus, als wäre ein Sturm durchgefegt und wir müssen unsere Iranroute nocheinmal durchplanen. Eigentlich sind zwei freie Tage ein Muss wenn eine Stadt so viel zu bieten hat. Die große Moschee ist leider zu, weil sie renoviert wird. Dafür haben wir das Post-Office gefunden, auch zu heute. Dieses zu finden war abenteuerlich, da ein Mann aus Sulaimaniyya (arabisch ‏السليمانية‎, DMG as-Sulaimāniyya; kurdisch ‏سلێمانی‎, Silêmanî), jetzt in England, mit uns versuchte die Post zu finden, aber nicht recht eine Vorstellung davon hatte, was eine Post ist. Dann geht es durch unterschiedliche Läden, in denen jeweils nach der Post gefragt wird und die alle eine andere Idee dazu haben. Schließlich gibt er auf und wir gehen den Weg zurück zu einem Gebäude, das im Vorbeigehen wie eine Post aussah und es ist die Post. Also können wir morgen neun Postkarten wegschicken! Danach mussten wir noch die iranische Variante der Kleidung für Gunda suchen. Das Ergebnis ist ein leichter Woll-Pullover-Mantel, der offen ist und lang genug. Das müsste wohl reichen. Die Stadt ist eine riesige Baustelle, es wird gebaut und gebaut. Gleichzeitig hat sie viele Parks, einen riesigen Basar, drei Museen und ist wirklich schön. Es gibt viele, viele englisch-sprechende Touristen hier. Morgen geht es dann erst zur Post und dann machen wir uns auf den Weg in die Berge. Bisher sind wir dem Winter erfolgreich davon gefahren!

Kurdistan Irak

Ving Chun-Gruß aus dem Irak


Ving Chun-Gruß aus dem Irak für Sigung Sifu-Meister Birol Özden und alle Ving Chun-Leute!

Tigris

Freitag, 26. November 2010

Unsere Erfahrung mit Produkten Teil 2

1. Ortlieb Wasserschüssel,

die faltbare Wasserschüssel ist super. Wir brauchen sie zum Spülen, zum Wäsche-waschen, Wasser von Quellen holen. Zum Transport des Kochers. Und: Zum Löcher-Suchen in Fahrradschläcuhen bei Löchern die nicht innerhalb von Minuten wirken. Ein tolles Ding. Zudem noch faltbar.





2. Ortliebe Wasserkatzen

Wir haben jetzt die Ortliebwasserkatzen dabei nachdem wir vorher mit faltbaren Kanistern gefahren sind. Sie haben den Vorteil, dass sie leer leicht sind und kaum Platz wegnehmen, einen Duschaufsatz haben, verstellbare Klick-Verschlüssse, so dass sie leicht aufzuhängen sind. In der Sonne wird das Wasser schnell warm, Vor- und Nachteil! Nachteil: sie sind sehr empfindlich und die Verschlüsse neigen dazu, zu klemmen.

3. Sigg-Flaschen

Wir haben die 1 und 1,5 liter dabei, einfach super
















4. Und hier der Winter-Frier-Oder nur Frier-Tip:
Wir haben eine kleine Wärmflasche dabei, in die am Abend das kochende Nudelwasser kommt! Passt genau, ist klein und für kalte Abende und Nächte, wehe Muskeln und sonst wie einfach klasse.


5. Absolutes Muss:
der Rückspiegel

Wir haben einen Rückspiegel links, absolutes Muss im Straßenverkehr, eigentlich wäre rechts auch noch gut bei Links-Verkehr oder Überholungen von rechts und links......










6. Gepäcksicherung

Wir sichern unser Gepäck mit unseren normalen Fahrradschlössern, so dass es nicht vom Rad gerissen werden kann. Das Schloss hat seinen Ort und Gepäck ist sicher, dafür ist Abus City-Chain super.