Montag, 26. September 2011

Japan: Kilometer und Höhenangaben


Diagramm
Datum Tagesziel Tageskm Gesamt km km/h Max. Höhe am Tag
20 Osaka 43,04 11889,634 12
21 Osaka 0,0001 11889,6341

22 Osaka 0,0001 11889,6342

23 Osaka 0,0001 11889,6343

24 Wakayama 61,8 11951,4343 11,4 101
25 Kamiyama 52,2 12003,6343 11 251
26 Waki 47,7 12051,3343 10,7 679
27 Mino 23,2 12074,5343 12,3 80
28 Otoyo 50,6 12125,1343 11,9 181
29 Gohoku 75,54 12200,6743 12,8 474
30 Higashitsuno 64 12264,6743 10,6 751
1.7. Taisho 52,68 12317,3543 14 375
2 Tosashimizu 74,32 12391,6743 12,3 466
3 Ashizuri-misaki 16,1 12407,7743 9,9 107
4 Ashizuri-misaki 0,0001 12407,7744
71
5 Ashizuri-misaki 0,0001 12407,7745
71
6 Tatsukushi 29,41 12437,1845 9,6 379
7 Tatsukushi 0,0001 12437,1846
6
8 Saiki 51,21 12488,3946 12,5 84
9 Shonai 69,2 12557,5946 12,6 131
10 Kuju-san 43 12600,5946 7,9 862
11 Aso 32,7 12633,2946 11,3 1322
12 Aso 16,02 12649,3146 11,6 750
13 Aso-san 14,3 12663,6146 6 1147
14 Takamori 48,7 12712,3146 12,8 1149
15 Ichifusa-yama 64,2 12776,5146 10 1051
16 Nishimera 61,49 12838,0046 10 779
17 Kobayashi 39,4 12877,4046 11,7 775
18 Kobayashi 0,0001 12877,4047
495
19 Kirishima-yama 37,8 12915,2047 9,4 1120
20 Kirishima-yama 0,0001 12915,2048
353
21 Kanoya 79,1 12994,3048 14 352
22 Kaimon 56,3 13050,6048 11,9 99
23 Kasasa 59,51 13110,1148 11 176
24 Fukiage 53,8 13163,9148 12,6 112
25 Kushikino 21 13184,9148 11,5 36
26 Nagashima 78,98 13263,8948 13,7 73
27 Nagashima 0,0001 13263,8949
5
28 Reihoku 71,4 13335,2949 12,7 88
29 Nagasaki 14,2 13349,4949 10,4 136
30 Nagasaki 0,0001 13349,495
26
31 Nagasaki 0,0001 13349,4951
26
1.8. Arita 71,4 13420,8951 13,4 79
2 Fukuoka 87,6 13508,4951 13,3 179
3 Ashiye 81 13589,4951 13,3 24
4 Höhoku 78 13667,4951 13,1 46
5 Hagi 68,8 13736,2951 11,9 81
6 Hagi 0,0001 13736,2952
2
7 Hagi 0,0001 13736,2953
2
8 Hagi 0,0001 13736,2954
2
9 Misumi 96,2 13832,4954 13 173
10 Taki 90,6 13923,0954 13,4 84
11 Sakaiminato 89 14012,0954 15,5 41
12 Ketaka 89,6 14101,6954 14,7 59
13 Hamasaka 72,88 14174,5754 11,3 153
14 Kinosaki 69,5 14244,0754 10,8 303
15 Myazu 76,8 14320,8754 14 63
16 Mihama 86,1 14406,9754 13,3 80
17 Mihama 0,0001 14406,9755
4
18 Fukui 76,7 14483,6755 13,2 197
19 Izumi 70,56 14554,2355 11,6 618
20 Shokava 57,3 14611,5355 9,9 1069
21 Takayama 34,5 14646,0355 13,6 1086
22 Takayama 0,0001 14646,0356
614
23 Herayu 34,4 14680,4356 8,3 1418
24 Suwa 88,33 14768,7656 11,7 1744
25 Suwa 0,0001 14768,7657
779
26 Suwa 0,0001 14768,7658
779
27 Kofu 84,9 14853,6658 14,3 945
28 Shiraito Falls 34,8 14888,4658 12 998
29 Shimada 85,29 14973,7558 15,8 526
30 Omaezaki 41,4 15015,1558 13,5 36
31 Omaezaki 0,0001 15015,1559
34
1.9. Omaezaki 0,0001 15015,156
34
2 Omaezaki 0,0001 15015,1561
34
3 Omaezaki 0,0001 15015,1562
34
4 Omaezaki 0,0001 15015,1563
34
5 Hamamatsu 70,4
14 44
6 Toba 65,5
11,6 74
7 Toba 0,0001

19
8 Linan 71,6
12,6 182
9 Kashihara 67,1
11,6 613
10 Kashihara 0,0001

72
11 Sakai 45,3
12,4 285

Sonntag, 25. September 2011

25. September 2011, 421


25. September 大阪市 Osaka

Wir wechseln das Zimmer. Die erste Nacht sind wir in einem „western style“ gewesen, ab heute im „japanese“. Leider können wir in dieses erst um 15:00 Uhr. So packen wir alles aus und machen die Dinge für die Post fertig. Es werden zwei schwere Pakete werden. Die beiden Taschen, die wir aufgeben (der Wagen und eine Tasche), wird bei den zugelassenen 20kg leider wieder Übergewicht-Zahlung nach sich ziehen. Wir dürfen ins Zimmer, gehen ins Bad und versuchen zu schlafen.
Was eine Urlaubswoche werden sollte, ist anstrengender gewesen als jede Visa-Besorgung, vielleicht noch vergleichbar mit der Woche in Kashgar. Jugendherbergen buchen, Buchungen absagen, neue Buchungen machen, Buchungen absagen. Routen planen, Routen verändern. Dann alles einige Tage vorverschieben, telefonieren, organisieren, rumärgern. Nicht wissen, wann wie wo. Abhängig sein von Alex Planungen. Alle eigenen absagen, umschieben, neu terminieren. Wir sind alles andere als erholt, Gunda die letzten Abend so erschöpft, dass sie nicht essen kann. Hoffentlich wird die Strecke nach Bonn wenigstens nett. Wir freuen uns auf Ludger, der bis Freitag mit uns fährt, Joachim, der es fürs Wochenende plant und Gertrud plant für die ganze Zeit. Wir wissen noch nicht so recht, wie wir zu St. Cyprian kommen, freuen uns aber sehr, dass wir dort Willkommen sind.

Übrigens: Vor 200 Tagen waren wir in Бухоро , vor 100 Tagen in 上海.

24. September 2011, 420


24. September, 奈良市 Nara nach 大阪市 Osaka

Alex wird in Tibet von einem Baufahrzeug überfahren. Er ist tot.

Um 8:30 räumen wir das Zimmer und rechnen noch einmal aus, ob ein Tagespass sich lohnen würde. Da es aber nur Zwei-oder Drei-Tagespässe geben würde, lohnt es sich nicht. In Osaka Namba holt Gunda weitere zwei Kartons in dem Department-Store, wo die Radverkäuferin sie schon erkennt. Zwei letzte gibt es. Mehr nicht. Mehr brauchen wir hoffentlich auch nicht. Im Gegensatz zum letzten Besuch vor einer Woche (ist wirklich erst eine Woche her?) ist es viel kühler und das Licht ist herbstlich geworden. Wir schleppen alles in die Jugendherberge, sortieren unsere Sachen und müssen dann die Räder für den Flug vorbereiten. Die Pedale lassen sich nicht lösen. Also fahren wir zum nächsten Radladen, der uns sechs Euro abknöpft. Wir schieben zurück. Wolfgang holt die Kartons, Gunda schleppt die Räder zum Zug hinauf. Als wir mit den Kartons, der Tasche mit dem Werkzeug und den Rädern – ohne Pedale und ohne Sattel – durch die Schranke gehen und Wolfgang anfängt, das Zeug auf den Bahnsteig runter zu schleppen, kommt der Chef der Zugstation und erklärt, dass Räder nicht mitgenommen werden dürfen. Gunda erklärt, dass Räder auf der einzigen Zufahrtstraße zum Flughafen auch nicht erlaubt sind und daher nur der Zug bleibt. Das geht eine Weile hin und her, aber an diesem Punkt ist Japan doch recht verlässlich: irgendwann gibt er auf und wir fahren. Der Zug ist irre voll. Viele helfen uns aber, halten die Kartons, die auf dem Boden rutschen, halten die Tasche, nehmen einen anderen Ausgang oder wurschteln sich an uns vorbei. Helfen beim Aussteigen. Das tut gut, denn mit den zwei Rädern, der Tasche und den Radkartons in einer gut schaukeligen Fahrt haben wir alle Hände voll zu tun. Am Flughafen selber ist es unproblematisch, wir sind einfach Fluggäste. Wir finden Alex und fangen mit dem Verpacken an. Die Räder können wir nicht verlässlich wiegen, wir müssen sie auf das Hinterrad stellen und halten. Das Gewicht ist zu hoch und so bauen wir ab, was wir abbauen können: Sattel, vordere Gepäckträger, Lenkstange, Getränkehalter, Fahrradständer. Es gibt wunderbare Radkartons, nur leider von einer anderen Airline (Delta). Also verpacken wir die Räder in die Kartons, je vier Stück pro Rad und leider viel zu klein und zudem ja auseinandergeschnitten. So schauen die Räder raus. Kommentar auf dem Zettel: „not well packed bicycles“. Alex und Gunda gehen zum Einchecken. Die Räder werden von Männern in blütend weißen Hemden auf die Waage gehievt: Zusammen 39kg. So ein Mist. Also sind wir 8kg drüber und zahlen 600 Euro. Nun hoffen wir, dass die Räder wenigstens gut ankommen. Wir nehmen die Einzelteile und die Sachen von Alex wieder mit, schleppen alles in die Jugendherberge, in der wir vorausschauend schon ein Abendessen eingekauft hatten. Auf dem Weg zur Jugendherberge stellen wir wieder fest, wie schön diese ist. Sie ist nicht in der direkten Achse des Zuweges gebaut, sondern leicht schräg und erscheint daher eher wie ein Schiff, das durch dichte Bäume und Palmen gesehen wird. Das Bad ist bis 24:00 offen und der Essensraum auch. So können wir essen (Gunda nicht so) und noch baden.

23. September 2011, 419

23. September, 奈良市 Nara 

Wir dürfen ausschlafen. Dann organisieren wir weiter und laufen um 12:00 los.   

Nach einem guten Mittagessen laufen wir los. Erst zur dreistöckigen Pagode. Sie ist klein und fein.   

Heute ist Feiertag und es sind viele Leute unterwegs.  

Wir beschließen, zu den südlichen Tempeln zu laufen.    

Das Wetter ist wunderschön, es ist beinahe kühl. Die Strecke führt uns durch die sogenannte Altstadt.   

Dort suchen wir die Post und fragen eine Dame, die uns fragt, ob wir etwas suchen. Als ihr deutlich wird, dass wir einen Geldautomaten brauchen, beschreibt sie uns den Weg. Wir laufen, auf anderem Weg dorthin, sie steht vor der Türe. Es ist einer „unserer“ Läden, aber dort gehen nur japanische Karten. Dann zeigt sie uns einen anderen Geldautomaten, da die Post ja zu hat. Wir beschließen aber, morgen zu gehen und bedanken uns.
Bald ist die Altstadt und damit auch jede Form eines wie auch immer gearteten Bürgersteigs Vergangenheit. Dafür nehmen die Reisfelder wieder zu,  

Baustellen, hier mit Hirschen als Absperr-Halterung.   

Heute sehen wir gleich zwei Läden, die einen anderen Blick auf Japan werfen: In den touristischen Gegenden und auf dem Land kann man den Eindruck bekommen, dass es für den Durchschnittsjapaner finanziell kein Problem ist, in den kleinen Läden den Morgenkaffee zu kaufen und die teuren Mitbringsel zu erstehen. Auch die üblichen Supermärkte sind, wenn auch ein wenig günstiger, dennoch eher im gehobenen Preisniveau. Dasselbe gilt für Bekleidungsläden. Heute sehen wir erst einen Supermarkt, der ausschließlich aus Reihen mit Artikeln zum Einheitspreis besteht und außerdem alles hat, Kleider, Haushaltssachen etc. Er ist überfüllt und die Menschen hier sehen nicht so aus, als würden sie an die fünf Euro am Tag nebenbei für Kaffee etc. ausgeben. Danach gehen wir in einen Laden –auf der Suche nach einer Winkekatze – der komplett aus Billig-Sachen besteht. Auch hier ein anderes Publikum, als wir es sonst gesehen haben, auch hier total voll wohingegen in den anderen Läden eher gemäßigter Andrang herrscht oder wenn nur bei den Comics.
Wir erreichen die Tempel, in die wir nicht gehen (der Eintritt ist horrende und sie sind voll), aber bei einem schön über den Zaun schauen können und so eine Tempelanlage mit Doppel-Pagode sehen.   

Wir laufen und laufen, vorbei an der Gegend, wo der erste kaiserliche Palast stand. Irgendwann sind wir an die sechs Stunden gelaufen und reichlich müde, so dass wir uns ein neue Ablenkung suchen; wir schauen in die neben uns im Schritttempo fahrenden Autos, um die Videos zu sehen. Es ist ungefähr jedes dritte Auto, das an der Stelle, an der sonst ein GPS-Gerät ist, ein Gerät mit Video-Funktion hat und dort auch Videos oder TV laufen, egal wie viele oder besser wenige Menschen im Auto sind. Eines konnten wir ansatzweise fotografieren.  

Wir erreichen die Jugendherberge mit müden Füssen und durchlüfteten Kopf und treffen auf Yumi und Thomas aus London, die den Abschluss ihrer Weltreise nun in Japan mit dem Rad machen und sich dafür in 東京 ein Rad gekauft haben. Sie sind nun auf dem Weg nach 四国 und 九州 und wir sind ja doch ein wenig neidisch. Weiterfahren wäre eine schöne Option und viel leichter als Räder nach Europa schaffen. Wir besprechen am Abend noch mit Alex – die irgendwie vorm Essen verschwunden war, als wir noch kurz schnackten - das Vorgehen für morgen und versuchen zu schlafen. Ein eher hoffnungsloses Unterfangen.