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Mittwoch, 8. Dezember 2010
Kilometer- und Höhenangaben Irak
Graphik gibt´s hier
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Irak,
Kilometer- und Höhenangaben,
Radreise
Liebe Internet-Freeks!
twitter mag im Iran nicht - wer trotzdem Lust hat auf tweet-Ersatz > Wir wuerden uns freuen, wenn Ihr hier unsere Blog-Eintraege kommentiert! Also > etwas rumprobieren ...
Liebe Gruesse
Liebe Gruesse
Dienstag, 7. Dezember 2010
Bilder im Blog nachgetragen seit 30. November!
Ihr Lieben,
unser blog verwendet das Picasa-Webalbum von Google. Darauf haben wir derzeit nicht zuverlaessig Zugriff. Daher folgen die Bilder seit 30.11. erst jetzt...
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5.-7. Dezember 2010 - 126, 127, 128, 129
7. Dezember, Kermānschāh (persisch کرمانشاه /kʲermɔːnˈʃɔːh/, kurdisch: Kirmashan)
Urspruengliche Planung > 119. Tag
aktuell > 127. Tag
Heute Morgen haben wir erst einmal ausgeschlafen. Ein freier Tag dient nicht nur zur körperlichen Regeneration, Einkaufen, Reparieren, Waschen, sondern vor allem auch dazu, Gefühl und Vertrauen in ein Land zu gewinnen. Mit unseren Fahrrädern fallen wir natürlich immer auf und sind im Mittelpunkt jedes Interesses, hier im ايران bisher aber durchaus friedlich. Die Kinder zerlegen nicht gleich alles wie in Ost-Anatolien, Polizisten sind durchaus freundlich und wenn man jemanden fragt, bekommt man eine brauchbare Auskunft. Der Kampf gegen die aggressiven und oft aufdringlichen Autofahrer hier im Iran nervt aber auf die Dauer so, dass es einen Tag zu Fuß in der Stadt einfach braucht, um auch einen anderen Eindruck der Menschen hier zu bekommen. Gestern sehnten wir uns manchmal nach Kurdistan zurück, wo wir uns wirklich wohl fühlten und oft Einkäufe geschenkt bekamen bzw. gefragt wurden, wo wir denn schlafen wollen. Hier haben wir oft den Eindruck, dass der Touristenpreis für uns eine Null mehr hat und wir sind plötzlich Kunden anstatt Gäste. – A Propos Kurdistan: Wenn wir hier davon sprechen, meinen wir die Autonome Provinz Kurdistan im العراق, nicht das Anspruchsgebiet, wie wir es im Hotel in زاخو fotographiert hatten. Danach wären wir seit dem Mittelmeer bis gestern in Kurdestan. Übrigens wurden wir in der Provinz استان کردستان im ايران auch immer wieder begrüßt mit „Willkommen in Kurdistan.“
Nun, das Phänomen der Gebietsansprüche ist nichts Neues auf unserer Reise. Wie gesagt, „Kurdistan“ würde von hier bis zum Mittelmeer reichen, wogegen natürlich die Türkler etwas haben, die mit Mühe ihre Grenze mit Ελλάδα stabilisiert haben. Die Έλληνες ihrerseits beschildern Constantinopolis wie selbstverständlich noch heute als inländisches Ziel, fühlen sich auf der anderen Seite aber bedroht, von Македонија, weil dies Ansprüche auf die gleichnamige griechische Provinz stellen könnten. Република Македонија wiederum fühlt sich bedroht von der UCK, die albanische Ansprüche im Norden erkämpfen wollen. Dass der jetzt eher albanisch dominierte Kosova/Kosovë eigentlich von den Срби als Wiege ihrer Nation angesehen wird, ist weitgehend bekannt. Die Muslime in Bosna i Hercegovina fühlen sich durch Срби und Hrvati bedroht, die wohl das Staatsgebiet gerne unter sich aufteilen wollten. Und selbst die Grenze zwischen Österreich und Slovenija ist nicht naturgegeben, was Auswüchse wie den Orstaferlstreit hervorbringt. Also: Wir haben gelernt, dass praktisch auf unserem ganzen Reiseweg bisher sich die Gebietsansprüche überlappen, nur die Intensität der Konflikte unterscheidet sich. Und die offenen oder verdeckten Interessen Dritter spielen natürlich mit. Wir erinnern uns an die Worte eines unserer Gastgeber in der Türkiye Cumhuriyeti, der erzählt hatte, die Landebahn des Flughafens in سلێمانی in Kurdistan/Irak sei so verlängert worden, dass jetzt B52 – Bomber darauf landen könnten. In regelmäßigen Abständen begegneten wir übrigens den US-Airforce-Basen, so auch in Incirlik bei Adana in der Türkiye Cumhuriyeti und zuletzt eben der Flughafen von سلێمانی nicht weit von hier.
Auch die Islamisierung in der Türkiye Cumhuriyeti erklärte uns unser zitierter Gastgeber in der Türkei mit der CIA-Strategie des Green Belt, der als religiöser Gürtel um die Союз Советских Социалистических Республик (СССР) gelegt werden sollte, um sie auf diese Weise zu destabilisieren.
Aber es ist ja nicht unsere Aufgabe, zu interpretieren oder mit eigener Meinung zu missionieren, sondern uns von Begegnungen immer wieder überraschen zu lassen…
Ähnlich ging es uns ja mit den Reisewarnungen: in den USA standen an erster Stelle Shqipëri/Shqipëria und ايران, bei den Soldaten, die in den Kriegen des ehemaligen Југославија/Jugoslavija eingesetzt waren, kam Србија und Kosovo (auch der Kosovo oder das Kosovo;[5] albanisch Kosova/Kosovë, serbokroatisch Kosovo/Косово) dazu. In Deutschland war es auch Србија und ايران, ebenso manchmal 中華人民共和國 / 中华人民共和国. In Österreich waren es Italia (obwohl wir da ja nicht hinwollten). Србија war auch nicht gut gelitten und in Bosna waren es die Срби und Hrvati. Die (katholischen) Shqiptarët hielten nicht viel von den (muslimischen) Kosovo-Albanern, die wiederum nicht viel von den Срби. In Ελλάδα wurden wir vor den Türkler gewarnt, in der Türkiye Cumhuriyeti vor den Kurd und den Kurdischen Gebieten, dort seien viele Terroristen. In den kurdischen Gebieten vor dem Irak (arabisch العراق, DMG al-ʿIrāq; kurdisch كۆماری عێراق, Komara Îraqê;), dort würden Touristen abgezockt, aber in der Türkiye Cumhuriyeti nicht mehr vor dem ايران. Im Kurdistan / Irak wurden wir vor dem ايران gewarnt. Ausgefragt wurden wir im كۆماری عێراق und im ايران über die Grenzübergänge und ob wir von der Türkiye Cumhuriyeti kommen. Wenige Warnungen gab es zu den Zentralasiatischen Staaten, am ehesten in Deutschland vor Кыргызстан. Wir haben am Anfang nicht erzählt, dass wir durch den Kosova/Kosovë und العراق wollen….Gar nicht gewarnt wurden wir vor Ελλάδα, wo wir dann überfallen wurden. Ein wenig Unverständnis gab es für 日本. Aber es gab eigentlich wenige Reaktionen auf Länder, die durchweg positiv waren, wohingegen bisher durchweg die Reaktion darauf, dass wir aus Europa und / oder Deutschland kommen, positiv bis begeistert aufgenommen wurde und seit der Türkiye Cumhuriyeti ein Landweg nach 中華人民共和國 / 中华人民共和国 und dann 日本 auch nicht mehr als verrückt angesehen wurde. Im العراق und im ايران wird die Frage der Weiterreise nach افغانستان und پاکستان ernsthaft gestellt.
Bisher geheime Notizen:
Es ist die Woche der Vorbereitung auf das Fest عاشوراء des Martyriums von الحسين بن علي بن ابي طالب. Überalle stehen Bühnen und es werden Trommeln und Geißeln verkauft. Es läuft den ganzen Tag laute Musik und im Fernshen wird live aus Kerbala übertragen. Das zu sehen ist für uns irre, denn den schiitischen Islam bekommen wir in Deutschland doch wenig mit. Es gibt auf der Bühne immer einen Vorsänger, der vermutlich die Leidensgeschichte singt und dabei immer dramatischer wird und mit Trommeln den Takt schlägt. Die Gläubigen, in Frauen und Männer unterteilt, singen mit und steigern sich in eine Emotionalität hinien, die unvorstellbat ist. Am Ende weinen alle Männer und schlagen sich, manche auch mit den GEißeln im Takt der Musik. Von oben gefilmt ergibt das eine wunderschöne Choreographie weil die Bewegungen alle synchromn sind. Dennoch möchte wir ungerne in die Prozessionen nächste Woche hineingeraten.
6. Dezember, Kamyaran (Persian: كامياران, also Romanized as Kāmyārān)[1] nach Kermānschāh (persisch کرمانشاه /kʲermɔːnˈʃɔːh/, kurdisch: Kirmashan), 71,11km, 6504,7 Gesamt km
Datum: 6.12.10
Tag: 128
TagesunterstützerIn:
von: Kamyaran m NN 1674
nach: Kermanshar m NN 1530
km 71,11
Gesamt km 6427,8832
km/h: 14,69
Fahrzeit 04:50
gesamte Fahrzeit: 493:18:00
Anstieg in m pro h 17,59
Anstieg in m 85
Abfahrt in m: 229
höchster Punkt in m NN 1677
Steigung/Gefälle 0,44
Panne: Platter an Wolfgangs Wagen
Heute ist Nikolaus!
Etwas, das in diesem Kulturkreis kaum vorstellbar ist. Aber wir haben uns heute ein zweites Mal bekehrt: wir fahren jetzt auf dem Seitenstreifen. Nach dem Tag gestern und dem Versuch heute Morgen die Straße zu überqueren, wo alleine die bloße Existenz am Straßenrand zum Hupkonzert ausreichte. Also sind wir brav auf den Seitenstreifen ausgewichen und sofort veränderte sich das Hupen und wird zu einem größtenteils freundlichem, manchmal noch ärgerlichen, immer wieder und eigentlich zu oft anmachenden Hupen. Es geht zunächst weitere 200 m bergab und wir sind ganz erstaunt, wie schnell wir voran kommen. Am Ende der Stadt ist eine Polizeikontrolle und wir werden von einem Polizisten rausgewunken, der ganz besorgt fragt, ob es nicht zu kalt zum Radfahren sei und Wolfgangs Hände und Wange befühlt und der Meinung ist, dass beide viel zu kalt seien. Als wir beschließen, die erste Pause zu machen, hält vor uns ein Auto des Roten Halbmondes und schenkt uns zwei Flaschen Mineralwasser und zwei eingepackte Kuchen. Über beides freuen wir uns sehr, da wir nicht zum Einkaufen gekommen waren bzw. uns den Einkauf für die Stadt aufbewahrt haben, in der Hoffnung, dort mit Preisen ausgezeichnete Waren zu finden, so dass wir ein Gefühl für Preise bekommen, denn bisher hatten wir bei den kleinen Läden - seitdem wir die Provinz استان کردستان verlassen haben, denn dort wurde uns der Einkauf in der Regel geschenkt oder weniger Geld genommen als zunächst gesagt – das Gefühl, dass ein ziemlicher Batzen an Touristen-Preis oben drauf kommt. Wir machen an einer Tankstelle halt
und machen erneut die Erfahrung, dass es an iranischen Tankstellen keinen Tee mehr gibt.
Danach fahren wir wacker auf dem Seitenstreifen vor uns hin und es geht die gesamte Zeit auf ebener Strecke durch ein ganz fruchtbares Tal, das von den hohen und zerklüfteten Bergen umrahmt ist.
Zum Mittagessen halten wir an einem Grill am Rande und entdecken, dass der Reifen vom Wagen platt ist.
Also reihen wir uns in die reparierenden Massen am Straßenrand ein.
Wir sind sehr schnell am Ziel und fahren durch die Stadt کرمانشاه, was im Grunde ganz gut geht, wenngleich der Fahrstil in der Stadt noch anarchischer ist als sonst schon. Es erstaunt uns auch heute wieder, dass die Begegnungen mit den Menschen wirklich nett und freundlich sind, aber sobald sie im Auto sitzen, geht ein Wandel vor und es ist so, dass man eigentlich nur noch das Land verlassen möchte. Wir finden aber mit Hilfe von vielen Hinweisen unser Hotel, das sehr schön ist und wo es gar kein Problem ist, unsere Räder ins Restaurant zu schieben. Die Stadt liegt mitten in den Bergen und ist im Krieg (1980 – 88 Irak/Iran) wohl ziemlich zerstört gewesen. Morgen haben wir unseren freien Tag, worauf wir uns sehr freuen. Wir hoffen, dass es weiterhin schneefrei bleibt, nachdem uns heute zwei Schneeflüge entgegen gekommen sind.
Einquartiert in ein angenehmes Hotel im Stadtzentrum für DZ 40 US$ gönnen wir uns ein Bier am Abend. Ein original Bitburger, das hier im ايران unter Lizenz gebraut wird, mit Apfel- oder Pfirsich-Aroma und natürlich alkoholfrei. Daneben im Regal fand sich Jever Fun importiert aus Deutschland und jede Menge einheimische Biersorten ohne Alkohol. Das Bit schmeckt so gut und frisch, dass es wohl unser Favorit wäre, wenn es nur in anderen Ländern zu bekommen wäre. Inzwischen wissen wir auch, was eine 1 l Flasche kosten sollte. (Aber in Deutschland ist die Alkohol-Lobby wohl zu stark, als dass gut schmeckende alkoholfreie Biere auf den Markt kämen…)
Seit der Türkiye Cumhuriyeti ist das mit dem Bier ja so ein Kult: In der Türkei und Heremê Kurdistanê in eigenen Läden, verkauft in schwarzen Plastiktüten, in der Türkei überteuert, in Kurdistan auch deutsches Bier billiger als in Deutschland, im ايران verboten, dachten wir…
Immer wieder entdeckten wir in Kurdistan oder jetzt im Iran abgelegene Plätze in der Natur mit leeren Bierflaschen, oft auch harte Sachen dabei…
Das Verbotene wird auch hier zum Kult der Halbstarken…
Ganz schön überrascht waren wir, als Gunda von einer Dame aus dem Auto heraus vorgestern eine Dose Tuborg (mit Alkohol) angeboten bekam; wir lehnten ab, weil wir die Situation nicht einschätzen konnten… War es eine Freundlichkeit westlichen Touristen gegenüber, oder wollte jemand uns auf die Probe stellen?
Nun, nach der ganzen Geheimnistuerrei um Bier seit der Türkei sind wir wie gesagt froh, im Iran endlich unsere Lieblingsmarke gefunden zu haben: Bit aus der Eifel, sportlerfreundlich ohne Alkohol und ohne das ständige Damoklesschwert des Verbotenen!
Bisher geheime Notizen:
Wir sind bisher eher verwundert über den Iran. Vielleicht sind wir aber auch einfach zu sehr verwöhnt von der kurdischen Kultur. Wir essen neben einem Laden und bekommen noch nicht einmal einen Tee angeboten. Beim Hineinfahren nach Kermanshah fährt ein junger Mann auf dem Mofa absichtlich in das Rad von Gunda. WIr sind beide ziemlich genervt von der respektlosen Art und Weise Auto zu fahren. Verwundert auch über die Art und Weise mit "ungläubigen" Frauen umzugehen, sie ienfach zu fotografieren, blöd anzumachen etc.
5. Dezember Sanandadsch (persisch سنندج; Sanandaj, auf kurdisch Sine) nach Kamyaran (Persian: كامياران, also Romanized as Kāmyārān)[1], 76,67 km, 6432,6Gesamtkm
Tag: 127
TagesunterstützerIn:
von: Sanandaj m NN 1558
nach: Kamyaran m NN 1674
km 67,67
Gesamt km 6356,7732
km/h: 11,52
Fahrzeit 05:52
gesamte Fahrzeit: 488:28:00
Anstieg in m pro h 160,40
Anstieg in m 941
Abfahrt in m: 825
höchster Punkt in m NN 1980
Steigung/Gefälle 2,61
Unsere Räder haben eine gute Nacht in der Wäscherei des Hotels und hatten es bestimmt nicht ganz so warm wie wir in unserem überheizten Zimmer. Wir haben tatsächlich bei offener Balkontür geschlafen!
Heute fällt es uns eher schwer viel zu schreiben, weil der Tag insgesamt nervig war. Grundsätzlich sind wir aber gut vorangekommen und haben zwei Pässe gemeistert. Beim ersten Pass haben wir die Aussicht auf das Tal genossen und die Berge lagen wie mit Samt überzogen vor uns.
Anschließend sind wir lange an einem Fluss entlang bergauf gefahren auf einen ganz neuen Staudamm zu, der riesengroß und sehr weit oben am Berg ist. Wir sind auf fast 1.700 m an ihm vorbeigefahren und er ist bestimmt weitere 200 Höhenmeter höher gewesen. Nachdem wir keine Möglichkeit gefunden haben, irgendwo etwas zu essen, kaufen wir an einem der vielen kleinen Laden-Stände an der Straße etwas ein und packen unsere Sachen aus. Es ist das erste Mal seit der Türkei, dass uns kein Tee oder keine Sitzmöglichkeit angeboten wird. Auch kein Wasser oder was auch immer. Ein wenig verwundert hocken wir uns auf einen kalten Stein und essen. Die Autofahrer fahren hier wie die Besessenen, das Prinzip ist eine möglichst hohe Bremsfreiheit im Fahrstil. Wir müssen das erste Mal seit Sarajewo uns vor einem nicht stoppen wollenden LKW mit einem „Sprung“ in den Seitenstreifen retten. Als dann noch Kinder „Hello, hello“ rufen, wären wir am liebsten umgekehrt und nach Kurdistan in den Irak zurückgefahren…. Wir kämpfen uns einen zweiten Pass hinauf, kommen an Lokalen vorbei, wieder ohne Tee-Einladung. Als wir den Pass wieder hinunter fahren auf der Suche nach Wasser, halten wir an der Erst-Hilfe-Station und bekommen dort zwei Flaschen Trinkwasser und können unsere Wassersäcke auffüllen.
Die Begegnung hat für heute unseren Iran-Eindruck ein wenig gerettet, als wir dann noch im Abendrot auf die hohen Berge zufahren, geht es uns schon ein wenig besser. Nun sind wir mit unserem Zelt in einem Park neben einer Kiesgrube und freuen uns auf die klassischen Nudeln.
Samstag, 4. Dezember 2010
1.-4. Dezember - 122, 123, 124, 125
4. Dezember Tizhtizh nach Sanandadsch (persisch سنندج; Sanandaj, auf kurdisch Sine), 48,97km, 6364,1 Gesamt km
Datum: 4.12.10
Datum: 4.12.10
Tag: 126
TagesunterstützerIn:
von: Tizhtizh m NN 1662
nach: Sanandaj m NN 1558
km 48,97
Gesamt km 6289,1032
km/h: 9,26
Fahrzeit 05:17
gesamte Fahrzeit: 482:36:00
Anstieg in m pro h 186,06
Anstieg in m 983
Abfahrt in m: 1087
höchster Punkt in m NN 2160
Steigung/Gefälle 4,23
Der heutige Tag besteht aus einem Radfahren, das zwischenzeitlich den Titel Bergsteigen verdient.
Zunächst geht es aber nach einem steilen Anstieg langsam den Pass hinauf auf einer schönen Straße.
Wir denken, dass wir die knapp 40 km bis zur Stadt locker schaffen und planen ohne Mittagspause. Es geht bergauf und bergab und bald sind wir am ersten Pass, der auch schon beinahe 2.000 m hoch ist. Es geht nur 200 m bergab und dann geht es den nächsten Pass hoch. Schon von Weitem sehen wir, dass sich die Autos um eine Bergkuppe mühen. Dennoch ist die Straße schön und die Ausblicke toll.
Wir erreichen den Pass mit der zusätzlichen Mühe einer Baustelle. Der Fahrstil an sich ist schon eher chaotisch, aber bei einer Baustelle bricht die Anarchie aus: aus ehemals zwei, jetzt eh nur einer Spur werden locker 4-5 Spuren, aus dem Rechtsverkehr etwas, das ermöglicht, möglichst ohne Bremsen voranzukommen. In alledem wir und auf schlechten Straßen. Zum Glück ist der Abschnitt eher kurz. Danach geht es rasant ins Tal und wir denken uns, jetzt ist es geschafft, noch 15 km im Tal und wir sind da, als wir sehen, dass die Straße nicht im Tal geht, sondern schön über zwei weitere Pässe geleitet wird. Wir kommen daher ziemlich k.o. und ein wenig genervt in der Stadt سنندج an, die aber nett und schön ist. Wir finden mit Hilfe eines netten Taxifahrers, der sogar noch hinter uns her fährt als er sieht, dass wir die Abbiegung nicht nehmen, ein Hotel und sind von der Hitze im Zimmer ganz überwältigt und von der Dusche begeistert. Es gibt sogar Internet, so dass wir Mails abschicken können.
Tag: 125
TagesunterstützerIn:
von: Sarvabad m NN 1262
nach: Tizhtizh m NN 1662
km 51,94
Gesamt km 6240,1332
km/h: 9,94
Fahrzeit 05:13
gesamte Fahrzeit: 477:19:00
Anstieg in m pro h 159,30
Anstieg in m 831
Abfahrt in m: 431
höchster Punkt in m NN 1665
Steigung/Gefälle 2,43
Der Morgen ist so kalt, dass wir Hotel-Verwöhne warten, bis die Sonne aufgegangen ist und ein wenig wärmt.
Dadurch kommen wir erst um 9:00 Uhr los. In der Nacht hatten wir noch Hundestreit vor unserem Zelt: plötzlich gab es ein wildes Knurren und Bellen und dann verzog sich ein Bellen und es war wieder ruhig. Wir vermuten, dass einer der Hunde uns „adoptiert“ hat und Krach mit einem anderen Hund, der sich genähert hat, angezettelt hat. Ansonsten haben wir es genossen, mal wieder so einfach draußen sein zu können.
Dank unserer Bekehrung fahren wir auf der guten Straßen an vielen Bächen entlang langsam aber stetig bergauf. Die Landschaft ist atemberaubend
und heute ist Freitag, so dass viele Familien in Festkleidung unterwegs sind. Immer wenn wir eine Wasserpause am Rand machen, halten Autos für ein Foto mit uns.
Wir werden von einem Auto angehalten, das in gutem Englisch sehr gezielt nach unseren Grenzübergängen fragt. Abgesehen davon, sind es alles kurze herzliche Begegnungen. Zum Mittagessen sind wir in „Negel“, einem kleinen Ort, der berühmt für den القرآن ist, der in einer extravaganten Moschee aufbewahrt wird. Es ist einer von nur dreien aus der Zeit direkt nach محمد. Da heute Freitag ist, können wir uns ihn leider nicht ansehen, wir kommen genau zum صلاة الجمعة an. In einem kleinen Imbiss neben der Moschee essen wir in Brot gewickelte Nudeln mit Salat gemischt, sehr eigen, aber durchaus gut schmeckend. Eine Familie möchte uns anschließend noch zum Essen einladen, da wir aber gegessen haben, lehnen wir ab. Der Vater teilt aber dann doch noch einen Spieß mit uns, der ebenfalls sehr gut ist. Wir fahren weiter auf unserer Passstraße. Landschaftlich verändert sich wenig, nur die Bäume werden weniger und wir staunen, wie hoch und steil den Berg hinauf die Äcker gefurcht sind.
Wir sehen, dass Feldarbeit hier sowohl Hand- als auch Maschinenarbeit ist. Wir kommen durch einen weiteren Ort und kaufen in einem kleinen Laden ein. Während Gunda einkauft und die ersten zwei Worte فارسی lernt (نان/Brot und شير/Milch) unterhält sich Wolfgang mit einem Teheraner. Nach dreimaligen Fragen lehnt der Ladenbesitzer die Bezahlung immer noch ab, damit ist uns der Einkauf geschenkt worden. Mit dem neu gelernten Wort „نان/Brot“ geht es noch auf die Suche nach Brot, das es in Läden nicht gibt. Schließlich endet die Suche in einem Restaurant, wo Brot verkauft wird. Mit allem ausgestattet fahren wir weiter hinauf. Gerade erfreuen wir uns an der Klarheit der Bäche, als auffällt, das der Bach Ölschlieren hat. Kurz darauf sehen wir, dass unter einer Brücke Öl herausläuft. Kurz darauf sehen wir die Ursache: einer der unzähligen Öl-Laster, die auf der Bergstraße Richtung العراق fahren, ist auf der uns entgegenkommenden Straßenseite gegen den Berg gekracht und das Öl ist ausgelaufen. Er steht mit zwei anderen Lastern in der Außenkurve und ist über und über mit Öl verschmiert.
Als wir kurz vor Sonnenuntergang sehen, dass die Straße nun auf den eigentlichen Pass, der irgendwas mit 2000 plus ist, zugeht, entscheiden wir, dass das ein Projekt für den nächsten Morgen ist. Wir sehen einen Bach und Bäume und steuern mutig drauf zu. Beim Schieben durch den ersten Acker (ganz gegen unsere Prinzipien) fällt uns auf, dass das Wasser aus dem Berg nach unten läuft. Das finden wir ganz nett, lauter Quellen denken wir. Wir schieben durch den frisch gepflügten und total nassen Acker (gegen Prinzip Nummer zwei) auf die Obstwiese zu, der Boden ist auch nass. Wir sehen bald warum: es verläuft eine Bewässerungsgraben oberhalb des Feldes und die Quellen sind gezielte Bewässerungen. Nun vertrauen wir darauf, dass der Bauer schon nicht in der Nacht das Konzept ändert wird und fangen mit dem Aufbau an. In dem Moment kommt der Bauer und ist völlig erstaunt, als Wolfgang ihn anspricht. Es ist kein Problem, dass wir hier übernachten, er richtet die Bewässerungsgräben im Feld noch her und verändert die Bewässerung. Er bietet uns sogar an, im Haus oberhalb zu übernachten und zeigt uns den Weg zur eigentlichen Quelle. Zum Schluss lädt er uns zum Essen ein, was wir aber ablehnen, da er im Dorf wohnt. Wir richten uns auf eine kalte Nacht auf 1.662 m ein.
2. Dezember Marivan (auf kurdisch: Merîwan, persisch مریوان) nach Sarvabad, 62,29km, 6261,9 Gesamtkm
Datum: 2.12.10
Tag: 124
TagesunterstützerIn:
von: Marivan m NN 1383
nach: Sarvabad m NN 1262
km 62,29
Gesamt km 6188,1932
km/h: 11,35
Fahrzeit 05:29
gesamte Fahrzeit: 472:06:00
Anstieg in m pro h 154,65
Anstieg in m 848
Abfahrt in m: 969
höchster Punkt in m NN 1507
Steigung/Gefälle 2,92
Heute haben wir uns bekehrt: wir werden keine Straßen mehr fahren, die auf unser Karte nicht durchgezeichnet sind, auch wenn sie auf einer Tourismuskarte als durchgehend eingezeichnet sind….
Wir bekommen um kurz nach sieben das gute Frühstück und packen schweren Herzens alle Sachen und verabschieden uns von dem schönen Ort. Die Straße führt uns schnell in die Stadt مریوان, wo wir Geld wechseln. Wir sprechen einen Herrn an und fragen nach einer Bank oder Post, gibt es beides nicht. Bei der Frage „Dollar – ریال????“ ruft er zwei Herren mit großen Plastiktüten herbei. Es sind die Geldwechsler vom Ort. Also wechseln wir auf der Straße das Geld und sind inzwischen von ungefähr 50 Männern umringt. Es ist aber gar nicht beunruhigend. Wir fahren anschließend auf der Straße, die uns zunächst an einem ersten Fluss „hinabführt“ bevor wir einem anderen Fluss flussaufwärts folgen. Es ist eine wunderschöne Gegend mit vielen Bäumen, kleinen Dörfern, viel Landwirtschaft und die einen oder anderen großen Hühnerfarmen. Mittags essen wir am Busbahnhof der nächst größeren Stadt einen كَباب. Wir haben gerade die Räder abgestellt und abgeschlossen, als die Schule aus ist und eine Horde von Jugendlichen zum Busbahnhof zustürmt. Reflexartig schließen wir unsere Räder wieder auf und wollen fliehen, als uns klar wird, dass wir das gar nicht müssen. Sie schauen interessiert, ebenso die Erwachsenen und dann warten sie auf den Bus. Wir können ganz entspannt im ersten Stock essen und unseren Rädern geschieht nichts. Ein wenig müssen wir uns da wohl noch umgewöhnen. Überhaupt brauchen wir noch eine Weile, um eine Gefühl für das Land zu bekommen und ein wenig von dem Misstrauen, das uns begleitet – oder gesteigerte Aufmerksamkeit, das ist wohl eher eine Skala – zu verlieren. Kurz bevor wir die Stadt erreichen, fragt aus einem Auto heraus eine elegante Dame, woher wir sind und bietet uns ein Getränk an. So etwas nehmen wir gerne an und so hält Gunda, um es in Empfang zu nehmen: es ist Bier!!! Völlig irritiert lehnt sie ab, denn das ist hier ja nun strengstens verboten. Wir wissen nicht, ob die Dame einfach der Meinung war, dass wir Europäer uns sicherlich über ein Bier freuen würden oder ob das ein Test war, zumal etwas weiter vorne ein Auto stand, das uns beobachtet. Wir wissen es schlicht weg nicht und hoffen sehr, dass wir irgendwann in unserer Zeit eine Einladung in eine Familie erhalten, wo wir solche Fragen auch stellen können. Beim Mittagessen studieren wir erneut unsere beiden Karten und sehen auf der Karte dieser Region, dass es einen direkten Weg zu der Stadt geht, durch die wir müssen und der nicht über 2.000 m geht. Also entscheiden wir uns dafür und fragen an der Abzweigung einen Bauarbeiter, ob die Straße gut ist. Er bejaht und so fahren wir beherzt von der Hauptstraße ab. Die ersten 20 km sind auch gut, steil aber in einem guten Zustand. An einer besonders steilen Stelle hält uns ein Mann an und sagt uns – wir sehen das Dorf schon vor uns – dass ab dem Dorf der Asphalt für ungefähr 30-40 km aufhört. Er bietet uns an, uns mitzunehmen und bei ihm zu übernachten. Wir denken, das geht doch alles und lehnen ab. Wir fahren in das Dorf und halten beim ersten Laden und kaufen noch ein. Dort steht er wieder und lädt uns ein. Wir sagen wieder nein, inzwischen ist der Asphalt weg und fahren wieder los. Bald ist im Dorf bereits die Straße so steil, dass Wolfgang schieben muss. Am nächsten Laden holen wir ein wenig Wasser und beratschlagen, was zu tun ist. Er ist wieder da und fragt und ein drittes Mal. Wieder sagen wir nein und schieben ganz wacker den Berg hinauf. Er fährt an uns vorbei und wir müssen nach wenigen Metern einsehen, dass das keinen Sinn hat. Wir drehen um und fahren zurück. Wir haben bisher nur gelesen, dass die Höflichkeitsform im ايران vorsieht, dass dreimal ein Angebot gemacht wird und die Möglichkeit besteht zuzusagen oder abzulehnen. Dann dreimal Nein ist das Angebot abgelehnt.
Wir holen also wieder Wasser im Laden neben dem ersten Laden und sind umringt von Kindern, die alle sehr nett und respektvoll sind und fahren zurück zum Fluss. Mutig schlagen wir unser Zelt auf, es gibt ja wieder Bäume, so dass das geht. Uns gegenüber ist ein Dorf, das am Berghang glitzert.
Wir sind gespannt, wie kalt die Nacht ist, heute Morgen war es sehr kalt als wir zum Frühstück gingen.
Wir haben beschlossen, im Hotel an diesem herrlichen Bergsee (Lake Zarivar) einen Eingewöhnungstag für den ايران zu machen.
Lesen im Lonely Planet, Kassensturz, detaillierte Routenplanung und vor allem ausschlafen…
Wir sind tatsächlich im ايران! Und unsere Zeitplanung war realistisch, hatten wir doch in Ankara (früher Angora, antiker Name altgriechisch Ankyra Ἄγκυρα, lateinisch Ancyra) beim Visum-Antrag als Einreisetag den 1. Dezember angegeben. Und die Routenänderung, anstatt durch die kurdischen Gebiete der Türkiye Cumhuriyeti durch Heremê Kurdistanê zu fahren, hat sich doppelt bewährt: Einmal geht die mittelalterliche Winterroute der Seidenstraße über den العراق, um die Kälte in den höheren türkischen Bergen zu vermeiden. Und dann hörte der für uns in der Türkiye Cumhuriyeti sehr grenzwertige „Terror“ durch Kinder und Jugendliche an der Irakischen Grenze schlagartig auf: In Heremê Kurdistanê standen die Kinder staunend und respektvoll am Straßenrand, selbst in Städte kamen wir völlig unbehelligt hinein. Und das alles bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von tagsüber über 20°. Dafür mussten wir uns im كۆماری عێراق mit Militär, Geheimpolizei und Polizei arrangieren. Immer wieder Kontrollen, manchmal Durchwinken, manchmal Passkopien, seltener die wirklichen Pässe mit Einreisestempel. Alles in allem etwas zeitraubend, aber immer freundlich, hilfsbereit und höflich. Für uns auch eine gewisse Sicherheit, nicht durch Bombenanschläge wie im arabischen Teil des العراق gefährdet zu sein. Was bleibt, ist das Misstrauen, hinter mancher interessierten Privatperson könnte sich der Geheimdienst verstecken und manche zufällige Bitte um ein Foto mit uns und unseren Rädern könnte ein Vorwand sein, uns zu inspizieren. Aber wir werden diese Rätsel nicht lüften und sind als Radreisende durchfahrende ja nicht parteiergreifend für die eine oder andere Seite. Die versprochenen Fotos - die wohl genauesten seit der Handy-Video-Aufnahme - des englisch-sprechenden „nur Hobby-Fotografen“ sind bis heute nicht angekommen…..
Eigentlich war die Route von Bonn bis hierher ja schon eine Ausweichroute, wegen der geschlossenen Grenze zwischen Россия und საქართველო (Abchasien [ab'xa:ziən] (abchasisch Аҧсны/Aṗsny; georgisch აფხაზეთი/Apchaseti; russisch Абхазия/Abchasija)). Deswegen hatten wir die Route nicht nördlich, sondern südlich des Schwarzen Meeres (adygeisch: Хы ШIуцI, altgriechisch Πόντος Εὔξεινος/ Pontos Euxeinos, bulgarisch Черно море/Tscherno more, türkisch Karadeniz, lasisch/megrelisch Uça suğa/უჩა ზუღა/Utscha sugha, georgisch შავი ზღვა/Schawi sghwa, rumänisch Marea Neagră, russisch Чёрное море/Tschornoje morje, ukrainisch Чорне море/Tschorne more) wählen müssen. Jahreszeitlich haben wir es gut erwischt, eigentlich von Bonn bis heute immer im Herbst zu fahren. Bisher nur einmal Frost auf der anatolischen Hochebene (von altgriechisch anatolē ἀνατολή „Osten“); türk. Anadolu; osmanisch اناطولی, İA Anaṭolı), ansonsten selten zu heiß (im Sommer muss es hier unerträglich sein) und schließlich seit dem Tuz Gölü (türkisch für „Salzsee“, in der Antike lat. als Lacus Tatta bekannt) bei Ankara (früher Angora, antiker Name altgriechisch Ankyra Ἄγκυρα, lateinisch Ancyra) regenfrei. (Bis dorthin hatte es eigentlich von Bonn ab durchgeregnet…) Die einzigen regenfreien durchreisten Länder sind България (weniger als 24 Stunden) und كۆماری عێراق!
Mittlerweile haben wir Teheraner Zeit, also Sonnenhöchststand ist um 9:30 Uhr nach MEZ. Nun werden bis Februar die Tagesetappen kürzer ausfallen als bisher (immer zwischen 6 und 7 Stunden Fahrzeit), denn die tageshellen Stunden sind doch zu wenige. Und schließlich können wir bis Februar bummeln, denn wenn es Richtung Pamir-Gebirge geht, soll der Schnee ja wieder getaut sein. Im Februar haben wir dann einen festen Termin in Usbekistan, wo uns Sigrid besucht. Für Sigrid schreiben wir nun schon unsere Mitbring-Wunschliste (Alex kann ein Lied von singen), von Fahrradmänteln, Ortlieb-Ersatzklemmen über Tampons bis Weißwurst J Beinahe wäre noch ein neues Zelt nötig gewesen nachdem nun auch der Reißverschluss des Innenzeltes streikte, aber wir haben ihn dank dem erinnerten Trick des Schneiders aus Sarajewo wieder in Ordnung bringen können. Für den ايران stehen dafür einige Visa-Prozeduren an (betreffend die folgenden Länder Turkmenistan, Oʻzbekiston Respublikasi, Ҷумҳурии Тоҷикистон und Кыргыз Республикасы).
Bisher haben wir tatsächlich geschafft, jeden Tag in unserem Blog zu beschreiben und den Tagessponsoren von jeweils „ihrem“ Tag einen Ansichtskartengruß zu schicken. Letzteres ist gar nicht so einfach, denn Ansichtskarten gibt es sehr selten zu kaufen und auch Postämter sind selten zu finden bzw. befinden sich in Innenstädten, die wir mit dem Fahrrad teilweise wegen der Kinderhorden nicht anfahren konnten. Also haben sich manchmal etliche Postkarten angesammelt, die aber schließlich dann doch alle aufgegeben sind… (Kamen sie auch an?)
Ansonsten ist die globalisierte Kommunikation bisher gut: Unsere SMS an die Nr. 00491717443434 können wir täglich abholen (nur in Magyarország funktionierte das Roaming einmal zwei Tage lang nicht), Email an Gunda-und-Wolfgang@t-online.de können wir vielleicht wöchentlich abholen. Im ايران funktioniert erstmals twitter nicht, so dass wir keine tweets einstellen können und auch nur Direktnachrichten bekommen. Dafür gibt´s nach wie vor Blog-Einträge, wobei die Bilder erst später nachgeliefert werden, weil Modem hier doch sehr langsam arbeiten. In der Türkiye Cumhuriyeti hatten wir übrigens festgestellt, dass unserer Video-Kanal bei YouTube gesperrt ist, unsere erste Erfahrung mit Internetzensur. Wir haben gehört, dass YouTube nun einige Videos gelöscht hat und die Türkei YouTube wieder zulässt.
Sehr bewährt hat sich übrigens der Email-Service von Tagesschau.de ! Wenn wir wöchentlich unsere Emails abholen, bekommen wir die täglichen Schlagzeilen seit dem letzten Abholen, so dass wir auch rückwirkend über Nachrichten informiert sind. Und im Fernsehen (gibt´s in Hotels ab Mittelklasse) gibt es (zumindest im كۆماری عێراق und der Türkiye Cumhuriyeti) الجزيرة auf Englisch
mit recht guten Reportagen.
Apropos Hotels: Für uns zum Wäschetrocknen ganz praktisch, aber ökologisch horrende Energiefresser: Fast immer gibt es Klimaanlagen (die sich auf 32° stellen lassen) oder Heizlüfter, alles elektrisch. In der zumindest nachts kalten Jahreszeit sind die Dinger dann überall an…
Uebrigens: Rieke und Torsten sind im ايران.
Von der Homepage des Auswertigen Amtes:
Von nicht notwendigen Individual- oder Trekkingreisen in die Kurdengebiete im Nordwesten Irans, insbesondere entlang der türkischen und irakischen Grenze, wird grundsätzlich abgeraten. Bei Reisen - insbesondere bei Individual- oder Trekkingreisen - in den Provinzen Kerman und Sistan-Belutschistan sowie in den Grenzgebieten Irans mit Pakistan und Afghanistan besteht ein erhebliches Entführungsrisiko. Zudem gibt es Berichte über sexuelle Belästigungen weiblicher Individualreisender. Auf der Strecke Zabul-Zahedan besteht ein Überfall- und Entführungsrisiko, auf der Strecke Kerman-Bam wurden nach Errichtung einer Straßensperre Reisende von Mitgliedern einer terroristischen Gruppierung erschossen. Es wird daher dringend davon abgeraten, auf dem Landweg, insbesondere mit dem Fahrrad oder Motorrad, nach Pakistan oder Afghanistan zu reisen. Obwohl bestimmte Straßen auf Karten unter Umständen als befahrbar ausgewiesen sind, sollten Hinweisschilder auf militärische Sperrgebiete unbedingt beachtet werden. Dies gilt insbesondere für die Strecke SEMNAN - MO'ALLEMAN - JANDAQ durch die Wüste DASHT-E KAVIR. Auch in der Grenzregion zum Irak und insbesondere in der Provinz Kurdestan gibt es zahlreiche Sperrgebiete, die in jedem Falle gemieden werden sollten.
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