Freitag, 6. August 2010

3.8.-6.8.2010 - 003, 004, 005, 006


6. August:  Rothenburg ob der Tauber

Ruhetag. Es regnet, regnet, regnet. Viele bauen die Zelte ab. Manche ein wenig chaotisch und müssen ihr Auto in einem britisch-niederländischen Hilfsunternehmen aufsägen. Wir sind trocken, schlafen aus und wagen uns nachher mal in den Ort. Vielleicht gibt es da ja sogar ein Internetcafé?





























5.8.  Amorbach - Rothenburg ob der Tauber 112,43 km

Datum: 5.8.10
Tag: 5
TagesunterstützerIn:
von: Amorbach m NN
nach: Rohenburg o. d. Tauber m NN
km 112,43
Gesamt km 432,38
km/h: 13
Fahrzeit 06:00
gesamte Fahrzeit: 30:00:00
Anstieg in m pro h 66,67
Anstieg in m 400
Abfahrt in m:
höchster Punkt in m NN
Steigung/Gefälle 0,36



1. Problem: der Tacho fällt von Gundas Rad, bis Bad Mergentheim ist er verloren. Lösung: da brauchts wohl einen neuen

2. Problem: externe Festplätte fällt runter, geht nicht mehr. Lösung: erst mal in Ruhe lassen, am nächsten Tag geht sie wieder

In Amorbach fahren wir noch trocken los, direkt wieder auf den nächsten Kamm. Auf dem Kamm lauert schon die Wolkenfront, dennoch können wir die erste Pause noch trocken erleben,













aber dann begleitet uns die Wolkenfront mit zunächst leichtem Regen. Leider haben wir unsere Schuhe nicht gewechselt, fahren also in Sandalen weiter. Die erste blöde Entscheidung. Der leichte Regen wird zum starken Regen, wird zum Schlagregen. Wir kommen vollkommen durchnässt in Tauberbischofsheim an, wo Joachim auf uns wartet. Das italienische Café haben wir im Handumdrehen in ein Taschenlager verwandelt, der Fußboden schwimmt und unter allen Stühlen und am Tisch unseres eleganten Stehtisches mit Barhockern hängen tropfende Socken. Bis auf die Socken und die Sandalen ist aber alles im grünen Bereich.
Mit Joachim fahren wir im strömenden Regen weiter an der Tauber entlang, verlieren uns einmal, da wir ja keine Radwege fahren können mit unseren Rädern. Es ist bestimmt eine schöne Strecke – bei anderem Wetter. Immer wieder scheint es als sei das Grau signifikant heller, aber immer nur um dann stärker zu regnen. Die Orte sind alle super gepflegt und sehr schön, selbst im Regen. Um 18:00 trennen sich unsere Wege, Joachim muss zurück gen Würzburg, wir gen Rothenburg ob der Tauber.















Der Regen bleibt, die Gegend wird hügeliger und einsamer, nach wie vor sehr schön. Total ländlich und wir können uns nicht so recht vorstellen, dass hier Touristen durchkommen. Die Straße wird zur Landstraße mit Schäfern an der Seite. Es regnet und regnet und regnet. Wir kommen in Rothenburg ob der Tauber an und haben das Glück, direkt am Campingplatz zu landen. Dort erfahren wir, dass es am Mittag bei einem Gewitter 30 l pro Stunde geregnet hat. Er zeigt uns eine Stelle, die einigermaßen trocken ist. So bauen wir strömenden Regen unseren Schelter und unser Zelt auf, alles ist trocken. Es regnet und regnet und regnet.













Bis auf unsere Schuhe und Strümpfe ist alles trocken.
Was lernen wir daraus: Regen macht die Füße nass – Sandalen sind bei Dauerregen keine ideale Bekleidung. Und: jeder touristische Ort hat einen Hintereingang.



4.8.  Worms [vɔʁms, im Dialekt vɔms] - Amorbach

Datum: 4.8.10

Tag: 4


TagesunterstützerIn:


von: Worms m NN


nach: Amorbach m NN

km 88,16

Gesamt km 319,95

km/h: 13

Fahrzeit 06:00

gesamte Fahrzeit: 24:00:00

Anstieg in m pro h 66,67

Anstieg in m 400

Abfahrt in m:

höchster Punkt in m NN

Steigung/Gefälle 0,45

Hinter  Worms [vɔʁms, im Dialekt vɔms] ging es dann in den Odenwald. Zunächst noch durch Industriegebiet, das irre groß ist und vor allem natürlich durch Biblis geprägt ist.















Plötzlich taucht der Odenwald wie eine grüne Wand auf und die Straßen winden sich angenehm nach oben. Je weiter wir vom Tal weg sind, desto angenehmer wird der Straßenverkehr. Wir fahren den Odenwald quer, also nach Osten und nehmen so jedes Tal und jeden Hügel mit. Schon auf 200 m hat man den Eindruck, ganz hoch zu sein und das Rheintal ist immer wieder mal als dunstiges Etwas im Rückspiegel zu sehen. Zunächst ist alles sehr eng, nach dem ersten „Pass“ weiten sich die Täler und haben Almcharakter. Es sind schöne Orte, gepflegt, mit Fachwerk, vielen Blumen, sehr idyllisch.















Die Bayrische Grenze ist mehr Grenze als so manch andere EU-Grenze. Direkt an der Grenze steht ein Gasthaus mit großer bayrischer Fahne und dahinter sind die Dörfer karg, die Landschaft auch. Es wird sehr kalt im Winter sein. Angesichts der vielen Kämme, entscheiden wir uns für Amorbach, das wir um 21:00 Uhr erreichen und das uns in der schwerpunktmäßigen Abwesenheit jeglicher Menschenseele begrüßt. Wir machen den Besitzer des einzigen Hotels ausfindig, er organisiert uns noch ein Essen beim Griechen und wir erfahren ganz schnell ganz viel über Amorbach. Nachdem wir mittags bei Hitze noch alles getrocknet hatten, was nach der Rheinauen-Nacht noch feucht war, entscheiden wir uns fürs Hotel und werden elegant im neu renovierten Hotel untergebracht.


3.8. Bingen am Rhein - Worms [vɔʁms, im Dialekt vɔms]

Datum: 3.8.10
Tag: 3

TagesunterstützerIn:

von: Bingen m NN

nach: Worms m NN

km 88,71

Gesamt km 231,79

km/h: 13

Fahrzeit 06:00

gesamte Fahrzeit: 18:00:00

Anstieg in m pro h 66,67

Anstieg in m 400 Abfahrt in m:

höchster Punkt in m NN

Steigung/Gefälle 0,45

1. Problem: Die Uhr von Wolfgang hat Wasser und beschlägt. Lösung: noch keine

2. Problem: Die Sigg-Flasche fällt bei schlechter Straße aus der Halterung an Gundas Rad. Lösung: Sigg-Flasche mit Karabiner-Haken und Kabelbinder befestigt.

Der Weg von Bingen am Rhein nach Worms [vɔʁms, im Dialekt vɔms] ist eher ohne große Aufregung, die Täler sind stressig, weil die Autofahrer so genervt sind. Daher wurde das Fahren erst angenehm, als die Straßen leerer waren. Worms hat keinen Campingplatz mehr, obwohl er noch eingezeichnet ist. So haben wir dann nach Kontakt mit Wormsern, die das alles auch nicht verstehen und uns Wasser gegeben, feudal gegenüber der Altstadt in der Nähe der Nibelungenbrücke in Nachbarschaft mit Millionen von Schnecken und Mücken genächtigt und eine zünftige Brotzeit zu uns genommen.
In der Nacht erwischte Wolfgang dann der Magen-Darm-Virus, Gunda erst am Tag.

Der Express berichtet!

Dienstag, 3. August 2010

Großer Bahnhof

Stadtdechant Wilfried Schumacher, Bürgermeister Horst Naaß und Großmeister Birol Özden

01. - 02.08.2010 - Bonn > Bingen - 001, 002

2.8.2010 Rhens - Bingen

Datum: 2.8.10
Tag: 2

TagesunterstützerIn:

von: Rhens m NN

nach: Bingen m NN

km 59,17

Gesamt km 143,08

km/h: 13

Fahrzeit 06:00

gesamte Fahrzeit: 12:00:00

Anstieg in m pro h 66,67

Anstieg in m 400

Abfahrt in m:

höchster Punkt in m NN

Steigung/Gefälle 0,68
 
Den ganzen Tag sind wir einem Gewitter davon gefahren, dass uns mit Rückenwind beschenkt hat und bisher nicht erwischt hat.
Heute Morgen haben wir sortiert und einen mehr oder weniger gemeinsamen Überblick bekommen, wo was ist und wie was am besten zu verstauen ist. Nun hängt das Sturmfeuerzeug im Zelt.
 












Heute Nachmittag im beschaulichen St. Goar ist uns aufgefallen, dass wir das Gefühl haben, als seien wir schon ganz lange unterwegs. Keine Arbeit zurückzulassen, sprich durch Urlaub zu unterbrechen und oft ja noch letztes aus dem Urlaub zu machen, verändert das Losfahren, Abschalten und Erholen ungemein. Wie auch immer das geht, in irgendeiner Form sollte das auch mit Arbeit möglich sein. Faktisch braucht es da ja doch eine Woche Minimum.
So sind wir aber vor allem mit den Wetter, den Straßen – hier geht es kaum anders als Radwege zu nehmen, die ja generell für Fernfahrende nicht ausgelegt sind, den Rädern, den letzten Einstellungen, losen Schrauben und immer wieder der spannende Blick aufs Barometer und das Staunen, dass wir wirklich losgefahren sind!

Der Generalanzeiger berichtet!

1. 8. 2010 Bonn - Rhens

Datum: 01. Aug
Tag: 1

TagesunterstützerIn: Magura

von: Bonn m NN 60 nach: Rhens m NN

km 83,91

Gesamt km 83,91

km/h: 13

Fahrzeit 06:00

gesamte Fahrzeit: 6:00:00

Anstieg in m pro h 66,67

Anstieg in m 400

Abfahrt in m:

höchster Punkt in m NN

Steigung/Gefälle 0,48
 




  










 



















Heute Morgen um 6:30 Uhr kam Jürgen, frisch aus dem Urlaub, um uns zu verabschieden und dass er zugleich die Mieter reinlassen kann.
Nachdem wir bis 2:30 Uhr und länger noch vorbereitet und geputzt haben, war heute ein langer, aber vor allem schöner Tag. Die Verabschiedung auf dem Münsterplatz war toll – es waren so viele da und eine schöne Erfahrung. Es geht wirklich los!
 













Den ersten Teil haben uns Renate und Christoph belgeitet und wir haben uns mal wieder über die Radwege gewundert. Nach der Mittagspause haben wir zunehmend auf diese verzichtet und sind jetzt auf einen Campingplatz gelandet, auf dem lauter Dauercamper sind und unglaublich wohlerzogene Kinder.
Die Räder sind doch noch sehr schwer. Die Gewöhnung ist nötig. Jetzt sind wir unterwegs. Das ist ja schon irre. Heute Morgen noch ein Interview fürs Radio.
Für Zusammenhängendes bin ich zu müde.

Freitag, 30. Juli 2010

Planung erste Etappe: Bonn > München


Datum Nr Tag Land Tagesziel/Ort km Start km Ende Höhenmeter Pannen Besonderes Beschreibung Bilder Feste

01. Aug 1 Deutschland Koblenz



EU



2 2
Bingen








3 3
Worms








4 4
Tauberbischofsheim







5 5
Rohenburg o. d. Tauber






6 6
Rothenburg o. d. Tauber






7 7
Nördlingen








8 8










9 9
Augsburg








10 10










11 11
München








12 12
München

Reparaturworkshop mit Ludwig Bröhl




KOGA WorldTraveller sinature und TerraLiner Alloy / Vitelli sind jetzt reisefertig!

Vielen Dank an Ludwig Bröhl!








Montag, 26. Juli 2010

Verabschiedung durch Großmeister Birol Özden


Verabschiedung durch Großmeister Sigung Sifu Birol Özden beim Sifu-Spezial-Lehrgang in Köln Mülheim.

Freitag, 23. Juli 2010

Trevellers Cheques


Einsatzorte
Länderanleitung


Wir bestellen die Cheques bei der Postbank.
Tägliche Bestellmenge im Wert von max. 5.000 € Gegenwert!

Beim Rücktausch verlangt die Postbanmk 4 € Gebühr pro Cheque. Deshalb tauschen wir die Cheques bei der Reisebank ein. Dort hätten wir gar keine Gebühren gezahlt, wenn wir sie auch dort gekauft hätten.

Kontaktieren Sie uns umgehend tele fonisch für Hilfe in den
folgenden Fällen:
• Sie haben Probleme beim Versuch, Ihre Reiseschecks
einzusetzen
• Ein Dienstleister weiß nicht, wie Ihre Reiseschecks akzeptiert
werden müssen
• Sie möchten bei Verlust oder Diebstahl Ihrer Reiseschecks
einen Ersatz anfordern
Achten Sie darauf, dass Sie bei Ihrem Anruf die Seriennummern
Ihrer Travelers Cheques zur Hand haben.
IN DIESEM LAND: RUFEN SIE BITTE DIESE NUMMER AN:
USA 1 800 221 7282
Spanien 900 810 029
Italien 800 914 912
Frankreich 0800 832 820
Kanada 1 866 296 5198
Für alle anderen nicht aufgeführten Länder melden Sie ein
R-Gespräch in die USA an +1 801 964 6665 oder Besuchen Sie
americanexpress.com/useTC

Mittwoch, 21. Juli 2010

Rechtsschutzversicherung

bei der DAS nur in Europa und Mittelmeerländern!

Hausratversicherung

Fahrrad mit 5% der Versicherungssumme versichert bei der VHV.

Haftpflichtversicherung

z. B. bei der HDI ist vorübergehender Auslandsaufenthalt bis zu zwei Jahren eingeschlossen!

Montag, 19. Juli 2010

BahnCard kündigen!


Wir haben nicht vergessen, die BahnCard zu kündigen, die kommt sonst nämlich im Abo...

Mail an 'bahncard-service@bahn.de'

Unsere kleinen Tauben fliegen heute erstmals!

Sonntag, 18. Juli 2010

Freitag, 16. Juli 2010

Pressemeldung zum 1. August


Sie ist die älteste und längste Handelsroute der Welt: Die Seidenstraße. Seit mehr als 3000 Jahren verbindet sie Mittelmeer und Fernen Osten, Orient und Okzident.
Gunda Werner-Burggraf und ihr Mann, Wolfgang Max Burggraf, stehen vor dem Abenteuer ihres Lebens: Am ersten August brechen sie in ihrer Heimatstadt Bonn auf und sind dann für 400 Tage auf der Seidenstraße unterwegs - und zwar mit dem Fahrrad.
Balkan – Türkei – Irak – Iran – Zentralasien – China – Korea- Japan: Ihr Ziel liegt im Fernen Osten. Dazwischen: Zehntausende Kilometer Steppe, Wüste und Entbehrungen. Dort, wo früher römische, persische und chinesische Händler in den Kontoren feilschten, suchen die beiden Radfahrer vor allem den Kontakt mit den Menschen.

Am Sonntag, dem 1. August werden sich Gunda Werner-Burggraf und Wolfgang Max Burggraf um 10 Uhr auf dem Münsterplatz verabschieden, um dann in die Pedale zu treten. Ihre letzten Arbeitsstellen waren in Bonn: Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken und die Missionszentrale der Franziskaner. Jetzt haben die beiden Mitglieder des VCD (Verkehrs Club Deutschland) und ADFC (Allgemeiner deutscher Fahrrad Club) für das Mammutprojekt gekündigt. Für 104 der insgesamt 400 Tage hat das Theologenehepaar UnterstützerInnen gefunden: 50 € pro Tag.

„Gerade für uns als Katholiken wird es sehr spannend sein, sich in schwerpunktmäßig islamischen Ländern zu bewegen. Sicherlich ist das für mich als Frau noch einmal ein ganz anderes Thema als für meinen Mann: Ich werde die gesamte Zeit über ein Kopftuch tragen müssen. Dann kommen wir aus dem Islam in die buddhistische Region. Wir sind da sehr gespannt, wie das vor Ort, auch mit der Verständigung, sein wird, wie wir den Islam wahrnehmen werden, der ja auch unterschiedlich ist zwischen der Türkei und den Zentralasiatischen Staaten.“

Gunda Werner-Burggraf hat schon mal Passfotos mit Kopftuch machen lassen. Visavorschriften. Auf ihrer Homepage www.silkroad-project.eu wollen Sie täglich berichten – über twitter und wenn es mal Internet gibt, auch ausführlich im blog-Tagebuch.

„Ich glaube, aus unserer Perspektive werden die Konflikte sehr stark „religionisiert“, sodass man Vieles dem Islam zuschiebt. Ich erhoffe mir, auch als Theologe, einen sehr differenzierten Blick auf die Spiritualität der Menschen – und da sind es nicht nur die Weltreligionen, denen wir begegnen werden, sondern ganz konkrete Ausprägungen.“

Das Abenteuer sehen die beiden durchaus als einen konsequenten Schritt ihrer beruflichen Biographie: Nach vielen Jahren interreligiöser und interkultureller Dialogarbeit bzw. einer Habilitation zum gleichen Thema steht nun an, sich auf der Reise selbst verändern zu lassen: Echter Dialog gelingt nur, wenn das Ergebnis wirklich offen ist. Sonst ist es in Watte gepackte Mission...



http://www.silkroad-project.eu
http://twitter.com/Seidenstrasse
http://silkroad-project.blogspot.com/

Donnerstag, 8. Juli 2010

Donnerstag, 1. Juli 2010

In 400 Tagen ans Ende der Welt

Sie ist die älteste und längste Handelsroute der Welt: Die Seidenstraße. Seit mehr als 3000 Jahren verbindet sie Mittelmeer und Fernen Osten, Orient und Okzident.
Gunda Werner-Burggraf und ihr Mann, Wolfgang Max Burggraf, stehen vor dem Abenteuer ihres Lebens: Am ersten August brechen sie in ihrer Heimatstadt Bonn auf und sind dann für 400 Tage auf der Seidenstraße unterwegs - und zwar mit dem Fahrrad. Ihr Ziel liegt im Fernen Osten: Wladiwostok. Dazwischen: Zehntausende Kilometer Steppe, Wüste und Entbehrungen. Dort, wo früher römische, persische und chinesische Händler in den Kontoren feilschten, suchen die beiden Radfahrer vor allem den Kontakt mit den Menschen. Von früheren, gemessen an dem Mammutprojekt „silkroad-project“ kleineren Touren erzählen sie:


„Wir haben da ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht, abhängig auch von den jeweiligen Ländern und Sprachen. Unsere Erfahrung ist, dass Menschen uns ansprechen, wenn wir mit den zwei Rädern und dem Anhänger kommen und fragen, wo wir herkommen, wo wir hinwollen, wie weit wir jetzt schon gefahren sind. Wir müssen den Kontakt nicht suchen, sondern fahren durch Gegenden, wo es kaum noch Radtourismus gibt. Da sind wir manchmal direkt Dorfgespräch, wenn wir am Brunnen stehen und Wasser suchen. Dann kriegen wir auch Wasser angeboten, oder auch einmal eine Übernachtung. Von Radfahrern aus dem Iran habe ich gehört, dass das erste Wort, was man auf Farsi lernen muss, „Ja“ ist – weil man ständig zum Tee eingeladen wird, und dann nach Möglichkeit auch zusagen sollte.“


Zu Zeiten des Römischen Reiches kamen über die Seidenstraße Luxusgüter wie Seide und Purpur aus China in die Metropolen Westeuropas, später sollte das Schießpulver so nach Arabien und Europa gelangen, schließlich war es gar die Pestepidemie im Mittelalter, die auf der Handelsroute ihren Ausgang nahm. Eine Reise auf der Seidenstraße ist aber zugleich eine Reise durch die Weltreligionen. Aus dem christlichen Europa geht es in die islamischen Staaten im alten Persien, und dann in die ganzen Stan-Staaten.


„Gerade für uns als Katholiken wird es sehr spannend sein, sich in schwerpunktmäßig islamischen Ländern zu bewegen. Sicherlich ist das für mich als Frau noch einmal ein ganz anderes Thema als für meinen Mann: Ich werde die gesamte Zeit über ein Kopftuch tragen müssen. Dann kommen wir aus dem Islam in die buddhistische Region. Wir sind da sehr gespannt, wie das vor Ort, auch mit der Verständigung, sein wird, wie wir den Islam wahrnehmen werden, der ja auch unterschiedlich ist zwischen der Türkei und den Zentralasiatischen Staaten.“

Das, was man von diesen Ländern aus den Medien kennt, sieht vor Ort meist ganz anders aus, meint Wolfgang Max Burggraf:

„Ich glaube, aus unserer Perspektive werden die Konflikte sehr stark „religionisiert“, sodass man Vieles dem Islam zuschiebt. Ich erhoffe mir, auch als Theologe, einen sehr differenzierten Blick auf die Spiritualität der Menschen – und da sind es nicht nur die Weltreligionen, denen wir begegnen werden, sondern ganz konkrete Ausprägungen.“


Angst macht den beiden Radlern vor allem das Wetter und die Sorge um ihre Gesundheit:


„Ich habe immer erlebt, dass es Krisen gibt, die man durchstehen muss, das ist in der Regel der dritte Tag oder auch die Dritte Woche, die sowohl körperlich als auch psychisch sind. Man will einfach umdrehen und sieht keinen Sinn in allem. Wenn man diese Krise dann durch gestanden hat, dann ist das eine sehr kreative und sehr offene Phase und man kann sich vorstellen, auf lange Zeit so weiterzufahren. In dem Moment wird man dann auch offen für die Umgebung, es ist ein gewisses Loslassen von allem, was einen zuhause beschäftigt. Vielleicht ist es, als machte man große Exerzitien, die dann nur nochmals größer sind, um dann auch eine Inspiration und eine zweite Berufung für das Arbeitsleben zu finden.“
(rv 01.07.2010 tb)

Mittwoch, 23. Juni 2010

Mittwoch, 16. Juni 2010

Dienstag, 15. Juni 2010

Freitag, 11. Juni 2010

Meningokokkenmeningitis

Arztkosten - 20,11 €
Meningokokkenmeningitis ACWY Impfung - 46,00 €

Freitag, 4. Juni 2010

Hepatitis A und B

Hepatitis A und B

Titererstellung
Anti-HBS 13,99 €
Anti-HAV 13,99 €

gesamt 27,98 €

_________________________

Havrix

Schutzimpfung 11,72 €

Ampulle FSME Impfung

Arztkosten - 20,11 €
Ampulle FSME Impfung - 52,00 €

Tollwutimpfung

Arztkosten - 20,11 €
Tollwutimpfung - 55,00 € + 55,00 € + 55,00 €
gesamt 185,11 €

Japanische Enzephalitis Impfung

Arztkosten - 20,11 €
Japanische Enzephalitis Impfung - 74,00 € + 74,00 €
gesamt 168,11 €

Gelbfieberimpfung

Arztkosten - 20,11 €
Gelbfieberimpfung - 40,00 €

Donnerstag, 27. Mai 2010

Typhusimpfung

Typhusimpfung

Arztkosten - 11,72 €
1 x 0.5 Typhim Vi FER O FER SANOFI - 24,36 €

Mittwoch, 21. April 2010

Amish Country


Ein wunderbarer Ausflug mit Nicole und Tim, ein erster Sommertag im Amish Country! Wir lernen schnell, was ein Buggy ist, eine Pferdekutsche nämlich ohne Gummireifen. Und daß es hier den besten Käse gibt. Am Abend googeln wir: Aha, die Amish sind nicht rückständig, aber sie diskutieren (und beschliessen) in ihrer Gemeinde alle Neuerungen. Nur was mehrheitlich sinnvoll erscheint, wird eingeführt!
Heute, zwei Wochen später, stehen diese Eindrücke in einem andern Licht. Fünf Tage lang war der Flugverkehr lahmgelegt, ein europäischer Vulkan hatte Europa im Griff. Bei meinem Rückflug hatte ich in Toronto noch den A 380 photographiert; eine neue Ära macht den Luftverkehr zu so etwas wie einer verlängerten Strassenbahn (dieses Bild passt wohl nur für Münchner Jahrgang ca. 1960).
Aber die Eindrücke aus dem Amish Country sind noch frisch, der Vulkan hat für eine heilsame Unterbrechung gesorgt. Jetzt das Prinzip der Amish anwenden? Diskutieren, ob die (Wieder-)Einführung des Flugverkehrs sinnvoll ist? Manchmal wünschte ich mir, es wäre so: Wenn die Amish bis heute keine Gummireifen an den Buggies haben (und ohne Stromversorgung auskommen), hätte ich doch die geheime Hoffnung, dass eine demokratische Diskussion über die Wiedereinführung des Luftverkehrs zu dem Ergebnis käme: Kein eindeutiger Vorteil, eher überwiegen die Nachteile; also lassen wir´s!
Aber: Heute ist die erste Nacht seit fünf Tagen, wo die Postflugzeuge wieder die Bonner Nachtruhe stören werden. Wir leben doch nicht im Amish Country!
W#

Sonntag, 18. April 2010

Gerade noch heimgekommen!




Obwohl ich noch vor einer Woche selber auf den Flieger angewiesen war, ist es doch mit einer gewissen Befriedigung verhaftet: Schon zwei Tage strahlend blauer Himmel - ganz ohne Kondensstreifen... Und die nächtlichen Postflugzeuge über Bonn bleiben am Boden

W#

Donnerstag, 8. April 2010

Pontifical College Josephinum


Today, The Josephinum is under the direction of Rev. Msgr. Paul J. Langsfeld, Rector and President. Effective July 1, 2009, the new rector and president will be Rev. James A. Wehner, STD, a priest of the Diocese of Pittsburgh. The Josephinum alumni serve the needs of the Church in 48 states and 22 foreign countries. The Josephinum continues to prepare priests for U.S. dioceses that do not have their own seminaries, missionary areas of the United States, including regions of the U.S. with growing Hispanic communities and finally, dioceses around the world in need of help with the education of their seminarians. The Josephinum, founded in the bygone age of the late 19th Century by an inspired German immigrant is, in the 21st Century, truly a seminary with a worldwide outreach.

#G

Empire State Building

Foto: Wolfgang, April 2010

Am 28. Juli 1945 um 15:34 Uhr Ortszeit flog ein B-25-Bomber wegen eines Navigationsfehlers bei schlechter Sicht, verursacht durch Nebel, in das Gebäude auf Höhe der 78.Etage. 14 Menschen starben hierbei. Das Empire State Building hielt dem Crash problemlos stand und wurde bereits am nächsten Tag wieder eröffnet. Die Schäden am Gebäude wurden binnen weniger Monate behoben.

G+W#

Mittwoch, 17. März 2010

Entdeckung der Zeit und wie Gewöhnung geht


Gestern bin ich aus San Franzisko wieder im mittleren Westen angekommen. Es ist irre, wie unterschiedlich Zeit erlebt und empfunden wird. Ersteinmal grundsätzlich: ich entdecke wieder, wie lange eine Stunde ist und wie lange ein Tag ist und was ein Tag doch alles an Zeit hat! Das ist irre, auf die Uhr zu schauen und erstaunt zu sein, dass es tatsächlich erst 11 Uhr am Vormittag ist und das Gefühl von Zeit sich einstellt. Ein Gefühl, das ich lange nicht mehr hatte.
Aber was mir hier auffällt, dass man sich tatsächlich an das ganz eigene Tempo hier gewöhnen kann: an die Bequemlichkeit, mal eben mit den Auto zum Laden zu "rennen", so heißt das hier. Das Fahren ist eher wie ein Fließen, alles in einer Geschwindigkeit, breite Straßen, breite Autos, kaum Stau. Es macht ein so eigenes Lebensgefühl aus, dass es beinahe erschreckend ist wie sich Einstellungen einlullen lassen.

Dennoch bin ich froh um mein Rad - auch wenn es deutlich weniger bequem ist. Aber auch sonst ist alles so bequem hier, das Essen, das Einkaufen, alles. Sogar Kaffee-Ketten gibt es als Drive-Throu.

Es fällt schwer, da nicht einfach in die Anti-USA-Stimmungen zu gehen, auch wenn es genug Gründe gibt.
Vielleicht ist da aber auch eine Entdeckung in der Bequemlichkeit, die es wert ist, entdeckt zu werden. Auf jeden Fall war es prima, mal für ein paar Tage in der Geschwindigkeit zu leben, die eine Stunde als kaum etwas fühlen lässt.

G#

Dienstag, 9. März 2010

Das Prinzip Prenzlauer Berg ist überall

Das Prinzip Prenzlauer Berg ist überall!
Nachdem es tatsächlich aufgehört hat zu schneien (und damit sich auch endlich die Themen in den Nachrichten ändern und keine Vergleiche von Schneeschiebern mehr gesendet werden) und zudem die Sonne nun schon fünf Tage scheint, die Temperaturen im deutlichen Plus-Bereich liegen, genieße ich meine Rad-Freiheit und erkundige Columbus wieder einmal neu. Im Grunde mache ich das seit über 20 Jahren. Was ich heute festgestellt habe: das Prinzip Prenzlauer Berg ist überall. Aber das sagte ich schon. Ich habe ein Café als mein Lieblingscafé auserkoren, ich muss keine 1,5 Stunden mit dem Rad fahren, um dorthin zu kommen. Es ist nicht im hippsten Bereich der Stadt, sondern in einer Art Prenzlauer Berg. Es ist zudem 10 Minuten vom Jospehinum entfernt: dort ist es möglich, draußen auf einer Bank oder auf Stühlen zu sitzen auf einem echten Bürgersteig umgeben von lauter kleinen, zum Teil alten Läden, Manufakturen, Einzelwaren, Künstlern, weiteren Cafés, einem Öko-Markt von April bis November und lauter Müttern, die ihren Kindern bestimmt alle Doppel-Namen gegeben haben oder wenigstens Namen von bedeutenden KünstlerInnen. Es ist irre, es ist beinahe beängstigend.
Was an dem Café nicht dem Prenzlauer Berg Prinzip entspricht, dass der Bezirk schon immer ein guter Bezirk war, grün ist er sicherlich erst in den letzten 10 Jahren geworden.
Dagegen entsprich der hippe Bereich der Stadt genau den Prozessen der Gentrifizierung. Vor 20 bis 30 Jahren war es unmöglich, dort auch nur tagsüber über die Straße zu gehen, es war schlichtweg zu gefährlich. Gefährlich blieb es auch weiterhin, aber es war dann einfach "nur" ein Bereich mit geringem Einkommen, hoher Kriminalität, hoher Arbeitslosigkeit, das ganze zwar nah an der Uni, aber doch deutlich getrennt vom Leben dort. Es war buchstäblich ein Straße weiter zu einem anderen Leben. Der Uni-Bezirk war ein Gettho, umgeben von den Gegenden, in denen es irgendwann ok war, tagsüber mit geschlossenen Türen im Auto durchzufahren, aber nicht in der Dunkelheit. In der Entscheidung, alle alten Gebäude einfach abzureißen und was auch immer zu bauen, haben sich geld-habende Investoren zusammengeschlossen und angefangen, die eine Straße zu renovieren, zu sanieren. Es kamen zunächst neue Läden und neue Mieter, der Bereich des Wohnbaren weitete sich aus. Alte Häuser wurden gerne aufgekauft (günstig), renoviert und verkauft (teuer). Inzwischen arbeiten und leben dort gut verdiendende Akademiker, manche Studierenden. Es gibt schöne, teure Läden, Restaurants und Cafés und die eine Straße zur Uni ist kaum noch zu entdecken. Die gesamte Gegend ist sicher geworden, sehr schön, sehr teuer. Die Probleme haben sich verschoben in andere Gegenden der Stadt, bis heute sind dort bereits in diesem Jahr 16 Menschen bei Schießereien ums Leben gekommen. Davon, dass es ganz gefährlich war entlang der "North High Street" erzählen jetzt die Alten, zu denen ich zur Abwechlsung auch schon gehöre.
Daher bin ich mit meiner neuen Entdeckung im hohen Norden doch sehr froh und kann völlig un-hip einen Kaffee trinken.

G#

Montag, 8. März 2010

Dienstag, 2. März 2010

Montag, 1. März 2010

Bonn am Faschingsdienstag 2010



W#

Die maximale Freiheit im mittleren Westen und einiges über Werbung im Fernsehen

Inzwischen schneit es seit vier Wochen. Nicht gerade ununterbrochen. Und eigentlich auch nicht übermäßig viel. Es gab zwei Schneestürme, das meiste davon an der Ostküste. Hier sieht es eher aus wie es aussieht im Winter: es liegt Schnee, die Temperaturen liegen zwischen inzwischen auch mal +2 und -18 Grad, letzteres nur Nachts. Und dennoch: die Nachrichten der Region verbringen die meisten Sendeminuten damit, um den Fortschritt des Schneeschaufelns zu dokumentieren, persönliche Geschichten einzufangen und wieder und wieder die Zentimer Schnee zu messen, die zu einem Rekord an Schnee fehlen. Alles in allem ist es Winter. Und doch ist es ein anderer Winter, als ich ihn bisher erlebt habe: ich habe bisher noch nie in Nachrichten oder in der Zeitung Warnungen vor Schnee-Schippen gelesen (wegen Herzinfarkt-Risiko bei Übergewicht oder wenig Bewegung). Ich habe mich noch nie mit der Frage beschäftigen müssen, ob ich nun einen Schneeschüppe oder einen "Snow-Blower" für die Einfahrt benutze und mir ist auch noch nie aufgefallen, dass der Fortschritt des Schnee-Schüppens (oder nennt man das eigentlich anders?) von finanziellen Standard der jeweiligen Straße, des jeweiligen Viertels abhängt.
Auf jeden Fall kann ich mich als Fahrradfahrerin auf eines verlassen: innerhalb von wenigen Stunden sind die Straßen, die nötig sind, um einen Highway zu erreichen, wieder frei. Eine Nation, die komplett und als ganze davon abhängt, dass ihre Menschen Auto fahren können, braucht freie Straßen, egal, was passiert. Und wenn das nicht geht, dann sind die Schulen geschlossen, die Regierungsbeamten dürfe zu Hause bleiben und alle Veranstaltungen werden abgesagt (nur nichts im Jospehinum, weil die meisten dort leben...). Also: die Straßen sind frei. Und das führt mich zu zwei weiteren Beobachtungen und Erfahrungen der letzten zwei Wochen: vor einer Woche habe ich die maximale Freiheit als radfahrende Europäerin auf der Suche nach einem KAFFEE erlangt: ich bin geschlagene 1,5 Stunden mit dem Fahrrad in die Innenstadt über freie Straßen und schneebedeckte Radwege gefahren. Aber das Erlebenis war toll: ein wunderbarer Kaffee, umgeben von Menschen, die keinen römischen Kragen tragen. Maximale Freiheit!
Die andere Beobachtung aus dem Fernsehen, für mich Fernsehneuling ja eh eine Welt vieler erstaunlicher Begebenheiten: die Werbung. Nach vier Wochen kann ich sagen, dass es einmal die Werbung gibt, die richtig Geld hat. Diese Werbung ist richtig gut gemacht, sie ist emotional, persönlich, es geht meistens um erlebte Grenzen, nicht geschaffte Ziele und dass es dann doch geht. Dann gibt es die billige Werbung, die eine ganz andere Stimmlage hat, schrill ist und schlecht gemacht. Es ist erstaunlich, aber die teure Werbung ist tatsächlich ästhetisch. Sie ist angenehm zu schauen. Und sie handelt nicht von Autos. Denn das ist eine weitere Beobachtung: die meiste Werbung handelt von Autos, bestimmt 60%, dann kommen 30%, um Folgen des Autofahrens loszuwerden: Übergewicht, hoher Blutdruck, Herprobleme, Diabetis. Dann gibt es die 10% Werbung, die in der Regel nur während wichtiger Sport-Events gezeigt wird, die wirklich teure Werbung. Und diese macht Spaß. Nun sind die olympischen Spiele vorbei. dann werden die 10% wohl wieder in die Sicherheit gehen. Denn das ist das Thema, was Auto und seine Folgen noch ergänzt: Sicherheit.
Bei den olympischen Spielen hätte ich gerne eine andere, nicht us-Berichterstattung gesehen, um einen Eindruck zu gewinnen, ob die Betonung der familiären Beziehungen der SportlerInnen zu ihren vor allem Müttern eine spezifisch us-amerikanische Betonung ist. Auf jeden Fall ist es sehr auffallend gewesen, dass bei jedeR SportlerIn immer die Mutter gezeigt wurde und die wunderbare Beziehung und überhaupt. Im Hinblick auf das Familienbild, das in den Mainstream-Medien hier politisch relevant ist, war ich da doch auch skeptisch, ob das in anderen Medien ähnlich war.
Zurück zum Schnee: er nervt, so langsam aber sicher. Es soll noch mehr Schnee geben. Es ist März! Aber ich fahre mit dem Rad zum Josephinum und werde dort ein wenig mit einer Mischung aus Faszinosum et Tremendum angeschaut. Radfahren an sich und dann bei dem Wetter. Dabei ist es halt einfach mal Winter. Mir kommt es so vor, dass so viele Menschen hier so weit weg sind von jeglicher Naturerfahrung, dass es kaum vorstellbar ist, im Winter wegen der Kälte, im Sommer wegen der Hitze und dazwischen wegen irgendwelcher möglicher Allergien überhaupt mehr Zeit an der frischen Luft zu sein als auf dem Weg zum Auto und zurück. Aber ich muss fairer Weise auch sagen, dass es deutlich mehr Menschen gibt, die auch im Winter zu Fuß oder sogar mit dem Rad unterwegs sind. Letzte Woche begegnete ich einem Radfahrer auf dem Weg zurück, es schneite mal wieder. Er kam mir entgegen und wir wären beinahe vom Rad gefallen, weil wir so überrascht und erfreut uns zugewunken haben.
G#

Sonntag, 28. Februar 2010

Zentimeter entscheiden über Leben

150.000 km Radreiseerfahrung lassen in manchen Dingen keine Kompromisse mehr eingehen. Frankreichtour - Grenoble, 2009: Ein LKW kracht vor uns mit seinen Aufbauten gegen eine Eisenbahnbrücke. Riesenkrach, Brücke scheint unbeschädigt, der Fahrer klettert aus dem Führerhaus. Bei mir löst die Situation eine gewisse Befriedigung aus: dieser Fahrer ist diesen Job jetzt bestimmt los! Unser Leben hängt hunderte Male am Tag davon ab, ob LKW-, Caravan- und PKW-FahrerInnen ihr Fahrzeug auf den Zentimeter genau einschätzen können, und da ist ein solcher Unfall eine willkommene Selektion.

Mit großem Respekt habe ich am Mittwoch dann den Rücktritt von Bischöfin Käßmann vernommen. Rücktritt, weil man/frau zufällig mit Alkohol im Blut am Steuer erwischt wird? Das gehört ja nicht gerade zur Kultur unserer AutofahrerInnenrepublik! Doch mit diesem ehrlichen Schritt verhindert Käßmann, mit den Wiesheus und Haiders in einem Atemzug genannt zu werden.
In meinem Radfahrerleben gab es bestimmt 15.000 (!) Situationen, wo ich im Recht gewesen wäre, aber für die Fehler anderer mitdenken und -handeln mußte. Doch wenn 1,5 , 1,7 oder 1,8 Promille das Gegenüber im Phaeton zur SelbstmordattentäterIn werden lassen, hilft auch diese vorausschauende Fahrweise nichts mehr.
Deshalb rettet Käßmann mit ihrem Schritt vielleicht unser Leben. Sie weiß um Vorbildfunktionen. Sie hat bei der Trauerfeier für Robert Enke am 11. November 2009 gepredigt. Aber auch sie konnte nicht verhindern, dass in den kommenden Wochen bei der Eisenbahn die stundenlangen Verspätungen wegen "Notarzteinsatz am Gleis" sich vervierfachten. Enke war Vorbild, auch im Suizid, aber niemand thematisierte die Aggression und Gewalt, die er durch die Art und Weise seiner Selbsttötung anderen damit antat.

Käßmann brauchte für ihren Rücktritt drei Tage. Einen sicherlich, um Schock und Kopfweh zu überwinden. Einen anderen, sich zu beraten. Und noch einen, um sich selber klar zu werden, vielleicht auch im Gebet. Drei Tage habe ich dann noch andern gegeben, auch in kirchlichen Leitungsämtern, von denen ich weiß, daß sie besoffen autofahren (und die sind nicht alle protestantisch!). Aber niemand trat mehr zurück.
Der Schritt Käßmanns wird unsere Leben retten, wenigstens dazu beitragen. Umso mehr, je mehr auch andere dazu beitragen, diese ehrliche und ernsthafte Sichtweise in der Öffentlichkeit zu multiplizieren.

W#

Pontifical College Josefinum

G#

und so sieht´s hier im Sommer aus...


... und wieder auf das Bild klicken...

G#

Hier bin ich (allerdings im Schnee!)


Und jetzt: Google Earth installieren und auf das Satellitenfoto klicken!

G#

Freitag, 12. Februar 2010

ist die Erderwärmung jetzt weg - Beobachtungen aus den USA


Nachdem es seit einer Woche schneit und oder stürmt und schneit, gibt es tatsächlich Diskussionen im Fernsehen darüber, dass die Erderwärmung und der Klimawandel nicht stattfindet, sondern eine Propaganda der Linken und Liberalen sei.
Das Thema Klimaschutz ist hier wirklich kompliziert. Nach der ersten Woche war ich beinahe so weit, Obamas Position in Kopenhagen ein wenig zu verstehen: es wäre gar nicht möglich, Klimaziele einzuhalten in diesem Land ohne die Demokratie abzuschaffen und zu einer Klima-Diktatur überzugehen. Hier im mittleren Westen ist es aufgrund der Infrastruktur beinahe unmöglich, wenigstens klimaneutral zu leben: sobald man nicht an den Haupteinfahrtstraßen lebt, gibt es keine Bürgersteige, keine Einkaufsmöglichkeiten. Bäcker gibt es eh nicht, auch keine Märkte. Der Versuche, mit dem Fahrrad einzukaufen scheitert auch bei vollem Wollen an den Entfernungen: 6-10 km fahren für einen kleinen Einkauf? Amerikaner würden nicht auf die Idee kommen. Ich komme mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zum College, muss einen Umweg von ca 5km mit dem Fahrrad fahren, weil die Straße, die den Highway überquert durch ihre Zufahrten zum und Abfahrten vom Highway lebensgefährlich ist. Ein wenig Emphatie kann ich schon aufbringen.
Die zweite Woche mit den absurden Diskussionen, den fehlenden Winterreifen und dem Chaos hier lässt die Emphatie doch ein wenig schmelzen....

Davon unabhängig gewöhne ich mich an den Lebensrythmus, der sicherlich sehr bayrisch ist, aber sicherlich nicht meiner. Alles ist früh und der Abend beginnt um fünf. Dennoch habe ich Glück und bin in einer Salat-essenden Familie gelandet, direkt neben meiner alten Gastfamilie. Das ist halt die andere Seite: die Gastfreundschaft. Die ich auch hier im College erlebe auch wenn ich gerne vieles diskutieren würde.

Mit unserer Radreise sind wir die Stars, es ist nicht vorstellbar a) so weit mit dem Rad und Zelt und ohne Air-Konditioning zu fahren und b) durch Länder zu reisen, die hier DIE Achse des Bösen sind oder gänzlich unbekannt.

G#

Montag, 8. Februar 2010

Pässe radlen

Hier ein paar Fähnchen aus der Vergangenheit! W#

Freitag, 5. Februar 2010

Herberge


Seit 1977 alle Herbergsstempel der Jugendherbergen gesammelt. Gibt eine stattliche Landkarte. W#