Dienstag, 25. Januar 2011

24.-25. Januar, Teheran, 177, 178

5 Bahman 1389 
 
Ein weiterer Tag in Teheran. Heute ist es bewölkt und der Abschluss des Trauermonats der Schiiten. Viele Geschäfte haben zu, nur unser Reifenhändler nicht. 


Das Geräusch des Reifenwechselns, Waschens, Aufpumpens ist heute gemischt mit den Hossein-Gesängen. Mittags suchen wir etwas essbares und gehen durch die Straßen, die zu 80% aus geschlossenen Läden bestehen und beinahe beschaulich sind. Wir finden ein Kellerrestaurant und bekommen einen leckeren Eintopf für realistisches Geld. Den Tag verbringen wir mit Internetrecherchen zu unserer Strecke und rechnen den Worst-Case aus: dass wir nur 16 Tage haben für die Fahrt zur turkmenischen Grenze. Dass wir unsere gesamten Pausentage an einem Stück nehmen, hätten wir nicht gedacht, aber wir lesen von anderen, die auch vier Wochen in Teheran auf die „Stan-Visa“ warten, manche haben sie dann sogar in Deutschland besorgen lassen…. Das wäre dann das nächste Szenario. Aber noch hoffen wir, dass der Konsul morgen wieder aufgetaucht ist und unser Visum auch und die Turkmenen vielleicht doch nur fünf Tage brauchen. Andererseits ist ja auch bald schon wieder Wochenende und man weiß es nicht so genau. Ein wenig ist es zum Mäuse-Melken!
Wir sind froh, dass wir umgezogen sind und so wenigstens einen Internetzugang haben und außerdem in einem Hotel mit netterer Atmosphäre und für weniger Geld wohnen. Wenn wir das mit den vier Wochen geahnt hätten, dann hätte sich über Couch-Surfing auch eine Wohnung gelohnt, aber damit haben wir nicht gerechnet. Zum Glück finden wir Teheran gar nicht so schlimm, auch wenn wir regelmäßig gefragt werden, ob wir nicht lieber für ein paar Tage woanders hinfahren möchten. Wir genießen die Zeit, die wir mit Iranern verbringen können, haben viel Möglichkeiten, die Stadt zu erlaufen, die Museen anzuschauen, die Wandbilder zu studieren, Streckenbeschreibungen zu finden und nachzudenken und letztlich auch: zu erholen. Dennoch wäre es schön, es ginge bald weiter!

Uebrigens: Vor 100 Tagen waren wir in Subasi!


Uns stehen wiederum Tage des Wartens vor der Türe. Unser Teheran-Besichtigungsprogramm können wir dementsprechend langsam gestalten. Vorher lesen wir in der Tageszeitung von den Atomgesprächen in Istanbul und Demonstrationen in Berlin. Gunda liest Krimis, Wolfgang "fachbezogene" Literatur: Neben einem Artikel ueber Zentralasien finden wir im Buecherregal unseres Hotels "Nach der Globalisierung: Entwicklungspolitik im 21. Jahrhundert", eine gute Lektuere fuer die Winterpause. Als Kontrast gabs in der Deutschen Botschaft "Tatsachen ueber Deutschland". Zeit auch, deutschen Medien Zwischenberichte zu liefern... Gunda veroeffentlicht im Pastoralblatt.
Heute steht der کاخ گلستان auf dem Programm. 


Wir müssen uns entscheiden, welche Museen wir uns anschauen, da für jedes einzeln ein Eintritt gezahlt werden muss. Wir entscheiden uns für die Gemäldegalerie und das ethnologische Museum. Das Gelände selbst ist frei zugänglich und wirklich wunderschön. 


Einen Teil der Gebäude haben wir bereits abends beleuchtet gesehen. 


Die Straße vor dem Palast ist zugleich der Haupteingang zum Basar und für Autos und Mofas (theoretisch) gesperrt. Es ist für Teheraner Verhältnisse still, eine relative Stille sozusagen (mit einem Gruß an Frank, Andreas und Gabriela!). Die Gemäldegalerie ist leider von der Beleuchtung her in einem miserablen Zustand, bei manchen Bildern sind die Strahler ausgebrannt so dass sie im Dunkel sind, bei anderen so gestellt, dass der Rahmen ganz viel Schatten auf das Bild wirft. Dennoch eröffnen die Bilder einen Eindruck in das 19. Jahrhundert, sowohl die religiösen als auch „weltlichen“ Herrscher sind dargestellt. Auf dem Weg zum ethnologischen Museum wird Gunda von einer Mädchenklasse regelrecht erobert, eh sie sich versieht ist sie umringt und umarmt und lauter junge Frauen die sich freuen ohne Ende ein Foto mit ihr machen zu können. Gerade die (jungen) Frauen im Iran sind immer wieder bezaubernd. Das ethnologische Museum besteht vor allem aus Wachsfiguren, die das tägliche Leben vergangener Jahrhunderte darstellen ebenso wie aus Exponaten des täglichen Lebens. Es ist neu renoviert und daher vom Licht her besser gestaltet, insgesamt merken wir aber, wie verwöhnt wir durch exzellente Museen sind.
Anschließend wandern wir zum Bahnhof nach Süden und entdecken die Straßen, durch die wir an unserem ersten Tag in Teheran geirrt sind, wieder. Wir sehen jetzt erst, dass wir direkt am Basar waren und das einfach nicht realisiert haben. Der Bahnhof ist elegant, groß und sehr modern. Leider (für Wolfgang) gibt es nur mit einer Fahrkarte einen Zugang zum Bahnsteig, so dass wir nur aus dem Fenster schauen können. Wir fahren mit der U-Bahn zurück und treffen am Abend Shanaz und Noeem, unsere Radfahrfamilie, die uns am Mittwoch den Basar zeigen werden und uns für Freitag eingeladen haben.
weiter im Iran

Montag, 24. Januar 2011

Umweltveränderungen in der Region

Ernst Giese, Jenniver Sehring:
Regionalexpertise – Destabilisierungsund
Konfliktpotential prognostizierter
Umweltveränderungen in der Region
Zentralasien bis 2020/2050

22.-23. Januar Teheran, 175, 176

3 Bahman 1389
 
Heute ist der große Tag: Unser Usbekistanvisum soll zu 100% fertig sein, mehr als 100% brauchen wir ja auch nicht. Wir stehen um 6:00 Uhr auf und verlassen kurz nach dem Frühstück um 7:30 das Haus. Wir scheitern zunächst daran, in die U-Bahn zu kommen, sie ist in einer Weise überfüllt, wie wir es beide noch nicht gesehen haben. Also fahren wir eine Station in die anderen Richtung, kommen dort hinein und lassen uns am Haft e Tir mit den Massen ausspülen. Dort gibt es einen Bus, der uns nahe an die Botschaft bringt. Busse haben in den letzten Wochen ihr System geändert, haben eh schon mindestens vier verschiedene Farben und sind nicht durchgängig nummeriert und in persisch beschriftet. Selbst Teheraner fragen sich von Bus zu Bus. Wir machen das auch und nach einigem Hin und Her finden wir den Bus, der deutlich schneller ist als die U-Bahn und auch nicht ganz so voll. Insgesamt schaffen wir es um 10:00 an der Botschaft zu sein und sehen bereits die Schlangen derer, die immer gleich mit einem Stapel von Pässen kommen vor der Tür und im Treppenhaus. Wir erklimmen die uns bekannten Stufen, treffen weitere mit vielen Pässen und alle diskutieren. Wir denken uns nicht und reichen unsere Pässe freudig durch das Fenster. Im Zimmer selbst ist die Dame anwesend, von den Herren keine Spur. Die seien auch nicht da und wir könnten ja am Mittwoch wiederkommen. Wir müssen genauso fassungslos aussehen wie die anderen bei denen wir auch dasselbe Wort verstehen, was wir nun auf englisch bringen: aber die Turkmenen…. Es hilft nichts, wir ziehen von dannen und sind nun das fünfte Mal bei den Usbeken gewesen. Wir machen uns auf die Suche nach den Turkmenen, die sich inzwischen in die Schweizer verwandelt haben. Unverrichteter Dinge wandern wir weiter. Wir wollen um 18:30 in den Gottesdienst gehen. Nun ist es 11:30. Wir finden einen der vielen Fastfood-Läden und essen dort etwas, finden kein Café und beschließen um 15:00, dass wir zurückfahren und die Zeit nutzen um alles, was wir über das Visums-Verfahren für China zu erfahren können, zu finden.
Es ist immer noch sonnig und schön, mittags wärmt die Sonne bereits sehr und die Berge verlieren an ihrer Südseite deutlich die Schneedecke. Wir sind froh, dass wir am Freitag tatsächlich den hohen Berg gesehen haben: majestätisch inmitten der dann beinahe klein wirkenden Berge.


Wir schlafen aus und erwandern anschließend die Gegend unsere Hotels nach Westen. Auf der Suche nach der katholischen Kirche landen wir in einer Kirche bei der italienischen Botschaft. 


Dort treffen wir den Pfarrer wieder, der Weihnachten in اصفهان war. Uns wird der Weg zur eigentlichen Kirche erklärt. Da wir schon lange nicht mehr so spät im Bett waren, beenden wir den Spaziergang und schauen einen der Filme (Ein Lied von Liebe und Tod), die wir von Rieke und Thorsten bekommen haben. Ihn im heutigen Iran zu sehen, hat besondere Zwischentoene.

Samstag, 22. Januar 2011

21. Januar, Visumskosten


Iran Turkmenistan Usbekistan Tadjikistsn Kirgistan China
Visum 50 Euro 55 US $ 105 US $ 25
US $
65 US $
Reisebüro 57 Euro




Buchungsgebühr 18 Euro




1. Verlängerung 26 US $




2. Verlängerung 20 US §




Buchungsgebühr



4 US $
Taxikosten 40.000 IR
190.000
IR

50.000 IR
Consular Certificate
28.000 IR 28.000 IR 28.000 IR siehe Tad.
Hotelkosten 50 Euro 14426000 IR





























































21. Januar Teheran, 174

1 Bahman 1389

Heute ist Freitag und damit Wochenende. Wir sind von Rezas Freund Ahmet eingeladen und werden um 10:00 abgeholt. Unser Ziel ist der Sa Abad Komplex im Norden der Stadt, die Sommerresidenz des Shahs. Heute ist es ein Museum, das vor allem durch die Parkanlagen und die vielen verschiedenen Museum besticht. Es ist sonnig und recht klar und wir fahren genau auf die Berge zu. Der Park ist riesig und es gibt die Möglichkeit, in einem alten Rollce Royce den Berg zu erklimmen.



Unser erstes Museum zeigt die Weltreise von zwei iranischen Brüdern, die zehn Jahre lang mit einem Motorrad und dann einer Ente



um die Welt gefahren sind. Es zeigt viele Bilder und Exponate, ein spannende Ausstellung. In den 50zigern scheinen Weltumfahrende immer wichtigen Persönlichkeiten der Länder vorgestellt zu werden, bei den Bildern müssen wir schmunzeln, das hat sich durchaus geändert….



Danach besuchen wir den „grünen Palast“ und bekommen eine Ahnung vom Prunk und Reichtum der Shah-Familie.



Als nächstes steht das Militärmuseum auf dem Plan, das ebenfalls Exponate von der Zeit vor unserer Zeitrechnung bis zum Irak-Iran-Krieg zeigt.




Den Abschluss bildet der „weiße Palast“, dort speisten als letztes Jimmy Carter und der Präsident von Ägypten.




Auch den Fuhrpark der Familie können wir anschauen bevor wir uns erneut auf die Suche nach einem Restaurant machen. Das erste scheitert an der Schlange, die sich vor dem Restaurant gebildet hat. Auf dem Weg dahin kommen wir an einem von vielen Wandbildern vorbei und erfahren, dass die meisten Wandbilder mit Palästina zu tun haben.



Wir machen einen weiteren Versuch in dem kaspischen Restaurant, dort ist die Schlange der Wartenden „nur“ im Restaurant und so bekommen wir nach relativ wenig Wartezeit einen Tisch. Das Essen ist wiederrum ganz anders, es gibt köstlichen Fisch.



Durch die vielen Wartenden ist das Essen sehr schnell. Anschließend verabschieden wir uns von der Familie und sind wieder einmal erstaunt und beschenkt zugleich, dass Menschen uns als Ausländer so in ihre Welt und in ihre Stadt einführen und beschenken.
Nach einem Mittagsschlaf



brechen wir auf zur nächsten Einladung. Diesmal sind wir von Shahin und seiner Familie eingeladen. Wir haben ihn in Kurdistan Iran getroffen als wir vor einem kleinen Laden gehalten haben. Nach unserer Ankunft in Teheran haben wir uns direkt bei ihm gemeldet, aber er war noch in Indien und fliegt heute nach Italien und dann Deutschland. Er arbeitet als Tour-Guide für Iraner, die im Ausland zu Messen fahren oder Urlaub machen. Ein Taxi bringt uns in den hohen Norden der Stadt. Dort kommen Freunde von ihm und wir verbringen einen wunderschönen Abend mit guten Gesprächen



und gutem Essen und finden erneut Puzzel-Teile zu unserem Iran-Bild, das hier wiederum ganz anders ist.




Nachdem wir in den ersten Wochen es schwer hatten, hier anzukommen und manchmal keine rechte Lust hatten weiterzufahren, sind wir inzwischen sehr froh um die Zeit, die uns hier gegeben ist und vor allem um die vielen unterschiedlichen Begegnungen. Wir lernen eine Menge nicht nur über das Land und seine Kultur, sondern auch darüber mit Fremden umzugehen und sie in eine andere Kultur einzuführen. Für uns ist es jeden Tag eine neue Erfahrung und neue Dimension, die uns in unserem Verhalten anfragt.

Übrigens: Vor 100 Tagen waren wir in Bilecik!

Freitag, 21. Januar 2011

Donnerstag, 20. Januar 2011

18.-20. Januar Teheran, 171, 172, 173

30 Dey 1389


Der Morgen ist kristall-klar und es fällt uns schwer, den Weg bergab einzuschlagen, bergauf zu gehen reizt bei der klaren Sicht. Aber unser Visum soll ja fertig sein und so wandern wir ein viertes Mal zur Botschaft, den Weg kennen wir auswendig. Zunächst werden wir nicht auf das Botschaftsgelände gelassen und sollen draußen warten. Dann dürfen wir hinein, nur um zu erfahren, dass das Visum nicht fertig ist und sie auch nicht wissen warum. Als wir durchaus hartnäckig nachfragen, wird deutlich, dass das Problem bei der Visa-Stelle liegt. Der bearbeitende Mensch in Teheran ruft für uns die turkmenische Botschaft an, die versprechen unser Visum schnell zu besorgen, wenn wir dann mit dem usbekischen Visum kommen. Ja wenn wir denn… Nun ist also der nächste 100% Termin am Sonntag. Dann könnten wir auch direkt zu den Turkmenen.
Wir gehen wieder von dannen und entscheiden bei den Kirgisen vorbeiszuschauen, die nicht weit weg sind. Dort stehen wir erst eine Weile vor der Tür rum, werden dann hereingeholt und finden uns in einer schönen Villa wieder. Dort wird uns viel von Kirgistan erzählt und auf einer Karte die Unterschiedlichkeiten der Natur erklärt. Das Formular ist schnell ausgefüllt, die Bank Melli zu finden, ist dagegen ein längerer Akt. Am Ende sind es je eine Stunde zu Fuß oder mit dem Taxi und Gunda ist in der Botschaft und verhält sich ganz ruhig, so dass wir auch nach 12 Uhr noch unseren Antrag abgeben können. Dieser ist in fünf Arbeitstagen fertig und es hört sich so an, als sei dem auch so.
Wir laufen den bekannten Weg zurück, in der Regel schneller als die Autos, die schon im Wochenendstau stehen. Auch durch das regelmäßige Laufen wird er nicht kürzer, aber wir entdecken die Fortschritte an den Stahlbauten am Wege. Inzwischen ist es so dunstig, das die Berge kaum noch zu sehen sind. Im Hotel angekommen, trinken wir einen Kaffee und entdecken, dass Reza uns für den Abend einlädt. Darauf freuen wir uns sehr und suchen nach einem Mittagsschlaf die Adresse der katholischen Gemeinde in Teheran, denn uns würde ein Gespräch ja doch sehr interessieren. Mit vereinten Kräften von Reza und Sigrid finden wir die richtige Adresse.
Wir sind wieder auf dem Weg zum kaspischen Restaurant, das aber wieder geschlossen ist. Dann geht es weiter zu iranischen Außenministerium,

das in einer Gebäudeansammlung




steht, die von Deutschen gebaut worden sind. In diesem Zusammenhang erfahren wir eine andere Perspektive auf die Begeisterung, mit er wir als „Deutsche“ aufgenommen werden. Ganz konkret in Teheran sind viele Gebäude und Straßen mit der Hilfe von „Deutschen“ zu Hitlers Zeiten gebaut worden, so dass die Assoziation des Bauens ist und die, ein „System“ in die Stadt zu bringen, die so schnell gewachsen ist, dass die Bebauung nicht hinterherkam. Zugleich erfahren wir auch, dass die meisten aber schlichtweg keine Ahnung haben, was sie sagen. Wir erleben wieder einmal mehr, dass wir uns wie in einem Puzzel bewegen, wo wir immer wieder einmal ein Teil an das andere legen können und dennoch kein Gesamtbild erahnen.
Nachdem wir uns den Platz und die Architektur und auch weitere alte Häuser angeschaut


haben während die Kurrierdienste versuchen, mit Feuern an der Straße sich gegen die kalte Nacht zu wärmen,


finden wir im Süden ein Restaurant in ersten Stock. Es ist ein Selbstbedienungsrestaurant und brechend voll.


Das Essen ist sehr gut, ganz anders als alles, was wir bisher hatten.




Übrigens: Vor 150 Tagen waren wir in Slowenien!

Nach dem Frühstück, das gut ist!, folgt ein erneuter Anruf bei der usbekischen Visa-Stelle. Sie wissen noch nichts, aber morgen zu 99% ist das Visum fertig. Damit sind wir frei für den Tag und laden uns am Abend wieder bei Rieke und Thorsten ein. Wir fahren zum برج آزادی, auf dem Weg kommen



wir bei einem der vielen Bäcker vorbei, der uns auch in der Backstube fotografieren lässt.







Beim Turm selbst sind wir zwar in der Mittagspause, aber können dennoch die Architektur genießen.



Der Himmel ist blau solange wir direkt nach oben schauen, ansonsten hat sich schon wieder der Smog über die Stadt gelegt und die Berge sind nicht zu sehen. Auf dem Weg zum Turm sehen wir seit langem mal wieder Roma-Frauen, die hier als Wahrsagerinnen arbeiten und einen regen Zulauf haben. Währenddessen gehen die Töchter der Arbeit nach.
Der Schnee ist hier im Süden schon fast wieder Geschichte und die Sonne wärmt wieder. Auf dem Weg zurück kaufen wir noch Gemüse fürs Abendessen ein,


wohlwissend, dass es sicherlich fürchterlich gespritzt ist.



Den Weg zu Rieke und Thorsten finden wir mit dem Bus, unser zweites und erfolgreiches Busexperiment auch wenn es streckenweise zu Fuß schneller wäre in der abendlichen Rush-Hour. Wir kochen gesund Gemüse mit Nudeln und genießen den Abend in Radfahrenden-Gemeinschaft.

Datum: 18.1.11
Tag: 171
TagesunterstützerIn:
von: Teheran m NN 1192
nach: Teheran m NN 1168
km 4,74
Gesamt km 7711,1054
km/h: 13,3
Fahrzeit 00:21
gesamte Fahrzeit: 590:01:00
Anstieg in m pro h 60,00
Anstieg in m 21
Abfahrt in m: 45
höchster Punkt in m NN 1242
Steigung/Gefälle 1,39

Der Weg zur Verlängerung des Iran-Visums am frühen Morgen eröffnet uns den Blick auf die schneebedeckten Berge, den wir in der Klarheit noch nicht hatten. Wir laufen eine Weile parallel zu den Bergen und müssen darauf achten, dass wir nicht in Menschen oder Autos laufen, weil der Anblick so schön ist. In der Visums-Stelle ist es leer und innerhalb von zwei Minuten bekommen wir unser Visum in der dritten und kompletten Verlängerung ausgehändigt. Nun geht der Ärger mit dem usbekischen Visum weiter. Das Telefon ist um 9:00 nicht besetzt, um 9:10 besetzt, um 9:15 weiß keiner von nichts, um 9:30 auch noch nicht, wir sollen morgen noch mal anrufen.
Also gehen wir zurück ins Hotel und ziehen dort aus. Die Gegend ist wirklich schön, aber das Hotel für den Preis einfach unmöglich. Im Hotelzimmer reparieren wir noch unsere Reifen mit Spüli. Wir sind fasziniert, wie sich der geklemmte Mantel einfach wie nichts herausschiebt und die Reifen wieder eben sind. Dass es so einfach ist, hätten wir nicht gedacht! Außerdem starten wir den Teil 1 der Dokumentation iranischer Biersorten.



Wir fahren durch die Stadt, es ist wieder einmal gut möglich hier zu fahren, in allem Chaos sind die Autofahrer rücksichtsvoll und beinahe langmütig. In unserem neuen Hotel werden wir sehr freundlich aufgenommen und bekommen eines der großen Zimmer, weil Radfahrende immer so viel Zeugs dabei haben. Die Räder stehen im Keller und so haben wir in der Tat Platz im Zimmer. Es liegt sogar ein Teppich und das ist ja fast wie ein zusätzlicher Raum. Wir haben wieder Internet und im Gebetsraum stehen zwei weitere Computer. Als Wolfgang einen dieser benutzt, wird er erst gefragt „where do you come from“ bevor die Belegschaft ihr Abendgebet beginnt. Der muslimische Glaube ist in seiner Praxis immer wieder von einer herrlichen Pragmatik und zugleich Innerlichkeit geprägt, die uns immer wieder erstaunen lässt.
Den Nachmittag verbringe wir mit Internetrecherchen, E-Mails und einem Mittagsschlaf um am Abend dann Reza B. zu treffen


, der uns unter anderem auch die Usbekistan-Karte mitbringt. Es kommt Hamid K. mit, ein Freund von ihm, der unser Ansprechpartner war, als Reza noch in Hamburg war. Wir gehen in ein Kebab-Restaurant, das uns von unserem Kebab-Schock erholt. Das Essen ist hervorragend und die Atmosphäre schön. Es ist ein spannender Abend mit vielen Gesprächen über den ايرانund Deutschland. Wir gehen noch eine Weile spazieren und erfahren vieles über تهران‎, seine Architektur und sehen das neue Regierungsgebäude, das sehr an den Louvre erinnert. Wir kommen am Fischbasar vorbei, der jetzt gegen 22:00 dabei ist zu schließen. Wir bewundern die Fische aus dem persischen Golf, riesige Exemplare und Sorten, die wir noch nie gesehen haben. Obwohl es spät ist und die Müdigkeit die verkaufenden Männer zeichnet, zeigen sie uns voller Stolz ihre Fische.
Bisher unveröffentlichte Notizen:
Das Staatsfernsehen zeigt die Bilder aus Kairo immer parallel mit den Bildern der Islamischen Revolution, zum Teil im direkten Übergang so dass nur die Fahnen sagen welches Land gerade gemeint ist. Je näher der Revolutionstag rückt, desto präsenter werden Propaganda-Filme in den U-Bahnhöfen (so nennen es die Iraner selbst). Viele verdrehen die Augen wenn der Film läuft.
Übrigens: hier gibt´s Tips für NachahmerInnen!

Visum Kirgisistan


Das Visum für Kirgisistan
besorgen wir in der Botschaft in Teheran (Pasdaran Ecke Nuriyan / bei der Tankstelle)

30-Tage-Visum (wird datumsgenau eingetragen!)
Bearbeitungsdauer 5 Werktage 65 US$, einzuzahlen bei Melli-Bank (Pasdaran Ecke Bustan-e-Sheshon) Einzahlungsgebühr ca 4 US$
Pass wird einbehalten!

(Exressvisum wär 2 Arbeitstage und 115 US$)

notwendig:
Kopie der Hauptseite des Reisepassses
2 Passfotos (auch ohne Kopftuch)
Consular Certificate

Wir müssen die Einreise nach Kirgisistan wegen des Schnees im Pamir verschieben. Die Botschaft in Dushanbe kann das Datum nicht ändern, stellt aber sofort für 80 $ ein neues 14-Tage-Visum mit dem neuen Datum aus. Die Gebühr ist bei der ORIENBANK einzuzahlen.

weitere Tips gibt´s hier!

Dienstag, 18. Januar 2011

15.-17. Januar , Teheran- 168, 169, 170

27 Dey 1389
 
Nach einem guten und gemeinsamen Frühstück wandern wir gen Süden zur usbekischen Botschaft. Wir haben heute den Termin, um unser Visum abzuholen, schließlich zahlen wir einen ziemlich Happen mehr für die Expressbearbeitung. Wir erreichen das zugige Treppenhaus und unsere Pässe werden eingesammelt. Wir hören eine Faxleitung und dann heißt es, es hätte eine Anfrage gegeben und es hätte eine Information gefehlt und die wäre nun gegeben und sie würden das mit dem Visum nun bis morgen überdenken. Wir mögen doch bitte morgen um 9:00 anrufen. Unverrichteter Dinge gehen wir wieder weg und trinken einen Kaffee. Wir überlegen, was wir nun machen, denn das turkmenische Visum hängt davon ab. Als erstes werden wir uns ein anderes Hotel anschauen. Wir sind sehr froh, dass wir gestern Abend „versackt“ sind und so nicht umsonst den langen Weg nach Norden gemacht haben. Nachdem wir so viel über das Busfahren gehört haben, finden wir, dass heute der Tag der neuen Erfahrung ist. Wir gehen an die Bushaltestelle, wo eine Frau bereits wartet und fragen sie nach dem Bus zur Metro. Sie möchte da auch hin. Nach zehn Minuten kommt der erste Bus, zu dritt gehen wir erwartungsfroh zum Bus, auch sie muss den Fahrer fragen. Es ist der falsche Bus. Wir warten weitere zehn Minuten, der richtige Bus kommt. Frauen sitzen hinten, Männer vorne. Es gibt Ausnahmen. Die letzte Reihe Sitzreihe der Männer scheint variabel zu sein, dort sitzt bereits eine Frau und ich werde dazu gewunken. Durch die Frau ist der Platz für Männer nicht mehr besetzbar. Wir fahren im Schritttempo und Stop and Go durch den dichten Verkehr und steigen zu früh aus. Dennoch: wir haben es geschafft!
Im Süden der Stadt finden wir sehr schnell das Hotel und können uns mit dem Manager auf einen Preis einigen. Nun müssen wir nur noch wissen, ob wir unser Visum abholen können oder nicht und davon hängt dann der Umzug ab. Das Hotel ist zwar deutlich einfacher in der Zimmerausstattung, dafür sauber, freundlich, mit Internet und einer Küche, bei der es einen weder ekelt, das Frühstück zu essen noch den eigenen Topf auf den Herd zu stellen.
So fahren wir ermutigt zurück zu unserem Hotel, kaufen frisches Brot, holen den Blog von drei Tagen nach und haben für heute genug erlebt und gesehen. In den letzten zwei Wochen sind die Preise um das Vielfache gestiegen und es ist bei jedem Einkaufen zu spüren, das Brot ist nun doppelt so teuer.

Bisher unveröffentlichte Notizen:
Wir sprechen immer wieder mit jungen Menschen, die im Grunde weg wollen, aber eher wegen der Familie da bleiben. Immer die Frage nach dem Ausland und die Frage danach wie wir den Iran wahrnehmen. Oft wirkliches Interesse




Heute vor 20 Jahren ist das Ultimatum des zweiten Golfkrieges abgelaufen und wir sind unterwegs zur zweiten Visumsverlängerung. Geschichte ist hier immer wieder so präsent, dass die Frage, was eigentlich gestern und heute ist und wie morgen aussieht sich beinahe vermengen könnte.
Wir finden das Bürogebäude sehr schnell und entdecken, dass da mittlerweile der Geheimdienst verortet ist. Uns bleibt nichts anderes übrig, als dort zu fragen, wo wir denn nun mit unserem Visum hin müssen. Uns wird die richtige Adresse in Englisch und in Farsi aufgeschrieben und nachdem das mit dem Stadtplan nicht so klappte von einem Militär zum nächsten Taxi begleitet und fahren mit dem Taxi an die neue Adresse, die recht nah an unserem Hotel ist. Die Prozedur geht sehr schnell und freundlich und wir können die Verlängerung schon in zwei Tagen abholen. Damit haben wir gar nicht gerechnet. Wir stapfen wieder in den Schnee hinaus, der uns heute morgen begrüßt hat, und machen uns auf den Weg in den Norden. Wir treffen uns mit Rieke und Thorsten, die am 1.8. 2010 in Münster mit dem Rad gestartet sind und nun auch in Teheran sind. Eigentlich wollen wir vorher ins Museum, aber durch das Hin und Her ist es dafür zu knapp und wir entscheiden, da wir einmal da sind, spontan bei den Tadschiken zu klingeln und unser Visum abzuholen. Im Norden ist es richtig verschneit und die Straße sieht aus wie in einem Wintermärchen. Die Öffnungszeiten sind schon lange vorbei, aber der Visums-Mann hat so einen netten Eindruck gemacht und es wirkte alles eher unkompliziert, dass wir einfach klingeln. Nach einer Weile reagiert jemand und bittet uns eine halbe Stunde zu warten, da sie gerade essen würden. In der Zwischenzeit hat jemand sein Auto gegenüber der Botschaft in den Schnee gefahren und ein zweites Auto steht davor und kommt nicht weiter. Es kommt ein Kind aus der Botschaft mit Schneeschaufel und aus dem Nichts tauchen zwei Männer auf, die das Auto wieder frei schaufeln. Am Ende sind beide Autos in der Botschaft und die beiden Männer ziehen weiter auf der Suche nach Menschen, die ihnen den Auftrag des Schneeschaufelns geben. Die Rufe dieser und ganzer Gruppen von Männern sind überall zu hören. Wir bekommen tatsächlich unser Visum mittags um 14:30 ausgehändigt!
Es stellt sich raus, dass Rieke und Thorsten unmittelbar bei der Botschaft leben und so können wir nach einem Einkauf in ihrer schicken Wohnung Lasagne kochen und Salat machen. Wir schlemmen den ganzen Abend mit Lasagne, Salat und Eis, Bier mit Granatapfel und Limone, sehnen uns nach einem Glas Rotwein – Riekes Mutter fragt am Telefon, ob es denn nicht geht, im Restaurant wenigstens ein Glas Rotwein zu bestellen? – tauschen unsere Erfahrungen aus, die frappierend ähnlich sind. 


Es tut uns gut, nach so langer Zeit, am Tisch mit Menschen zu sitzen, die so ähnlich leben und sich fortbewegen und reflektieren.


Wir verquatschen uns, so dass wir dort übernachten da nicht sicher ist, ob wohl noch eine U-Bahn fährt.

Bisher geheime Notizen:
Im Grunde ist die Angst immer mit, beim Sprechen,Schreiben, immer die Frage: hört jemand mit?

25 Dey 1389 

Inzwischen holen wir das Frühstück aus dem Keller ins Zimmer und essen wir oben. Das geht dann kopftuchfrei und außerdem mit Kaffee.
Anschließend steht das موزه هنرهای معاصر تهران auf dem Programm, das architektonische beeindruckend ist. Es ist innen in einer Spirale gebaut, um die herum die Ausstellungsflächen verlaufen. Im Wandern durch die Ausstellung merken wir nicht, dass wir bergab geleitet werden und sind ganz erstaunt am Ende der Ausstellung in der Spirale zwei Etagen hoch geführt zu werden. Die Beleuchtung ist ursprünglich als Tageslichtbeleuchtung gedacht, die Fenster sind leider zugehangen. Die Architektur wirkt wie eine Mischung aus dem Guggenheim in New York und dem Museum Ludwig in Köln. Die Ausstellung stellt zwei führende iranische Künstler vor. Alle andern Kunstwerke sind nicht mehr präsent, nur noch drei Skulpturen erinnern an andere Zeiten. Eine Weile stehen wir vor eine Moore-Skulptur, die beinahe verlassen wirkt.
Anschließend sind wir wieder einmal auf der Suche nach einem W-Lan und fragen im nächsten Hotel, das uns lächelnd zu horrenden Preisen die Möglichkeit eröffnet. Wir lächeln frostig zurück und gehen unserer Wege gen Süden. Bald sehen wir ein Café, das Internet hat mit zudem guten Kaffee. Neben unseren Recherchen und Schreiben beobachten wir das Treiben im Café. Auf den Tischen stehen eigentlich „Verkehrsschilder“ wo Männer und wo Frauen sitzen soll(t)en, faktisch werden die Tische zusammengestellt für eine gemischte Gruppe von Studierenden. In der Ecke sitzen zwei frisch Verliebte, die über ihre Gespräche ihr Eis vergessen, das eine geraume Zeit braucht, bis es schmilzt (was wir fasziniert beobachten). Anschließend wandern wir weiter in den Süden, der in jeder Straße seinen Charakter verändert und nur in dem kontinuierlich ist, dass die Straßen immer voller und lebendiger werden. Wir kommen an vereinzelten Hochhäusern und den Hauptsitzen der Banken vorbei und steigen schließlich am Imman Khomeini Platz, dem Platz im Süden, in die U-Bahn und werden mit Massen wieder „ausgespült“. Wir suchen einen Laden, der Passfotos macht, finden einen dessen Besitzer fließend deutsch spricht. Die Fotos entsprechen nicht der Sprachqualität, reichen aber fürs Visum aus (mal wieder Kopftuchfotos). Zwischen den einzelnen Schritten des Bearbeitens, Druckens, Kassierens guckt der Besitzer immer wieder gebannt auf den Fernsehschirm: Iran spielt gegen ???. Als es beinahe ein Tor gibt, bleiben alle anderen Handlungen stehen und sind unwichtig – wir sitzen derweil und warten.
Übrigens: Vor 100 Tagen waren wir in der Türkei

Bisher geheime Notizen:
Im Rahmen des Revolutionstages ist das Internet sehr zensiert. Kein Google, keine SMS, kein Blog etc.

Samstag, 15. Januar 2011

13. und 14. Januar , Teheran- 166, 167

24 Dey 1389, Teheran (persisch ‏تهران(Tehrān) /teɦˈrɔːn/)

Heute ist Freitag und wir sind zum Mittagessen eingeladen. Das Wochenende im ‏ايران‎ besteht nur aus dem Freitag und alle Freizeitaktivitäten knubbeln sich. Wir hätten auch mit „unserer“ Radfahrfamilie einen Ausflug machen können oder Rieke und Thorsten, die ja auch in Teheran sind, besuchen können. Wir aber freuen uns sehr auf das Mittagessen und schaffen es, Blumen zum einheimischen Preis zu kaufen, indem wir so lange an der Blumentheke uns rumdrücken bis ein bestellter und bezahlter Strauß unseren Vorstellungen entspricht und wir dann sagen können: wir wollen diesen Strauß zu demselben Preis!. Das klappt und so wandern wir mitsamt Strauß wieder ins Hotel. In unserem Zimmer hat der Ameisenstaat, wahrscheinlich angeregt von unserer Putzaktion gestern, entschieden, Frühjahrsputz zu machen. Immerhin sind die Ameisen, die neue Straßen in die Zimmermitte ausprobieren sollten, unverrichteter Dinge wieder zu ihren alten Wegen zurückgekehrt, so dass wir unsere Taschen lassen können wie sie sind. Nun wird also der Ameisendreck vor dem Bau immer mehr, dafür sind die meisten Ameisen kurzfristig von der Straße runter. Es sind kleine Ameisen, die sich emsig durch die Mauer graben. In den letzten zwei Wochen ist der Preis für Heizung und Strom um das Vierfache gestiegen und für Benzin um das Zehnfache (von 7 auf 70 €Cent/ltr.). Wir sind froh, dass im Hotel die Heizung weiterhin an ist.
Unser Mittagessen ist sehr schön. Wir sind immer wieder froh, durch solche Einladungen einen Eindruck in das Denken und Fühlen der Iranerinnen und Iraner zu bekommen und gerade weil die Menschen so unterschiedlich sind, die uns einladen, ergeben sich viele Bilder. Diesmal ist es eine Familie, er hat in Deutschland studiert und sie promoviert gerade. Die Tochter ist um die sechs und taut nach einer Weile ein wenig auf, was Spaß macht zu beobachten. 


Wir unterhalten uns lange und angeregt über die Perspektiven von Europa und vom ايران‎ aufeinander und über die Bilder, die sich über Medien und Politik ergeben. Nach einem guten Essen muss er wieder zur Arbeit zurück und wir gehen in den Laleh-Park, eine der vielen wunderschönen Parkanlagen hier. 


Im Sonnenuntergang fangen die Berge an zu leuchten 


und viele Bäume ebenso. Unser Ziel ist das موزه هنرهای معاصر تهران, das leider (schon) zu hat. So laufen wir zum Hotel in der einsetzenden Dunkelheit mit dem Gesang der ‏مؤذّن zurück.
Bisher unveröffentlichte Notizen:
Legal und illegal geht Hand in Hand: privat ist das Leben diametral zum öffentlichen Leben. Alkohol, Satelit, Proxy-Programme, kein Kopftuch etc. Auf der Straße dann die Grenzen testen, aber immer im Rahmen der Gesetze. Jeden Tag werden 10 Leute hingerichtet. 

23 Dey 1389, Teheran (persisch ‏تهران(Tehrān) /teɦˈrɔːn/) 

Auf unseren Fahrten gen Norden kommen wir immer wieder an der U-Bahn-Station „Mossala“ vorbei, auch in تهران gibt es also das Bauvorhaben einer riesigen Moschee. So entscheiden wir nach der üblichen Aufteilung des Frühstücks, uns diese anzuschauen. Die Sonne scheint und die Berge sind zu sehen. Die Baustelle der Moschee ist leider längst nicht so beeindruckend wie die in ‏اصفهان und so wandern wir nach einer kurzen Orientierung in unserem Stadtplan weiter. 


Unser Ziel ist ein Supermarkt, den wir bald finden und von dem wir - wieder einmal – erstaunt sind, wie relativ Preise im ‏ايران sind. Obwohl wir uns mit „westlichen“ Köstlichkeiten eindecken (Müsliriegel und so weiter), zahlen wir noch nicht einmal doppelt so viel wie in unserem letzten Spätkauf für iranische Alltagslebensmittel. Wir befinden uns in einem Stadtteil Teherans mit vielen Hochhäusern nahe am Messegelände und einer relativen Konzentration von Nobelhotels. Da unser Hotel nach wie vor die Internetverbindung nicht aktiviert (kriegt), suchen wir eines dieser Hotels auf. Dort gibt es kostenloses W-Lan, da jedoch das Café für eine Veranstaltung geschlossen ist, setzen wir uns in die Lobby, trinken einen Kaffee zur Internet-Arbeit und bekommen noch köstlichen Kuchen geschenkt, weil wir nicht ins Café können. Auch wenn der Kaffee (umgerechnet 7 Dollar) teurer wäre als ein Internet-Café, ist es weitaus komfortabler und wir können mit dem eigenen Laptop arbeiten.
Anschließend laufen wir gen Süden, um dort die eine oder andere Impression fotografisch festzuhalten. 


Das Wetter ist wunderschön, wenngleich es richtig kalt ist. Wir laufen erneut an der Kathedrale vorbei um die Krippe und ihre Umgebung zu fotografieren, 


ebenso das großflächige Marienbild gegenüber der Kirche. 


Manches bleibt für uns – vorerst. 

Bisher unveröffentlichte Notizen:
Besuch der kath Kirche in Teheran: auf einem extra Gelände mit Sportplatz und Nebengebäuden. Gehört zur Nuntiatur. Engl. Gottesdienst, kaum Katholen, viele Nationen. Einen Abend im armenien Club: dort wird mitgebrachter Alkohol in Hülle und Fülle von Herrschaften 70-90 Jahre zu sich genommen. Nur Hartes, kein Bier. Eher kein Farsi.