Donnerstag, 1. März 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr besuchen wir das älteste erhaltene Zeugnis islamischer Architektur in Zentralasien: Das Samaniden-Mausoleum .

Heute findet in Berlin diese Veranstaltung statt:

HIGH LEVEL HEARING
Berlin, 22. Februar 2012
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Freundinnen und Freunde,
hiermit möchten wir Sie / Euch herzlich zu unserer nächsten Veranstaltung:
„Von usbekischen Baumwollfeldern zur Militärbasis in Termez“,
ein High Level Hearing zu Usbekistan und Deutschland
am Donnerstag, den 1. März 2012, von 13.00 bis 18.30 Uhr
in der Landesvertretung der Freien und Hansestadt Hamburg,
Jägerstraße 1, 10117 Berlin, einladen.
Vertreter staatlicher und internationaler Institutionen werden mit Vertretern aus Wirtschaft
und Nichtregierungsorganisationen das deutsch-usbekische Verhältnis erörtern. Von staatlich
geförderter Kinderarbeit in der Baumwollernte bis zur systematischen Anwendung von Folter:
um die Menschenrechte in Usbekistan ist es erschreckend bestellt - das Land gilt als eines der
repressivsten Regime der Welt. Unsere Experten diskutieren, inwiefern sich politische und
wirtschaftliche Interessen westlicher Akteure auf die Förderung der Menschenrechte in
Usbekistan auswirken. Dabei wird ein Schwerpunkt auf die Rolle Deutschlands und die
militärischen Interessen im Rahmen der NATO-geführten Afghanistan-Mission liegen.
Die Anhörung findet in englischer und deutscher Sprache statt. Eine Übersicht über die
Themen und Teilnehmer der Veranstaltung finden Sie auf den nächsten Seiten.
Dies ist eine gemeinsame Veranstaltung des Usbekisch-deutschen Forums für
Menschenrechte, Anti-Slavery International, Human Rights Watch, der Usbekistan Press
Freedom Group, terres des hommes, der Eurasian Transition-Group, des INKOTA-netzwerks,
und der Kampagne für Saubere Kleidung.
Wir bitten um Anmeldung unter hearing@ecchr.eu und freuen uns auf Ihr Kommen!
Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Wolfgang Kaleck
Generalsekretär
HIGH LEVEL HEARING: VON USBEKISCHEN BAUMWOLLFELDERN UND DER MILITÄRBASIS IN TERMEZ
SEITE 1
PROGRAMM
1) 13:00 – 13:30 EINFÜHRUNG UND FILMVORSTELLUNG
Wolfgang Kaleck, Generalsekretär des ECCHR
Umida Niyazova, Vorsitzende des Usbekisch-deutschen Forums für Menschenrechte
2) 13.30 -15.15 UHR: TEIL I – WER PROFITIERT VON DER ZWANGSARBEIT DER
KINDER AUF DEN BAUMWOLLFELDERN?
Das Thema ist die Rolle Deutschlands, europäischer Unternehmen, der Europäischen
Union bzw. der Internationalen Arbeitsorganisation in Bezug auf die staatlich
geförderte Kinderarbeit in der usbekischen Baumwollernte. Das Monopol der
usbekischen Regierung auf Baumwollproduktion und -export – Usbekistan ist der
drittgrößte Baumwollexporteur der Welt – hält das repressive Regime aufrecht. Wer
profitiert davon? Welche Maßnahmen können dazu beitragen, dies zu ändern?
Moderatorin: Miriam Saage-Maaß, ECCHR Programmdirektorin Wirtschaft und
Menschenrechte
Kurze Video-botschaft von Deniz Kandiyoti, Professorin und Vorsitzende des Centre
of Contemporary Central Asia & the Caucasus an der London School of Oriental and
African Studies
Diskussionsteilnehmer:
Renate Hornung-Draus, Mitglied des Verwaltungsrats der Internationalen
Arbeitsorganisation (ILO), Vizepräsidentin der International Organisation of
Employers (IOE), Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen
Arbeitgeberverbände (BDA):
Bemühungen der ILO zur Überwindung von Usbekistans unkooperativen Haltung
Angelika Graf, Mitglied des Deutschen Bundestages (SPD):
Deutschland im Kampf gegen Kinderarbeit auf usbekischen Baumwollfeldern:
Herausforderungen an und durch die deutsche Realpolitik
Bernhard Duch, Stellvertretender Leiter des Referats Osteuropa (ohne EU),
Südkaukasus, Zentralasien im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie:
Die deutsch-usbekischen Wirtschaftsbeziehungen
Craig Murray, Ehemaliger britischer Botschafter in Usbekistan:
Baumwolle und autoritäre Systeme
Hugh Williamson, Direktor, Abteilung Europa & Zentralasien, Human Rights Watch:
Die Europäische Union zwischen Handel, Sanktionen und Dialog
3) 15.15 - 15.45 UHR: KAFFEEPAUSE
HIGH LEVEL HEARING: VON USBEKISCHEN BAUMWOLLFELDERN UND DER MILITÄRBASIS IN TERMEZ
SEITE 2
4) 15.45 - 17.30 UHR: TEIL II: DEUTSCHLAND: STRATEGISCHE INTERESSEN UND
DIE LAGE DER MENSCHENRECHTE IN USBEKISTAN
Wegen seiner südlichen Grenze zu Afghanistan ist Usbekistan ein wichtiger
strategischer Partner für die Länder der NATO-geführten Anstrengungen gegen die
Taliban, insbesondere in Zusammenhang mit den Versorgungswegen des „Northern
Distribution Network“. Seit einem Jahrzehnt pachtet Deutschland von der usbekischen
Regierung die Militärbasis in Termez. Dabei bleibt die Lage der Menschenrechte in
Usbekistan – auch nachdem die EU die in Folge des Massakers von Andijan
verhängen Sanktionen aufgehoben hat – desolat. Wie sind strategische Interessen in
Einklang mit einer menschenrechtsorientierten Außenpolitik zu bringen? Unsere
Experten diskutieren, wie diese und weitere Herausforderungen auf dem Weg
Usbekistans zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Wahrung der Menschenrechte
angegangen werden sollten.
Moderator: Wolfgang Kaleck, Generalsekretär des ECCHR
Diskussionsteilnehmer:
Theo van Boven, ehemaliger UN-Sonderberichterstatter über Folter:
Vom Massaker in Andijan zu Erkenntnissen über „systematische und weit verbreitete“
Folter: Einordnung der Situation in Usbekistan
Patricia Flor, Beauftragte für Osteuropa, Kaukasus und Zentralasien, Auswärtiges Amt
Deutschland:
Usbekistan in regionaler Perspektive
Sanjar Umarow, ehemaliger politischer Gefangener in Usbekistan und Vorsitzender
der Sunshine Coalition of Uzbekistan:
Die Ausübung bürgerlicher und politischer Rechte in Usbekistan und die Rolle der
internationalen Gemeinschaft
Scott Horton, Redakteur, Harper‘s Magazine:
Usbekistan als Werte-Dilemma der NATO
5) 17.30 - 17.50 UHR: ABSCHLIEßENDE BEWERTUNG
Jan Egeland, Europa-Direktor von Human Rights Watch, ehemaliger UNUntergeneralsekretär
für humanitäre Angelegenheiten und ehemaliger norwegischer
Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten.
6) 17.50 - 18.30 UHR: COCKTAILEMPFANGLink

Mittwoch, 29. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr : Einen 29. Februar gab es nicht!

Morgen nimmt Wolfgang teil am

9. Forum Globale Fragen kompakt am 1. März 2012 im Auswärtigen Amt: Das Humanitäre Dilemma - Neutralität der Humanitären Hilfe in Konflikten

Das Humanitäre Völkerrecht begründet mit den Prinzipien der Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität und Unabhängigkeit das Fundament der humanitären Hilfe. Mit dem Europäischen Konsens (2007) und dem Vertrag von Lissabon (2009) fanden diese Grundpfeiler erstmals formellen Eingang in das Rechtssystem der Europäischen Union. Staatlichen sowie nichtstaatlichen Akteuren wurde damit ein klarer normativer Rahmen gesetzt. Die komplexen Konfliktsituationen, mit denen humanitäre Akteure heutzutage zunehmend konfrontiert werden, stellen diese Prinzipien in der Praxis allerdings oftmals vor Herausforderungen.

Die Einhaltung der humanitären Prinzipien ist kein theoretisches Problem oder eine Frage der Opportunität – es geht um Glaubwürdigkeit und Akzeptanz und damit Zugang und Sicherheit humanitärer Hilfsaktionen innerhalb der betroffenen Bevölkerung und durch die Konfliktparteien. In der praktischen Umsetzung, insbesondere in komplexen Situationen, stößt die Aufrechterhaltung dieses Anspruches jedoch häufig auf Einschränkungen und Widerspruch. Hierzu gehören der schwindende humanitäre Raum durch Übergriffe und Restriktionen gegen humanitäre Hilfsorganisationen ebenso wie neue sicherheitspolitische Konzepte, bei denen Regierungen die humanitäre Hilfe mit politischen oder militärischen Interessen in Verbindung bringen. Aber auch Hilfsorganisationen tragen dazu bei, wenn sie einen politischen oder militärischen Schutzschirm fordern oder ihr humanitäres Mandat mit dem Einsatz für eigene politische Überzeugungen verbinden.

Gemeinsam mit der Caritas International, dem Deutschen Roten Kreuz und der Diakonie Katastrophenhilfe lädt das Auswärtige Amt zu einer Diskussion darüber ein, wie bzw. wie weit Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit der Humanitären Hilfe auch unter schwierigen Rahmenbedingungen gewährleistet werden können bzw. eingehalten werden sollen.

Die Veranstaltung findet im Europasaal des Auswärtigen Amts statt.

Den Programmentwurf und das Anmeldeformular finden Sie hier:

Programmentwurf und Anmeldeformular (PDF, 485 KB)

Die Veranstaltung findet im Rahmen des World Health Summit in der Charité Berlin statt.

Dienstag, 28. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr machen wir einen ersten Spaziergang durch Buxoro, im deutschen Sprachraum zumeist als Buchara bekannt, (usbekisch-kyrillisch und tadschikisch Бухоро; russisch Бухара; persischبُخارا‎, DMG Buḫārā)!


Montag, 27. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr erreichen wir Buxoro, im deutschen Sprachraum zumeist als Buchara bekannt, (usbekisch-kyrillisch und tadschikisch Бухоро; russisch Бухара; persischبُخارا‎, DMG Buḫārā)!

Buchara ist die schönste Stadt unserer Reise.

Heute lesen wir von einem Attentat auf usbekischen Imam.

Sonntag, 26. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr überqueren wir den Amudarja (auch: Amudarya oder Amu-Darja; persischآمودریاĀmudaryā, aus dem altpersischen „Darajah“ über mittelpersisch (Pahlavi) „Drayak“ mit der Bedeutung „Meer“ oder „großer Wasserlauf“; usbekisch Amudaryo; tadschikisch Омударё/Omudarjo; turkmenisch Amyderýa; karakalpakisch A'miwda'rya; arabischجيحونDschaiḥūn/Gihon; russisch Амударья/Amudarja; im Altertum: Oxos, Oxus, Oaxus bzw. Uaxos) auf 185 m NN. Dies ist die tiefste Stelle seit dem Mittelmeer (Adana).

Seither sind wir über folgende Wasserscheiden gefahren:

Kartaldagi (1.126 m NN./99. Tag) zwischen Mittelmeer und Persischem Golf;

Zāgros-Gebirge (auch Sagros, persischرشته‌كوه‌های زاگرسReschte-Kuhha-ye Zāgros) (2.188 m NN./153. Tag) zwischen Persischem Golf und Dasht e Kabir;

Kopet-Dag-Gebirge (auch Koppe Dag, Koppeh Dagh, Köpet Dag, turkmenisch Köpetdag, persischکپه‌داغKopedāgh, russisch Копетдаг) (1.016 m NN./202. Tag) zwischen Dashtv e Kabir und Aralsee.

Von hier aus geht es mehr oder weniger am Amudarja, Pjandsch (auch Panj, Pandz, Pjandz oder Pandscha, Dari پنج pandsch, DMG panǧ, tadschikisch Панҷ Pandsch) bzw. Wachsch (tadschikisch Вахш bzw. ‏وخش‎; auch Vachs, Vakhsh und Vachsch, sein Oberlauf wird Kyzyl-Suu genannt) zum Irkeschtam (kirgisisch/russisch Иркештам; nach anderen Umschriften Irkeshtam oder Irkeštam) - Paß (3.723 m NN./296. Tag) , der Wasserscheide zum Tarimbecken (Chinesisch: 塔里木盆地, Pinyin: Tǎlǐmù Péndì).

Samstag, 25. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr erleben wir die kälteste Nacht mit - 15° in der Wüste und sehen ein, daß wir es nicht am nächsten Tag zur Grenze schaffen werden.

Heute lesen wir von OSZE-Bemühungen um Turkmenistan. Ja, wir sind wieder in Europa! Wir fahren ja schließlich auch auf einer Europastrasse!

Freitag, 24. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr fahren wir durch eine Wüste wie im Bilderbuch.

Wir befinden uns im Tiefland von Turan, im südöstlichen Teil der Karakum-Wüste. Links von uns irgendwo gigantische Wasserprojekte. Wir finden Artikel dazu: (1) (2) (3).
Bei der Eroberung der Stadt Merw (altpersisch: Margiana; neupersisch: ‏مروMarv, auch Merv oder Mary, russisch Мерв), durch die wir gestern fuhren, unter dem Mongolen Tolui Khan, Sohn des Dschingis Khan, im Jahre 1221 wurde die blühende Metropole zerstört und die Bevölkerung fast vollständig ermordet. Nach Meinung einiger Historiker wurden im Zuge der Belagerung mehr als 1 Million Menschen getötet, mehrere Hunderttausend davon Flüchtlinge, die in die Stadt geflohen waren. Damit ist die Belagerung eine der blutigsten Eroberungen der Weltgeschichte.

Heute erreicht uns eine mail der deutschen Friedensbewegung mit einem Aufruf zur Unterzeichnung einer Erklärung zum Iran-Konflikt.

Donnerstag, 23. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr ist alles eingefroren, als wir aufwachen.

Von hier aus geht nach rechts die alte Seidenstraße immer den Amudarja (auch: Amudarya oder Amu-Darja; persischآمودریاĀmudaryā, aus dem altpersischen „Darajah“ über mittelpersisch (Pahlavi) „Drayak“ mit der Bedeutung „Meer“ oder „großer Wasserlauf“; usbekisch Amudaryo; tadschikisch Омударё/Omudarjo; turkmenisch Amyderýa; karakalpakisch A'miwda'rya; arabischجيحونDschaiḥūn/Gihon; russisch Амударья/Amudarja; im Altertum: Oxos, Oxus, Oaxus bzw. Uaxos) entlang nach Termiz (usbek.-kyrill. Термиз; russisch Термез, Termes; auch als Termez transkribiert) und in den Pamir (womöglich aus Sanskrit upa-meru, „Nahe dem (Berg) Meru“, oder aus Persisch pāye mihr, „Zu Füßen Mithras“), immer nördlich des Hindukusch (persischهندوکش‎), (Sanskrit/Hindi हिन्दू ठोस ). Wir fahren aer geradeaus, weil da die Entfernung zur Grenze am geringsten ist (wegen unseres Visums) und weil wir die berühmten Seidenstraßenstädte Buxoro, im deutschen Sprachraum zumeist als Buchara bekannt, (usbekisch-kyrillisch und tadschikisch Бухоро; russisch Бухара; persischبُخارا‎, DMG Buḫārā) und Samarqand (deutsch Samarkand[1]; usbekisch-kyrillisch und tadschikisch Самарқанд, persischسمرقند‎ ; russisch Самарканд/Samarkand; sogdisch für „steinerne Stadt“) sehen wollen.

Heute lesen wir über einen Pfarrer in Mary.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr kämpfen wir uns über unendlich schlechte Straßen durch die zu Baumwollfeldern bewässerte Wüste. Hier wird das Wasser abgeleitet, das eigentlich den Aralsee speisen sollte.

Heute lesen wir von einem Projekt zur Rettung des Aralsees.

Dienstag, 21. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

So kann´s auch gehen: Uwe und Isabell sind wieder daheim - gesponsert in der Business-Class!

Heute vor einem Jahr verlassen wir nach drei Monaten denايران.

Bisher unveröffentlichte Notizen:

Mit einem Schlag in einer ganz anderen Kultur: bunte Kleider. Verschiedenste Kopfbedeckungen, gruselige Latrinen, kein Wasser mehr am oder auf dem Klo, aber auch nicht mehr die persische Gastfreundschaft. Kein Teeangebot etc

Im Rückblick auf diese Zeit im Iran überwiegen die wunderbaren Menschen, die uns eingeladen haben und viel von der Seele des Landes gezeigt. In der aktuellen Situation aber, wo wir an der Grenze zwei Stunden warten mußten, weil der Computer unsere Daten nicht akzeptiert hat, war die Angst im Vordergrund. Die ganze Zeit im Iran hatten wir von dem inhaftierten Journalisten gehört, sowohl über tagesschau.de in mails, als auch im iranischen Fernsehen. Gerade jetzt veröffentlicht er sein Buch über sein Erfahrungen im Gefägnis. Vor einem Jahr wurde er von Westerwelle persönlich abgeholt.

Wir hatten im Iran immer Angst, weil die Gefahr nicht einschätzbar war. Weniger, wie wir uns selber verhielten, wäre der Grund für eine mögliche Festnahme, sondern daß wir in irgendeiner politischen Krise als Erpressungsmittel dienen könnten. So dachten wir. Umso weniger wollten wir irgendeinen Anlaß liefern. Deshalb gibt es keine Fotos von den vielen Militär- und Atomanlagen, an denen wir vorbeigefahren sind. Auch keine heimlichen.

Offizielle Organe, angefangen vom Botschaftspersonal in Ankara über Polizei bis hin zu den Grenzorganen waren nicht nur korrekt und höflich, sondern oft sogar besonders hilfsbereit. Auch bei der zweimaligen Verlängerung des Visums gab es keinerlei Schwierigkeiten. Und viele Menschen erlebten wir so gastfreundlich, daß wir wir auch heute noch nicht genauer beschreiben wollen, wie sie uns geholfen haben, um sie im Nachheinein nicht zu gefährden. Wissen wir doch über die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes:

  • Fotografieren und Filmen (auch mit Mobiltelefon) sollte insgesamt restriktiv und mit der gebotenen Sensibilität gehandhabt werden. Dem Auswärtigen Amt sind Fälle bekannt geworden, in denen Touristen Kameras abgenommen und sie vorübergehend festgenommen wurden, da sie verdächtigt wurden, öffentliche Gebäude oder Demonstrationen fotografiert zu haben. Ebenfalls abzusehen ist vom Versenden von Fotos oder Reiseberichten, die in irgendeiner Weise Bezug zu aktuellen politischen Entwicklungen haben. Gleiches gilt für SMS und Telefonate. Die entsprechende Kommunikation wird überwacht und es sind Fälle bekannt, bei denen ausländische Staatsangehörige aufgrund derartiger Kommunikation mit ihrem Heimatland angeklagt und verurteilt worden sind. Die Kommunikation im Inland und mit dem Ausland ist phasenweise sehr schwierig und nicht immer möglich.
  • Nach den Massenprotesten gegen die Präsidentschaftswahlen vom 12. Juni 2009, die vielfach unter Anwendung von Gewalt aufgelöst wurden und auch Tote gefordert haben, war es in Teheran und anderen Städten des Landes in unregelmäßigen Abständen zu weiteren Demonstrationen und gewaltsamen Gegenreaktionen gekommen. Die Proteste waren - insbesondere zu politisch wichtigen Ereignissen wie am Jahrestag der Besetzung der US-Botschaft (4. November), am sog. Studententag (7. Dezember), dem Aschura-Fest (Im Jahr 2011 am 6. Dezember) oder am Revolutionstag (11. Februar) - wieder aufgeflammt. An diesen Daten ist besondere Vorsicht geboten. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es abhängig von der politischen Entwicklung zu weiteren Demonstrationen kommen kann.
  • Iranischen Bürgern ist seit 4. Januar 2010 der Kontakt zu zahlreichen westlichen Organisationen und Medien verboten ist. Iraner wurden zudem aufgefordert, keine Kontakte mit Ausländern, ausländischen Botschaften und mit ihnen zusammenarbeitenden Organisationen „über das normale Maß“ hinaus zu pflegen. In Einzelfällen wurden deutsche Staatsangehörige, die ihre Unterkunft in Iran über soziale Netzwerke im Internet organisiert hatten, von den iranischen Behörden überprüft und um sofortige Ausreise gebeten. Reisende sollten dies bei der Wahl einer Unterkunft insbesondere bei ihnen persönlich unbekannten Gastgebern bedenken.

Auch deshalb war es uns so wichtig, am Revolutionstag, dem 11. Februar weit weg von Teheran zu sein.

Angst hatten wir natürlich auch davor, überfallen zu werden. Es ist allgemein bekannt, daß der Iran nicht an das internationale Bankensystem angeschlossen ist und daher weder ausländische Schecks noch Kreditkarten funktioniern. Jeder kann sich ausmalen, daß Reiseradler ihre gesamte Reisekasse zumindest für den Iran in bar mit sich führen. In unserem Falle sogar noch viel mehr, denn auch die Zentralasiatischen Länder bis Kirgisistan ließen keine zuverlässigen Geldautomaten etc. vermuten. Erst in China funktioiert dann alles wieder wie in Frankfurt auf der Zeil.

Andererseits wußten wir auch, daß Ausländer relativ sicher sind; die einzige Gefahr ist, daß ihre Pässe gestohlen werden. Und dies ist uns ja zweimal passiert, bei falschen Polizisten, die unbedingt unsere Pässe haben wolten. Wir lernten, daß die einzige Möglichkeit sie loszuwerden ist, Einheimische anzuhalten. Da hatten wir Glück: einmal hielt ein Polizeifahrzeug und das andere Mal ein Motorradfahrer. Und die Gauner waren jeweils schnell weg. In der Situation blieb die Unsicherheit, ob es wirklich falsche Polizisten sind, daher blieben wir so höflich wie möglich. Die Angst, mit echten Staatsorganen zu tun zu haben, lief mit. Und schließlich gibt es Graubereich von Freiwilligentruppen etc. etc. . Aber das werden wir nie klären.

Nervig waren die vielen aufdringlichen Autofahrer - wir können es uns nur erklären, daß sie unter Drogen stehen. Und die machen euphorisch; für uns besser als Alkohol, der eher aggressiv-distanzlos macht, wie wir in Zentralasien erleben werden.

Nun - es ist alles gut gegangen und scheinbar war die Verzögerung bei der Ausreise tatsächlich ein Computerproblem. Schließlich ging alles über eine Zentaldatei. Und vermutlich wollte kein Grenzer es auf seine Kappe nehmen, uns den Stempel zu geben, ohne seine Vorschriften erfüllt zu haben.

Jetzt waren wir also in Turkmenistan. Die Schrift konnten wir wieder lesen, das Datum war das uns gewohnte, Alkohol wieder erlaubt. Und die Russen haben es geschafft, ihren Einflußbereich in Vielem zu prägen. Also schien manches gewohnt aus Osteuropa oder der DDR.

Jetzt hatten wir wieder die Reiseinformationen des AA vor Augen:

Alle nach Turkmenistan eingereisten Ausländer müssen sich bei der Einreise an der Grenze registrieren lassen. Die Registrierungsgebühr beträgt 12,- US-Dollar, für Kinder bis 15 Jahre 5,- US-Dollar. Es wird eine grüne Ein- und Ausreisekarte ausgestellt. Die Ausreisekarte muss aufbewahrt und bei der Ausreise vorgelegt werden. Wenn sich Reisende länger als drei Tage in Turkmenistan aufhalten wollen, sind sie außerdem verpflichtet, sich in Aschgabat beim Staatlichen Migrationsdienst Turkmenistans, Asady-Straße, Tel.: 39 13 37, in anderen Städten bei dessen Zweigstellen, anzumelden. Die Anmeldung muss der Reisende selbst veranlassen; das gilt auch bei Unterkunft in einem Hotel. Der Reisende erhält von seinem Hotel eine Bestätigung über die Unterbringung, die bei der Anmeldung zusammen mit der Quittung über die bei Einreise gezahlte Registrierungsgebühr vorzulegen ist. Für die Anmeldung wird außerdem ein Passfoto benötigt. Die Anmeldung wird in Form eines Stempelvermerks in den Pass eingetragen. Vor der Ausreise muss sich der Reisende beim Immigrationsdienst abmelden. Auch die Abmeldung wird im Pass vermerkt. Das Vorhandensein beider Stempel wird bei der Ausreisekontrolle überprüft.

Da wir ein Transitvisum hatten, blieb uns die Unterwegsregistrierung erspart. Wir konnten uns also frei bewegen, waren aber unter enormem Zeitruck: 5 Tage bis Usbekistan!




Montag, 20. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr ist unser letzter Tag im Iran. Postkarten, Geldwechsel.

Heute ein mail von guten Freunden aus Teheran: "Es geht uns gut." Wir sind froh.
Frankreich und England kriegen kein Öl mehr aus dem Iran.

Link

Sonntag, 19. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr kündigt sich das schlechte Wetter an.

Für unseren Multimediavortrag auf der Cycolonia haben wir unsere Verkehrsmittel nun aufgeschlüsselt:

Gesamtstrecke: 33.243,05 km

davon 15.719,5 km mit dem Fahrrad

10.248,05 km mit dem Flugzeug

5.665 km mit dem Zug

1.364,44 km mit dem Schiff

98 km mit Fähren

und 88 km mit dem LKW.

Samstag, 18. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr geht es wieder bei Schneetreiben über einen Paß und dann in die Ebene zur Grenze nach Turkmenistan.

Die Inspektion der hinteren Nabe des Signature hat ergeben, daß die Lagerschalen leicht ausgeschlagen sind. Wir entscheiden uns für ein neues Hinterrad. Da es noch das Originalhinterrad ist, hat es jetzt eine Laufleistung von 21.180,35 km, was auch der normalen Lebensdauer der Nabe entspricht. Der kleine und mittlere Zahnkranz werden getauscht (nach 15.719,5 km), der große ist noch gut.

Freitag, 17. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr ist wieder ein Wintereinbruch in der Wüste. Wir sind an der Stelle vorbeigekommen, wo die alte Südroute der Seidenstraße über den Karakorum-Highway abzweigt. Der Krieg in Afghanistan (seit 1979) und ein Erdrutsch verhindern dies heute.

Wir beobachten interessiert die Entstehung des Buches über die Commons: Das Buch hat jetzt ein Inhaltverzeichnis und wir gratulieren Silke dazu!

Donnerstag, 16. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr werden wir zum zweiten Mal von falschen Polizisten angegriffen.

Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 18 km/h sollte dies der schnellste Tag unserer Reise bleiben.

Mittwoch, 15. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr bekommen wir einen frisch gebratenen Kebab-Spieß aus einem fahrenden Lieferwagen herausgereicht.

Wir erinnern uns, daß wir an diesem Tag viel geschenkt bekommen und die Menschen ganz aufgedreht sind. Wir vermuteten, daß es vielleicht mit Protesten der Opposition in Teheran zu tun haben könnte. Ein Auto hat auch das Foto eines - wir vermuten Oppositionspolitikers - in der Heckscheibe.
Heute wissen wir, daß damals die Oppositionspolitiker aus dem Verkehr gezogen wurden. Wir finden ein Plakat "ein Jahr danach".

Dienstag, 14. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr werden wir bei den Sanis wieder bekocht.

Wie auch im letzten Jahr, waren auch 2012 die Internetverbindungen zum und im Iran um den Revolutionstag herum wieder gekappt.

Die Süddeutsche berichtet heute wieder über die Anlage, an der wir vorbeigefahren waren.

Montag, 13. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr nerven uns die iranischen Autofahrer so, daß wir uns für die BahnCard100 in Deutschland entscheiden.

Um den Revolutionstag ist auch in diesem Jahr wieder das iranische Internet zensiert.

Sonntag, 12. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr war einer der großartigsten Tage unserer Reise: Unsere erste Herde Kamele und unser erster Sandsturm!

Heute ist Fahrrad-Putztag! Wolfgang macht sich an Gunda´s KOGA Signature!

Samstag, 11. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr erleben wir die Wüste im Schneematsch. Link
Bisher unveröffentlichte Notizen:

Im Rahmen des Revolutionstages ist das Internet sehr zensiert. Kein Google, keine SMS, kein Blog etc.

Südlich von uns liegt ein Naturreservat für Onager und Geparden.

Wolfgang besuchte gestern die Holocaust-gedenkstätte und die Topographie des Terrors . Parallelen zu unserer Reise ergeben sich sowohl als Gedenkstätte zum Mahnmal in Nagasaki, als auch thematisch zu den positiven Anspielungen auf die Wehrmacht in Albanien und zu Hitler im Irak und Iran.

Freitag, 10. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr verfolgen wir die Berichte aus Ägypten im iranischen Fernsehen.

Gestern hörte Wolfgang einen Vortrag von Staatssekretär im Bundesentwicklungsministerium, Hans-Jürgen Beerfeltz, zur neuen Politik des BMZ. Besonders in Tadschikistan hatten wir ja immer wieder Begegnungen mit GiZ-Fahrzeugen.

Donnerstag, 9. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr fahren wir durch Pistazienplantagen und werden von Pilgern eingeladen.

Mittwoch, 8. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr ist ein wunderbarer Tag in der winterlichen Wüste.

Dienstag, 7. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr übernachten wir in einem Bergwerk.

Gestern gab es einen Bericht über den Journalisten, der vor einem Jahr im Iran freikam.

Montag, 6. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr sitzen wir ohne Trinkwasser in der Wüste.

Übrigens gibt es in Google Earth jeweils schöne Bilder von anderen von dem jeweiligen Ort. Und bei der Relecture aktualisieren wir auch jeweils den Standort von "vor einem Jahr".

Der Tatort von gestern erinnert an unsere Etappe im Balkan, vor allem die Gespräche mit Überlebenden der Belagerung in Sarajewo.

Sonntag, 5. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr brechen wir endlich in die Wüste auf.

Wir finden eine Meldung, wonach hier genau vor 40 Jahren der schlimmste Schneesturm der Wetteraufzeichnungen mit 4.000 Toten und bis zu 8 m Neuschnee stattfand:

The Iran Blizzard of February 1972 resulted in the deaths of approximately 4,000 people.[1] A week-long period of low temperatures and winter storms, lasting from February 3 to February 9, 1972, dumped more than ten feet (3 metres) of snow across rural areas in northwestern, central and southern Iran.

Southern Iran sustained as much as 26 feet (8 metres) of snow, burying at least 4,000 villagers. According to contemporary reports by the newspaper Ettela'at, the city of Ardakan and outlying villages were hardest hit, with no survivors in Kakkan or Kumar. In the northwest, near the border with Turkey, the village of Sheklab and its 100 inhabitants were buried.[2]

This blizzard remains the deadliest in history.


Außerdem ist in Japan Frühlingsanfang 節分 .

Und Gerüchte sagen, daß Kurdistan sich zum Neujahrsbeginn als eigener Staat ausrufen wird: Artikel .


Samstag, 4. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr : Das Fieber ist weg - mrgen Aufbruch in die Wüste.

Gestern erhielten wir die Nominierung als Kandidaten für den Long Distance Biker 2012:

Auch dieses Jahr treffen sich Extremradler und Abenteurer auf der CYCOLONIA und bringen spannende Geschichten von unglaublichen Reisen mit. 6 Globe-Biker präsentieren ihre Original-Ausrüstung. In Vorträgen, Interviews und natürlich Gesprächen von Reisebiker zu Reisebiker teilen sie ihre weltweiten Erfahrungen mit interessierten Messebesuchern. Aus den sechs Kandidaten wird am Ende der CYCOLONIA der Long Distance Biker des Jahres 2012 gewählt.

Mit Fahrrad, Zelt und Zeichenblock - die Intensität der Langsamkeit

Zwei Jahre umrundete der Berliner Künstler Jens Hübner mit dem Fahrrad die Welt. Fast 25.000 Kilometer standen nach der Durchquerung von 42 Ländern und fünf Kontinenten im Sommer 2008 auf seinem Tacho. Sein wichtigstes Gepäckstück während seiner gesamten Reise: Ein Zeichenblock und Aquarellfarben. In mehr als 200 Scherenschnitten, Aquarellen und Zeichnungen auf Ziegenhaut und gefundenen Nummernschildern hat er so seine Eindrücke und Erlebnisse festgehalten. In Skizzenbüchern,
die er unterwegs selbst nähte, notierte er Gedanken, Bildideen und Motive, die später zu Aquarellen und Reiseberichten verarbeitet wurden.

Jens Hübner

AFRIKA Hautnah

Wie kann man Afrika am besten mit allen Sinnen erleben und bereisen? Für Ingo Ehret steht schnell fest: Nur mit dem Fahrrad! Auf seinen beiden großen Afrika-Reisen by bike lernt er intensiv Land und Leute kennen. Die erste Biketour zieht sich über sechs Monate von Kenia bis nach Ägypten und führt ihn durch das bergige Äthiopien und den flachen Sudan. Auf seiner Reise lernt er ethnische Stämme kennen, die an ihren alten Traditionen festhalten und sich erbitterte Kämpfe um Weideland für ihre Rinder liefern. Eine farbenfrohe, gegensätzliche Kultur beobachtet er in Addis Abeba bei einem der größten Reggaefestivals in Afrika.
Im Februar 2010 bricht er ein zweites Mal auf. Diesmal geht es von Kenia bis nach Kapstadt. Über 15.000 Kilometer pedalt er quer durch Afrika, bis er nach zehn Monaten das Kap der Guten Hoffnung erreicht. Seine größte physische Herausforderung fand er auf den tiefen Sand- und Schotterpisten in Namibia am Rande der Wüste Namib…

Ingo Ehret

Meine Welt- meine Reise

Der Kölner Markus Schorn liebt die Herausforderung: 18.000 Kilometer fährt er mit seinem Rad quer durch Europa, Kanada, die USA, Mittel- und Südamerika. Eine Weltreise, die nicht immer von positiven Momenten geprägt ist. Die Besucher der CYCOLONIA begleiten Markus Schorn hautnah auf seiner Reise durch 36 Länder auf drei Kontinenten und verfolgen seine Reifenspuren über 18.000 Fahrradkilometer quer über den Globus. Schorn lädt die Besucher ein, einzusteigen zu einem 25.000 Kilometer-„Roadtrip“ durch die USA und auf dem Sozius für eine 7.500 km Motorradtour durch Mittelamerika Platz zu nehmen…

Markus Schorn

Sahara - Wüstenabenteuer mit dem Fahrrad

Die größte Wüste unserer Erde ist kein Radreiseparadies. Nur wer sich aus eigener Kraft in ihr fortbewegt, kann ihre Dimensionen hautnah erleben. Die unendliche Weite und Stille ist es, die Martl Jung immer wieder in die Sahara zieht. Die größte Wüste unserer Erde mit dem Fahrrad zu erzwingen, ist für Jung eine besondere Herausforderung und gleichzeitig ein großes Erlebnis. Die Vorteile für das Durchqueren der Wüste mit dem Rad: Das Bike kommt auch ohne Sprit aus, allenfalls eine gerissene Kette oder ein platter Reifen kann seinem Fortbewegungsmittel schaden. Wenn der Abenteurer aber plötzlich vor Geröllpisten oder Weichsand steht, weiß er, dass er einen harten Kampf vor sich hat. Seit 2003 bricht der Long Distance Biker immer wieder auf zu langen Reisen entlang des Nils. Beeindruckend, aber auch gefährlich wird es 2003 in Algerien: Während er ahnungslos die Weite genießt, werden wenige Kilometer entfernt 32 Touristen entführt… Martl Jung berichtet den CYCOLONIA-Besuchern von Menschen und Abenteuern und erzählt Geschichten aus uns oft so fremden Kulturen.

Martl Jung

Silkroad-Project - 16000 Kilometer in 427 Tagen von Bonn nach Japan.

Den Rädern sieht man es an, den Fahnen auch: 16.000 Kilometer durch Wind und Wetter von Bonn nach Japan. In 14 Monaten hat sich die Route mehrmals geändert, Kriegswirren, politische Verwicklungen, die Atomkatastrophe ermöglichten nicht immer das Weiterreisen wie geplant. Ihr Ziel: Menschen treffen und Da-sein. Unterwegs-sein. Mit einem Anhänger, insgesamt 12 Taschen, vielen Ersatzmänteln, Schläuchen, Ersatzteilen, wenigen Klamotten für Sommer wie Winter machen sich die leidenschaftlichen Biker auf den Weg quer durch Europa und Asien. Es ziehen sich drei Themen durch ihre Reise: Krieg, Gastfreundschaft und schlechtes Wetter. Und auch ihre Ausrüstung musste alles zeigen: 30 Prozent Regen, tiefste Temperaturen, Hitze, schlechte Straßen, großes Gewicht, Transporte im Zug, auf LKWs und im Schiff. Die Bilanz nach 14 Monaten Reise entlang der Seidenstraße: 30 Platten, zwei kaputte Kugellager und sieben neue Reißverschlüsse am Zelt.

Gunda&Wolfgang Burggraf

Schwarzes Eis – Mit Mountainbikes auf dem Baikalsee

Sibirien! Allein der Klang dieses Wortes lässt uns frösteln und an Kälte, Eis und Schnee denken. Die unendlich erscheinende Wildnis Sibiriens zieht die Extrembiker Andreas von Heßberg und Waltraud Schulze schon seit Jahren immer wieder in ihren Bann. In den eisigen Gebieten warten unbefahrene Pisten in einer einzigartigen, wilden Naturlandschaft auf die Rad-Abenteurer. Im harten, sibirischen Winter erschließen sich neue Möglichkeiten: Zugefrorene Flüsse und Seen bilden ein nur im Winter zugängliches Netz an Pisten und Winterstraßen. In fünf Wochen fahren die Extrem-Biker auf dem gigantischen zugefrorenen Baikal-See bis an die Südspitze. Wie vertragen Radfahrer diese eisigen Temperaturen? Welche Kleidung, welche Zelte braucht man bei Temperaturen von minus 40 °C? Waltraud Schulze und Andreas von Heßberg erzählen von ihren Erlebnissen und geben auf der CYCOLONIA Antwort auf diese und viele Fragen.

Waltraud Schulze & Andreas von Heßberg

Freitag, 3. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr eine letzte Visumaktion im Schneesturm.


Gestern war Wolfgang in der "Steppenkrieger"-Ausstellung in Bonn.

Link

Donnerstag, 2. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr verschieben wir unsere Abreise wegen Krankheit.

Wir wollen zum Revolutionstag am 14. Februar weit weg von Teheran sein. Auch in diesem Jahr sind Demonstrationen angekündigt.

Mittwoch, 1. Februar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr fangen wir an, uns von den vielen liebgewordenen Menschen in Teheran zu verabschieden.

Gunda hat heute ihren ersten Arbeitstag auf der neuen Stelle. Und noch einmal einen Blick in den ersten Eintrag in diesem Blog. Am ersten Tag nach der Arbeit auf der alten Stelle...

Dienstag, 31. Januar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr: Das Turkmenische Visum ist da!

Wieder finden wir einen Artikel zum Drogenmißbrauch im Iran.

Montag, 30. Januar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr gehen wir in den katholischen Sonntagsgottesdienst in Teheran.

Das ZDF bringt heute einen Reisebericht aus Teheran, in dem wir vieles wiedererkennen...

Sonntag, 29. Januar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr versuchten wir uns mit Reiseplanungen für China. Es sollte alles anders kommen.

Aus einer aktuellen Mail aus dem Iran:

"Hier ist alles sehr teuer geworden und die Menschen sind sehr verärgert."

Samstag, 28. Januar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr sind wir eingeladen zur Ente mit Walnusssoße.

Heute in einer Mail:

"Ein wunderbarer Satz: Ich bin dankbar für das Weckerklingeln am frühen Morgen, denn es bedeutet, daß ich am Leben bin!"

Freitag, 27. Januar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr gibt es erstmals Frühlingsluft in Teheran.

Heute entscheiden wir, uns für die Long Distance Biker Competition zu bewerben.

Donnerstag, 26. Januar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr haben wir plötzlich zwei Visa in der Tasche - und besichtigen den riesigen Bazar von Teheran.

Heute lesen wir, daß Shah-Sohn Reza gestern beim Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einen Bericht eingereicht hat, in dem er das Staatsoberhaupt des Iran, Ali Khamenei, der Verbrechen gegen die Menschlichkeit beschuldigt.

Auch lohnt es sich, in diesem Zusammenhang den offenen Brief von Ulrike Meihof an Shah-Frau LinkFarah Diba von 1967 zu lesen.

Gleichzeitig lesen wir gestern von neuen Erkenntnissen um den 2. Juni. So schließt sich der Kreis.

Mittwoch, 25. Januar 2012

Persepolis

Gerade lief auf arte Persepolis. Immer wieder kamen mir Tränen bei diesem Film. Daran sieht man vielleicht, was sich bei unserer Reise verändert hat. Es schleicht sich eine Liebe ein zu Teheran und seinen Menschen.

W#

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr: Wir sitzen fest in Teheran.

Heute lohnt es sich, wieder bei الجزيرةreinzuschauen: The myth of 'isolated' Iran.

Dienstag, 24. Januar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr besichtigen wir کاخ گلستان, ein Wahrzeichen Teherans.

Gestern feierte man in China Neujahr.

Montag, 23. Januar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr verbringen wir wieder vergeblich einen Tag mit Visaangelegenheiten.

Heute entscheidet die EU über das Iran-Embargo.

Gestern war eine Meldung in der Presse, daß eine Evakuierung von 250 km Radius um 福島第一原子力発電所 erwogen wurde. Unsere "Bauchentscheidung" von damals bestätigt sich, nicht wie geplant nach 新潟市 und dann mit der Fähre nach Владивосто́к zu fahren.

Sonntag, 22. Januar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr machen wir einen Filmabend in Teheran.

Heute lesen wir von einem Schiffsunglück im Iran.

Freitag, 20. Januar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr werden wir wieder zu einem schönen Abendessen in Teheran eingeladen.

Wieder irritiert uns die positive Knnotation von Hitler-Deutschland.

Donnerstag, 19. Januar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr besuchen wir den برج آزادی‎  in Teheran.

Heute wird über Internetfreiheit auch im Westen diskutiert.

Mittwoch, 18. Januar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr werden wir ortskundig durch Teheran geführt.

Heute lesen wir immer wieder vom Spionagekrieg.

Relecture

Ihr Lieben,

liebe FreundInnen und UnterstützerInnen!


Ihr habt sicher schon gemerkt, daß wir an unserer Homepage www.silkroad-project.eu täglich in einer "Relecture" weiterarbeiten. Jetzt gibt es dann auch die bisher geheimen blog-Notizen, die während der Reise zu gefährlich waren, sie zu veröffentlichen. Schaut doch mal rein im Bereich "Unsere Berichte".

Außerdem gibt´s im "Pressespiegel" jetzt auch Videos von unseren kurzen Fernsehbeiträgen.


Seid nicht böse, wenn wir uns noch nicht persönlich gemeldet haben, aber unser Leben ist derzeit noch sehr turbulent.


Herzlich


Gunda und Wolfgang

Dienstag, 17. Januar 2012

Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr beginnt das Drama mit unserem usbekischen Visum.

Bisher unveröffentlichte Notizen:

Wir sprechen immer wieder mit jungen Menschen, die im Grunde weg wollen, aber eher wegen der Familie da bleiben. Immer die Frage nach dem Ausland und die Frage danach wie wir den Iran wahrnehmen. Oft wirkliches Interesse


Gundas Artikel wird - nach einem Jahr - in Deutschland veröffentlicht:

Die Abwesenheit des allzeit Anwesenden – Erfahrungen
mit der
Internetzensur und theologische Impulse daraus
Ich klicke auf Twitter, es erscheint eine Seite mit vielen
bunten Zahlen und
nicht lesbaren Zeichen. Ich versuche einen Artikel im
Spiegel zu lesen,
dasselbe. Beim Wetterbericht ist die Seite ein „Ups, the
page is broken“ und
Informationen zur politischen Lage im Land bekomme ich nur
noch in kleinen
Provinzzeitungen aus Österreich. Nicht zu denken an
Facebook und auch die
Seite der chinesischen Eisenbahn scheint verdächtig. Die
Blogseiten sind
ebenso gesperrt wie Youtube. Der Klick im Netz ist so
selbstverständlich und
so normal und würde gezählt werden wie oft im Alltag das
Internet aufgerufen
wird, wären das enorme Zahlen. Seit drei Monaten ist das
Internet eine Quelle
der Überraschungen. Die Seite unserer Fotos ist gesperrt,
der direkte Zugang
zum Blog auch – manchmal. Manchmal geht es gut, manchmal
geht das
Internet gar nicht.
Ich bin seit drei Monaten im Iran, einem Land, das in der
Internetzensur mit
China und Turkmenistan auf dem Podest steht. Die
Emotionen, die ein
dauernder Filter hervorruft, sind vielfältig. Zunächst
kann ich es nicht glauben.
Das bleibt als Reaktion auch erhalten. Dann suche ich
Umwege, zunächst
legale: wer könnte aus Deutschland Bilder ins Netz
stellen? Dann bekomme
ich eine der vielen Proxy-Adressen. Das erste Nutzen ist
noch mit Sorge und
Angst verbunden. Irgendwann wird es zur Gewohnheit. Es
kommt die
Filterseite, ok dann eben mit Proxy. Aber auch der Proxy-
Zugang ist nicht der
Himmel, twitter geht immer noch nicht und auch die Bilder
können nicht
bearbeiten werden. Ich bleibe also zwischen Himmel und
Erde?
Was ist das Internet? In die Veränderungen der letzten
Jahre, eher noch als
Jahrzehnte, dient das Internet in seinen Entwicklungen als
ein doppelter Ort
für die Benutzenden: es ist ein Ort der eigenen
Entwicklung, die Hand in Hand
mit der Entwicklung des Netzes selbst geht und der eigenen
Verortung in der
sich ausbreitenden Landschaft des Internets. Welches Thema
auch immer
aktuell ist, sei es die Entwicklungshilfe oder Politik,
Religion oder Wirtschaft,
es muss immer mit den virtuellen Welten im Netz rechnen.
Manche
Entwicklung wird beinahe überholt von der Entwicklung der
Entwicklung im
Netz. In Ägypten ist mitten im Aufruhr das Internet
runtergefahren worden, im
Iran sind die Sozialen Netzwerke gesperrt. Die Macht und
die Manipulation
dieser Netze sind gerade für diktatorische oder
umstrittene Regierungen
ebenso wie religiöse Gemeinschaften extrem gefährdend und
zugleich auch
entlastend. Um die Manipulation durch Geheimdienste
wissend kann alles
eben auch als von außen gesteuert betrachtet werden. Der
Iran ist für diesen
Mechanismus das beste Beispiel. Bleibt die Frage nach der
Wahrheit. Ist am
Ende das Internet mit seinen rasanten Kommunikationen
nicht doch
unberechenbarer weil das Zeugnis der Menschen vor Ort
zählt und nicht die
Theorie? Ist es möglich, in den Aussagen zu unterscheiden
zwischen
tatsächlicher Angst und Freude und der manipulierenden
Aussage? Das
Internet ist vielleicht letztlich ein Ort der Wahrheit in
dem die Frage danach,
wem kann ich trauen, radikal gestellt werden muss und wo
es bisher keine
Maßstäbe dafür gibt.
Was bedeutet das für das Ich, das Subjekt, die Identität,
die wir sind? Gerade
im Blick auf die Identität erscheint das Netz als ein Ort
des Darstellens, des
Vernetzens, aber auch des Lernen und Agierens. Zugleich
ist es ein
spielerischer Ort, eine Ort der verschiedenen Realitäten
und darin ein
verführerischer, auch ein gefährlicher-gefährdender Ort.
Wird die
Aufmerksamkeit auf das Individuum gelegt, verlaufen die
meisten Reflexionen
ebenfalls individualisiert. Dies trifft sowohl auf die
Frage zu, was es für einen
Menschen bedeutet, im Netz aktiv zu sein, als auch auf die
Frage, wie es
dazu kommt, dass ein Mensch aktiv – zu aktiv im Netz ist.
Die
gesellschaftliche Dimension sieht die Gefährdung, hier
auch der eigenen
Person und des direkten Umfeld. In der Betrachtung des
Individuum sind
folgende Themen präsent: die Spiele, die Communities, die
Foren und
Chatrooms, Twitter und Skype und die darin liegenden
Fragen der
Persönlichkeitsrechte, der Beeinflussung, der Gefährdung
und Entwicklung
des Menschen zur reifen, erwachsenen Persönlichkeit. Wird
bei dieser
Betrachtung, die, je länger ich in Asien unterwegs bin,
sich als in der
Hermeneutik westlicher Philosophie bewegend herausstellt,
einer Philosophie,
die den einzelnen vor der Gruppe reflektiert, nicht das
Phänomen der
Gemeinschaft, des Wir, der Zugehörigkeit ausgeklammert?
Als Individuum
mag das Netz für einzelne gefährdend sein und auch
lebensbedrohlich für
andere, in Gesellschaften, die als Wir leben, ist das
Internet eine regelrechte
Zeitbombe, die, wenn sie explodiert, enorme Folgen für die
Mächtigen hat.
Über die Ereignisse in Ägypten und die Reaktionen im Iran
ist mir ein
Gedanke durch den Kopf gegangen. In den iranischen
Zeitungen werden die
Proteste als Zusammensturz der arabischen Welt betrachtet
und zeitgleich
werden die Bilder der Islamischen Revolution im
Staatsfernsehen gezeigt. Als
lesend verstehende, fernsehende nicht verstehende und
daher nur sehende
verstehe ich die Botschaft: die arabische Welt bricht
zusammen (das ist gut)
und im Iran wird nicht passieren, denn der Sturz des
Regimes hat ja schon
stattgefunden. Ägypten und die anderen Länder führen die
Islamische
Revolution nun endlich fort. Angesichts der Internetzensur
im Iran und des
Hinunterfahrens des Internets in Ägypten habe ich mich
gefragt, ob es
dieselbe Angst ist, die in den 80zigern in Lateinamerika
herrschende Politiker
veranlasst hat, das Magnifikat zu verbieten. Vielleicht
ist die Kommunikation
über die Netzwerke, dass die Herrschenden gestürzt werden
sollen, genau so
etwas wie das öffentliche Beten des Magnifikat. Jedes
Instrument zum
Stürzen der Mächtigen muss verhindert werden, konkret ist
es hier das
Internet. Ich erlebe mich hier nicht mehr als das aktive
Ich, das in
verschiedenen Identitäten sich darstellt und mit
Identitäten kommuniziert. Ich
erlebe mich hier als Teil einer großen Gruppe, die – um
überhaupt
kommunizieren zu können – die herrschenden Strukturen
umgehen muss. Bei
dem Aufwand und der Gefährdung kommuniziere ich bestimmt
nicht mehr,
dass ich gerade einkaufen gehe. Da geht es dann um andere
Themen.
Die Abwesenheit des Allzeit Anwesenden hat mein Verhältnis
zum Internet
radikal verändert. Es ist keine Selbstverständlichkeit
mehr, es ist beobachtet,
reglementiert und gefährdend. Es wird nachgeforscht und
die Tracks
aufgezeichnet, es kann von jetzt auf gleich ausgeschaltet
werden. Es sind für
normal gehaltene Kommunikationswege gesperrt. Es sind
Bilder
weggeschlossen. Es bleibt übrig, was übrig sein darf und
der Rest geht nur
über Umwegen. Was wäre, wenn der Umgang mit dem Internet
theologisch
reflektiert würde? Wenn er in seiner Sprengkraft
verstanden würde? Wenn die
soziale Frage und die Frage nach den Menschenrechten dort
verortet würde,
so dass die Mächtigen zittern müssen und zugleich wissen,
sie können
Wissen nicht verbieten ebenso wenig wie Gedanken? Meine
Lehre aus fast
vier Monaten Asien und drei Monaten Iran: dieser Artikel
darf frühestens im
März veröffentlich werden (da bin ich nicht mehr im Iran
und daher nicht
gefährdet) und die individualistische Perspektive auf das
Internet des Westens
ist eine Sackgasse. Es ist eine Sackgasse in doppelter
Hinsicht: es verstellt
den Blick auf die politische Dimension und es verstellt
den Blick auf
Internetzensur praktizierende Länder, die darauf reduziert
zu werden. Auf der
Meta-Ebene reflektiert dieser Zugang weder die subtile
Zensur des Westens
noch die Kultur Asien die aus mehr besteht als aus
menschenrechtlich
bedenklichen Momenten. Theologisch könnte es einen Weg
daraus geben,
wenn die Einbindung eines jeglichen persönlichen
Engagements im Internet
zugleich als Teil eines Wirs verstanden würde, eines Wirs,
das – gleich dem
öffentlichen Beten des Magnifikats – die Herrschenden
stürzen kann weil es
das Ich aus seiner „Internetecke“ auf die Straße holt.
Theologisch sehe ich die
Verantwortung derer, die den Luxus eines freien und
ungefährdeten
Internetzugangs haben, darin,
-Kriterien zu entwickeln, vielleicht auch Schlüsselwörter
und Bilder, mit denen
die echten Aussagen von den manipulativen unterschieden
werden können.
-Eine Ethik zu denken, mit der wenigstens einige sich des
individualistischen
Dauer-Selbstausdrucks enthalten und solidarisch die
unterstützen, die um ihr
Leben kämpfen
-Eine Pädagogik zu entwickeln, die Einspruch gegen jede
menschenrechtsverachtende Äußerung im Netz erhebt
-Eine Theologie des Widerstands zu entwickeln, die
Gerechtigkeit sucht auf
neuen den Wegen des Internet.
2011, Gunda